PLEMPLEM

Im Club mit: PLEMPLEM (Interview + Mix)

Unter dem Motto “Wir reden nicht – wir raven” sorgt PLEMPLEM seit nunmehr mehr als sieben Jahren in wechselnden Locations zwischen Wien, Graz, Salzburg, Linz und diversen Festival-Stages regelmäßig für pure Ekstase. Umso mehr ehrt es uns, dass Daniel Morgenstern, seines Zeichens Gründer, Resident und sowas wie der Head Honcho hinter dem weitgereisten Brand sich zwischen dem vielen Raven doch Zeit genommen hat, um auch mal zu reden – über PLEMPLEM, die Idee dahinter, das Veranstalten und die Szene in Wien und vieles mehr, den obligatorischen Gast-Mix inklusive!

PLEMPLEM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter dem Namen steckt eine memetische Vernetzung gleichgesinnter Seelen die mittlerweile in allen Himmelsrichtungen zu finden sind. Zuständigkeiten werden an all jene verteilt, die gerade Lust und Zeit haben am Wochenende zu raven.

Seit wann ist PLEMPLEM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC
PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC

Eigentlich bei den Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am 1. August 2008 im Camera Club. Es sollte lediglich eine Geburtstagsfeier ohne den Faktor “geschlossene Gesellschaft” werden. Fazit: Vor dem Camera Club stand bis 4:00 Uhr morgens eine Raver-Schlange, die zuweilen 20 Meter lang war! Für einen Kellerclub im Sommer eher ungewöhnlich. Zum Namen kam ich deshalb, weil ich die Party partout nicht “Geburtstagsparty” nennen wollte. Der Namen sollte eine besondere Eigenschaft besitzen, die alle anderen und natürlich auch mich selbst sowie was wir “tun werden” verbindet (und am besten beschreiben kann). Schlussendlich machte ich kurzerhand über Nacht eine ganze Corporate Identity samt Design fertig. Das ganze Programm: Slogan, Logo(s), Farbcodes, Testimonials, Videos, Plakate, Sticker, Flyer… Witzig ist, dass nach sieben Jahren die Infektionsgefahr von PLEMPLEM und dem mächtigen Slogan “Wir reden nicht – wir raven” derart mutiert ist, dass sich mittlerweile Leute unsere Logos tätowieren lassen…

Und wie sieht es bei PLEMPLEM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir kommen primär in Wien und Graz monatlich vor. Vierteljährlich auch in Linz oder Salzburg. Wir verfolgen natürlich verschiedene Konzepte und Dinge. Es soll spannend bleiben! Wir suchen neue Gründe für einen aufregenden und verspielten Abend, wir wollen neue nationale und internationale Künstler einladen, von denen wir etwas halten, das ist uns wichtig! Herauskommen tun dann zum Beispiel:

Neben guter Musik wird bei PLEMPLEM der Spaß an der Sache groß geschrieben – beispielsweise beim PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.P ➔ PLEMPLEM-Technopoker
  • P.P.P.P ➔ PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.T➔ PLEMPLEM-TechnoTombola
  • P.P.L.G ➔ PLEMPLEM lokalgenial
  • etc.

Der klassische “Ich-zahle-Eintritt-und-muss-warten-bis-der-Danceflloor-voll-ist-um-endlich-abzugehen”-Abend erwartet dich bei uns nicht!

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir sehen die Besteuerung der Tickets hierzulande als Problem an. Im europäischen Vergleich liegen wir viel zu hoch. Mich treiben andere Gründe an Events zu machen. Es gibt in meinen Augen zu wenige Clubs und Vielfalt. Es gibt viele Ansätze, aber ich finde Ansätze sind zu wenig um glücklich sein zu können 🙂

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Keine Ahnung in welche Richtung es geht 🙂 Wir machen unser Ding! Nein, es gibt nicht zu viele Veranstaltungen, aber bestimmt zu wenig für die Zielgruppe 30+. Gerade im internationalen Vergleich: Also für die Zielgruppe “Erwachsen mit Nachholbedarf” 🙂

PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action
PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

An das besagte Opening am 1. August 2008, an das Planetarium und unsere unglaublichen Abende(!) – unser verrücktes 2.500 Personen Rave in der Pratergalerie – an unsere Abende in Graz, Linz oder Salzburg…

Da ist in sieben Jahren einfach viel passiert!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Die wo wir kurz davor standen ein Event absagen zu müssen und es in der letzten Minute dennoch realisieren konnten! Das sind auch die Momente, in denen wir Ergebnisse erzielen konnten mit denen wir – vor dem erwähnten Hintergrund – niemals zu träumen gewagt hätten 🙂

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Ja, es gibt zwei Bookings. Normal denke ich 🙂

Schwierig ist die Arbeit mit internationalen Leuten nie gewesen, bis auf Alan Fitzpatrick (hat uns zweimal am Tag der Veranstaltung sitzen gelassen).

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Ich würde (aus rein sentimentalen Gründen) einfach das Planetarium für einen Abend öffnen, Johannes Heil einladen, eine fette Anlage, Nebel und Stroboskop hinstellen – fertig!

"Wir reden nicht, wir raven" - so sieht's aus!Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

2015: Gerade ging unsere wöchentliche Show auf Radio Soundportal (jeden Freitag 22-00:00 Uhr) on air.

2016: Viel Musik – Mehr dazu 2016.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Mutig! Wünschen würde ich mir mehr Interaktion und ein klareres Alleinstellungsmerkmal.

Wie bei PLEMPLEM so geraved wird, davon könnt ihr euch im folgenden Mix von Daniel Morgenstern einen Eindruck machen, der letzten Monat in der Kantine aufgezeichnet wurde und den wir euch mit Freude exklusiv präsentieren dürfen! Und wer dieses Jahr noch mit PLEMPLEM raven möchte, hat das nächste Mal am 7. Dezember im ppc (Dienstag ist ein Feiertag!) im Grazer PPC Gelegenheit, und dort gleich auf zwei Floors – am Technofloor mit den Berlinern AKA AKA und am Drum & Bass Floor mit Chris.Su aus Budapest!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!