Tagged Deep House

Belegschaft

Im Club mit: Belegschaft (Interview + Mix)

Ein weit verbreitetes Vorurteil alternder Szene-Personen ist (und war schon immer), dass aus der jüngeren Generation nichts Neues, Kreatives mehr folgt, sondern immer nur der selbe, wiederkehrende Einheitsbrei. Ein Gegenbeispiel, und unserer Meinung nach eines der spannendsten, stellt die Belegschaft dar: Ein junges Duo, das erst vor Kurzem, frisch mit Matura und ersten Erfahrungen als Veranstalter ausgestattet, von Kärnten nach Wien ausgewandert ist um hier ihre ziemlich außergewöhnliche Definition von Tanzmusik unter die Leute zu bringen. Uns haben sie mehr erzählt und gleich eine Hörprobe mitgebracht.

Belegschaft – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Belegschaft, das sind Philipp (Franz Ganz) und Martin (Rovan). Wir erledigen eigentlich alles gemeinsam, bis auf die Flyer, um die kümmert sich meistens Martin.

Seit wann ist Belegschaft im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Als wir uns vor einiger Zeit in Klagenfurt kennenlernten, haben wir schnell festgestellt, dass wir uns auf persönlicher und vor allem auch musikalischer Ebene super verstehen. Wir haben dann begonnen, gelegentlich in einem Caféhaus in Klagenfurt aufzulegen, und dann einige Partys im stereo und im Künstlerhaus organisiert. Als Martin dann vor zwei Jahren nach Wien gezogen ist, haben wir das ganze nach Wien verlegt, zuerst ins Dual, später dann ins celeste.

Und wie sieht es bei Belegschaft aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Aktuell sieht es so aus, dass wir am 18. Dezember eine kleine Weihnachtsfeier im AU machen, im Jänner sind wir wieder im celeste. Grundsätzlich liegt uns viel daran, dass unsere Partys in erster Linie (auch uns selbst) Spaß machen, und dass das Ganze nicht zu professionell wird. Unsere Veranstaltungen haben zwar immer so einen gewissen Do-It-Yourself Charakter (viele Dinge erledigen wir erst in letzter Sekunde), trotzdem steckt dahinter aber immer auch viel Energie und Zeit.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Franz Ganz (links) und Rovan (rechts) sind Belegschaft
Franz Ganz (links) und Rovan (rechts) sind Belegschaft

Momentan können wir noch recht gut davon leben, so wie in allen Bevölkerungsschichten spüren aber auch wir langsam aber stetig die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, die uns dazu zwingen werden, unseren nächsten Winter am Arlberg zu verbringen und Après Ski Musik aufzulegen.

Zu schaffen macht uns in Wien zurzeit der Mangel an kleineren Locations mit guter Anlage. Das wäre wirklich cool, wenn da in nächster Zeit was passiert, ansonsten sind wir eigentlich guter Dinge was die Zukunft betrifft, an Motivation fehlt’s uns definitiv nicht. Die Herausforderung für Veranstalter in Zukunft wird wohl darin liegen, Personen auch außerhalb von Facebook zu erreichen. Wir sehen das bei unserer eigenen Facebook Seite, ohne bezahlte Werbung (was wir nicht wollen) hat man mittlerweile oft kaum noch Response und Reichweite, ganz auf Facebook verzichten wollen wir aber (derzeit zumindest) noch nicht.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es
genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus
eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und
welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir glauben, dass gerade jetzt unglaublich viel cooles passiert. Veranstaltungen wie Ascending Waves, Basic Rhythm, Erdbahnkreuzer, A Made Up Reality oder Struma + Iodine zeigen, dass in Wien viel Neues, Ungewöhnliches möglich ist.

Im Vergleich zu London oder Berlin ist Wien natürlich ein Nest. Gerade das hat aber seine eigenen Qualitäten. Viele Veranstalter und Artists kennen sich persönlich. Wünschenswert wäre auf jeden Fall noch ein kleinerer Club mit guter Anlage und so etwas wie NTS oder Berlin Community Radio, das Artists untereinander noch besser verbindet und zum Austausch anregt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Ein Bild aus Anfangstagen: Die Belegschaft und eine Lagerhalle in Klagenfurt
Ein Bild aus Anfangstagen: Die Belegschaft und eine Lagerhalle in Klagenfurt

Vor circa zwei Jahren haben wir in den Weihnachtsferien eine Auflegerei im Keller eines Antiquitätenlagers in Klagenfurt veranstaltet. Wir haben dazu ein viel zu überdimensioniertes Soundsystem, Plattenspieler, Nebelmaschine und Beamer von Freunden ausgeborgt, das Ganze in den unglaublich staubigen und stickigen Keller gestellt und die ganze Nacht lang aufgelegt. Unsere ganze Klagenfurter Crowd war da. Und wir hatten ein Dixi Klo angemietet! Gute Zeiten.

Auf was wir auch richtig gerne zurückblicken ist der Abend, oder besser gesagt das Wochenende mit Brassfoot aus London. Er war unser erstes internationales Booking und wir hatten noch nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie so etwas abläuft. Als wir ihn in Bratislava vom Flughafen abholten, verstanden wir uns aber auf Anhieb ausgezeichnet. Eigentlich hätte er am nächsten Tag zurück nach London fliegen sollen um am darauffolgenden Tag wieder zurück nach Ljubljana zu fliegen und dort zu spielen. Total verrückte Reiseroute. Jedenfalls ist er dann kurzerhand einfach bei uns in Wien geblieben, wir haben einen Tag lang Kaffee getrunken, uns gegenseitig unsere eigene Musik vorgespielt und er hat noch eine weitere Nacht auf Philipps Couch geschlafen und ist dann mit dem Bus nach Ljubljana gereist.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

An dieser Stelle würden wir gerne eine kurze Anekdote aus den frühen Anfängen anbringen: Bevor das mit Belegschaft in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen losging, nannten wir uns noch “Mind Fucked Mother Fuckers”, Martin hat dazu ein verrücktes Logo entworfen und wir hatten unsere erste Party in einem für die beabsichtigten Zwecke viel zu teuren und viel zu schicken Café in Klagenfurt. Am Abend davor haben wir noch ein paar Flyer ausgedruckt und danach in ganz Klagenfurt mit Tixo aufgeklebt. Nachdem wir damit fertig und irrsinnig stolz darauf waren, die halbe Stadt beklebt zu haben, hat uns plötzlich die Angst gepackt, und wir waren in großer Sorge darüber, dass eine Assoziation mit “Mind Fucked Mother Fuckers” im Prinzip einer Rufschädigung des Cafés gleichkommt und nun das erzkonservative Stammpublikum dem Caféhaus beschämt den Rücken kehren wird. Es folgte eine Nacht – und Nebelaktion, und gerade noch rechtzeitig vor Ladenschluss, haben wir uns beim Saturn eine Schere gekauft und bei allen Flyern den “Mind Fucked Mother Fuckers” Schriftzug auf der Unterseite abgeschnitten. Wir hatten dann auch noch den gesamten Abend über riesige Angst davor, das sündhaft teure Interieur zu beschädigen; die Party ist dann letzten Endes aber doch noch sehr lustig geworden, das Stammpublikum blieb dem Caféhaus weitestgehend erhalten und wir haben bei der nächsten Auflage dann sogar ein kleines Bier vom Chef spendiert bekommen.

Brassfoot mit der Belegschaft im celeste
Brassfoot mit der Belegschaft im celeste

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Die bisherigen Gäste waren eigentlich immer sehr nett, angenehm und unkompliziert, wir hoffen, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Am liebsten wär uns eine Garage oder leerstehende Lagerhalle in der Vorstadt, die wir nach unseren eigenen Vorstellungen und Ideen gestalten und herrichten können. Es gibt keine Bar, dafür zahlreiche Bierautomaten, dazu ein gutes Soundsystem, rotes Licht und ganz viel Nebel.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wie gesagt, im Jänner gibt’s eine Party im celeste, hoffentlich in noch regelmäßigeren Abständen als bisher. Wir würden auch gern öfters Mal von Zuhause aus streamen und dazu befreundete DJs einladen. Die Idee, ein eigenes Label zu gründen, geistert auch schon seit einiger Zeit in uns herum, früher oder später wollen wir das auch realisieren.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die Veranstalter- und DJ- Features sind sehr gelungen, wir werden in Zukunft sicher öfters mal reinschauen.

belegschaft_04Wer nun unbändige Lust verspürt, das letzte Wochenende vor den Feiertagen noch mit der Belegschaft zu verbringen (was wir nur empfehlen können), hat am Freitag, den 18. Dezember, bei besagter Weihnachtsfeier im AU Gelegenheit dazu. Als Warm-Up dafür hat Rovan uns eine Stunde Belegschaft-Sound in Form seines jüngsten “Egyptian Hall”-Mixes mitgebracht.

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Manifest

Im Club mit: Manifest (Interview + Mix)

Als geneigte Clubbesuchende habt ihr es wahrscheinlich schon mitbekommen: Deep House ist wieder angesagt, aber nicht überall, wo Deep House draufsteht, ist auch Deep House drin. Eine sichere Bank für nicht nur deepen, aber durchgehend authentischen House stellt in Wien das Manifest-Kollektiv dar, deren Protagonisten nicht nur selbst vertrauenswürdige Connaisseure dieses Genres sind, sondern zuletzt auch einigen der spannendsten internationalen Acts eine Bühne geboten haben: Max GraefIron Curtis und S3A seien hier nur als Spitze des Eisbergs genannt. Vor der letzten ihrer monatlichen Spritzwein Sessions waren sie so nett, uns gleich im Kollektiv einige Fragen zu beantworten und zwei frische Mixes aufzunehmen.

Manifest – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Manifest
Manifest in Stirnreihe: Nico Nesta, Maaki, Roman Rauch und Fabe (v.l.n.r.)

Matthias: Dahinter steckt ein fünfköpfiges Gespann, das sich zum Ziel gemacht hat das Wiener Nachtleben ein wenig zu bereichern.Das sind eigentlich vier Jungs und ein Mädchen. Marie ist für die kreativen Arbeiten zuständig sprich die Gestaltung der Grafiken und sonstigem visuellem Auftreten. Den restlichen Arbeitsaufwand nehmen wir Jungs in die Hand. Nico ist meistens für die organisatorischen Fragen zuständig, der Kerl hat da einfach ein gutes Gespür dafür. Im Booking arbeiten wir viel über persönliche Kontakte, da Roman ja schon ewig in der Szene aktiv ist. Sonstige Entscheidungen werden meistens im Konsens getroffen.

Nico: Die Veranstaltungsbetreuung und Artistcare roliert bei uns, je nachdem wer spielt oder da ist. Jeder muss mal ran 🙂 . Hinzuzufügen ist, das Marie und Matthias die besten Gastgeber von uns sind. Unser Chef de Couisine ist aber auf jeden Fall Matthias mit seiner Schwester Eliana – mit dem Schnitzel haben wir sogar vegetarische DJs beim Dinner rumgekriegt 😛

Seit wann ist Manifest im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Nico: (lacht) Wie die Jungfrau zum Kinde. Wir sind seit einem Jahr in dieser Konstellation zusammen.  Mit meiner ersten Veranstaltungsreihe Heat&Defeat verlief sich das mit der Zeit, da wir sehr verstreut von einander gelebt haben und es wurde  immer schwieriger da noch etwas zusammen zu machen. Es war einfach mein persönlicher Wunsch eine Wiener Veranstaltungsreihe zu formieren, die einerseits heterogen im Bezug auf ihre Herkunft und andererseits eine gemeinsame musikalische Schnittstelle hat. Mit Marie und Matthias bin ich schon länger befreundet. Marie ist Urwienerin und Matthias, leicht am kratzigen Dialekt zu erkennen, kommt aus dem schönen Tirol. Fabe als Transdanubier habe ich, weil ich ihn so super fand, damals mit Thomé Rozier (Pomeranze) in meine Heimat an den Bodensee gebucht. Auf der gemeinsamen Zugfahrt trafen wir lustigerweise Roman, der einen Gig in Innsbruck gespielt hat. Die Wellenlänge war grandios und dann nach kurzer Überlegung konnten wir im Frühherbst 2014 das Projekt angehen.

Ganz vergessen: da hatte der Roman ja noch diesen geilen Facebooknamen, manche werden sich erinnern 😉

Fabe: Stimmt, die Zugfahrt war wirklich super witzig. Auch wenn es nicht leicht ist mit Nico 7h im Zug zu sitzen. Da wird man schnell mal in Grund und Boden geredet 🙂 Aber die Chemie stimmte auf Anhieb, was insbesondere die Kommunikation zwischen allen in der Crew extrem erleichtert.

Und wie sieht es bei Manifest aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Manifest Flyers
Manifest: The story so far, erzählt in Flyern

Nico: Unsere Spritzwein Sessions finden jeden vierten Freitag (mit Ausnahme jetzt im Dezember) im Monat in unserer Homebase SASS MUSIC CLUB statt. Die Idee, eben durch unsere Heterogenität bedingt, war eine Party für all diejenigen zu gestalten, die einfach Bock auf gute House und Disco Musik haben. Ein breites Spektrum an Menschen, egal welchen Alters und Herkunft  im Laden zu haben, das ist das Nonplusultra.

Roman: Für mich steht halt in erster Linie die musikalische Qualität im Vordergrund. Auch das familiäre Umfeld macht für mich einen guten Abend aus.

Fabe: Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingen mag, aber wir sind nicht besonders darauf aus ein bestimmtes Publikum anzusprechen. Wie Nico es schon gesagt hat: Uns verbindet die gemeinsame Leidenschaft für gute Musik. Wir sind der Ansicht, dass es in Wien genügend junge und auch ältere Leute gibt, die unsere Leidenschaft teilen und deshalb zu uns in den Club kommen. Unser Job ist es “nur”, die richtigen Nummern zum richtigen Zeitpunkt zu spielen (haha).

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Manifest
Good Times mit der Manifest-Crew…

Nico: (haha). Ich glaube da kriegt ihr von jedem die gleiche Antwort. Es ist und bleibt für jeden ein bisschen Taschengeld (manchmal auch keines wenn die Party in die Hose geht). Natürlich wie bei vielen anderen die ihr hier schon im Interview hattet, ist es einfach die Freude an der Musik. Es gibt nichts Schöneres als wenn Menschen einem sagen, dass sie einen schönen Abend hatten und ihnen die Musik sehr gefallen hat. Man kann das mit einem Kurator einer Kunstausstellung vergleichen – du selektierst etwas nach deinem Geschmack und wenn es den Leuten gefällt, hast du den Job gut gemacht.

Was man durchaus feststellen und kritisieren kann, wovon ich uns evtl. nicht ausnehmen kann, ist, das die Parties in Wien in Mikrokosmen funktionieren. Ein geschlossener Kreis, der jeweilige Partyreihen anhand seiner kulturellen Vorlieben, Sympathie, seiner Herkunft oder Hippness besucht.  Ich konnte hier auch entnehmen, dass einige den Overload an Veranstaltungsreihen bemängeln. Das sehe ich persönlich nicht so. Es gibt zwar viele, aber das heißt per se nicht, das alle gut sind. Ich würde eher die mangelnde Zusammenarbeit, auch wenn man sich immer untereinander versteht, bemängeln.

Wenn Partyreihe A seine Party fünf Wochen vorher announced und die Partyreihe B am gleichen Veranstaltungstag drei Wochen später ein krasses Local Lineup raushaut, sehe ich da einfach nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft oder auf gut Deutsch – jeder kocht da leider sein eigenes Süppchen. Aber Wien ist ja groß und es verteilt sich meist sehr gut.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Roman: Es ist immer sehr schwer abzuschätzen in welche Richtung es sich entwickelt. Im Laufe der Jahre gab es in Wien ja immer Up und Down-Phasen in der Clublandschaft, gerade scheint es leider wieder ein bisschen abzunehmen, wie man z.B. bei der Pratersauna sieht.

Marie: Die Anzahl guter Veranstaltungen ist sicher nicht das Problem. Ich sehe das Problem eher darin, dass die klassischen Wiener ein relativ träges und gemütliches Völkchen sind. Wenn sich etwas bewährt hat und für gut empfunden wurde, verblassen alle Alternativen oft im Hintergrund, was sehr schade ist. Das Weggehen ist für viele vorrangig da um sich zu betrinken, aufzureißen oder zum Sehen und Gesehen werden. Das ist meiner Meinung nach aber einfach eine vollkommen andere Sparte des Nachtlebens und glücklicherweise gibt es in Wien auch viele Veranstalter (und vor allem Gäste), für die Musik, Stimmung und Flair über allem anderen stehen. Ich bin deswegen auch immer sehr happy, wenn es mehr Auswahl gibt.

Roman: Da muss ich der Marie recht geben, diese typische Wiener Gemütlichkeit ist schon oft ein Problem, da wird’s manchmal schwer die Leute in den Club zu bewegen.

Nico: Da muss ich an den oberen Punkt anknüpfen. In letzter Zeit wird ja vor allem bei den Techno-Leuten die Dichte an neuen Events und hochkarätigen Bookings kritisiert. Einerseits denke ich, dass es wirklich nicht sein muss, das drei Größen am gleichen Tag hier spielen, andererseits belebt Konkurrenz das Geschäft. Das heißt, wir müssen uns noch mehr ins Zeug legen, damit die Leute unserem Angebot vertrauen. Wien international mit anderen Städten zu vergleichen halte ich für sehr schwierig, da die Stadt eine andere Infrastruktur vorweist und das Fortgehverhalten hier nicht zwangsläufig nach Musik gegliedert wird. Ich denke, viele Clubs machen hier einen tollen Job und geben sich wirklich Mühe, aber wenn ich nur mal in den Osten schaue, zum Beispiel nach Bukarest, dann kann Wien erstens bei der Qualität der Soundsysteme und zweitens bei den gebuchten Acts einfach einpacken. Beim ersten Punkt sehe ich das größte Problem – in Wien wird der Club nicht um das Heiligtum, der Anlage aufgebaut, sondern Design &  Bar stehen im Vordergrund. Mir wäre es zu peinlich, einen bekannten Act in einen Club zu buchen, wo das einfach nicht gegeben ist.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

...womöglich schon bald im Open-Air-Format?
…womöglich schon bald im Open-Air-Format?

Nico: Also nach so langer Zeit waren meine Highlights einerseits zwei Konzerte, Fiva aus München und Roosevelt, den ich im letzten Mai im Fluc präsentieren konnte, sowie Lazare Hoche, Iron Curtis und die letzte Ausgabe der Spritzwein Sessions mit Max Graef & Glenn Astro. Ganz hohes Niveau und tolles Feedback von den Gästen. So macht’s Spaß!

Fabe: Ich kann Nico voll und ganz zustimmen, wobei mir die Party mit unserem Kumpel Washerman auch lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich bin und bleibe halt ein alter “90ies-House-Fetischist”. Ein echtes Highlight in meiner Laufbahn als Veranstalter ist sicher die erste Party meines vergangenen Kollektivs Underground Assassins, bei der wir TOMSKA aus Frankreich zu Gast hatten (damals noch im Market). Er hat damals eines der besten House-Sets gespielt, dass ich jemals gehört habe.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Marie: Wenn sich die Jungs mal wieder nicht auf eine Farbe für ein Coverbild einigen können zum Beispiel :D. Wir entscheiden alles sehr demokratisch – das ist nicht immer zwingend leicht… Da laufen beim einen oder anderen auch ab und zu die Tasten heiß in unserem Gruppenchat. Schlussendlich gelingt es uns aber dann doch immer, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Nico: Da kann ich Marie nur Recht geben. Dennoch würde ich mit Fug und Recht behaupten, dass unser Gruppenchat mit Abstand einer der lustigsten ist, die es gibt. Schlimm ist es natürlich immer, wenn man drauf zahlt. Kleine Beträge schmerzen nicht so, aber ich habe auch schon mal einen vierstelligen Betrag an einem Abend vernichtet. Deswegen halte ich es auch immer wichtig, Gästen klar zu machen, was uns so ein Abend kostet.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Roman: Da wir ja meisten befreundete Acts aus dem Ausland einladen, gab’s bis jetzt noch kein Booking, wo wir keinen Spaß mit dem Act gehabt hätten bzw. nicht auf der selben Wellenlänge gewesen wären.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Manifest
Das Logo – unverkennbar wie der Sound, der dahinter steckt

Nico: Haha, bin mir jetzt nicht sicher ob ich das sagen soll. Könnte ja sein, dass ich etwas vorwegnehme, was eventuell mal eintrifft :). Aber was ich echt mal gern machen würde: Ein großes Open Air/Festival außerhalb von Wien am Speckgürtel, mit allen Local DJs, die wir aus der heimischen Szene toll finden, gepaart mit einigen wenigen Headlinern.

Roman: Da bin ich voll beim Nico, ein größeres Open Air bzw. Festival wäre eine feine Sache und ist durchaus etwas, das in Wien meiner Meinung nach fehlt.

Matthias: Ich meine, dass es für eine gute Party nicht unbedingt viel Geld oder andere Ressourcen braucht. Klar kann man einen großen Namen in einen super Club buchen, das soll aber nicht gleich heißen, dass daraus eine super Party resultiert. Es ist doch immer die Stimmung, die eine Party ausmacht. Klar sind die oben genannten Faktoren für die Stimmung wichtig, das ist aber eben nicht immer so. Ich denke an dieser Stelle gern an den alten Morisson Club, als dieser noch in der Kettenbrückengasse ansässig  war. Da fand man weder eine gute Anlage noch einen bekannten DJ, und trotzdem waren dort mitunter die besten Wiener Partys. Die Party meiner Träume ist also ein Abend, bei dem alle Gäste mit dem was sie erwartet zufrieden sind und Spaß dran finden.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Nico: Wir werden weiter unserer Schiene und vor allem dem Sass Club treu bleiben. An dieser Stelle vielen Dank und liebe Grüße an das Sass Team. Wir haben dort für unsere Spritzwein Sessions eine optimale Heimat gefunden und bei den Acts haben wir vollstes Vertrauen von Ihrer Seite. Neben weiteren hochkarätigen Acts wird es auf jeden Fall eine heiße Geburtstagsparty geben. Wir selber als Kollektiv suchen aber auch noch Möglichkeiten, uns ein bisschen zu entfalten , Stichwort Open Air, Wohnzimmer Sessions oder auch in anderen Orten innerhalb Österreichs zu spielen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Roman: Ich finde die neu gestaltete Play.fm Seite sehr schön designed und aufgeräumt im Vergleich zur alten Seite. Gerade jetzt, wo es bei Soundcloud immer mehr Probleme gibt mit Sachen wie zum Beispiel Copyright auftreten, finde ich es sehr schön, dass man bei euch ruhigen Gewissens seine Mixe und Mitschnitte raufladen kann. Auch den verstärkten Fokus auf die Wiener Clubszene finde ich sehr gut, da es meiner Meinung nach viele talentierte Leute gibt, die den internationalen Vergleich nicht scheuen zu brauchen.

Bevor Silvesterkorken und Feuerwerkskörper um die Wette knallen lädt Manifest am Freitag, 18. Dezember, noch ein letztes Mal im alten Jahr zu Spritzwein und House: Diesmal mit dem Münchner DJ- und Produzenten-Duo Rhode & Brown, sowie natürlich der gesammelten Crew selbst – das alles wie gehabt im Sass Music Club und damit auf einer der dicksten Anlagen, die die Stadt zu bieten hat. Als Vorgeschmack haben uns Fabe und Maaki zwei exklusive Mixes hochgeladen, die ihr euch genauso wenig entgehen lassen solltet wie die Party!

Manifest

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Deep Baked

Im Club mit: Deep Baked (Interview + Mix)

Galt “Deep” vor nicht allzu langer Zeit als ein Umstandswort für Musik, deren Zauber eigensinnigen Einzelbrötlern vorenthalten und im Clubkontext schwer bis unmöglich vermittelbar schien, kann es selbst dem gängigsten EDM-Großevent aktuell nicht groß genug auf den Drucksorten stehen. Der inflationären Ausschlachtung des Begriffs zum Trotz füllt die Crew von Deep Baked derzeit mit hochqualitativen Bookings ganze Hallen – im Sass oder der Grellen Forelle hosten sie so illustre Acts wie DixonBarnt oder Ten Walls (ja, wir wissen – dazu später mehr) – was sie genau tun, wie und warum sie es tun und wie sie sich in dieser Stadt damit tun erzählen uns die sympathischen Jungspunde im folgenden Interview!

Deep Baked – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Eins vorweg, wir sind nicht alle eingeschworene Pottheads. Den Begriff „Deep“ in unserem Namen assoziieren wir nicht mit irgendeinem Musikgenre. Der Name ist uns einfach mal in einer lustigen Runde in den Sinn gekommen und er prägt sich einfach sehr schnell bei den Menschen ein. Es ist einfach nur ein Name!

Unseren allgemeinen Fahrplan und Themen wie: Bookings, wie viele Dates im Jahr etc. bestimmen wir als Crew gemeinsam. Die Grafiken macht immer Baha, der schüttelt das mit links aus dem Ärmel. Klassische Back-Office Arbeit wie Bookings/Korrespondenz mit Agencies etc., machen Aleksej und Francis. Ferenc übernimmt am Tag und vor allem am Abend der Veranstaltung die meiste Arbeit. Ralf ist unser „Finanzminister“ und wird intern gern auch als DJ Grasser bezeichnet.

Wenn es um Street-Promo, wie z.B. das allseits unbeliebte Plakatieren geht, läuft es sehr demokratisch ab. Alle müssen mal ran! (Auf der Straße munkelt man, Aleksej sei der beste Plakatierer Wiens.)

Die "Wall of Fame" der Deep Baked Veranstaltungen - diese und noch mehr Highlights hat die Crew bereits nach Wien geholt!
Die “Wall of Fame” der Deep Baked Veranstaltungen – diese und noch mehr Highlights hat die Crew bereits nach Wien geholt.

Seit wann ist Deep Baked im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Wir haben keine Plattensammlung oder DJ-Tools geerbt bekommen, sondern waren einfach sehr gern in den Wiener Szene-Clubs unterwegs. Unser großes Musikinteresse hat dazu geführt, dass wir uns DJ-Equipment für zu Hause gekauft haben – ein Mixer und zwei Plattenspieler. Die Vorstellung und der Wunsch in einem Club zu spielen war sehr bald da. So kam es zu unseren ersten „Gigs“ im Deli, Donau Techno etc. Nach einer spontanen Party im Werk, die wir binnen sieben Tagen auf die Beine gestellt haben, und am Ende so ein Erfolg war, dass dem Club das Bier ausging, waren wir motiviert weiterzumachen. Kurz darauf hatten wir unser Kick-off-Event als Deep Baked im Sass. Mit wachsender Community wurden auch die Events größer, und irgendwann fanden wir uns selbst mitten in der Wiener Szene. Nächstes Jahr im April feiern wir unser offizielles Dreijähriges in unserem Stammclub Grelle Forelle.

Und wie sieht es bei Deep Baked aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Grundsätzlich veranstalten wir ungefähr alle zwei Monate im Club Grelle Forelle, dazwischen nach wie vor im Sass. Zusätzlich hosten wir regelmäßig bei diversen Veranstaltungen einen Floor, dadurch sind wir das ganze Jahr ganz gut eingedeckt.

Über unser musikalisches Konzept könnten wir ein ganzes Essay schreiben. Fassen wir’s mal so zusammen, dass man uns schwer in eine Schublade stecken kann, so klischeehaft das nun klingen mag. Wir sind fünf Leute mit jeweils fünf verschiedenen Vorlieben. Manche mögen es percussion-getrieben, der andere mal technoider oder auch vollbepackt mit Synthies. Wir begeistern uns aber gerne immer wieder aufs Neue für aktuelle Stilströmungen, das ist ein wichtiger Teil unseres Konzepts, und prägt unsere Herangehensweise bei den Events und Sets. Auf alle Fälle vermeiden wir es, viel zu viele Sub-Genres in ein Set zu packen. Ein Set muss eine Geschichte erzählen, keinesfalls jedem Geschmack entsprechen. Genau aus diesem Grund, sprechen wir jene Leute an, die diese Überzeugung teilen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Selbst ohne Vergnügungssteuer, könnten wir zu fünft nicht davon Leben. Es war von Anfang an klar, wir machen dass alles nur aus idealistischen Gründen und aus Spaß. Wir haben alle unsere Berufe bzw. studieren nicht im Bereich Eventmanagement. Wir finden, wenn man als Veranstalter davon leben muss, besteht die Gefahr, dass die Qualität darunter leidet, da man einem enormen Erfolgsdruck ausgesetzt ist.

Nebenher und mehrmals im Jahr kleine bis große Veranstaltungen zu planen, ist wie ein zweiter Teilzeit-Job. Es macht einfach Spaß ein gemeinsames Projekt voranzutreiben, der Zuspruch und das positive Feedback, das man aus den Events mitnimmt, sind dann noch das i-Tüpfelchen und lassen uns mit Freude weiterarbeiten. Der eine oder andere von uns könnte sich auch vorstellen, sich mit Musikproduktion ein zweites Standbein aufzubauen.

Deep Baked - eine lustige Crew mit seriöser Musik
Deep Baked – eine lustige Crew mit seriöser Musik

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir beobachten gerade eine starke Welle an Techno, speziell Berghain- und Detroit-Techno,

Leftfield-House und klassischen Chicago-House Events etc., die wir absolut gut heißen und cool finden. Wie vorhin angedeutet, können aufgrund des Erfolgsdrucks nicht alle Veranstalter gewagte/innovative Bookings realisieren. Das führt leider zu sich wiederholenden „Selbstläufer-Events“. Wir denken, dass pathetischer Sample-Pack Tech/Deep House noch viel zu sehr in den Underground Clubs Wiens vertreten ist.

Zum Thema Szene allgemein, ist uns bewusst, dass es in den 90er Jahren in Wien eine durchaus ausgeprägte Techno-Subkultur gab, die rund ums Millennium abgeschwächt ist, sich jedoch langsam wieder aufbaut. Das freut uns sehr!

Im Vergleich zu anderen internationalen Partymetropolen ist Wien bislang etwas „leiser“. Das heißt aber nicht, dass diese Stadt kein Potential hat. Wien wurde in den letzten Jahren „lauter“!

Speziell mit der Grellen Forelle hat sich ein Club auf internationalem Niveau etablieren können. Dem kürzlich angekündigten Umbau sehen wir sehr freudig entgegen. Auch das Sass bleibt nach wie vor, als gern besuchter Club, für Wiener Crews attraktiv. Und wir sind gespannt was noch auf uns und unsere Hauptstadt zukommt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Da gibt’s sehr viele… wir sind nicht immer einer Meinung, aber unser zweijähriges Jubiläum mit Dixon war für jeden von uns DAS Highlight!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Wir hatten in unseren knappen drei Jahren das Glück, von tragischen Momenten verschont zu bleiben. Man zittert nach wie vor bis 1 Uhr im Club, nervös Vodka Makava trinkend und fragt sich wann der Club endlich voll wird, aber alles andere haben wir recht gut im Griff.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Also hier haben wir kein Problem auch Namen zu nennen. Unsere erste Jahresfeier mit Ten Walls im Flex war absolut großartig, jedoch haben wir uns schon einmal in einem Post öffentlich von seiner homophoben Hetze distanziert. So etwas dulden wir nicht!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wir würden sofort ein ähnliches Festival wie vor allem das „ADE“ (Amsterdam Dance Event) oder etwas wie das „Off Sonar“ in Wien aufziehen. Jedoch wissen wir alle, wie schwer es einem die Behörden machen können. Wer Geld hat, findet Vettern 🙂

Umrisse einer Clubnacht mit Deep Baked - die Atmosphäre spricht für sich...
Umrisse einer Clubnacht mit Deep Baked – die Atmosphäre spricht für sich…

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten

Mit der Grellen Forelle haben wir einen Stammclub gefunden, in dem wir es schaffen unsere kreativen Ideen umzusetzen und großartige Künstler zu präsentieren. Wir versuchen nach wie vor innovativ in unseren Bookings zu bleiben und freuen uns auf weitere intensive Nächte im kommenden Jahr.

Jedoch spielen wir in letzter Zeit auch mit dem Gedanken Projekte im Bereich von Konzertveranstaltungen zu realisieren. Hier gibt es einige elektronische Bands, die wir gerne nach Wien bringen würden. Weitere Ideen schwirren uns ständig im Kopf herum. Wie vorhin erwähnt, hat der eine oder andere von uns vor, sich im Bereich Musik oder Kunst ein zweites Standbein aufzubauen. Die meisten DJs und Veranstalter träumen doch oft von einem eigenen Label. Wer weiß, wer weiß…

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Das Design finden wir gelungen. Die Möglichkeit Sets nach Herkunftsstadt zu filtern, ist super, und spart Zeit. So bleiben vor allem die Local Acts gut im Überblick. Das ist ein bedeutender Schritt in Richtung „support your locals“.

Als Veranstalter könnte man sich ein kleines Forum vorstellen, indem man Events als Veranstalter bewerben kann, abseits von Facebook.

Der nächste Streich von Deep Baked findet schon bald, nämlich am 13. November, im Heimatclub Grelle Forelle statt – natürlich mit einem weiteren musikalischen Leckerbissen in Form vom Berliner Trio FJAAK! Bereits heute als Warm-Up dafür ein Mix von Deep Baked Mitbegründer und Resident Aleksej mit einem selbst auferlegten Tempolimit von smoothen 109 Bpm – deeper geht’s kaum!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Munich Radio

Interview with Christian Brebeck (Munich-Radio on Play.fm)

Ever asked yourself who the DJs you follow on Play.fm actually are? Throughout the next few weeks and months, we’d like to introduce you to some of the most popular uploaders and radio presenters on Play.fm within a new feature series named Major Players! We’re starting off with Christian Brebeck from Switzerland’s capital Zürich, who has been serving us with fresh sounds since 2009 and has remained on top of our listening stats ever since. In the following interview, he gives us some insight on the idea behind Munich-Radio, his musical concepts and his life in Zürich.

Our first question is pretty obvious: Your mix series on Play.fm is called Munich-Radio, yet, you’re residing in Zürich. How did that come?

Munich-Radio was founded in Munich, which used to be my home until I moved to Switzerland for professional issues in late 2008. Now, Switzerland is the new base for my project – yet, I stayed loyal to the original name and concept, as it was already established globally pretty well.

Munich-Radio already started as a classic webradio in 2006 – what was your initial motivation, and in which way has the concept changed throughout the years?

As I already used to play mixes on local radio stations in Munich (Xanadu, Gong 96.3, 89 HIT FM, StarSat Radio) in my youth days, I developed the idea to share my taste of music with the world in 2005 – which turned out pretty well until the present day. As running a radio as a private person requires donations and private financial means to survive on a long term, I rather use streaming services like Play.fm or Mixcloud to present my work. It’s definitely the better option, as the music might be listened to anytime on demand, while a conventional radio station depends on it’s broadcasting hours.

Currently, I’m compiling samplers for airlines, lounges, hotels, bars or instore concepts and consider myself a small, but fine music label. In the long run, the conventional broadcasting activities of Munich-Radio will have to come to an end.

To someone who isn’t familiar with Munich-Radio yet, how would you describe its musical concept?

Munich-Radio is specialised in wrapping hand-picked titles of the genres Lounge, Downtempo, Electronica, Deephouse, Triphop etc. into a harmonic, diverse mix, which either takes you on a colorful journey or simply knocks your socks off.

Munich-Radio runs free successful mix series:

Beach-Access: Melodich House/Deephouse, Electro, Minimal

Munich-Radio Mix: Electronica, Lounge, Chill-Out, Trip-Hop, World Music

Space Quest: Very spacey, futuristic tracks of any genre, from chilled to jiggy

Furthermore, mix specials like Oriental, B-Sides, or Best of 90’s may pop up every once in a while.

What can we imagine the process of producing a Munich-Radio show like?

I’m always hunting for awesome tracks, that touch me in whatever way. All tracks that get shortlisted are gathered in a to check out folder for the appropriate mix series. Once a folder is well-filled, I start to mix the single tracks into one coherent piece, considering style, tempo and variety. A couple of hours and bags of trail mix later, the mix is ready for mastering and each single track is getting optimized once again. Mostly, the result might be heard here on Play.fm first, followed by other streaming sites.

Thanks for the appreciation – of course, we’re curious now, what is it that you like about Play.fm?

I dig Play.fm because it gives me a great global reach, and because uploading and editing your work is really easy to do… and all that free of charge and without any upload limits.

Chris (Munich Radio)As mentioned before, you’re living in Zürich. What’s the local music and club scene like, which clubs, artists or record stores can you recommend?

No doubt, my favourite is the Supermarket. An authentic club with a similar choice in musical genres and artists as I play in my mixes – anything from Deephouse to Old School House (New Jersey, Chicago styled), no mainstream.

Vinyl lovers are best served at Panthera Records, who have 20.000 LPs and singles of the genres Deephouse, Minimal and Progressive in stock. However, I purchase my music comfortably online or directly from the artists.

Besides doing your Munich-Radio mixes, do you play live gigs?

While I was still living in Munich, I had weekly performances at O2-Lounge, Lutter & Wegner (Künstlerhaus), occassionally in other parts of Europe and worldwide as well. Currently, I rather play at private VIP partys than in clubs.

I rather consider myself a small, but fine music label, that compiles music for airlines, clubs, bars, lounges, hotels, in-store radio and similar purposes – in other words, I bring my personal taste of music to market.

Yet, I can still be booked for events.

And what do you do apart from your musical activities – jobwise as well as in your private life?

In my private life, of course, my heart mainly beats for music – that, I think, can be heard in my mixes.

Jobwise, I’ve been travelling the world as a freelance IT specialist and consultant in the world of telecommunications, mobile communiactions and IT security throughout the last 15 years. Windsurfing, my motorbike and the proper music added are a good contrast for all the mental exercise my work life demands.

Finally, let’s talk future prospects: What can we expect from Munich-Radio within the coming weeks, months and years?

A pipeline full of terrific tracks that are just waiting to be played out, for sure. Furthermore, I’m working hard to establish Munich-Radio as a music label and match even more tremendous compilations to customers, places and events they fit with.

Customers like Etihad Airways, BMW or various clubs and hotels of distinction have already been very excited, and it’s especially that kind of feedback, that keeps me motivated for that cause. As it’s hardly possible to manage everything myself, I’m currently looking for affiliates.

 

None less than 128 Munich-Radio mixes (status: August 11th, 2015) can be listened to right here – to stay informed about many more still to come, be sure to follow Christian’s Play.fm Profile!

Roman Rauch

Vienna Players #11: Roman Rauch (Manifest)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit einige der bedeutendsten DJs und Produzenten der Wiener Szene vor – und auch wenn wir gar nicht so kühn sind, dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, ohne Roman Rauch wäre die Reihe so richtig unvollständig. Sein ultradeeper Trademark Sound mit massivem analogen Touch erscheint auf namhaften Labels wie Philpot, Endless Flight und Quintessentials, und sein gesamter Release-Katalog ist inzwischen so lang, dass man sich in den relevanten Online-Datenbanken die Finger wund scrollen kann. Seit kurzem umfasst sie auch sein Debut-Album Heliocentric – inmitten der Release-Tour hat sich Roman etwas Zeit genommen, um uns ein paar Fragen zu beantworten und einen exklusiven Mix zusammenzustellen.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Liebe zur Musik.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Eine gute Infrastruktur, die Lebenskosten sind im vergleich zu anderen europäischen Städten sehr gering, und die hohe Lebensqualität.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Trishes (FM4 Tribe Vibes)Kommt immer auf das gebotene Lineup der Veranstaltungen an. Würde mit einem schönen Essen beginnen, dann in eine Bar bzw. kleinen Club wie z.B. das Celeste, später dann weiter in die grösseren Clubs wie z.B. Pratersauna. Danach kann man ja sehen worauf man noch Lust hat.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Im Market oder einem 2nd Hand Laden für Platten.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Warmup von Anna Leiser, danach Dorian Concept Trio live, dann Sam Irl live gefolgt von einem back2back set von meinen Manifest Jungs, danach ein Rainer Klang Boogie Set für den Sonnenaufgang und in den frühen Morgenstunden würde ich dann auch noch ein paar Platten spielen.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Abwechslungsreiche Clubs und Bookings, viele Talentierte DJs bzw. Acts.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Die schlechten Soundsysteme und auch der mangelnde Support untereinander.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Mit Musik produzieren, Fahrrad fahren und Roman Rauchmeiner Freundin bzw. meinen Freunden.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Hmm,  mit 16 od 17 irgendwo im Salzburger Land.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl und CDJ, das beste aus beiden Welten.
  • Größe deiner Musiksammlung? Nie wirklich gezählt, schätze mal so auf 10-15.000 Schallplatten.
  • BpM-Range: Von – bis? 60-160

Anbei ein einstündiger Exklusiv-Mix von Roman Rauch – der natürlich auch Tracks aus seinem Debüt-Album Heliocentric enhält – dieses ist im März auf dem Mainzer Klamauk Label als schicke 12″-Vinyl erschienen und über deren Bandcamp-Seite wie im gutsortierten Plattenhandel erhältlich.