From May 2015

Matt Mor (Panterre Musique)

Vienna Players #14: Matt Mor (Wechselstrom)

In der Reihe Vienna Players stellen wir euch derzeit insgesamt dreißig der (unserer Meinung nach) interessantesten Akteure der Wiener Club-Szene vor. Heute steht mit Matt Mor eines der aufstrebendsten Talente der lokalen Techno-Szene am Programm – Matt ist aktuell nicht nur einer der gefragtesten DJs der Stadt, sondern obendrein Mitbetreiber des Panterre Musique Labels und Veranstalter der Reihe Wechselstrom, mit der er zuletzt Acts wie Function und Alan Fitzpatrick nach Wien geholt hat. Auch er hat sich die Zeit genommen, unsere bereits bekannten Fragen zum Leben und Ausgehen in Wien zu beantworten und einen exklusiven Mix zur Verfügung zu stellen.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Na die Musik selber, was sonst. Die Liebe zum DJing und Prodzieren, diese ausleben zu können und dem Publikum gute Musik zu präsentieren!

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich liebe die Stadt und die Clublandschaft ist überdurchschnittlich gut bestückt im Vergleich zur Einwohnerzahl bzw. der Szene. Wir haben hier Clubs von denen andere Städte nur träumen können!

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Matt Mor (Panterre Musique)Warmup Bierli im Kiosk, je nach Programm Grelle Forelle, Pratersauna, Kantine oder Auslage. Dann zur Staatsoper auf ne Bratwurst und anschließend ins SASS zum Absch(l)uss in die After Hour.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Westbahnhof, ich geb sie nem Obdachlosen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Zu schwierig die Frage. Ich würd vlt mal nen ganzen Abend auf 2 DJs beschränken oder nur einen. Damit man sehen kann, was derjenige wirklich drauf hat bzw. eine Geschichte erzählen kann. 1h Sets sucken! Ich denk da z.B. an Moxx von Funkroom.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Das unfassbare Überangebot an dicken Acts & Parties.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Der Neid & das ewige Schlechtreden.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
CG-Artist, 3D Animation und generell Grafiker. Filme schauen, mit meiner besseren Hälfte Essen gehen…

Matt Mor (Panterre Musique)Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Jazz Pub Wiesen, 2012, davor ab 2008 auf privat open air raves
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl und Digital beides. Im Club CDJ & analog Drummachine
  • Größe deiner Musiksammlung? Einst Masse, jetzt Klasse. Hab die Sammlung sehr reduziert und beschränk mich nur mehr auf wirklich qualitative Tracks, die mir nicht beim Hals raushängen nach ner Zeit.
  • BpM-Range: Von – bis? 123-135

Anbei eine knappe Stunde ausgewählter State-of-the-art Techno aus den Crates von Matt Mor – wer mehr von ihm hören möchte hat in den nächsten Wochen genügend Möglichkeit, beispielsweise am 6. Juni bei Blakkout mit Simo Lorenz in der Auslage, am 20. Juni beim Urban Artforms Festival in Wiesen sowie am 23. Juni und am 3. Juli jeweils im Flex – ersteres mit noch geheimem Line-Up, letzteres an der Seite von Oliver Huntemann. Und natürlich sollte nicht verschwiegen werden, dass Matt Mor nicht nur als DJ, sondern auch als Produzent ebenso fleißig wie hörenswert ist – aktuell sei sein Remix für Mark Deutsché und Musoé auf Panterre Musique wärmstens empfohlen!

Laho (Out Of Focus)

Vienna Players #13: Laho (Out Of Focus)

Unter dem Titel “Vienna Players” stellen wir euch derzeit insgesamt dreißig Acts der Wiener Clubszene vor, die besonders interessant, bekannt, beliebt oder aus sonstigen Gründen erwähnenswert sind. Dazu gehört definitiv auch Laho, im Wiener Szene-Geschehen sowas wie ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen – egal, wo du abends hingehst, er ist wahrscheinlich schon dort und hat wahrscheinlich sogar organisatorisch irgendwie seine Finger mit im Spiel. Tagsüber schupft er im Tongues, Wiens kleinsten und dennoch einem der charmantesten und bestsortiertesten Recordstores, den Laden, abends bereichert er als Teil der Out Of Focus Crew das Wiener Nachtleben mit Urban Sounds abseits der ausgelatschten Pfade. Was er sonst so treibt und warum er das gerade in Wien macht hat er uns in den folgenden Zeilen nebst dem obligaten Exklusiv-Mix verraten.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Liebe zur Musik, die Freude am Tanz, das Interesse an der Technik. Ich schätze da kommt einiges zusammen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien war immer schon ein Schmelztiegel der Kulturen und hat eine lange Musikgeschichte. Zudem bin ich selbst und mein Umfeld hier verwurzelt, dementsprechend ergeben sich auch Symbiosen mit befreundeten Veranstaltern. Die meisten, bei denen ich spiele, kenne ich schon ziemlich lange.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Das kommt bei mir ehrlich gesagt mehr auf die Veranstalter als auf die Locations an und natürlich würde ich ihn zu seinem persönlichen Geschmack befragen, um das beste für ihn zu eruieren.
Zurzeit ist wohl in Spittelau das meiste los (Werk & Grelle Forelle) aber die besten Nächte sind meist eh die, an die man sich nur noch schemenhaft erinnern kann.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Laho (Out Of Focus)Ha, ja gute Frage, vermutlich gleich dort, wo ich sie bekommen habe. Für Drinks und Drogen. (Koks und Nutten halt) Nein, Spaß. Vermutlich investiere ich das Geld in gutes Essen. Dafür gebe ich das meiste Geld aus.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Die Frage fällt mir leicht zu beantworten, da ich solche Abende bereits hatte, meine Geburtstage sind z.B. berüchtigt dafür. Ausserdem habe ich eine Crew, die aus DJs besteht namens Out Of Focus. Wir veranstalten selbst und laden uns die Créme de la Créme ein. Ich steh jetzt nicht unbedingt auf Namedropping, meistens sind die Abende sowieso zu kurz um alle spielen zu lassen.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Diversität, das merkt man vor Allem wenn man z.B. in Deutschland an einer allzu strengen Tür abgewiesen wird. Die meisten hiesigen Clubs bekennen sich sogar offen zu Toleranz, lehnen dabei aber gewisse politische Einstellungen, vor allem rechter Natur ab.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Das es so viele Veranstalter gibt, die sich dann nicht absprechen. An manchen Wochenende ist einfach gefühlt garnix los, während man sich an anderen am liebsten Klonen würde. Clubhopping ist aber gut möglich, weil die Wege auch nicht so lange sind wie etwa in Berlin.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Laho (Out Of Focus)Ich arbeite im Tongues, einem Plattenladen in der Kirchengasse. Dort bin ich „Ladenhüter“. Sonst feiere ich natürlich andere DJs und zusätzlich bin ich Fahrer und mache Künstlerbetreuung für Veranstalter. Davor war ich ein Kind und ging noch zur Schule. Studiert habe ich auch mal. Irgendwas mit Medien.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Schwer nachzuvollziehen, vor Freunden natürlich früher, in der „Öffentlichkeit“ etwa 2003 und zwar mit dem Trichromatic Soundsystem im Jugenzentrum Agathon in Purkersdorf (NÖ)
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl, Digital maximal zusätzlich (Wenn die Verfügbarkeit nicht gegeben ist, d.h. nicht auf Vinyl erhältlich ist oder für Dubs beispielsweise)
  • Größe deiner Musiksammlung? 1000+ Platten.
  • BpM-Range: Von – bis? Genau.

Anbei dreißig basslastige Minuten zwischen Grime, Detroit House, Footwork und Wiener Lied aus Laho’s Plattenkiste. Wer mehr davon hören möchte hat dazu am kommenden Samstag, dem 30. Mai, im Cafe Leopold Gelegenheit, wo Laho mit seiner Out Of Focus Crew neben anderen illustren lokalen Kollektiven wie Bebop Rodeo, Can You Dig It, Tingel Tangel und Fear Le Funk den vierten Geburtstag des Fairlight Club feiern wird.