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Beatmaker Sessions

Im Club mit: Beatmaker Sessions (Interview + Mix)

Vor Jahren, als wir mit Play.fm noch ein Radiostudio im MuseumsQuartier hatten, hat unser damaliger Sendungsgestalter Alan Brown uns nach dem einen oder anderen alkoholhaltigen Konzept mal seine Version vom Club der Zukunft erzählt: Damals gab es im Londoner Plastic People eClub einen Abend namens CDR, bei dem nur Musik gespielt wurde, die zuvor von noch nicht gesigneten Produzenten eingereicht wurde. Wir einigten uns, dass sich in Wien wohl niemand über sowas drüber trauen würde – und staunten nicht schlecht, als uns gar nicht so viel später der Flyer der ersten Beatmaker Sessions mit genau diesem Konzept in die Hände fiel, treffenderweise mit dem Untertitel “The Future of Music”. Gerade noch rechtzeitig vor dem vierjährigen Jubiläum – inklusive Release der neuen Beatmaker Sessions Compilation – hat sich Hauptveranstalter Alex netterweise noch Zeit genommen, mit uns über sein Projekt, die Szene und Wien und so einiges mehr zu plaudern.

Beatmaker Sessions – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Im Großen und Ganzen ist alles auf meinem Mist gewachsen. Sprich ich bin der Initiator des Events. Verantwortlich für Konzipierung, Projektmanagement, Booking, Art Direction, Ablauf, Promotion etc. Im Team und großer Bestandteil der Sessions sind DJ Straves und Wax 865, sowie unser Fotograf Dominik Vsetecka. Als auch externe Grafiker die dem Ganzen auch einen speziellen Look nach aussen verleihen.

Seit wann ist Beatmaker Sessions im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Das erste Event haben wir am 19. Dezember 2011 veranstaltet, um unseren Faible für alternative Elektronische Live Sets zu frönen und der lokalen Producer-Szene eine Plattform zu bieten.

Und wie sieht es bei Beatmaker Sessions aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Black Lotus Experiment
Black Lotus Experiment live bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Wir veranstalten von Oktober bis Mai, in den Locations fluc und celeste. Im fluc kann sich jeder Musik-Produzent der Lust und das Können hat für einen “Beatmaker L!VE Slot” bewerben, sowie seine eigenen Produktionen für das “Beatmaker DJ-Set” einreichen, das seit Anfang an fixer Bestandteil des Konzeptes ist.

Im celeste organisieren wir Special-Events mit mehr Live- und Party Charakter. Eine spezielle Richtung haben wir nie wirklich verfolgt. Wir waren von Anfang an für alle Elektronischen-Musikrichtungen offen – ganz nach unserem Motto “The Future of Music”. Das, was uns die Produzenten schicken, spielen wir, und interpretieren wir als die Zukunft der Musik. Aufgrund der Kuration der Live-Acts geht es ein bisschen mehr in die alternative elektronische und experimentelle Hip Hop Richtung. Unser Publikum besteht großteils aus lokalen Musikproduzenten und Musikinteressierten.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Davon leben können wir nicht. Da müsste man vielleicht in größeren Dimensionen arbeiten. Derzeit ist es mehr ein Hobby und Spielplatz für uns. Wir machen weiter da wir lieben, was wir machen, und aufgrund des postiven Feedbacks und Zuspruches des Publikums. Davon leben wir, und von den großartigen Momenten die wir bisher dadurch erlebten haben. Die Konkurrenz ist in Wien auf jeden Fall groß und schläft nicht. Jedoch, möchte ich behaupten, dass es so etwas wie wir machen in Wien und ganz Österreich sonst nicht gibt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Kampfsportzwillinge
Kampfsportzwillinge bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Veranstaltungen gibt es für meinen Geschmack ausreichend, wenn nicht sogar zu viele. Im Sommer als auch im Winter steht man vor einer großen Auswahl an sehr guten Club-Nights, Konzerten und Festivals. Und das nicht nur am Wochenende sondern auch unter der Woche. Ein “drei Tage wach” Weekend ist da ohne Probleme möglich. Wien kann im internationalen Wettbewerb bestimmt mithalten. Durch das Internet kann sich jeder anhören was ihm lieb ist, und man kommt entsprechend leicht an neue oder alte Musik. Die Leute sind offen und aufgrund der Größe und Vielfalt der Stadt kann man mit der richtigen Nase bestimmt auch in seiner Nische Fuß fassen und seine Traum-Veranstaltung verwirklichen. Was ich mir für die Zukunft wünschen würde ist, dass die Fördertöpfe nicht an Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem Electric Spring, vergeben werden, die die Gratis-Kultur fördern, sowie den anderen Veranstaltern, die seit Jahren für das Wachsen der Wiener Kultur einstehen, ein Bein stellen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highligts gab es einige. Viele Acts die da waren und uns einfach einen Grinser ins Gesicht zauberten. Sowie Vergleiche mit Low End Theory und Boiler Room. Als auch eine Freundin, die regelmäßig bei den Veranstaltungen ist und bei jeder meint “this is the best sound ever” – priceless. Oder Beatmaker L!VE Slots, die mit Kommentaren wie “best time of my life” nach Hause gehen. Das sind schöne Erinnerungen.

Windshadow
Windshadow bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Kann mich da an keinen schwierigen Moment erinnern. Im Großen und Ganzen lief bisher alles ganz gut.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nicht wirklich. Bei uns sind großteils lokale Acts die spielen wollen, Freude haben und daher nicht unbedingt Probleme machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Arena outdoor Stage mit Flying Lotus, Jeremy Ellis, Exile, Glitch Mob.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Beatmaker Sessions Compilation Volume 4
Out soon: Die Beatmaker Sessions Compilation Volume 4

Am 19. Dezember 2015 gibt es noch die 4-Jahresfeier im celeste, und den Album Release der Beatmaker Sessions Compilation Vol.4. Darauf freuen wir uns sehr. Weiter geht es dann im neuen Jahr mit den Sessions im fluc und celeste, sowie dem “Beatmaker Tracks Season #4” Contest im Frühling 2016. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass wir die Anzahl der Veranstaltungen wegen zeitlichen und finanziellen Gründen etwas zurückgeschraubt haben. Statt wie bisher neun Events pro Saison im fluc gibt es nur mehr fünf.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Auf jeden Fall sehr schick. Gefällt uns gut. Was uns fehlt ist das Eintragen der Events. Wobei ich irgendwo mal gelesen habe dass das wahrscheinlich eh noch integriert wird. Wir sind gespannt. 🙂 Besten Dank für das Interview!

Beatmaker Sessions

Wer dieses außergewöhnliche Veranstaltungskonzept selbst erleben will, hat – sollten wir eingangs noch nicht ausdrücklich genug darauf verwiesen haben – am kommenden Samstag, den 19. Dezember, beim Vier-Jahres-Jubiläum der Beatmaker Sessions im Celeste Gelegenheit dazu. Ebendort wird auch erstmals die vierte Ausgabe der hauseigenen Compilation vorgestellt, die es in weiterer Folge – wie ihre Vorgänger – via Bandcamp zu erwerben geben wird. Der neue Compilation-Mix wurde leider zwischen den Vorbereitungen nicht mehr ganz fertig, dafür gibt es an dieser Stelle als Warm-Up jene der Ausgaben zwei und drei und damit vorerst auch mal genug Beats von heimischen Künstlern, die ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gehört habt..!

 

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Foto credit: Matthäus Beczak

Im Club mit: Fear le Funk (Interview + Mix)

Wenn das Wiener Publikum neben den zahlreichen wöchentlichen DJ-Lines auch in den Genuss von Live-Konzerten von so namhaften Hip Hop Acts wie Apollo Brown, Guilty Simpson, Elzhi, Retrogott & Hulk Hodn, Rapsody & 9th Wonder oder Black Milk kommt, dann ist das der Crew von Fear le Funk zu verdanken. Kurz nach der vierjährigen Jubiläumsparty haben die Mitgründer, Mitveranstalter und Residents Ottomatic und Stanley Stiffla uns mehr über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihres Projekts erzählt und gleich einen wunderschönen Mix mitgebracht..!

Fear le Funk – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter diesem Namen stehen Nina, Mat, Ottomatic und Stanley Stiffla. Wir machen jetzt seit mittlerweile vier Jahren Veranstaltungen im Bereich Hip Hop hier in Wien. Anfangs war es eher so, dass wir hauptsächlich Produzenten zu unseren Happenings eingeladen hatten, mittlerweile sind wir da aber breit gefächert, haben sowohl DJ- und Producer-Sets als auch Konzerte, die wir aber immer im Rahmen einer Party über den gesamten Abend anlegen. Ottomatic und Stanley Stiffla fungieren als Resident-Djs, ansonsten sind wir zu viert ständig im Austausch über mögliche Bookings, anstehende Termine und organisieren und bewerben die gemeinsamen Abende.

Seit wann ist Fear le Funk im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Uns gibt es seit Oktober 2011. Gerade vor wenigen Wochen haben wir im WUK zusammen mit dem Kölner Label Entbs unser 4-jähriges Bestehen gefeiert. Peace an dieser Stelle an Chlodwigplatz Pütz Money und die Jungs!

Wie es dazu gekommen ist, dass wir Partys machen? Alles begann an sich damit, dass Stanley eine tatkräftige Truppe zusammenstellen wollte und uns alle kontaktiert und gefragt hat, ob es Interesse gäbe, gemeinsam Partys in Wien zu machen, die ihren Schwerpunkt zu Beginn vor allem auf Independent Producer legen wollten. Mat, Ottomatic und Stanley kannten sich dabei schon einige bis viele Jahre aus guten Freundschaften heraus. Nina stieß dann Mitte 2013 dazu. Da wir alle einen ähnlichen Zugang zu Hip Hop haben, war anfangs ziemlich schnell klar, dass wir das so angehen wollen und machen werden.

Und wie sieht es bei Fear le Funk aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)
Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)

So übers Jahr gesehen machen wir an die fünf, sechs Veranstaltungen, phasenweise etwas mehr, dann wieder etwas weniger -je nachdem, was gerade möglich ist. Stanley Stiffla und Ottomatic legen ansonsten auch immer wieder bei anderen Veranstaltungen auf. Der simple Grundsatz lautet: Wir laden immer nur Artists ein, die wir auch selbst hören, feiern und schätzen. Vom Konzept her sollte es mit seinen Wurzeln immer im Hip Hop bleiben und idealerweise nationale und internationale Artists zusammenführen, auch wenn Genre-Überschneidungen natürlich kein Ausschlussgrund für uns sind. Wir haben ja auch schon Kooperationsveranstaltungen mit Canyoudigit, Beat Science oder dem Soundwave Croatia Festival gemacht, wo es dann vom Sound her etwas futuristischer zur Sache ging.

Was das Publikum betrifft, wollen wir niemanden aus- oder eingrenzen, das ist für uns so seit dem Start mit dem Ding ganz klar. Alle die sich für unsere Veranstaltungen und die auftretenden Künstler*innen interessieren, sind willkommen und sollen im Idealfall einfach eine gute Zeit mit den Artists und uns haben. Quality Time oder so ähnlich.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir wollen und müssen zum Glück nicht davon leben. 😉 Wir versuchen ganz einfach nur, dass sich die Veranstaltungen, so gut es eben möglich ist, selbst finanzieren. Was überbleibt, wird eins zu eins in weitere Veranstaltungen gesteckt. Uns macht es nach wie vor großen Spass, auch wenn bis zum Auftritt der eingeladenen Artists am Abend der Veranstaltung und bis die Party hoffentlich funktioniert natürlich jede Menge Arbeit steckt. Vor allem Stanley kann davon ein Lied singen, tut sich das Organisatorische wie alle anderen aus unserem Quartett aber auch gerne an, sonst ginge es sowieso nicht. Ebenso wäre vieles ohne Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis so sicherlich nicht realisierbar gewesen.

Daher: Ein dickes Dankeschön an alle die uns unterstützen und unterstützt haben über die letzten Jahre! Viel Liebe.

Die Motivation kommt aus der Begeisterung zur Musik, unseren vergangenen Abenden und natürlich auch durch die Reaktionen unseres Publikums. In diesem Sinn: Nur die Liebe zählt oder wie es der Retrogott so schön sagt: “Peace, Unity, Love & having Fun!”

Wenn es ein Hauptproblem gibt, dann ist es für uns sicherlich die geeignete Location zur angedachten Veranstaltung zu finden. Da wir unsere Dinger nicht immer in den selben Locations veranstalten und sie idealerweise auch an die Gegebenheiten des Abend-Ambientes anpassen wollen, ist das vielleicht hin und wieder das größte Problem. Die Dichte der Veranstaltungen steigt in Wien insgesamt, das macht es für uns natürlich nicht gerade einfacher, ist aber an sich nichts Negatives.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)
Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)

Für uns hat Wien in Sachen Hip Hop in den vergangenen Jahren auf jeden Fall den Anschluss zu anderen europäischen Metropolen wie London, Paris und Berlin geschafft. Die Dichte, die Qualität aber auch die Nachfrage im Independent-Bereich sind sicherlich gestiegen. Woran es eventuell noch mangelt, sind mehr dieser kleinen aber feinen Wiener Clubs mit guter Anlage, für 150-300 Leute, in zentraler Lage. Da könnte sicherlich etwas mehr gehen. Wie auch medial sicherlich noch etwas mehr Support wünschenswert wäre. Die Clubs, die es gibt und die auch anspruchsvolleres Programm supporten, machen ihren Job aber gut bis herausragend, wenn ihr uns fragt. Siehe Cafe Leopold, Celeste, B72 oder auch das Porgy & Bess, WUK, Flex, das Loft, die Forelle oder Sauna, egal wie sympathisch man die einzelnen Venues jetzt findet oder nicht. Wenn man aber gerüchteweise hört, dass letztgenannte eventuell in ihrer aktuellen Form schon bald wieder Geschichte ist und ein weiterer Kommerzparty-Tempel daraus werden soll, ist das natürlich mehr als traurig und schade.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Puh… Da waren doch einige Abende dabei… Wenn wir welche hervorheben müssen, dann sicherlich zuletzt im Juni der Abend im Porgy & Bess mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh. Die Nächte im B72 mit Guilty Simpson, Phat Kat und Elzhi oder im Cafe Leopold mit Radio Love Love oder Figub Brazlevič und S. Fidelity waren auch absolut Hammer. Unsere bisher größte und letzte Veranstaltung im WUK mit den Jungs von Entbs war aber auf jeden Fall einfach nur unfasslich dope (hoffentlich nicht nur für uns 😉 ). Ansonsten ist sowas wirklich schwierig… Wir erinnern uns an viele feine Nächte, auch die “kleineren” Rap-ins-Gesicht Dinger im Einbaumöbel oder die anfänglichen Shows in der Auslage hatten ihre absoluten Höhepunkte.

Zusätzlich war auch die Produktion unserer 2xLP-Compilation, welche anlässlich unseres 2-jährigen Bestehens entstanden und via Vinyl und digital erschienen ist, eine sehr, sehr coole Erfahrung. Dafür auch nochmal Props und Liebe an alle involvierten Künstler*innen, die uns das zugetraut und uns mit ihren musikalischen Schätzen unterstützt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Mit Sicherheit unser Abend mit 9th Wonder und Rapsody im Viper Room. Der war zwar musikalisch sehr gelungen, das Wiener Publikum hat uns damals aber leider anscheinend etwas übersehen oder vergessen… Lag wohl auch am Termin. Schade, aber ist passiert.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)
Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)

Nein, absolut nicht! Wir sind da möglicherweise sogar ein bisschen verwöhnt, jeder Artist war auf seine persönliche Art und Weise absolut schätzenswert und top. Da können wir nur eines behaupten: Wie die Musik so auch die Künstler und Menschen dahinter -für uns auf jeden Fall sehr dope!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Auf jeden Fall mal nicht irgendein wacker Hype, ohne Namen zu nennen und damit wiederum Werbung für diese zu machen. 😉

Die Party unserer Träume? Das wäre wohl ein zweitägiges Open Air Festival, zentral in Wien – eventuell im Prater – gelegen, mit allen Künstlern von Stones Throw, Entbs, Mello Music Group, Bastard Jazz, Hector Macello, Melting Pot Music, Redefinition, den Funkverteidigern, Beatgeeks, Ecke Prenz, Radio Love Love, Waxolutionists, Sichtexot, Jakarta, VOZ, Wortsport Entertainment, Flava In Ya Ear, der 1bm-Freestylesession Crew, Huhnmensch & böser Wolf, Kroko Jack, A Tribe Called Quest, Jurassic 5, De la Soul, Kool Keith, Run The Juwels, Action Bronson, Kaytranada, DJ Premier und Kendrick Lamar (die Reihenfolge ist dabei beliebig zu setzen).

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden nicht viel ändern: weiterhin hoffentlich fette, unterhaltsame und feine Abende! Am 7. Dezember 2015 begrüßen wir erstmal zum Jahresabschluss Apollo Brown Guilty Simpson, Phat Kat und die Demograffics im B72. Im Februar 2016 duellieren sich dann Radio Love Love und Ecke Prenz im Salon des Cafe Leopold. Und dann lassen wir uns mal überraschen, was noch so alles auf uns zukommt. Im Oktober feiern wir auf jeden Fall unseren fünften Geburtstag gebührend.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Wir kennen Play.fm ja schon lange und schätzen die Seite sehr. Die neue Homepage sieht ganz cool aus. Eventuell könnte man noch aktuelle Termine zu den gefeatureten Mixes in irgendeiner Form einbinden, dann hilft das auch den Veranstaltern. 😉

Anbei freuen wir uns, euch einen Mix von DJ Ottomatic präsentieren zu dürfen, in dem erdie jüngste Vier-Jahres-Party von Fear le Funk mit Retrogott & Hulk Hodn Revue passieren lässt – weiter geht’s am 7. Dezember im B72, mit Guilty Simpson, Apollo Brown, Phat Kat und den Demograffics live am Mikrofon und den Beat-Geräten!

 

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HAM

Im Club mit: HAM (Interview + Mix)

Der Editor dieser Zeilen kann sich auch nur mehr ungefähr dran erinnern, als vor etwa drei Jahren ein Facebook-Event mit spärlicher Information (viel mehr als die viel zu kleine Location, der Titel HAM und der Hinweis, dass es eine Rap-Party wird, war nicht zu entnehmen) ähnliche Attending-Ausmaße annehmen sollte wie jene privaten Geburtstagsfeiern von Teenagern, die tags darauf wegen Eskalation und Polizeihubschrauber-Einsatz in die Schlagzeilen kommen. Der Rest ist Geschichte und bei den vielen HAM-Nächten seither hat sich daran nichts geändert – bis vielleicht auf die Größe der Locations. Nunmehr eine feste Größe im Wiener Veranstaltungsdschungel und eines der verlässlichsten Brands für guten Hip Hop erzählen uns die Macher hinter HAM mehr über sich und ihre Partys!

HAM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir spielen hauptsächlich Rap und irgendwie ist jeder für alles zuständig. Wir haben fließende Hierarchien, wie in jedem Startup. Einer kümmert sich halt mehr um die Technik, der andere mehr um Veranstaltungen, der dritte um die Drinks, aber im Grunde haben wir nie festgelegt, wer was macht.

Seit wann ist HAM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Seit 3 Jahren. Wir wollten einfach Musik im Club spielen, die uns gefällt und die so gar nicht gespielt wurde. Wir dachten, dass eventuell noch 50 Leute vorbeischauen. Es waren dann doch ein paar mehr, zu unserem Glück.

Und wie sieht es bei HAM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir versuchen alle 2-3 Monate eigene Veranstaltungen zu machen und dazwischen legen wir bei jedem auf, der uns mag und uns booked. Wir spielen noch immer sehr viel Rap, aber auch, was man gemeinhin als Future Beats bezeichnet. 80er und Yacht Rock sind sowieso immer super. Publikum? Haben wir uns so konkret nie überlegt – Hauptsache der/die will eine gute Zeit verbringen.

HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne
HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir müssen zum Glück nicht davon leben. Wir machen das alles eher aus Spaß an der Freude plus Work-Life-Balance und so. Das ist auch was uns motiviert. Wir spielen einfach gerne Musik, am liebsten mit properer Anlage. Und da ist das Problem in Wien: Locations. Wir hätten echt gerne einen netten Club mit gutem Sound für ca. 400 Leute. In Graz gibt es sowas, in Wien leider noch nicht wirklich.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir hätten gerne die Grazer Postgarage in Wien. Aber im Ernst, Wien ist super. Was Partys angeht, so finden wir es gut, dass möglichst viele Menschen möglichst viel machen, hoffen aber auch, dass Leute wissen was Inflation ist und zu viele Partys dann irgendwann auch einfach zu viel werden. Aber uns ist das fast egal. Wir wollten wie gesagt anfangs für uns und 50 Heinzeln Rap spielen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir wollten im Grunde S-Type booken und mit Just Blaze auflegen. Haben wir beides geschafft. Jetzt müssen wir uns neue Ziele setzen: Ein Shout-Out von DJ Khaled zum Beispiel oder ein Montag Abend mit DJ Esco.

Der HAM Styrofoam Cup - langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!
Der HAM Styrofoam Cup – langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Um es mit den Worten von King Kool Savas zu sagen: “Wieso wollen manche **** einfach nicht verstehen was Rap ist.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir hatten bis jetzt 3 wirkliche Bookings, The Clonious, Twin Towas und S-Type. Würden wir jedes mal wieder machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

DJ Esco legt auf und Celo & Abdi hosten.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Wir sind eine Überraschungstüte. Wir werden es gemeinsam rausfinden.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Ganz klar: Finden wir super!

Eine genauere Vorstellung, wie HAM so klingt, bekommt ihr im folgenden Mix – wie sie es selbst umschreiben eine “Ansammlung von unseren Lieblingskünstlern, Local OGs und Jungs die wir sonst Klasse finden”! Live erleben kann man das Ganze als allernächstes am 20. November im zuletzt wieder entdeckten Aux Gazelles, wo es neben den HAM-Residents den Beat-Produzenten Eric Dingus aus Austin zu bestaunen gibt – und danach am 5. Dezember im Cafe Leopold in Kooperation mit BLVZE und Jon Phonics aus London zu Gast.

 

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Beat Science

Im Club mit: Beat Science (Interview + Mix)

Einen nicht unwichtigen Pfeiler der aktuellen Musik- und Clubkultur in Wien macht das Feld jener Genres und Mikro-Genres aus, deren internationales Aushängeschild man wohl getrost beim Namen Dorian Concept nennen darf. Beats und Bässe ohne wirklich definierbare Grenzen, deren gängigsten Muster sich am ehesten im gekonnten Hin und Her zwischen Half- und Fulltime Beats und epischen, durchaus Bigroom- und Festival-tauglichen Synthesizer-Hooks finden lassen und denen der Musikjournalismus gerne, egal ob dahinter “Bass”, “Beats” oder “Garage” steht, das Präfix “Future” umbindet. Dieser musikalische Mikrokosmos findet unter anderem in der Veranstaltungsserie Beat Science regelmäßig seine wohlverdiente Bühne, und das bislang mit Gastspielen aus den Rostern von Soulection, Project Mooncircle, HW&W oder All City. Mastermind Jeru war so nett, uns mehr über sein Schaffen und darüber, wie der Nährboden dafür in Wien aussieht, erzählt.

Beat Science – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Beat Science wurde Anfang 2012 von mir gegründet und bis vor kurzem Großteils alleine organisiert. Großteils, weil es ohne den abwechselnden Support von guten Freunden nicht funktioniert hätte. Allen voran Dizzy und Lukas und zuletzt auch Peter (B.Visible). Unser Grafiker El Puno ist seit Anfang an dabei, ebenfalls die Visual Artists von Dazedstyles.

Seit wann ist Beat Science im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Die erste offizielle Beat Science Veranstaltung gab es am 24. März 2012. Davor gab es ein paar wenige Events im Cafe Leopold, unter anderem Namen, die eher zufällig als wirklich geplant entstanden sind. Auslöser war im Grunde genommen der Unmut über die Wiener Musikszene. Ich wollte eine Eventreihe aufziehen, die neue Sounds nach Wien bringt und dabei fair mit den Künstlern umgeht. Nachdem ich selbst seit 1997 auflege und Musik mache und neben vielen tollen Momenten auch einiges an Negativem erlebt habe, wollte ich es besser machen.

Salute @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
Salute @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

Und wie sieht es bei Beat Science aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Wir versuchen grundsätzlich alle zwei Monate ein Event zu organisieren. Das Intervall kann sich aber immer wieder etwas verlängern oder verkürzen, je nachdem welche Booking Möglichkeiten sich auftun. Ursprung hat das Ganze eigentlich im Hiphop der 90 Jahre. Eine genaue Genreeingrenzung ist aber schwierig und würde vermutlich nicht das gesamte Soundspektrum umfassen. Man könnte es Future Beats oder Bass driven music bezeichnen. Mittlerweile gibt es so viele Namen für verschiedenste Subgenres, dass man vermutlich eine wissenschaftliche Arbeit darüber schreiben könnte. Eher ungern würden wir es als Trap oder EDM bezeichnen, das entfernt sich mittlerweile immer mehr von dem was wir eigentlich präsentieren wollen und verwandelt sich aktuell zum neuen Pop. Sogar Madonna hat jetzt Trap Instrumentals. Zielgruppe haben wir keine, wobei sich jeder der einen Hiphop-artigen Vibe mag und experimentellerem Sound nicht abgeneigt ist, eher angesprochen fühlen wird. Zentrales Element der Eventreihe ist sicherlich das early adopting.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Das Ganze ist im Prinzip ein Nullsummenspiel. Geld verdienen kann man in Wien vermutlich auf Dauer nur mit House-, Techno- oder Popveranstaltungen. Es passiert wirklich nur aus Liebe zur Musik. Das Ziel des Events ist es neue musikalische Strömungen zu entdecken und nach Wien zu holen. Mit dieser Vorgabe Geld verdienen zu wollen, wäre vermutlich bereits ein Widerspruch in sich. Wir sind teilweise, zumindest aus finanzieller Sicht, zu früh dran. Als wir damals Snakehips erstmals nach Wien geholt haben, ging der Abend gerade mal gut, einige Zeit später wieder in Wien, füllten sie die Pratersauna bis oben hin. Ich wurde vor kurzem gefragt ob wir nicht mal Mr. Carmack holen könnten: Leute das haben wir bereits getan, leider kannten ihn da noch sehr wenige. Wir sind quasi das Gegenteil vom verspäteten Hasen aus Alice im Wunderland.

Anfänglich war die Motivation hauptsächlich auf die eigene Musiksucht zurückzuführen, aber irgendwann hat sich das etwas verändert. Es ist einfach schön zu sehen wie sich junge Leute über die, doch nicht alltäglichen, Bookings freuen. Vielleicht werde ich aber auch nur alt und etwas sentimental. Bei all dem nationalen Schwachsinn, der uns in letzter Zeit von Rechts gepredigt wird, macht es auch Spaß Menschen aus aller Welt in Wien spielen zu sehen. Richtig erinnerungswürdig war zB. die Project Mooncircle Labelnight, mit Künstlern aus Russland, USA und Deutschland. Die Drei waren ein Herz und eine Seele. Das hat mich beeindruckt.

Wir denken natürlich in Lösungen. Die zunehmende internationale Bekanntheit des Genres führt jedoch dazu, dass gegenwärtig die Gagen nach oben schnellen. Künstler die wir vor 1-2 Jahren noch um € 500,- holen konnten, verlangen aktuell € 2.000,- und mehr. Das ist in Wien so nicht finanzierbar. Ich fürchte es wird eine Zeit auf uns zukommen, in der bekanntere Artists des Öfteren einen Bogen um Wien machen werden. Städte wie London geben hier gagentechnisch etwas vor, das man in Wien oft nicht umsetzen kann. Von ähnlichen Problemen werden House oder Techno Veranstalter vermutlich bereits ein Lied singen können. Lösbar wird das vermutlich nur durch höheren Eintritt werden. Momentan reagieren die Leute darauf aber gewohnheitsbedingt noch ziemlich verhalten und bleiben eher fern, wenn es mal mehr kostet.

Ganz @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
Ganz @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Gerade die letzten Jahre gab es eine Übersättigung bei den Clubs und den Veranstaltern in Wien. Ich fürchte 2016 wird es diesbezüglich eher eine negative Entwicklung geben. Den Clubs geht es definitiv nicht gut und es wird höchstwahrscheinlich zu Veränderungen kommen. Der ein oder andere wird schließen oder sich in eine kommerziell lukrativere Richtung entwickeln müssen, um überleben zu können. Das ist natürlich nie gut für die Abwechslung und hemmt innovative Impulse. Womit wir auch zur anderen Frage kommen, dem internationalen Vergleich: Leider sieht es auch hier schlecht aus. Zumindest dann wenn es um neue Musikeinflüsse geht. Wien ist kein Berlin, London oder Paris, es leben einfach viel weniger Menschen hier. Darüber hinaus sind die Wiener weniger experimentierfreudig und bevorzugen eher gewohnte Kost. Veranstalterkollegen aus Belgien und Holland füllen mit denselben Acts, die bei uns gerade irgendwie organisiert werden können, Hallen mit 1000 Besuchern und mehr. Man kann es also nicht nur der Größe der Städte zuschreiben. Etwas mehr Offenheit und Neugierde bei den Wienern wäre wünschenswert. Oft hat man das Gefühl man geht in Wien eher weg, weil man gesehen werden möchte und weniger wegen dem musikalisch Gebotenen. Das ist schade und führt leider immer wieder dazu, dass innovative und leider auch nicht besonders günstige internationale Bookings untergehen und daneben Events von Veranstaltern, die gerade hip sind, bis zum Bersten gefüllt sind. Dort spielen dann Leute die seit einem Jahr oder weniger auflegen, keinen Übergang hinbekommen und der Eintritt ist niedrig, weil ja auch keine hohen Kosten anfallen. Offensichtlich für manche ausreichend für den wöchentlichen Vollrausch. Interessanterweise verschwinden diese Projekte nahezu ausschließlich nach ein bis zwei Jahren wieder von der Bildfläche. Der Schaden bei den ernsthafteren Vertretern unter den Veranstaltern ist trotzdem bereits angerichtet. Quality first wäre ein gutes Motto für 2016. Es gibt natürlich auch heute bereits positive Ausnahmen. Immer wieder überraschen österreichische Newcomer, vor allem im Produktionsbereich. Einige davon können mittlerweile locker bei den Top Playern weltweit mithalten. Die Affine Jungs, Salute, Milo Mills oder Bvisible um nur ein paar davon zu nennen. Nur am Marketing sollte man noch etwas arbeiten. Da geht momentan aus meiner Sicht noch zu viel Potential verloren.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Jede Veranstaltung hatte etwas Besonderes. Mal ist es ein unerwartet gutes Dj-set eines Newcomers, dann wieder eine interessante Bekanntschaft oder sogar eine sich entwickelnde langjährige Freundschaft. Vor allem die Menschen die wegen der Musik kommen und uns supporten, geben uns die Energie weiterzumachen. Ich bin manchmal peinlich berührt und fühle mich etwas fehl am Platz, wenn mich jemand anspricht und mir dankt, wegen eines Bookings oder für das Event generell. Aber im Endeffekt geben einem genau diese schrägen Gespräche viel positive Energie mit auf den Weg, um weiter zu machen. Und weil wir gerade bei Energie sind. Ich habe mal gelesen dass ein Facebook like Glückshormone ausschüttet. Ich kenne da eine Seite die dringend eure Liebe nötig hätte. Irgendwas mit Beat Science oder so…

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die bei denen zu wenig Leute zu einer Veranstaltung gekommen sind. Die Stimmung war aber durchgehend gut, das tröstet dann etwas über den Verlust hinweg. Und technische Probleme können einem ebenfalls immer weder ziemlich zusetzen. Die Equipment Vielfalt macht es heutzutage nicht leichter. Früher hatte man ein Mischpult und Plattenspieler, heute gibt’s unzählige Möglichkeiten aufzulegen. Von verschiedensten Controllern und diversester Software, bis zum touchpad, findet man mittlerweile alles auf der Bühne. Und wenn dann mal irgendetwas nicht funktioniert wird’s ziemlich ungemütlich.

MR • CAR/\\ACK @ Beat Science #12/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
MR • CAR/\\ACK @ Beat Science #12/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?
Auch wenn nicht immer alles glatt lief, gab es keine Bookings die wir nicht mehr machen würden. Vielleicht hatten wir aber auch immer nur Glück auf Menschen zu treffen die wir sympathisch fanden und umgekehrt. Wobei wir auch nie abgehobene Superstars gebucht haben, denen man vermutlich ab und zu eher negative Anwandlungen zuschreiben könnte.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Ein Festival mit gut abgestimmtem Function One System und allen Künstlern die wir bisher gebucht haben. Dazu dann Flume, Ta-ku, SBTRKT mit Sampha, Little Dragon, Kaytranada, Scratch Pickles, Rdj2, DJ Shadow, Goldlink, Bonobo, Atmosphere, die gesamte Soulection und Low End Theory Crew, Lootpack… Ich weiß eigentlich nicht wo ich anfangen oder aufhören sollte.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Wir werden uns an die Gegebenheiten anpassen und weiter unser Ding durchziehen. Erfahrungsgemäß haben Projekte die konstant Ihre Ziele verfolgen, die besten Chancen langfristig bestehen zu bleiben. Über die Jahre hinweg haben wir zu viele Crews und Künstler gesehen die kurzfristig und teilweise mit viel Ellenbogentaktik, einen Hype erzeugen konnten. Die Meisten davon gibt es heute nicht mehr und die Wenigsten können sich heute noch daran erinnern.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Österreichische Musikmagazine haben in den letzten Jahren einige Musiktrends verschlafen. Nachdem man endlich auf den Onlinezug aufgesprungen ist, hat man sich zu sehr auf Deep House und Techno konzentriert und die internationalen Entwicklungen nur beiläufig mitverfolgt. Langsam gibt es, teilweise etwas unbeholfene Ansätze in Form von Interviews, Features und diversen Beiträgen, um dieses Defizit aufzuholen. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn sich Musikjournalisten mit diesem Genre intensiver auseinandersetzten und nicht nur auf die Schnelle, weil es gerade populärer wird, oder man sie darum gebeten hat, Beiträge darüber verfassen. Mr. Carmack, Esta, Ganz, Sam Gellaitry oder Snakehips waren in Wien! Kein einziger Musikjournalist hat sich wirklich dafür interessiert. Diese vertiefte Auseinandersetzung mit Neuem, würde nicht nur Wiener Veranstaltern und Künstlern helfen, sondern auch dem internationalen Clubgeschehen entsprechen und Wien wieder etwas mehr vom Image der verschlafenen Provinz zu dem einer musikalischen Weltstadt verhelfen. Aber Wien ist eben sehr gemütlich und alles braucht seine Zeit. Wenn Ihr dem entgegenwirkt, wird play.fm zu unserem Favoriten in der hierzulande agierenden Medienlandschaft. In diesem Sinne wünschen wir natürlich viel Erfolg!

Wie sich das alles so anhört? Eine 40-minütige Kostprobe davon gibt uns Jeru im folgenden Mix – wer mehr davon hören möchte ist mit einem Abonnement der Facebook-Seite von Beat Science gut beraten, wenn neue Events mit weiteren spannenden Gästen anstehen – und das tun sie so gut wie monatlich – erfahrt ihr es dort als erstes!

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Zanshin (Affine Records) - Photo by Katarina Balgavy

Vienna Players #25: Zanshin (Affine Records)

Zwei Monate, eine Stadt, dreißig ihrer bedeutendsten DJs – soweit die Idee hinter unserer Reihe Vienna Players. Und wer sie schon länger verfolgt, wird sich bereits die längste Zeit fragen, wann Affine Records endlich ins Spiel kommt – derzeit wohl das Aushängeschild schlechthin in Sachen elektronischer Musik mit einem ausgewählten Artist-Roster, das sich vor weltweiten Booking-Anfragen kaum noch retten kann. Wir freuen uns, dass Zanshin als Gesandter der Affine-Familie (und obendrein bekannt als eine Hälfte des dynamischen Duos Ogris Debris) die Zeit gefunden hat, unser Frage-/Antwort-Spiel rund um die Wiener Szene mitzuspielen und einen exklusiven Mix für uns aufzunehmen.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Tanzen, Auflegen, Produzieren, in genau dieser Reihenfolge…

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien, Wien, nur du allein, kannst die Stadt meiner Träume sein… Scherz beiseite, ich bin hier geboren, meine Freunde und das Label sind hier und ich steh einfach irgendwie auf Wien…

Zanshin (Affine Records) - Photo by Andreas WaldschützEin Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Wir starten im Zweitbester (mein Stammlokal) und dann lassen wir uns treiben wohin auch immer… Ich liebe es auch am Abend am Teich vor der Karlskirche zu sitzen…
Die vielen Clubs wurden ja schon alle mehrmals genannt, ich hab da nicht wirklich eine Präferenz, würde mir eher das Programm ansehen. Aber vielleicht tatsächlich davor noch einen Film im Filmcasino oder Gartenbaukino.. ich mag schöne alte Kinos!

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Ich würde meinen Freund aus Übersee aufwecken und ihm sagen, dass es jetzt dann weitergeht…

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Genau das soll ich glaub ich irgendwann im Herbst im Fluc tun… lassen wir uns überraschen… (Tut mir leid ich bin nicht so gut im Namedropping, und vor allem frage ich mich was genau jetzt einen Wiener DJ definiert… und ich kenne so viele, wenn ich jetzt einige wenige nenne, dann fühlen sich die anderen alle vernachlässigt… das ist doch auch nicht schön, aber einen muss ich jetzt nennen weil ich mich genau mit ihm über diese Frage unterhalten habe und er meinte er hat mich auch in seiner Liste, and his name is Moogle).

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass sie mittlerweile einigermassen gewachsen und ernst zu nehmen ist.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Zu viel Hype, der die Meinung der Menschen bestimmt, eher starkes Herdenverhalten, zu wenig experimentierfreudiges Publikum.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Zanshin (Affine Records)Lieben, leben und leben lassen, musik hören und denken, dazwischen an Knöpfen drehen und Knöpfe drücken, Ideen spinnen, den Vögeln zuhören…

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Erster Gig: Kindergarten Katzenmusicalaufführung… (möglicherweise traumatisch)
    Erster Gig mit Band: Wahrscheinlich Kulturzentrum
    Erster elektronischer Gig: Irgendwo bei einer Pool Party mit der Roland MC303
    Erster ernst zu nehmender Gig: Arge Nonntal/Salzburg weil dort studiert
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? ich nehme alles.
  • Größe deiner Musiksammlung? Ja, ich würde schon hoffen, dass meine Sammlung eine gewisse musikalische Größe besitzt…
  • BpM-Range: Von – bis? JA das ist jetz DIE Frage für den DJ… also gut… eigentlich seh ich da keine Beschränkung, aber wenn die Leute tanzen wollen im Club wahrscheinlich zwischen 100 und 150.. aber das ist ja alles relativ…

Wie gewohnt gibt es auch an dieser Stelle nach schönen Worten noch schönere Musik – Zanshin exklusiv im Mix für Play.fm und das ganze eineinhalb Stunden. Wer noch mehr davon hören möchte, hat unter anderem am 3. Juli beim alljährlichen Prater Unser Festival, bei dem Affine Records außerdem die Label-Kollegen Cid Rim und The Clonious ins Rennen schickt, am 27. Juni solo bei den Weekend Sounds im MQ, sowie am 24. Juni im Heuer am Karlsplatz und am 1. August im Vestibül im Rahmen des Impulstanz Festivals – letztere beide jeweils im Doppelpack mit einem weiteren bemerkenswerten lokalen Act, dem von Philpot Records bekannten The Reboot Joy Confession.

B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin Soni

Vienna Players #18: B.Visible (Duzz Down San)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 der wichtigsten Künstler der Wiener Szene vor. Ein bedeutendes Standbein ebendieser ist seit jeher die kreative Subkultur an HipHop-verwurzelten Beatbastlern, die heute Genres definieren bevor der Musikjournalismus überhaupt Namen dafür findet – und wir freuen uns, heute mit B.Visible eines der aktivsten Aushängeschilder dieser Szene vorstellen zu dürfen. Er ist Teil der umtriebigen Duzz Down San Label-Familie, veröffentlicht obendrein auf dem französischen Netlabel Cosmonostro, und sitzt danach immer noch auf genügend Beats, um sie regelmäßig als Free EP in die weite Welt des Internet zu stellen. Warum Wien für sein Schaffen genau der richtige Ort ist, erzählt er uns im Folgenden nebst einem Exklusiv-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Das war ganz der klassische Weg. Zuhause zum Auflegen angefangen und irgendwann wollte ich dann meine Platten auch im Club spielen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Wien. Die Stadt inspiriert mich nach wie vor sehr und das kurbelt natürlich meinen musikalischen Output an. Zudem habe ich das Glück, dass ich einmal die Woche für einen Tag das Rotaug/Tingel Tangel Studio nutzen darf.

B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin Soni width=Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Abendessen am Naschmarkt oder in der Pizzeria Riva, danach auf ein paar Bier ins Celeste zum ClubDuzz. Zu späterer Stunde dann ins Leopold zu Step Forward oder Beat Science. Auch die Brut Bar wäre eine Option wenn die Sweet Heat Jungs eine Party schmeißen. Das Werk mit der Geil und Bogen Serie ist auch super – da kann man die Nacht dann bis zur frühen Morgenstunde schön ausklingen lassen.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Gutes Restaurant. Am besten was Neues das ich noch nicht kenne.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Vorerst würde ich dich um 2 Floors bitten.
Auf den Ersten würde ich mir nostalgisch DJ DSL, die Waxos, Urbs & Cut-Ex, Pezo Fox und DJ Crum wünschen.
Der zweite wäre etwas basslastiger, mit Restless Leg Syndrome, Olinclusive, Jeru und Motsa.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Die Szene ist sehr familiär.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Leute die sich in den falschen Club verirren dich während deines Sets stören und fragen wann du endlich was “gscheites” spielst währenddessen sich der Rest prächtig amüsiert.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin SoniIch arbeite im Moment als Teilzeit-Grafikdesigner. Sonst nutze ich meine Zeit eigentlich zum Produzieren. Skaten und Surfen gehe ich gerne zum Ausgleich. Vor der Musik war definitv Snowboarden meine große Leidenschaft.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 6.10.2005 im ppc Graz
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Serato, bei speziellen Anlässen Vinyl.
  • Größe deiner Musiksammlung? Nie nachgezählt, aber da hat sich schon einiges an Vinyl angesammelt über die Jahre. Es ist auf jeden Fall noch nicht so viel, dass es bei einem Umzug gröbere Probleme bereitet .
  • BpM-Range: Von – bis? Fang meistens bei 70bpm an und spiel dann den Boomerang bis zu 140bpm rauf.

Mehr von B.Visible gibt es nicht nur im folgenden Mix zu hören, den er exklusiv für Play.fm aufgenommen hat, sondern zum Beispiel am 13. Juni bei Clubduzz, dem Monthly von Duzz Down San im Wiener Celeste, sowie am 26. Juni bei The Birds & The Bees im Volksgarten Pavillon und Tags darauf, womöglich als Zwischenstopp am Weg Richtung Sommerurlaub, im Gala Hala in Ljubljana. Für dazwischen und überhaupt sollte man auch seine Profile auf Bandcamp und Soundcloud ansteuern, auf der zahlreiche EPs und Freebies zum Download bereit stehen.

Olinclusive (DSTYCRTS)

Vienna Players #3: Olinclusive (DSTYCRTS)

In der Reihe Vienna Players porträtieren wir den gesamten Mai und Juni über insgesamt 30 Acts, die (unserer Meinung nach) besonders wegweisend in und repräsentativ für Wien’s Club-Szene sind. Im dritten Teil der Serie wollen wir euch Olinclusive, vorstellen, einen der fleißigsten und kreativsten Beat-Bastler, Teil des umtriebigen DSTYCRTS-Kollektivs und eine Hälfte des DJ-Kollektivs Scooby Duo.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Es fing mit der simplen Frage an, die ich mir öfters auf der Tanzfläche gestellt habe: “Wie würde ich auflegen, wenn ich hinter den Plattentellern wäre?”

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich schätze das familiäre, musikalische Umfeld, das man hier aufbauen kann.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Der Abend fängt mit einer klassischen Chill-Session im Museumsquartier an. Anschließend hängt alles davon ab, welche Live-Acts (von auswärts oder unsere Local Artists) gerade in Wien sind. Meine empfohlenen Soundsystems in Wien sind im Cafe Leopold, Flex, Grelle Forelle, Pratersauna, WUK, Arena,… Zum Abschluss darf die Eitrige nicht fehlen.

Olinclusive (DSTYCRTS) - Photo by Dominik VseteckaDu kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Platten diggen! (z.B. im Moses Records) und mit der Lady am Naschmarkt Abendessen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Es gibt viele gute DJs in Wien, die ich persönlich kenne und schätze. Ein Abend reicht leider nicht aus, um mein optimales Line-Up zusammenzustellen, da müsste man schon ein 3-Tägiges Festival organisieren. Aber um ein Paar Namen zu nennen, gäbe es da: DstyCrts (Dusty Crates), Irieology, B.Visible, Zuzee, Chrisfader, Testa, u.v.m.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Es ist für jeden Musikliebhaber was dabei.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
MUSIKWÜNSCHE !!!!

Die Besten sind die, die mit dem Handy zu dir laufen und du nichts besseres zu tun hast als dir den Musikwunsch vom Handydisplay abzulesen. DJs SIND KEINE WURLITZER!

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
„Ich mache irgendwas mit Medien im Wiener Handwerk“, Beatbastlerei, und Mitglied einer Band namens „Captain Hot Dog Sauce“.Olinclusive (DSTYCRTS) - Photo by Mani Froh

Davor ging’s nur um Hip Hop & Basketball.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 2007 im Clubschiff
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Beides aber bei DJ Gigs hauptsächlich Timecode-Vinyl
  • Größe deiner Musiksammlung? Ca. 50GB sortierte Musikdateien und bescheidene 800 Platten
  • BpM-Range: Von – bis? 65 – 143,7 BpM

Eine Kostprobe von Olinclusive’s Künsten an den Decks gibt es im folgenden Exklusiv-Mix für Play.fm – wer sich darüber hinaus für seine hausgemachten Beats interessiert, dem sei seine 18 Tracks starke 1LOVE1K EP empfohlen, welche seit letztem Oktober gegen freie Spende auf Bandcamp erhältlich ist. Darüber hinaus empfiehlt sich auch der eine oder andere Klick auf der Bandcamp-Seite von DSTYCRTS, auf der neben Produktionen von Olinclusive auch andere lokale Beat-Heads wie Simp, Melik, Shawn the Savage Kid und Ra-b zu finden sind.