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Canyoudigit

Im Club mit: Canyoudigit (Interview + Mix)

Wie sehr Canyoudigit ihrer Zeit voraus sind, beschreibt ihr Februar-Booking 2013 wohl am treffendsten: Damals haben sie Baauer als sowas wie einen Geheimtipp aus dem gerade aufkeimenden Trap-Mikrokosmos gebucht – weil der Harlem Shake keine zwei Wochen vor dem Termin viral wurde, musste die Party dann kurzerhand vom Cafe Leopold ins Flex übersiedelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Massenpanik in überschaubaren Grenzen zu halten. Aber auch abseits dieses populären Beispiels definiert Canyoudigit mit Acts wie RustieMount KimbieHudson MohawkeOnra oder Letherette den Sound von morgen aktiv mit. Gastgeber kidkut hat uns im Interview einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht.

Canyoudigit – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Canyoudigit habe ich (kidkut) damals mit zwei Freunden gegründet. Shoutout an Melik & Seb1 an dieser Stelle. Seit einigen Jahren kümmere ich mich zum größten Teil aber alleine um die Events. Antonia ist seit kurzem Resident DJ und teilweise auch in die Organisation involviert. Mit Vibestar arbeiten wir oft eng zusammen, König Laho ist unser Fahrer, Ra-B der Host, KajaKo macht die Visuals und die Flyer kommen von Florian Schrödl aka the great.

Seit wann ist Canyoudigit im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner feiern wir unseren sechsten Geburtstag. Entwickelt hat sich das eigentlich ganz natürlich… Ich habe früher schon viel aufgelegt und wurde dann von einer Venue gefragt, ob ich nicht Lust hätte was bei ihnen zu machen. Yup.

Und wie sieht es bei Canyoudigit aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - Canyoudigit mit Baauer im Flex
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Canyoudigit mit Baauer im Flex

Veranstaltungen machen wir mindestens jeden zweiten Monat in der Homebase, dem Cafe Leopold und wie es sich gerade ergibt öfters auch in anderen Venues. Die Basis der Veranstaltungsreihe liegt, wie der Name vielleicht vermuten lässt, im Funk & Hip Hop. Beides spielen wir nach wie vor natürlich gerne, aber auch sehr viel “Bass Music”, Future Beats, Jersey, Disco, House, usw. Ansprechen wollen wir Menschen, die sich für Musik interessieren und/oder einfach nur eine schöne Zeit haben wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Obwohl in Wien gerade momentan sehr viel weitergeht, kann man realistisch gesehen wohl eher nicht davon leben. Problematisch sind oft grantige Nachbarn, schlechte Anlagen und das veraltete Equipment in vielen Venues. Hauptmotivation ist das Musikalische. Gute Leute nach Wien holen, mit ihnen auflegen und sich austauschen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Das Angebot an Veranstaltungen ist im Verhältnis zur Größe eigentlich enorm stark und gerade in unserem musikalischem Spektrum steht Wien aufgrund von Leuten wie Dorian Concept auch im internationalen Vergleich ziemlich gut da. Trotzdem dauert es, vielleicht auch wegen der gemütlichen Grundmentalität, immer ein bisserl länger bis die Leute gewisse Dinge annehmen und gut heißen können.

Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold
Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Afterhour mit Seven Davis Jr. am Volksgarten Pool, Hudson Mohawke der nach dem Donauinselfest mit einer Packung Gummibärli in der Hand im Celeste Beenie Man auflegt oder während dem eigenen Set von Rustie gehostet zu werden, z.B.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Englische Booking Agenturen können richtig schwierig sein. Im Grunde hat bislang aber immer alles gut geklappt.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Das ist jetzt schon sehr lange her, aber an einem Abend ist unser Hauptact plötzlich mit nacktem Oberkörper, Bier zapfend, hinter der Bar gestanden und wollte mit unserem Lichttechniker kämpfen. Im Endeffekt ist dann aber glücklicherweise nichts passiert, und zumindest rückblickend ist das dann eh eine lustige Anekdote.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Spontan: Blood orange + Skepta + King Krule + Future Brown live,
Cashmere Cat, Brick Bandits, Soichi Terada, MCDE & Kutmah b2b J Rocc DJ-Sets.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Kidkut und Antonia - die Canyoudigit-Hosts in full effect
Kidkut und Antonia – die Canyoudigit-Hosts in full effect

Am 9. Jänner 2015 feiern wir mit vielen Freunden und internationalem Booking unseren Geburtstag. Vieles weitere ist in Planung, aber noch nicht spruchreif.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die finden wir super!

Den 9. Jänner sollten sich Liebhaber von allem, was basslastig und funky ist, also schon mal vormerken: Da feiert Canyoudigit, wie gehabt im Cafe Leopold, seinen sechsten Geburtstag, und zwar mit Branko von Buraka Som Sistema und einer ganzen Reihe an befreundeten Acts aus Wien und darüber hinaus. Für die Zwischenzeit gibt’s im Anschluss zweimal Canyoudigit zum Immer-Wieder-Hören – einmal kidkut’s Warmup-Mix für den Hudson Mohawke Wahnsinn beim diesjährigen Donauinselfest, einmal Antonia exklusiv für unsere letzte Interview-Reihe!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Manifest

Im Club mit: Manifest (Interview + Mix)

Als geneigte Clubbesuchende habt ihr es wahrscheinlich schon mitbekommen: Deep House ist wieder angesagt, aber nicht überall, wo Deep House draufsteht, ist auch Deep House drin. Eine sichere Bank für nicht nur deepen, aber durchgehend authentischen House stellt in Wien das Manifest-Kollektiv dar, deren Protagonisten nicht nur selbst vertrauenswürdige Connaisseure dieses Genres sind, sondern zuletzt auch einigen der spannendsten internationalen Acts eine Bühne geboten haben: Max GraefIron Curtis und S3A seien hier nur als Spitze des Eisbergs genannt. Vor der letzten ihrer monatlichen Spritzwein Sessions waren sie so nett, uns gleich im Kollektiv einige Fragen zu beantworten und zwei frische Mixes aufzunehmen.

Manifest – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Manifest
Manifest in Stirnreihe: Nico Nesta, Maaki, Roman Rauch und Fabe (v.l.n.r.)

Matthias: Dahinter steckt ein fünfköpfiges Gespann, das sich zum Ziel gemacht hat das Wiener Nachtleben ein wenig zu bereichern.Das sind eigentlich vier Jungs und ein Mädchen. Marie ist für die kreativen Arbeiten zuständig sprich die Gestaltung der Grafiken und sonstigem visuellem Auftreten. Den restlichen Arbeitsaufwand nehmen wir Jungs in die Hand. Nico ist meistens für die organisatorischen Fragen zuständig, der Kerl hat da einfach ein gutes Gespür dafür. Im Booking arbeiten wir viel über persönliche Kontakte, da Roman ja schon ewig in der Szene aktiv ist. Sonstige Entscheidungen werden meistens im Konsens getroffen.

Nico: Die Veranstaltungsbetreuung und Artistcare roliert bei uns, je nachdem wer spielt oder da ist. Jeder muss mal ran 🙂 . Hinzuzufügen ist, das Marie und Matthias die besten Gastgeber von uns sind. Unser Chef de Couisine ist aber auf jeden Fall Matthias mit seiner Schwester Eliana – mit dem Schnitzel haben wir sogar vegetarische DJs beim Dinner rumgekriegt 😛

Seit wann ist Manifest im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Nico: (lacht) Wie die Jungfrau zum Kinde. Wir sind seit einem Jahr in dieser Konstellation zusammen.  Mit meiner ersten Veranstaltungsreihe Heat&Defeat verlief sich das mit der Zeit, da wir sehr verstreut von einander gelebt haben und es wurde  immer schwieriger da noch etwas zusammen zu machen. Es war einfach mein persönlicher Wunsch eine Wiener Veranstaltungsreihe zu formieren, die einerseits heterogen im Bezug auf ihre Herkunft und andererseits eine gemeinsame musikalische Schnittstelle hat. Mit Marie und Matthias bin ich schon länger befreundet. Marie ist Urwienerin und Matthias, leicht am kratzigen Dialekt zu erkennen, kommt aus dem schönen Tirol. Fabe als Transdanubier habe ich, weil ich ihn so super fand, damals mit Thomé Rozier (Pomeranze) in meine Heimat an den Bodensee gebucht. Auf der gemeinsamen Zugfahrt trafen wir lustigerweise Roman, der einen Gig in Innsbruck gespielt hat. Die Wellenlänge war grandios und dann nach kurzer Überlegung konnten wir im Frühherbst 2014 das Projekt angehen.

Ganz vergessen: da hatte der Roman ja noch diesen geilen Facebooknamen, manche werden sich erinnern 😉

Fabe: Stimmt, die Zugfahrt war wirklich super witzig. Auch wenn es nicht leicht ist mit Nico 7h im Zug zu sitzen. Da wird man schnell mal in Grund und Boden geredet 🙂 Aber die Chemie stimmte auf Anhieb, was insbesondere die Kommunikation zwischen allen in der Crew extrem erleichtert.

Und wie sieht es bei Manifest aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Manifest Flyers
Manifest: The story so far, erzählt in Flyern

Nico: Unsere Spritzwein Sessions finden jeden vierten Freitag (mit Ausnahme jetzt im Dezember) im Monat in unserer Homebase SASS MUSIC CLUB statt. Die Idee, eben durch unsere Heterogenität bedingt, war eine Party für all diejenigen zu gestalten, die einfach Bock auf gute House und Disco Musik haben. Ein breites Spektrum an Menschen, egal welchen Alters und Herkunft  im Laden zu haben, das ist das Nonplusultra.

Roman: Für mich steht halt in erster Linie die musikalische Qualität im Vordergrund. Auch das familiäre Umfeld macht für mich einen guten Abend aus.

Fabe: Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingen mag, aber wir sind nicht besonders darauf aus ein bestimmtes Publikum anzusprechen. Wie Nico es schon gesagt hat: Uns verbindet die gemeinsame Leidenschaft für gute Musik. Wir sind der Ansicht, dass es in Wien genügend junge und auch ältere Leute gibt, die unsere Leidenschaft teilen und deshalb zu uns in den Club kommen. Unser Job ist es “nur”, die richtigen Nummern zum richtigen Zeitpunkt zu spielen (haha).

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Manifest
Good Times mit der Manifest-Crew…

Nico: (haha). Ich glaube da kriegt ihr von jedem die gleiche Antwort. Es ist und bleibt für jeden ein bisschen Taschengeld (manchmal auch keines wenn die Party in die Hose geht). Natürlich wie bei vielen anderen die ihr hier schon im Interview hattet, ist es einfach die Freude an der Musik. Es gibt nichts Schöneres als wenn Menschen einem sagen, dass sie einen schönen Abend hatten und ihnen die Musik sehr gefallen hat. Man kann das mit einem Kurator einer Kunstausstellung vergleichen – du selektierst etwas nach deinem Geschmack und wenn es den Leuten gefällt, hast du den Job gut gemacht.

Was man durchaus feststellen und kritisieren kann, wovon ich uns evtl. nicht ausnehmen kann, ist, das die Parties in Wien in Mikrokosmen funktionieren. Ein geschlossener Kreis, der jeweilige Partyreihen anhand seiner kulturellen Vorlieben, Sympathie, seiner Herkunft oder Hippness besucht.  Ich konnte hier auch entnehmen, dass einige den Overload an Veranstaltungsreihen bemängeln. Das sehe ich persönlich nicht so. Es gibt zwar viele, aber das heißt per se nicht, das alle gut sind. Ich würde eher die mangelnde Zusammenarbeit, auch wenn man sich immer untereinander versteht, bemängeln.

Wenn Partyreihe A seine Party fünf Wochen vorher announced und die Partyreihe B am gleichen Veranstaltungstag drei Wochen später ein krasses Local Lineup raushaut, sehe ich da einfach nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft oder auf gut Deutsch – jeder kocht da leider sein eigenes Süppchen. Aber Wien ist ja groß und es verteilt sich meist sehr gut.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Roman: Es ist immer sehr schwer abzuschätzen in welche Richtung es sich entwickelt. Im Laufe der Jahre gab es in Wien ja immer Up und Down-Phasen in der Clublandschaft, gerade scheint es leider wieder ein bisschen abzunehmen, wie man z.B. bei der Pratersauna sieht.

Marie: Die Anzahl guter Veranstaltungen ist sicher nicht das Problem. Ich sehe das Problem eher darin, dass die klassischen Wiener ein relativ träges und gemütliches Völkchen sind. Wenn sich etwas bewährt hat und für gut empfunden wurde, verblassen alle Alternativen oft im Hintergrund, was sehr schade ist. Das Weggehen ist für viele vorrangig da um sich zu betrinken, aufzureißen oder zum Sehen und Gesehen werden. Das ist meiner Meinung nach aber einfach eine vollkommen andere Sparte des Nachtlebens und glücklicherweise gibt es in Wien auch viele Veranstalter (und vor allem Gäste), für die Musik, Stimmung und Flair über allem anderen stehen. Ich bin deswegen auch immer sehr happy, wenn es mehr Auswahl gibt.

Roman: Da muss ich der Marie recht geben, diese typische Wiener Gemütlichkeit ist schon oft ein Problem, da wird’s manchmal schwer die Leute in den Club zu bewegen.

Nico: Da muss ich an den oberen Punkt anknüpfen. In letzter Zeit wird ja vor allem bei den Techno-Leuten die Dichte an neuen Events und hochkarätigen Bookings kritisiert. Einerseits denke ich, dass es wirklich nicht sein muss, das drei Größen am gleichen Tag hier spielen, andererseits belebt Konkurrenz das Geschäft. Das heißt, wir müssen uns noch mehr ins Zeug legen, damit die Leute unserem Angebot vertrauen. Wien international mit anderen Städten zu vergleichen halte ich für sehr schwierig, da die Stadt eine andere Infrastruktur vorweist und das Fortgehverhalten hier nicht zwangsläufig nach Musik gegliedert wird. Ich denke, viele Clubs machen hier einen tollen Job und geben sich wirklich Mühe, aber wenn ich nur mal in den Osten schaue, zum Beispiel nach Bukarest, dann kann Wien erstens bei der Qualität der Soundsysteme und zweitens bei den gebuchten Acts einfach einpacken. Beim ersten Punkt sehe ich das größte Problem – in Wien wird der Club nicht um das Heiligtum, der Anlage aufgebaut, sondern Design &  Bar stehen im Vordergrund. Mir wäre es zu peinlich, einen bekannten Act in einen Club zu buchen, wo das einfach nicht gegeben ist.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

...womöglich schon bald im Open-Air-Format?
…womöglich schon bald im Open-Air-Format?

Nico: Also nach so langer Zeit waren meine Highlights einerseits zwei Konzerte, Fiva aus München und Roosevelt, den ich im letzten Mai im Fluc präsentieren konnte, sowie Lazare Hoche, Iron Curtis und die letzte Ausgabe der Spritzwein Sessions mit Max Graef & Glenn Astro. Ganz hohes Niveau und tolles Feedback von den Gästen. So macht’s Spaß!

Fabe: Ich kann Nico voll und ganz zustimmen, wobei mir die Party mit unserem Kumpel Washerman auch lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich bin und bleibe halt ein alter “90ies-House-Fetischist”. Ein echtes Highlight in meiner Laufbahn als Veranstalter ist sicher die erste Party meines vergangenen Kollektivs Underground Assassins, bei der wir TOMSKA aus Frankreich zu Gast hatten (damals noch im Market). Er hat damals eines der besten House-Sets gespielt, dass ich jemals gehört habe.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Marie: Wenn sich die Jungs mal wieder nicht auf eine Farbe für ein Coverbild einigen können zum Beispiel :D. Wir entscheiden alles sehr demokratisch – das ist nicht immer zwingend leicht… Da laufen beim einen oder anderen auch ab und zu die Tasten heiß in unserem Gruppenchat. Schlussendlich gelingt es uns aber dann doch immer, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Nico: Da kann ich Marie nur Recht geben. Dennoch würde ich mit Fug und Recht behaupten, dass unser Gruppenchat mit Abstand einer der lustigsten ist, die es gibt. Schlimm ist es natürlich immer, wenn man drauf zahlt. Kleine Beträge schmerzen nicht so, aber ich habe auch schon mal einen vierstelligen Betrag an einem Abend vernichtet. Deswegen halte ich es auch immer wichtig, Gästen klar zu machen, was uns so ein Abend kostet.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Roman: Da wir ja meisten befreundete Acts aus dem Ausland einladen, gab’s bis jetzt noch kein Booking, wo wir keinen Spaß mit dem Act gehabt hätten bzw. nicht auf der selben Wellenlänge gewesen wären.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Manifest
Das Logo – unverkennbar wie der Sound, der dahinter steckt

Nico: Haha, bin mir jetzt nicht sicher ob ich das sagen soll. Könnte ja sein, dass ich etwas vorwegnehme, was eventuell mal eintrifft :). Aber was ich echt mal gern machen würde: Ein großes Open Air/Festival außerhalb von Wien am Speckgürtel, mit allen Local DJs, die wir aus der heimischen Szene toll finden, gepaart mit einigen wenigen Headlinern.

Roman: Da bin ich voll beim Nico, ein größeres Open Air bzw. Festival wäre eine feine Sache und ist durchaus etwas, das in Wien meiner Meinung nach fehlt.

Matthias: Ich meine, dass es für eine gute Party nicht unbedingt viel Geld oder andere Ressourcen braucht. Klar kann man einen großen Namen in einen super Club buchen, das soll aber nicht gleich heißen, dass daraus eine super Party resultiert. Es ist doch immer die Stimmung, die eine Party ausmacht. Klar sind die oben genannten Faktoren für die Stimmung wichtig, das ist aber eben nicht immer so. Ich denke an dieser Stelle gern an den alten Morisson Club, als dieser noch in der Kettenbrückengasse ansässig  war. Da fand man weder eine gute Anlage noch einen bekannten DJ, und trotzdem waren dort mitunter die besten Wiener Partys. Die Party meiner Träume ist also ein Abend, bei dem alle Gäste mit dem was sie erwartet zufrieden sind und Spaß dran finden.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Nico: Wir werden weiter unserer Schiene und vor allem dem Sass Club treu bleiben. An dieser Stelle vielen Dank und liebe Grüße an das Sass Team. Wir haben dort für unsere Spritzwein Sessions eine optimale Heimat gefunden und bei den Acts haben wir vollstes Vertrauen von Ihrer Seite. Neben weiteren hochkarätigen Acts wird es auf jeden Fall eine heiße Geburtstagsparty geben. Wir selber als Kollektiv suchen aber auch noch Möglichkeiten, uns ein bisschen zu entfalten , Stichwort Open Air, Wohnzimmer Sessions oder auch in anderen Orten innerhalb Österreichs zu spielen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Roman: Ich finde die neu gestaltete Play.fm Seite sehr schön designed und aufgeräumt im Vergleich zur alten Seite. Gerade jetzt, wo es bei Soundcloud immer mehr Probleme gibt mit Sachen wie zum Beispiel Copyright auftreten, finde ich es sehr schön, dass man bei euch ruhigen Gewissens seine Mixe und Mitschnitte raufladen kann. Auch den verstärkten Fokus auf die Wiener Clubszene finde ich sehr gut, da es meiner Meinung nach viele talentierte Leute gibt, die den internationalen Vergleich nicht scheuen zu brauchen.

Bevor Silvesterkorken und Feuerwerkskörper um die Wette knallen lädt Manifest am Freitag, 18. Dezember, noch ein letztes Mal im alten Jahr zu Spritzwein und House: Diesmal mit dem Münchner DJ- und Produzenten-Duo Rhode & Brown, sowie natürlich der gesammelten Crew selbst – das alles wie gehabt im Sass Music Club und damit auf einer der dicksten Anlagen, die die Stadt zu bieten hat. Als Vorgeschmack haben uns Fabe und Maaki zwei exklusive Mixes hochgeladen, die ihr euch genauso wenig entgehen lassen solltet wie die Party!

Manifest

 

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Paradiso

Im Club mit: Paradiso (Interview + Mix)

Nicht wenige Veranstaltungen in Wien reißen sich darum, die größte, lauteste, geilste oder tollste zu sein – wir erlauben uns, an dieser Stelle Paradiso zur schönsten zu küren. Hier trifft kunterbunte Musik aus aller Damen und Herren Länder auf Rauminszenierungen mit viel Liebe zum Detail, und je nach Anlass dürfen auch so schöne Nebensachen wie Minigolf und Toast Hawaii eine Rolle spielen. Wir haben die drei Hosts Kalifornia Kurt, Tobsen und Monsieur Broccoli zum Interview und an die Plattenspieler gebeten – und nett, wie sie sie sind, sind sie der Einladung nachgekommen.

Paradiso Crew
Die Paradiso-Hosts: Monsieur Broccoli, Tobsen und Kalifornia Kirt (v.o.n.u.)

Paradiso – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Paradiso sind Kalifornia Kurt, Tobsen und Monsieur Broccoli. Wir machen Partys auf denen wir uns wohl fühlen und die wir lustig finden. Wir sind zuständig.

Seit wann ist Paradiso im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Paradiso wurde im Januar 2012 von Kalifornia Kurt und Tobsen gegründet. Dazu kam es nachdem Kalifornia bei einer Vernissage auflegte, bei der Tobsen kellnerte. Der Abend endete damit, dass Tobsen auf der Bar tanzte und Kurts Musik sehr liebte, weil er sich selbst in ihr erkannte. Dann kamen sie drauf, dass sie beide relativ nah aneinander wohnten, worauf hin sie ziemlich viel Zeit miteinander im Kaffee Urania verbrachten und sich nicht mehr nur noch in ihrer Musik, sondern auch in ihrer selbst gegenseitig erkannten. Schon bald fand dann die erste Party im Kaffee Urania statt. 2014 holten sie Broccoli, damals noch Basstrojani, ins Team.

Alle drei waren vorher schon unabhängig von einander einige Jahre im Wiener, Grazer und Linzer Nachtleben aktiv.

Und wie sieht es bei Paradiso aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Das Konzept von Paradiso war Anfangs Parties an unüblichen Orten wie eben dem Kaffee Urania, einem leerstehenden Cevapcici Grill, einer Werkstätte, einem Minigolfplatz und ähnlichen Plätzen zu veranstalten. Zuletzt fanden einige unserer Partys im Celeste statt. Vor allem auch aus Bequemlichkeit, weil Tobsen dort arbeitet. Über den Sommer fanden aber wieder vier Parties am Minigolfplatz statt.

Grundsätzlich geht es bei Paradiso sehr stark um Atmosphäre, Wir stecken vor jeder Party viel Zeit und wenig Geld in Dekoration. In den ersten zwei Jahren von Paradiso gab’s noch bei jeder Party Toast Hawaii. Das haben wir aus olfaktorischen Gründen aufgehört, verkörpert aber sehr stark die Stimmung, die wir uns wünschen. Eine fehlgeleitete, romantische und ein wenig verstaubte Sehnsucht. Wir wollten auch nie zu große Veranstaltungen machen, Intimität ist ganz wichtig. Man soll sich bei uns wohl fühlen.

Early Paradiso
Paradiso: Wie alles begann…

Musikalisch schaut das sehr ähnlich aus. Ein gemeinsamer Nenner ist sicher obskurer Früh-80er-Boogie. Vor allem Kalifornia Kurt steht noch immer sehr stark für diesen Sound. bei Monsieur Broccoli kann es schon mal sein, dass er ein Calypso Set spielt. Tobsen hat kürzlich eine Vorliebe für cheesy elektronische Früh-80er Cocktail Sounds entdeckt. Grundsätzlich kann aber alles passieren. Wichtig ist, das es warm und nicht zu technologisch ist, wobei das eine ein wenig schwammige Grenze ist.

Unsere Gast-DJs haben wir Anfangs immer dazu angehalten, sich ein musikalisches Thema auszusuchen. Es ging dabei immer darum die Möglichkeit zu bieten Platten zu spielen, die man eventuell auf anderen Parties nicht spielen würde. Zuletzt haben zum Beispiel im Sommer Brenk Sinatra und Fid Mella bei Putt Putt Paradiso am Minigolfplatz ein fast vierstündiges Austro Pop Set gespielt, und Sam Irl hat bei unserer letzten Party ein Reggae und Dub Set gespielt.

Wir wollen das beste Publikum ansprechen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Paradiso Toaster
Ein früher Paradiso-Resident: Der Toaster

Wir wollen von Paradiso gar nicht leben, dafür planen wir unsere Parties zu klein, und stecken zu viel Aufwand rein. Wir verdienen wirklich nur in Ausnahmefällen mit unseren Veranstaltungen, und bei vielen, wie zum Beispiel der Minigolfgeschichte, ist von Anfang an klar, dass wir ein Minus machen. Der Großteil der Einnahmen geht an die Gast-DJs, der Rest kommt in einen Socken, und haben wir mal zu wenig, wird der Socken halt entleert.

Da wir selbst aber bei unseren Parties unglaublich viel Spass haben, und unsere Gast-DJs meist sehr glücklich nach Hause gehen, brauchen wir diese Motivation auch nicht.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Tobsen: Ich sehe die momentane Entwicklung im Veranstalter Bereich durchwegs positiv. Es gibt vielfältigere Veranstaltungen denn je, und es gibt einen Haufen Menschen, die ohne Rücksichtnahme auf Gewinn und Trends daran arbeiten aus Wien eine musikalisch offenere Stadt zu machen.

Tatsächlich gibt es in der Nische, der wir uns zugehörig fühlen vielleicht fünf Locations, die wir frequentieren. Wien ist einerseits sicher groß genug das zu bewerkstelligen, anderseits so klein, dass sich eh jeder kennt und man sich bei schwierigen Bookings absprechen kann. Natürlich passieren da manchmal blöde Überschneidungen, aber im Großen und Ganzen sehe ich eine sehr positive Entwicklung…

Anders sieht das von Seite der Behörden aus. Sollte Wien ein Interesse daran haben junge Kultur zu fördern, wäre es wichtig dafür Grundlagen zu schaffen und Veranstaltern und Club-Betreibern nicht ständig das Leben unnötig schwer zu machen. Hier sehe ich momentan die größte Gefahr.

Anmerkung Kurt: Broccoli und Kurt sind beide Väter und haben keine Ahnung von der Wiener Club-Szene.

Open Air mit Paradiso
Paradiso gibt es an vielen schönen Orten – auch Open Air

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Die erste Party war sicher ein besonderer Moment, weil wir eigentlich nicht damit gerechnet hätten, dass überhaupt mehr als unsere paar Maxerln kommen, und plötzlich wars bumvoll.

Grundsätzlich laufen wir aber zumindest bei jeder zweiten Party mit einem unglaublichen Grinsen herum und busseln uns gegenseitig ab. Wir schmalzen.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Die, bei denen wir nach einer Party am längsten aufräumen mussten. Und Toaster putzen.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Eigentlich laufen alle unsere Bookings auf sehr freundschaftlicher Ebene ab, somit gab’s da nie Probleme. Zwar haben wir auch immer wieder internationale Bookings wie Jan Schulte, Beppe Loda und Tahira, aber das war eigentlich auch immer sehr amikal.

Paradiso in Graz
Paradiso zu Gast in Graz – übrigens nicht das erste und auch nicht das letzte Mal!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wir würden uns das Jury-Häuschen auf der Trabrennbahn Krieau mieten, wie einen Christbaum dekorieren und auf drei immer kleiner werdenden Floors parallel auflegen, das wär unser Traum.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir planen selten länger als zwei Wochen im voraus.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Wir sind schon seit langer Zeit Abonnenten des Play.boy und .girl und freuen uns immer über die interessanten Texte.

Nach einem aufregenden Jahr mit vielen schönen Veranstaltungen wie “Paradiso aus Hawaii”, “Zebras in Rom”, “Schulte an Schulte” und ganzen vier Editionen des sommerlichen Putt-Putt-Paradiso geht Paradiso am 19. Dezember in die Endrunde für dieses Jahr – an dem Ort wo alles begann, dem Kaffee Urania und mit Ali Europa als Gast-DJ. 2016 geht das Vergnügen am 23. Jänner dann im celeste weiter und ebendort mit Joscha Kreutzfeld aus Köln. Als verfrühtes Weihnachtsgeschenk hat die Crew zudem drei exklusive Mixes aus dem Sack gelassen, der Intensität wegen in exakt dieser Reihenfolge empfohlen!

 

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Prasselbande

Im Club mit: Prasselbande (Interview + Mix)

Die Prasselbande darf man getrost zu jenen Crews zählen, die in den letzten paar Jahren am meisten Schwung in die Wiener Clubszene gebracht haben – und das obwohl sie sich musikalisch so überhaupt nicht festlegen mag. Auf ihrer monatlichen Haus- und Hofparty, dem Bande à Part im Cafe Leopold, darf man zwischen Hip Hop, Beats, Disco, House, Grime und Bass Music so ziemlich alles erwarten, was Spaß macht. Wodurch sich die Prasselbande denn definiert erzählen uns Matija, Markus, Jakob und Dominik im Interview!

Prasselbande – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Matija: Wie bei jeder Schulband hatten auch wir den Namen bevor wir überhaupt wussten, was und wie und wo.

Markus: Wer für was zuständig ist, wissen wir selbst nicht so genau, aber meistens schaffen wir es die Arbeit gut aufzuteilen, so dass niemand einen Monat schlafen kann ohne für unsere Parties zu arbeiten.

Dominik: Prasselbande bedeutet Freundschaft, Freiheit, Gleichberechtigung, Spass, Liebe und Frieden. Ein Kreis an Freunden, der sich nicht allzu ernst nimmt, aber sehr gern hat. Der harte Veranstalterkern beschränkt sich dabei auf Matija, Jakob, Markus und mich. Jeder von uns hat über die Jahre eine eigene Rolle bei der Bande eingenommen, ohne dass es einem gleich bewusst war. Wie es halt unter Freunden ist, hat jeder unterschiedliche Stärken und Schwächen, und anhand dessen haben sich dann auch die Aufgaben herauskristallisiert. Dennoch fällen wir jede grössere Entscheidung nach dem Mehrheitsprinzip. Da wir zu viert sind kann es aber manchmal auch länger dauern bis wir alle gleicher Meinung sind.

Seit wann ist Prasselbande im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Prasselbande und Bande à Part - was Sie bisher versäumt haben...
Prasselbande und Bande à Part – was Sie bisher versäumt haben…

Markus: Wir sind mehr oder weniger zufällig zusammen gekommen und haben uns einfach von Anfang an gut verstanden. Die Partys waren ein Weg selbst aufzulegen und unseren Freunden für wenig Eintritt viel zu bieten.

Dominik: Um es genauer zu sagen war Prasselbande zunächst eine Zusammenwürfelung an neuen Leuten die sich auf Anhieb gut verstanden haben. Das Wort Prasselbande ist an einem durchtanzten Abend zufällig erwähnt worden. Als wir dann die erste Party organisiert haben war zunächst nicht mal klar, wer dann wirklich im Organisationsteam dabei ist. Erst nach der 3. oder 4. Veranstaltung sind wir zusammen bei einem Bier zum Entschluss gekommen: “Jungs, es macht Spass, wir sind Freunde geworden und es funktioniert toll, lasst es uns öfters machen”. Nachdem unterschiedliche Freundeskreise zusammengekommen sind waren wir quasi die Bande, bei der sich alle ungezwungen wiedersehen und gemeinsam feiern konnten.

Und wie sieht es bei Prasselbande aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Matija: Natürlich steht bei unseren Events meistens die Musik im Vordergrund, zumindest wirkt es so nach außen. Mindestens genauso wichtig ist für uns aber auch, dass wir einen Abend schaffen, an dem jede/r Spaß haben kann. Es soll ein Abend sein, der mit dem Eintauchen ins Wiener Nachtleben Abstand vom Alltag schafft; nette Leute und gute Musik inklusive.

Markus: Wir binden am liebsten MusikerInnen und DJs ein, die für uns einen spannenden Sound verfolgen. Dies ist auch gar nicht an ein bestimmtes Genre gebunden, da dies alles was wir tun extrem eingrenzen würde. Innovation im Bezug auf die performte oder gespielte Musik und Genre-Nichen, die ansonsten vielleicht keinen oder nur wenig Platz in Wien bekommen würden, finden wir besonders spannend.

Jakob: Wir freuen uns auf ein Publikum bestehend aus musikaffinen, offenen und experimentierfreudigen Menschen, die sich mit unserem Konzept & Booking anfreunden können. Solche, die das noch nicht tun, sind auch herzlich willkommen, vielleicht können wir sie ja auf den Veranstaltungen noch von unseren Bookings und musikalischen Vorlieben überzeugen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Matija: Wir können das, was wir selber gerne machen, mitgestalten. Das ist doch Motivation genug. Vor Probleme werden wir oft durch teure Mieten und die Politik der Clubs gestellt, die das Risiko auf den Veranstalter abwälzen wollen. Hier sehe ich noch deutlich mehr Potential zur engeren Zusammenarbeit.

Markus: Davon leben können wir sicher nicht, ist aber auch glaub ich nicht unser Ansporn, sonst müssten wir wesentlich öfter veranstalten und auch kommerzieller buchen. Außerdem wird einem durch hohe Mieten in den Clubs, Gagen die am englischen Markt orientiert sind (Pfund → Euro), die Vergnügungssteuer und den Mangel an Clubs in mittlerer Größe (300-500 Leute) das Leben nicht immer einfach gemacht.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

"Peace, love, happiness and partys" - die Eigendefinition der Prasselbande
“Peace, love, happiness and partys” – die Eigendefinition der Prasselbande (Foto credit: Dominik Geiger)

Matija: Es gibt Stimmen, die meinen, in Wien gäbe es zuviele Veranstaltungsreihen. Da frag ich mich, was daran das Problem sein sollte? Das zeigt doch nur, dass die Stadt sehr viele junge Leute hat, die Lust darauf haben, etwas zu machen. Am schönsten finde ich es, wenn kleine Veranstaltungen, die sich etwas trauen, mit Erfolg belohnt werden, wie zum Beispiel Basic Rhythm, Pomeranze oder Erdbahnkreuzer. Würde die Stadt nicht einen Club nach dem anderen zudrehen könnte Wien international so zu einer großartigen Clubstadt werden. Sehr viele TouristInnen kommen wegen der Oper, wenige wegen den Wiener Clubs – das könnte man doch ändern.

Markus: Ich glaube, das Problem liegt auch darin, dass die Politik nicht erkennt welche Chance – besonders für die Tourismusbranche – für eine Stadt wie Wien bestünde, wenn sie Clubs, VeranstalterInnen und auch den Feiernden nicht andauernd Steine in den Weg legen würde (wie zum Beispiel absurde Lärmbestimmungen, Vergnügungssteuer again und unfaire Strafen), sondern eine gut aufgestellte, organisierte Musikszene unterstützt und die Stadt damit zu einem international attraktiven Standort für eine internationale, breite Musikcommunity werden lässt. Gelunge Veranstaltungsreihen und Kollektive wie Bliss, Canyoudigit, Belegschaft oder disko404 in Graz und auch MusikerInnen und Produzenten rund um die Affine-Riege, Mieux, Franz Ganz, B.Visible und Franjazzco gibt’s zu Genüge in Wien. Es müsste nur endlich auch richtig wertgeschätzt werden.

Dominik: Blicke ich 10 Jahre zurück, dann erkenne ich Wien nicht mehr wieder. Es ist offener, belebter und vielfältiger geworden. Man merkt, dass Wien sich durchaus eine Eventstadt nennen darf. Leider gibt es auch Verbesserungspotential was rechtliche Hürden anbelangt, die international gesehen in Städten wie London und Berlin viel geringer und konkreter sind. Alleine die Vergnügungssteuer, die mehr Personalkosten verursacht als sie Einnahmen generiert, sowie die Ausländersteuer könnten durchaus abgeschafft werden um den Markt zu beleben – und so könnte die Stadt einen positiven Beitrag zur kulterellen Vielfalt leisten.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Markus: Das schönste ist wenn man es schafft, die Leute mit Musik zum Lachen und Tanzen zu bringen und viele bekannte Gesichter auf den eigenen Veranstaltungen zu sehen. Die schönsten Parties waren mitunter nicht die finanziell erfolgreichsten, und umgekehrt waren jene mit wenigen BesucherInnen oft wirklich schöne Abende, wo fast alle Leute die um vier noch da waren auch bis sechs blieben und gemeinsam der Musik gehuldigt haben.

Jakob: Kann dem Markus nur beipflichten, Highlights gibt es viele, jedoch das Schönste ist einfach wenn die Leute bis zum Schluss bleiben und sich mit einem Grinser im Gesicht die letzte Nummer auch noch anhören. Mit Jamie XX auf der eigenen Party zu spielen war aber auch nicht schlecht (:

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Jakob: Die Momente, wo man gegen 0:30 Uhr noch ein wenig nervös ist, da noch nicht viele Leute da sind, aber du weißt es wird noch.

Markus: Wenn man im Clubleben aktiv ist, muss man sich immer wieder neu erfinden, drehen, wenden und dennoch seinem eigenem Musikgeschmack treu bleiben. Dass dies manchmal auf Widerstand – zum Teil – aus dem eigenen Freundeskreis stößt und manche experimentellere Bookings einfach nicht so angenommen werden wie andere, kann ganz schön ermüdend werden. Innovation wird in diesem Sektor auch in Besucherzahlen gemessen nicht immer belohnt, weshalb sich viele VeranstalterInnen musikalisch auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Dies kann zum Teufelskreis werden und bremst die Entwicklung einer vielfältigen Clubkultur. Zum Glück gibt’s dann in Wien doch einige sehr motivierte VeranstalterInnen, denen dieser Vorwärtsgedanke wichtiger als der finanzielle Erfolg ist und die für die Vielfalt, ein Lächeln und ein paar Schulterklopfer sehr gerne auf den neuen Bugati verzichten.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Markus: Da wir eigentlich in all den Jahren kaum einen internationalen Act doppelt gebucht haben, auch weil wir ständig auf der Suche nach neuen KünstlerInnen sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass wir bei unseren monatlichen Veranstaltungen jemanden wieder holen. Das heißt aber nicht, dass dies nie passieren wird.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Matija: Vielleicht wie eine riesige WG-Party, nur mit guter Musik und ohne Nachbarn, die um Mitternacht die Polizei rufen.

Markus: Eine Party im alten Morisson mit befreundeten DJs, die Anlage etwas aufgestockt, Javi hinter der Bar, bummvoll, der Schweiß rinnt von den Wänden, nur musikalisch vielleicht etwas anders als damals. (:

Dominik: Ich würd alle wortwörtlich auf eine Reise schicken. Ein Bus ins Unbekannte, eine Burg, Ruine oder ähnliches, mitten in der Natur mit Off Location Floors, Wodka, Fackeln, Essen,Film, Kunst, Live, Essen Tanz. Ein Traum 🙂

Jakob: Jacuzzi, 69. Floor, GreyGoose Brunnen, ein schier unendlicher Vorrat an Minze und zu guter letzt Danny Brown b2b Goldlink!

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Markus: Wir haben bereits zum Saisonstart von Bande À Part im September eine neue visuelle Identität präsentiert und auch die musikalische Ausrichtung etwas verändert. Soviel sei verraten: Es wird auch weiterhin breit gebucht, ob das jetzt Gqom, Grime, House, Disco, Techno oder Acid ist, wird sich von Party zu Party unterscheiden.

Dominik: Wir haben für 2016 einiges vor, denn über die letzten Jahre haben wir uns meiner Meinung nach schon fast zu stark auf Bande À Part konzentriert, so dass bestehende Projekte vernachlässigt wurden. Das wird sich kommendes Jahr definitiv ändern. Zudem sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir neues ausprobieren wollen – und das nicht nur musikalisch, sondern auch konzeptuell. Wir haben zum Beispiel einen Film-Blog mit von uns geprüften Filmen, bei welchem wir Film und Filmmusik neu erleben lassen wollen. Auch mit Bande À Part beginnen wir neue Kooperationen einzugehen, wie mit der diesjährigen Viennale. Belleville haben wir im Frühjahr in der Pratersauna in die Pause geschickt, aber über die letzten Monate ist es bei uns wieder ein Thema geworden, denn hier können wir Bookings machen, die wir uns mit einer anderen Veranstaltungreihe nicht trauen würden. Wer bei der Gestaltung und Umsetzung neuer Konzepte mitwirken will, kann sich jederzeit bei uns melden. Denn 2016 wird mit neuer Energie ein gutes Jahr.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Markus: Ich finde es sehr schön, dass Play.fm sich die Mühe macht und Zeit nimmt auf die verschiedensten VeranstalterInnen Wiens einzugehen und so etwas wie einen Querschnitt erstellt. Das macht die oft unüberschaubare “Szene” wieder etwas kleiner und dadurch greifbarer. Außerdem wird Soundcloud wie es aussieht bald nicht mehr als DJ-Plattform genutzt werden können, da ist es mehr als zu begrüßen, dass Play.fm als Wiener Firma hier eine wunderbare Alternative bietet. Vielen Dank dafür!

Neben dem Interview waren Markus, Dominik und Matija alle drei so nett, uns jeweils einen Mix und damit zumindest einen Teil des schier unendlichen musikalischen Spektrums der Prasselbande zur Verfügung zu stellen. Und schier grenzenlos geht es gleich bei der nächsten Bande à Part Veranstaltung am 21. November im Cafe Leopold weiter – mit so spannenden wie unterschiedlichen Acts wie dem Südafrikanischen Affine-Import Okmalumkoolkat, dem Wiener Beats-Export B.Visible und Canyoudigit-Resident Antonia!

150++ by on play.fm

 

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Sweet Heat

Im Club mit: Sweet Heat (Interview + Mix)

Zeichnet sich die Clubszene in Wien wie auch andernorts größtenteils durch Zuordenbarkeit, klar abgegrenzter Genre- und Subkultur-Zugehörigkeit und einem Maß an Vorab-Promotion aus, durch das man schon vor Einlass ganz gut weiß worauf man sich einlässt, gibt es hie und da doch Überraschungen, schwer bis Undefinierbares und Veranstaltungen, bei denen gar zu engstirnige Musikfanatiker meinen könnten, man wüsste gar nicht, wofür die genau stehen – während jene, die schlicht eine schöne, aufregende Zeit verbringen möchten, davon schwärmen, dass dort alles passieren könne und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch wird. Ein solches Phänomen hat sich in der lokalen Szene über die letzten Jahre in Form von Sweet Heat gebildet – anfangs und die längste Zeit über in der Bar der Kunst- und Kulturstätte brut und damit auch eher einer Off-Location als einem dezidierten Musik- und Szeneclub, zuletzt in wechselnden Locations quer über die Stadt verteilt. Über das Leben, Wirken und vor allem Veranstalten in Wien haben uns die beiden Schöpfer dieses wundersamen Projekts Rede und Antwort gestanden.

Sweet Heat – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Sweet Heat stecken zwei Jungs: Agent Well und A++. Wir machen alles gemeinsam, vom Auflegen über das Booking bis hin zur Selektion der Visuals. Nur die Flyerherstellung haben wir ausgelagert an die großartige Lena Gold.

Seit wann ist Sweet Heat im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Sweet Heat ist seit bald 5 Jahren im Wiener Nachtleben aktiv, dazu gekommen ist es über Haiko, der damals Chef der Brut Wien war. Die Partyschiene steckte dort damals noch in den Kinderschuhen und er war gewillt, etwas Neues auszuprobieren. So kam es zu regelmäßigen und immer ausschweifenderen Parties.

Sweet Heat - die Hall of Fame...
Sweet Heat – die Hall of Fame…

Und wie sieht es bei Sweet Heat aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

In der Brut wird es bis auf weiteres keine Sweet Heat Parties mehr geben, das ist natürlich ein herber Verlust für uns; wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt. Sweet Heat wird für die nächsten Monate ein wenig herumtingeln: Im Oktober waren wir im Heuer zu Gast, im November bespielen wir das Leopold und das Celeste. Wir spielen grundsätzlich lieber in kleineren Locations, da ist es intimer und die Party oft umso intensiver.

Musikalisch bewegen wir uns zwischen House, Bass und HipHop, vielleicht geben wir noch einer Prise Disco dazu. Es war uns immer wichtig, zu spielen, was wir gut finden, ohne allzusehr auf Genres zu achten. Bester Wegweiser war immer unser Geschmack und eine gewisse Durchmischung.

Grundsätzlich sollte Sweet Heat haupsächlich eines sein: N i c e. Ein netter Abend in sympathischer Umgebung. Wer bloß zuhören will, bekommt spannendes Zeug geliefert, wer wegen des Tanzens da ist, kommt auch auf seine Rechnung. Rummachen geht sowieso immer.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Bei einem Eintrittspreis von 4-5€ sind unsere Parties nicht wirklich auf finanziellen Erfolg ausgelegt. Es geht hauptsächlich darum, Kosten zu decken, genug übrig zu haben, um vernünftige Bookings zu machen und diese auch fair zu entlohnen. Schließlich soll das ganze ja Spaß machen. Die Motivation kommt aus der Liebe zur Musik, der Möglichkeit, talentierten Artists eine Bühne zu bieten und, am allermeisten, aus der Freude, die ein gut unterhaltenes Publikum bei einer spannenden, unaffektierten Party ausstrahlt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Es kann nie zu viele gute Veranstaltungen geben. Wien hat eine prächtig gedeihende Clubszene, die aus dem Zusammenspiel kreativer Djs, guter Veranstalterinnen und einem interessierten Publikum erwächst. Ein internationaler Vergleich ist nie ganz einfach: Schön in Wien ist natürlich die Unaufgeregtheit, es gibt kaum lange Schlangen, Dresscodes oder pöbelnde Türsteher. Selbst international anerkannte Stars wie z.B.: Mieux, Salute oder die Affine Crew können in diesem Umfeld gut gedeihen.

Schlecht ist natürlich die Tendenz, Clubs mithilfe von Lärmbeschwerden und unnötig komplexen Auflagen aus dem Stadtgebiet an die Peripherie zu drängen oder ganz zum Aufgeben zu bewegen.

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Salute bei Sweet Heat in der brut

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir erinnern uns gerne an Parties, die entstehen, wenn spannende Bookings und ein sympathisches Publikum aufeinandertreffen. Da gab es international bekannte Größen wie Salute, Dip Some, Lockah oder B.Visible, lokale Djs wie H∆NN∆, Mike Burns oder Testa und auch untypische Bookings, wie zB Vitus, der aus Nigeria stammende Lenker des Funky Taxi. Spaß hat es auch immer gemacht, mit anderen Clubs und Veranstaltern zu kooperieren, wie z.B. dem großartigen Salon 2000, dem ImPulsTanz oder mit den Game Designern vom ZAMSpielen, die bei uns ihre neuesten Kreationen gezeigt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die schwierigen Momente sind, so geht es wohl allen Veranstaltern, wenn man ein tolles Booking auf die Beine gestellt hat und das Publikum ausbleibt. Meistens kann man die Faktoren gar nicht genau festmachen: Die Theorien reichen dann von alternativen Parties, Wetter, Ferien, Prüfungen, Vollmond bis hin zu kosmischer Strahlung.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir haben lange überlegt und eigentlich gab es diese Bookings einfach nicht. Wir dürften wohl ein glückliches Händchen haben…

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Die Parties würden ähnlich aussehen, wir würden wohl ein wenig mehr Geld für Konfettikanonen und Welcome Drinks ausgeben und weniger Eintritt verlangen. Einladen würden wir dann wohl gerne Fatima Al Quadiri, Jamie xx, J’ai Paul, Sophie, Blood Orange. Die legen dann back to back auf.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden so weitermachen wie bisher, spannend wird für uns, wo wir unsere neue Heimat finden werden, aber bis dahin: Sympathische Parties, spannende Bookings.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Schön ist die. Und umfassend. Für Veranstalter wäre es wohl spannend, wenn die Seite ein möglichst komplettes Bild von den Parties vermitteln könnte: Location, Datum, Mix, Event link etc. Aber das ist vielleicht ein wenig viel verlangt…

Klingt spaßig? Ist es auch! Das breite musikalische Spektrum, mit dem die Resident und ihre wechselnden Gäste bei Sweet Heat epische Abende vertonen, lässt sich naturgemäß schwer in einer einzigen Hörprobe abbilden – der Versuch von Agent Well und A++, es dennoch zu tun, ist deshalb auch nicht weniger als zwei Stunden lang geworden. Mehr davon schon demnächst irgendwo in dieser Stadt, womöglich gleich bei dir ums Eck..!

 

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Everybody's Darling

Im Club mit: Everybody’s Darling (Interview + Mix)

Ohne diesen Sachverhalt werten zu wollen: Wenn es um Veranstaltungsreihen in Wien geht, könnten wir mehrere dutzend Promoter interviewen, die für klassischen Techno oder House stehen. Das sprichwörtliche Salz in der Suppe, das die Szene erst so richtig komplettiert, sind allerdings jene Veranstalter, die weder Mühe noch Kosten scheuen, um Musik abseits der ausgetretenen Pfade ins wohlverdientes Rampenlicht zu rücken. Everybody’s Darling nennt sich einer solcher, verkörpert von den DJs und Musikliebhabern Manuel Dolp und Rob Campari, die Wiener Instanz für charmant angestaubtem Clubsound zwischen Balearic, Cosmic und Disco. Über ihre Mission erzählen uns Manuel und Rob abwechselnd in Deutsch und Englisch (Rob’s Muttersprache) – und das sehr ausführlich, wir empfehlen also noch vor dem Lesen den Begleitmix von Manuel Dolp als Soundtrack zu starten!

Everybody’s Darling – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Rob: The person behind the name is Gabbi aka First Lady OBT, she started a party at the Volksgarten on a Thursday and asked us to run it with Bert Jachmann. There are not many people into the sound we promote of old Disco , Cosmic, eclectic stuff (occisionaly a 60’s track or Turkish Pysche Rock) and Balearic – me and Manuel met at a party from the Fairlight guys and shared music taste. We share booking ideas and take it in turns, but we agree more often than not when we want a certain DJ. Often it’s someone we like from a pool of artists and we book local DJ’s who are great but dont get booked often due to the uncolaborative or unproactive scene here. We have a strong Dutch link through Manuel befriending the boss of Bordello a Paragi, Otto Kranen and have booked artists from the label, but also introduced artists to him (Fab Mayday). Manuel does press, I do the art and we both share the promo pushing through the channels.

Seit wann ist Everybody’s Darling im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Everybody's Darling - Family & friends
Everybody’s Darling – Family & friends

Rob: Since 2012 – we started with the aforementioned parties in Oswald Haerdtl bar in the Volksgarten. We did around six parties in there and it was a hard struggle, as it was midweek and peole had negative conatations of the venue perhaps. which is the feedback we got from people. But really, we both knew it was going to be really hard at mid week to get our friends there, and people who like these retro sounds are hard to find. But someone we want to give a big shout out to is Bert Jachmann who was head bar man and kind of our boss, though we were all in it together. He was very enthusisatic to keep pushing this music there, despite what people were saying, that it doesn’t fit in the Volksgarten. We had quite aggressive punters coming up to us asking about David Guetta and other stuff on one night, where we shared the night with the regular Volksgarten night and the tech guys pulled the plug on us without a word, crazy old guy and a big dread – really weird vibes maaaaan!! But we had some great guests like Rory Phillips and Seb Patane, so we don’t regret it, and Bert and Gabi did try something new and innovative but the club didn’t support them or us for that matter.

We moved to our regular base of Club U in 2013 and we have had a few parties at Celeste and co-ops with the much missed Hart Aber Herzlich crew at the Pratersauna and a big event for Dimensions Festival in the Grelle Forelle . We’ve done quite a few co-ops abroad too with Club Hot Pony in Berlin, as we actively look for promotion opportunities and gig swaps we have travelled a fair bit with the night, despite rarely getting a gig in Wien!

Manuel: Ich habe Rob beim Flyern für meine damalige Partyreihe getroffen. Er meinte “Ah, you are playing Balearic” und das war quasi der Startschuss für unsere Freundschaft und unser gemeinsames Schaffen. Uns gibts in der Form seit ca 3 1/2 Jahren.

Und wie sieht es bei Everybody’s Darling aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Rob: We are both quite wary of doing big events, so we keep things small and personal – as we have done big events and the stress and effort going into makes it feel like a job and dealing with annoying people like agents and careless venue managers is annoying. If it feels like a job, what’s the point!?

We do nights once a month at Club U, and now we will travel more to other clubs abroad. The music as mentioned before is really broad, but you can say Balearic or just Old School we look to DJ’s like Larry Levan, Daniele Baldelli, Beppe Loda, David MancusoAlfredo, Bill BrewsterAndrew WeatherallCosmo Murphy, recently Black Madonna and Horse Meat Disco, because they have a broad taste and don’t fit the boring 4X4 mould and Beatport ghetto, their sets jump around in style. We have a small following and sometimes people come regulary, or we might not see them for some time, we don’t go out as much as we used to and hustle, lol. Wien is small, we dont have that 20 years old zeal to drink every night and go to every party.

Manuel: Das ganze Schubladisieren geht mir eigentlich ziemlich am Oasch. Wir spielen schöne Musik von den 1970ern bis heute. Sprich, im Grunde sehr viele Welthits, die leider nur nicht so bekannt sind. Kommen sollen bitte alle, die tanzen und sich wohlfühlen wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Everybody's Darling sind Rob Campari (links) und Manuel Dolp (rechts)
Everybody’s Darling sind Rob Campari (links) und Manuel Dolp (rechts)

Rob: We could live off parties, but we’d go mad from booze and lack of sleep. It takes a special kind of person to do promoting for a living, one with a big strong liver, who is single mindedly driven and can adapt to different styles and trends. It’s quite a lonely lifesstyle in my opinion, as the hangovers are brutal and though you are around a lot of people, they can be with you for all the wrong reasons. And it’s an unhealty lifestyle, not one to really persue in my personal opinion – a lot of people love it, but I just think it can bite you on the arse in the long run!

To make a good living from parties, you have to lower your expectations, comprimise and put out something for the masses, i.e. EDM or whatever is trendy at the moment, or as we are seeing more and more of these days, EDM influences like Botle Service, professional photographers and selfie bullshit. That is ruining club culture, that kind of fake glamour clubbing infiltrates what is so called underground culture too, thanks to Boiler Room in some way. Yes, they might push new DJs and music, but the format of a DJ with people behind him dancing to plinky plonky music is daft, and the idea of people staying in listening to DJ’s is whack, Jack. If you look at pictures of the Loft parties of David Mancuso or the Paradise Garage or Warehouse parties of the late 80s and 90s, people are unihibited and wild, they are in the moment too, they are dancing with other people and really into dancing, not just plodding there. People also forget the importance of gay clubs and gay culture, and why this all started: Dancing, immersing yourself in the music and meeting new people. Ecstacy enabled that a lot, and acid. People today seem to want a high of invincbilty and as a status symbol, and coke use is too prevalent in poly drug use – not too rant, but people’s egos today are out of control. This “Too cool for school” attitude, roid heads and selfie queens – this is turning into a rant, I know, but people need to look back over the history of dance culture or sub culture and keep the spirit of those early years. Otherwise, we are just producing ephemeral bullshit.

Maybe, we are a bit hippy somewhat in our ideals, we believe clubbing can definitely change your life for the better if you do it right! Through events where you might meet a new friend that turns your life in a different direction, or a lover 😉 When we have done parties abroad, we’ve made new friends from other cultures.

Worst thing about clubbing these days is aggresive wunschers – we don’t like to be bothered, no DJ likes questions, especilly the dreaded wunscher (Argghh!! When they come at you brandishing their phones or saying “Can you play something we can all dance to”!!). But if someone says “Hey, I really like this stuff, do you have something like this”, it’s charming – even if it is a bit cheeky to ask, but if they know what you are trying to do as a DJ and they themselves are a DJ and enjoy it, I find it heartening that there are still people interested to expand their horizons. So, that’s my message to wunschers, say “Hey, I like that last record, maybe you have this”. I have had some nice chats with wunschers lately… They aren’t all bad, just a bit cheeky. Someone asked me for Lindstrom the other night and it was a good idea…

Die Discokugel - ein zentrales Element bei den Partys von Everybody's Darling
Die Discokugel – ein zentrales Element bei den Partys von Everybody’s Darling

Manuel: Leben können wir davon definitiv nicht. Meine Motivation war und ist es einfach, die Musik, die ich schätze, auf einer besseren Anlage als meiner eigenen zu hören. Im Idealfall erfreut, das dann auch noch ganz viele andere Menschen. Natürlich steckt auch ein gewisser Kulturauftrag dahinter. Sprich, Produzenten/DJs deren Schaffen von besonderer Bedeutung wäre, und die sonst kaum jemand bis niemand holt, nach Wien zu bringen. Kurzum: Eine Gegenkultur schaffen. Vor allem als ich anfing gab es nicht so viele Partyreihen, die Musik boten, die mir gefällt bzw. kannte ich sie halt noch nicht. Wien lief in den letzten 10 bis 15 Jahren zum Großteil Hypes hinterher anstatt selbst etwas anzureissen bzw. zu entwickeln.

Lustigerweise versuchte ich Anfang der 2000er mitzuhelfen ein paar Abstract Hip Hop Partys in Wien zu zu organisieren. Das ging soundmässig in die Richtung von Dorian Concept und Konsorten. Damals hat das nur keine Sau interessiert, bzw. ich glaub ich hab seitens der Clubpromoter nie eine Absage erhalten – ich habe nur nie wieder etwas von ihnen gehört. Von dem her erfreulich, dass die Schiene mindestens in Wien geprägt wird. Aus finanziellen Gründen kann ich es teilweise verstehen, aber viel zu vielen Promoter und DJs fehlt der Mut oder Wille, sich außerhalb des subkulturellen Mainstreams zu bewegen. Beispielsweise durfte ich vor längerer Zeit von zwei gut etablierten Szeneschaffenden erfahren, dass man in Wien gewissen Stile nicht spielen kann, weil das Publikum eben noch nicht so weit ist und du dann halt einen leeren Dancefloor hast. Ich bin übrigens anderer Meinung.

Ein anderes Problem ist, dass, nennen wir sie mal Institutionen, welche Geld etc. hätten, sehr schlecht zahlen, sich aber gleichzeitig auf die Fahne heften, Subkulturen zu fördern. Natürlich sind wir auch nicht so blöd wie wir aussehen und sind uns bewusst, dass wir uns in einer kleinen Nische bewegen und daher begrenzte Möglichkeiten haben. Und richtig finanziell eingefahren sind wir auch noch nie, in der Hinsicht kann man eh zufrieden sein. Oder um es mit Lakeside zu sagen: “Cause I am gonna play my music until the end of time, so i hope one day they like to party and we will all be doing fine”.

Zudem haben uns auch zahlreiche Journalisten, DJs, Promoter und Privatpersonen unterstützt. Vielen Dank, ich werde das nie vergessen. Ihr steht alle im Testament, vorausgesetzt es gibt dann noch was zu holen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Rob: Wien is small, but it has quite a lot of venues and ones that are not well used or appointed. I was talking with Fritz from Das Market (big up by the way, best record shop in town!), with just a little investment per venue, a lot of these places could have proper sound and lights. This is a common problem across Germany too, from DJs I’ve spoken to (PDCH, our most recent guest who lives in Brno but travels to Germany a lot notes that venues there are also pretty shoddy), venues do not look after their equipment and sound proofing, and that’s a big gripe. Our main gripe is, we have nowhere we really want to put on events. The shapes of the rooms are all wrong, there’s no decent lighting, the bar staff are rude, the costs are too high at the bar for regular people, the hire fees are a joke, the security treat you like shit (and that’s not just Wien of course, it’s clubs in general, but we noticed it a lot in Vienna).

An den Decks mit Rob Campari...
An den Decks mit Rob Campari…

In comparison to, say, London, where you have a lot of good small bars and medium size venues (which are under threat thanks to Hackney council) with broad remits for music and similar promoters who are colaborative and approachable, Wien is frustrating, as there are not many venues who do something interesting. Also, the music is very Techno dominated, and I mean the bland kind, the Beatport ghetto. It’s good that there’s a Detroit/tougher sound being pushed by nights at Werk, but the general Tech House or Deep House lifestyle background music that is around is prevalent. Most of the people who are into Cosmic, Balearic and such are older with kids now, maybe we need a disco dads and mums baby sitter network 😉 But then again, I don’t go out so much as I said, but that’s because I’ve been to the venues and know what to expect. Also, I’m a non smoker and the smoking fucks me off big time. So, I will be happy when a smoking ban comes into force! However, I doubt it will ever be enforced.

Wien has got some great record shops, DJs and producers who don’t get the exposure some of them could or bookings to merit their talent, but that’s on them too, you got to hustle. Nobody’s going to give a chance in this place and it sucks, but eat it up! Go out there, be social, or not, send out your stuff all around the world – that’s my message to producers. Fuck a local scene, you can be global with plenty of determination and research.

For the future, I would like to see some medium or small venues invest in their sound systems and lighting, or invest in sound proofing to get round the noise regulations, for Copa Kagrana or Donau to become a balearic playground, and for more promoters talking to each other and book DJs outside of the normal German producer coming to visit. We are close to so many different countries, and we at Everybody’s Darling book people from Holland, Argentina, Croatia, Czech Republic and soon Slovakia, from UK (London, Leeds, Manchester and Liverpool and Bristol now with cheap airlines!). Hopefully, we will see more medium size festivals happening, like in the UK and surrounding countries, for 2.000 – 10.000 people, like Secret Garden Party or even Camp Cosmic in Sweden as a great example. More and more outdoor parties -I know Tingel Tangel did a great outdoor one which again I was too lazy to go to!

Manuel: Es gibt wieder ein paar neue Partys und DJs, die mir zusagen. Bezogen auf die großen Clubs und die Szene bin ich zu wenig involviert, bzw. ist das halt einfach nicht meine Szene. Ich hoffe nur, dass niemand mit einem Schuldenberg aussteigt. Zwecks internationalem Vergleich: Nach meinem Musikgeschmack und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass beispielsweise Hongkong, Bukarest, Zagreb oder auch Bali mehr zu bieten haben. Die offensichtlichen Ortschaften hab ich jetzt mal nicht erwähnt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Rob: For best in career booking, not just Everybody’s Darling, I think getting Gang Of Four to come to Waves Festival or booking Ariel Pink at Donau Festival was great, but for an experience as whole through Everybody’s Darling, the first time working with Dimensions Festival and getting to play there on the beach bar on the first day and playing Todd Terje’s “Strand Bar” to lots of crazy people plus meeting lots of great people from Croatia, and meeting our now close friends Zarkoff and Yas from Florence Foster Fanclub and Disco Panonia. They are regulars at least once a year now at Everybody’s Darling, everyone should check them out and Intergalactic FM, as well as the whole Holland/Hague/Viewlexx/IF/Murder Capital/DJ Overdose/Legowelt/CBS broadcasting netwerk history and now Bordello A Paragi’s contribution to this rich Dutch history.

...und mit Manuel Dolp
…und mit Manuel Dolp

Manuel: Sehr schwierig, weil zu viele super DJs bei uns waren. Eventuell An-2, den wir mit Unterstützung von Hart aber Herzlich geholt haben. Er begann zur Peaktime mit “Mammagamma” von Alan Parsans Project und spielte ein Set, dass sich wie eine Tropeninsel im Paradies anfühlte. Selbstredend ging’s da gut ab in der Pratersauna. Der Enthusiasmus von De Dupe, Basso, Hysteric, Le Chocolat Noir oder Spacelex war auch unfassbar. C.L.A.W.S oder Dino Calvao waren in der Stadt und haben einfach mal so bei uns gespielt, auch super. MikeBurns & Van Elst haben zu später Stunde Discokiller rausgehaut wie “Voodoo Lady” von Dalvanius & The Fascinations – das vergesse ich mein Leben lang nicht. Benny Luca spielte nur unter der Bedingung, dass er mindestens 4 Stunden auflegen kann – wunderbar. Es gäbe da noch ein paar Anekdoten mehr.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Rob: Oh, definetly doing the big Dimensions party at Grelle Forelle. That experince of doing a bigish event in a slick venue put me off the costs involved and then, the service provided did not weigh up. Lots of things with the venue were not right and the money involved, and how many chunks you have to hand over to the city and taxes and agent fees and other things?

Also, crap venues – won’t name which, but many others will know. Lots of venues in Vienna for cool and interesting events have bad sound, numerous occasions and non communication of details about other parties in the venue… Not cool!

Manuel: Am schwierigsten ist es für mich dann, wenn ich dem DJ/Produzenten nicht die Bühne bieten kann, die er eigentlich verdienen würde.

Was there in your previous parties also Bookings that you definitely no longer make would? And if so, why?

Rob: I’m not going to call out any artists in particular who were difficult. Certainly, with Everybody’s Darling, we only book people who are nice, friendly and in it for the right reasons. The way we operate is, we are very frank about the parties and that we don’t spring for nice hotels. Instead, they have a home stay, we go out for meals and they often stay two or three nights, so its more like a city visit. But, I will say this, agents by and large do nothing and still want their 15% added to the fee – all promoters should refuse this and make sure the agent is taking the fee out of the artist fee, and not pay the whole fee up front. This practice is running wild – obviously, there are cowboy promoters out there, but whole fee up front is a joke. And anyway, we only work directly with artists who are happy to get their fee on the night, we’ve only come unstuck once with a group that missed their flights. That’s just my way of working, and from what I’ve learnt from over 10 years of putting on events. Too many venues and promoters are quite happy to just work with one agency, that’s fucking lazy. Make some connections, go to ADE or other big events, network, even send out e-mails maybe?

Manuel: Für mich haben alle Bookings gepasst. Mit anzüglichen bis skandalösen Einblicken kann ich leider nicht dienen. Denn alle Menschen die wir gebucht haben,egal ob national oder international sind absolute Edelsmänner/frauen. Sprich zumindest Kollegen am Anfang und bei Abreise teils sogar Freunde. Hahah, aber vielleicht solltest du die jeweililigen Kandiaten fragen ob sie, dass auch so sehen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Rob: DJ Harvey twelve hour set, MDMA punch bowl and on my hometown Bournemouth beach with nice 6ft glassy surf!! All this after AFC Bournemouth trash Chelsea 5-0.

Manuel: Ich würde Morris Day & The Time in Originalbesetzung so viel zahlen, dass sie so wie in den 80ern spielen, als sie Prince gegen die Wand gespielt haben. Ansonsten sollten ZombiSteve Moore und Majeure auch jeweils Solokonzerte geben. Was wohl machbar wäre ohne unendliche Ressourcen: Weltwirtschaft, Ignacio Marty, Intergalactic Gary, Mild Peril, DJ TBC, Len Leise, Brian Ellis, etc. etc. etc.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Rob: More foreign digger DJs who no one really knows, but we love their mixes. And then, we go play their parties in return. The gig swap is best, more promoters should do it! More strange mixes from us and more Balearic, so really unconventional music. And we weill be travelling around more, perhaps America!

Manuel: Nicht zu viel. Nein: Das eine oder andere internationale Booking, Wiener DJs, die beim Auflegen ihr Leben geben und zumindest unseren Versuch, a bissal was anderes, aber umso spezielleres zu bieten. Mit großer Vorfreude können wir noch im Jahr 2015 mit einem internationalen Hochkaräter aufwarten. Der argentinische Discogroßmeister Ric Piccolo (Bordello A Parigi) spielt bei uns in der neuen Clublokalität namens Curtain. Am 21. November dürfen wir uns also auf argentinischen Disco und edelsten House freuen. Schaut vorbei, wird sicher eine feine Geschichte.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Rob: Good to see it back and looking forward to using it and also kicking against the tyrany of Soundcloud. Mixcloud is good, but not enough intereration, so will be great to get behind this. Hate stuff like Spotify, so any kind of service that offers a mix is the way to go! Also with person made streaming services like 8 tracks and mix services, Play.fm people will realise Spotify and Soundcloud are arse hatters. If you have managed to wade through my ranting and raving – congratulations, you are a very kind person, many blessings on your head!!!

Manuel: Es mag an mir liegen, aber ich finde die Funktion zum Eintragen von Events nicht mehr. Ansonsten dufte, drängt Soundcloud vom Weltmarkt und verkauft dann alles für 300 Milliarden an Bill Gates.

Nach diesem ausführlichen Interview können wir uns wohl einigen – eine außergewöhnliche Bande mit außergewöhnlichem Musikgeschmack, nicht wahr? Eine einstündige Hörprobe davon, wie Everybody’s Darling nun konkret klingen kann, haben Manuel und Rob im folgenden “Krawall & Handkuss”-Mix zur Verfügung gestellt. Mehr davon gibt’s, wie erwähnt, am 21. November im neueröffneten Curtain mit Ric Piccolo aus Argentinien. Pflichttermin für alle, die es ein wenig abseits der Norm und dennoch fröhlich, ausgelassen und tanzbar mögen!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Pomeranze

Im Club mit: Pomeranze (Interview + Mix)

Wien ist nicht zuletzt als eine Stadt der Künste bekannt – der städtische Tourismus wird noch einige Jahrhunderte lang vom kulturellen Erbe Otto Wagners, Gustav Klimts, Egon Schiele und Kolo Mosers laben und die lokalen Veranstaltungskalender bieten regelmäßig schier unzählbare Listen von Ausstellungen, Performances und Festivals zu Film, Fotografie oder Literatur an. Kein Wunder, dass entlang der wachsenden Wiener Clubkultur auch Schnittstellen zum zeitgenössischeren Teil der Kunstszene entstehen – eine der interessantesten hat sich über die letzten Jahre in Form des Kollektivs Pomeranze etabliert. Wie es dazu kam, wozu es überhaupt kam und wozu es noch kommen wird erzählen uns die Pomeranze-Gründer im folgenden Interview.

Pomeranze – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Pomeranze stehen die drei Gründer Phil, Carlo und Christian und schlägt unser musikalisches Herz – Thomé Rozier, Kia Mann, DJ Moe und Minou Oram.

Seit wann ist Pomeranze im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner 2013 gründeten wir Pomeranze als Bühne und Plattform für befreundete Kunst- und Musikschaffende. Unser Wunsch war und ist es, das Nachtleben in Wien mitzugestalten, Künstler, die wir lieben, nach Wien einzuladen und Musik zu buchen, die uns fasziniert.

Und wie sieht es bei Pomeranze aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Aktuell in der Pratersauna, der Grellen Forelle, dem Club Titanic, früher im celeste – und immer regelmäßiger: Waren es 2013 noch drei, sind es mittlerweile schon über zehn Veranstaltungen pro Jahr. Ein Schwerpunkt unseres musikalischen Konzepts ist es Liveshows aus dem klassischen Konzertrahmen herauszubrechen und in die Clubnacht zu integrieren. Ansprechen wollen wir dabei sensible, stille, sympathische, laute, offene und großzügige Menschen.

Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna
Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Wir können nicht davon, aber damit leben. Uns motiviert die Zusammenarbeit mit Wiener und internationalen Künstlern. Es macht Spaß und ist ein Privileg, Musiker einfach nach Wien holen zu können und mit ihnen in persönlichen Kontakt zu treten. Darüber hinaus möchten wir ein Netzwerk schaffen, Pomeranze stetig wachsen lassen, immer mehr tun, immer weiter denken, andere Städte bereisen, eingeladen werden.

In Bezug auf das Veranstalten in Wien fehlt uns beispielsweise immer noch die perfekte innerstädtische Konzertlocation, um auch unter der Woche hochqualitative Livekünstler zu buchen. Dazu bereiten uns hohe Mieten, Sperrzeiten und schlechte Anlagen oft Sorgen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Das Jahr 2016 hält ein paar spannende Entwicklungen parat, da wird man heuer noch abwarten müssen. Freuen würden wir uns über einen neuen Club, neue Veranstalter und eine wachsende Zielgruppe, Menschen deren Herz für die gleiche Musik schlägt.

Nach einem gefühlten Überangebot vieler ähnlicher Veranstaltungen lichtet sich das Programm gerade wieder, es gibt aber weiterhin hochqualitative Veranstaltungen wie Ascending Waves, Basic Rhythm, Erdbahnkreuzer, Meat Market, Bliss, um nur einige zu nennen.

International wollen wir an dieser Stelle Wien nicht vergleichen, es ist besonders hier, die Stadt würden wir nicht tauschen wollen. Für die Zukunft wünschen wir uns die Abschaffung der Vergnügungssteuer und mehr staatliche Unterstützung für Kultur abseits der großen Institutionen.

Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)
Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Sternstunden waren DJ-Sets von Hunee, Kemal, HAJJ und das Feuerwerk bei unserer Bootsparty auf dem Lighthouse Festival. Zu gerne erinnern wir uns auch an die Konzerte von Touchy Mob, Easter, Antoine93, Primitive Art und alle anderen, sowie an alle glückseligen Momente, die nebelig in Gedanken bleiben und schöne TänzerInnen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Wir würden wohl ein Festival veranstalten oder direkt einen Club kaufen. Auch ohne finanzielle Limits, entstehen besondere Orte oder Nächte aber oft durch begrenzte Mittel, da Grenzen die Kreativität anregen. Keine zu sehr gemachten Räume, große Namen und zweitausend Gäste, sondern klein, fein und roh. Die Liste der von uns begehrten Namen würde wohl den Rahmen sprengen.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Oh, wir haben große Pläne, möchten wir an dieser Stelle aber noch nichts verraten, falls es dann doch nicht klappt.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Seitdem es Play.fm gibt, brauchen wir kein SoundCloud mehr.

Neugierig geworden? Hier gibt’s ein Abbild des musikalischen Schaffens von Pomeranze sowie einigen Gästen und Affiliates in Form des noch recht frischen, aber stetig wachsenden hauseigenen Podcasts zum Eintauchen und Durchhören! Updates zu zukünftigen Aktivitäten findet ihr auf TumblrFacebook und natürlich auf Play.fm!

Mixes by Pomeranze on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

DJ Beware (FM4 Unlimited)

Vienna Players #29: Beware (FM4 Unlimited)

Unsere Serie Vienna Players widmet sich heute nicht nur einem der bedeutendsten und gefragtesten, sondern auch einem der vielfältigsten Player der Wiener Musiklandschaft: DJ Beware hat sich ursprünglich vor allem als Turntablist einen Namen gemacht und durfte 2001 und 2002 für seinen Geburtsort Hong Kong bei den DMC World Championships antreten. Zwischendurch war er einer der ersten europäischen Botschafter des brasilianischen Baile Funk Movements und hat es mit Releases auf Daniel Haaksman‘s Man Recordings Label zu internationaler Hochachtung gebracht. Heute ist er in seiner Wahlheimat Österreich wohl vor allem als Co-Host (neben DJ Functionist) der täglichen Mixshow FM4 Unlimited bekannt, die, wie der Name schon erahnen lässt, sämtliche Genre-Grenzen bewusst außen vor lässt – seiner Affinität für clubtauglichen House und Techno lässt er derweil unter dem Pseudonym Mr. Ho freien Lauf, unter dem er gemeinsam mit dem Berliner Luca Luzano das gefeierte Klasse Recordings Label betreibt und unter anderem auch auf Creme Organization veröffentlicht. Unseren Fragenkatalog zum Leben und Feiern in Wien hat er in seiner Muttersprache Englisch beantwortet, wie bei seinen 25 VorgängerInnen auch natürlich von einem exklusiven Gast-Mix begleitet.

What made you end up in the music/club scene initially?
Loving music, loving to play music to people, and having fun.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What exactly is it that makes Vienna the perfect central point for your musical activites?I don’t know if its the perfect central point for my musical activities, nor would I know where that would be, but its a very nice place to live with excellent tap water.

A friend from overseas comes to visit Vienna with the intention of experiencing an unforgettable night. What evening’s entertainment do you plan for him?
I would take him to Zentralfriedhof and take some camping gear with us. In the middle of the night, when he’s asleep I would take out the white sheet that I have hidden in my backpack, put it over my head, and pretend to be a ghost.

You’re unexpectedly receiving 100 Euros. Where in town will you most probably spend it on and on what?
30 EUR at Billa on Löwengasse, 8 EUR on Marmite (expensive or what!?!) at Bobby’s English Super Market, 30 EUR at Swing Kitchen for burger, fries and drink with a friend. 20 EUR at FixDich for a new bike light. The remaining 12 EUR I would keep.

You get the chance to arrange a lineup for a whole night that just fits your personal taste, only condition: You might only choose DJs from Vienna. What does your lineup look like?
A bunch of boys and girls. Some are taller, others are shorter. All of them play music that I like and are either smiling or frowning when they DJ.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What’s the best thing about Vienna’s club scene?
The clubbers, DJs and the promoters.

What?s the most annoying thing about Vienna’s club scene?
The promoters, DJs and the clubbers. Also sometimes the smoking.

How do you spend your time when you?re not DJing, and what did your life look like before your musical career?
A whole bunch of regular stuff like paying bills, cleaning the bathroom and calling my mum and dad. Less regular stuff includes running a label, making music and thinking about getting a dog.. My life before my musical career looked like a piece of blank paper on a school desk.

In weiterer Folge freuen wir uns, euch einen einstündigen Exklusiv-Mix von Beware präsentieren zu dürfen, der sich gekonnt zwischen House, Disco, Electro und Breakbeats schlängelt. Mehr davon gibt – österreichweit im Radio und weltweit im Live-Stream –  Montags bis Freitags auf FM4 Unlimited zu hören.

Simonlebon (Luv Shack)

Vienna Players #19: Simonlebon (Luv Shack Records)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 DJs vor, die Wien zu einem großartigen ort machen, um Auszugehen, Spaß zu haben und gute Musik zu hörem. Einer davon ist definitiv Simonlebon, der die Musikkultur der Stadt im vergangenen Jahrzehnt vorangetrieben hat wie kaum ein anderer. Als Booker hat er so unterschiedliche Acts wie Shackleton, Todd Terje oder Nôze nach Wien geholt, als Mitinitiator von Project East jahrelang internationale Zusammenarbeit in Musik- und Kulturfragen gefördert und als Teil von Klein Records und Tjumy Records die heimische Label-Landschaft bereichert – wie auch seit nunmehr drei Jahren mit seinem aktuellen Baby, dem international gefeierten Luv Shack Label, das es inzwischen bereits auf fünfzehn Releases bringt. In den folgenden Zeilen erzählt er uns, warum Wien für all das ein guter Ort ist – inklusive dem obligaten Exklusiv-Mix.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Musik.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich lebe und arbeite hier, habe meine Freunde und Familie in Wien bzw. Österreich, das ist eigentlich der Hauptgrund dafür.

Simonlebon (Luv Shack)Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Für Platten im Das Market.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Slack Hippy, Se.Vero, Franjazzco, Lee Stevens.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Sie ist relativ klein und übersichtlich, was ich aber durchaus sympathisch finde, weil sie dadurch auch persönlicher ist.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Der Networking Gedanke könnte meiner Meinung nach durchaus mehr im Vordergrund stehen – wobei das natürlich subjektiv ist. Schön fände ich, wenn die Clubs es sich wieder mehr erlauben könnten, lokale Residents zu fördern und weniger auf “grosse” Namen setzen zu müssen, damit sich alles irgendwie ausgeht. Und ich finde, dass es eine Spur zu viele Veranstalter gibt für die Grösse der Stadt und der Szene.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Simonlebon (Luv Shack)Arbeiten, Luv Shack Records vorantreiben, Musik machen, Musik hören, Essen, Schlafen, Ausgehen, etwas Sport und eine möglichst gute Zeit mit Freunden & Familie verbringen

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 1996 auf einer Geburtstagsparty in einem Partykeller im 8. Bezirk
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Ca. 4.000 Platten + mehrere Tausend Tracks als Digitalfiles
  • BpM-Range: Von – bis? 80 – 130.

Eine Stunde Simonlebon im Mix findet ihr anbei – mehr davon gibt es unter anderem am 26. Juni bei der freitäglichen Klubnacht in der Pratersauna oder Tags darauf, am 27. Juni, beim Luv Shack Label-Showcase in der Grazer Postgarage unter dem Titel Shack Your Body, wo neben Simon auch die Label-Kollegen caTekk und Lee Stevens, gemeinsam bekannt als Space Echo, auftreten werden. Wer in Zukunft noch mehr Luv Shack auf Vinyl sehen möchte, kann außerdem ihre aktuelle Crowdfunding-Kampagne unterstützen, deren Ziel die Produktion einer Doppel-12″ mit allen Label-Artists und jenen, die es noch werden sollen, mit schick designtem Gatefold-Cover ist.

Makossa (Swound Sound) - photo by Niko Havranek

Vienna Players #7: Makossa (Swound Sound)

Unter dem Titel “Vienna Players” stellen wir euch im Mai und Juni insgesamt 30 DJs vor, welche die Wiener Szene besonders prägen. Und geprägt hat sie unser heutiger Portrait-Gast wie kaum ein anderer: DJ Makossa hat bereits ganze Generationen an Musikenthusiasten herangezogen. Sei es in den Achtzigern als Plattendealer im Dum Dum Records, dem ersten DJ-Shop der Stadt, und Resident in U4 und Camera Club, seit 1992 als Host der wöchentlichen Swound Sound Radio Show – anfangs auf Ö3, später und bis heute auf FM4, wo Makossa auch Musikchef ist – oder als eine Hälfte des Produzentenduos Makossa & Megablast, mit Releases auf Gigolo Records und G-Stone.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Liebe zur Musik.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Es ist meine Heimatstadt & mein Lebensmittelpunkt.

Makossa (Swound Sound)Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Abhängig vom Wochentag & den jeweilgen line-ups der div. Clubs.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Gut essen gehen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
DJ Lessi (Camera resident 70’s)
DJ Adjoni / Wolfgang Strobl (U4 resident 80’s)
DJ Arno (Soul Seduction resident 90’s)

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Stets wachsendes Angebot an Clubs, Veranstaltungen, Producern, DJs, VJs & trotzdem noch überschaubar.Makossa (Swound Sound)
Einzigartige (Outdoor) Locations.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Vinylnazis & YouTube mp3 DJs.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Family.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Herbst 1983 / Monte.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Alles ist möglich
  • Größe deiner Musiksammlung? Vinyl / Cds je ca. 20 000
  • BpM-Range: Von – bis? 0 – 180

Makossa hat für die “Vienna Players” Reihe einen Mix bereitgestellt, der zwar schon etwas älter ist, jedoch umso besser ins Konzept passt: Er beinhaltet nämlich ausschließlich Musik österreichischer Künstler, von 1995 bis 2013, von 98 bis 126 BPM! Aufgenommen im Rahmen der Swound Sound Radioshow, die er gemeinsam mit Sugar B. gestaltet. Die Aufnahme-Sessions dafür kann man auch live besuchen – in den nächsten Wochen zum Beispiel am 20. Mai im celeste, am 22. Mai im Fluc und am 27. Mai im Vienna City Beach Club, wo Makossa nebenbei seinen Geburtstag mit nicht weniger als 50 DJs feiern wird.