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Jay Rome (Blu Saphir)

Vienna Players #23: Jay Rome (Blu Saphir)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit dreißig bedeutende Akteure der Wiener Club-Szene vor. Ebendiese ist seit Jahr und Tag eng mit Drum & Bass verbunden – und das ist unter anderem Jay Rome zu verdanken. Nicht nur als begnadeter DJ, sondern seit nunmehr zehn Jahren als treibende Kraft hinter Blu Saphir und dessen diversen Sublabels trägt er dafür Sorge, dass die Trommeln und Bässe auch immer mit einem gehörigen Schuss Funk und Soul daher rollen. So umfasst der Katalog des kleinen Label-Imperiums inzwischen weit über 60 Releases von etablierten Acts wie Bungle, Big Bud, Syncopix, Bassface Sascha oder seinem Wiener Homie Paul SG – um nur einige zu nennen. Was Wien zu einem guten Headquarter für seine Mission macht erzählt uns Jay Rome in den kommenden Zeilen – nebst einem brandneuen einstündigen Exklusiv-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Meine Club Anfänge reichen knapp 20 Jahre zurück. 1994 hat es mich zuerst in die Techno Szene in Frankfurt verschlagen. Meine ersten Club Nights waren damals im Omen und im Dorian Gray. Erst später als ich ins Internat kam bin ich dann in Kontakt mit meinem guten alten Freund und DJ Mentor Mark-E. Bis dahin kannte ich Drum and Bass noch nicht und es riss mich direkt in den Bann. Mein Freund Mark-E brachte mir 1995 dann das auflegen bei und nach meiner Internatszeit bin ich dann als ausgebildeter Drum and Bass DJ zurück in meine alte Heimat Frankfurt gezogen und hab mich einer DnB crew namens System Killaz angeschlossen. Von 1998 bis zu meinem Umzug nach Wien haben wir zu dritt monatlich unsere Sendung namens “Music4ahardlife” moderiert. Die show gibt es immer noch monatlich auf FM Radio X (www.radiox.de). Mit den System Killaz gab es auch 2001 das erste Vinyl release auf S-Limited was ein Schwesterlabel von DJ Lightwood‘s label Santorin war. 2005 war dann die Geburtststunde von meinem Label Blu Saphir Recs.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Jay Rome (Blu Saphir)Nun ja meine alte Heimat (Frankfurt am Main) war und ist nicht gerade für Drum and Bass berühmt, sondern eher für House und Techno, was mich schon immer sehr genervt hat und deswegen wollte ich eigentlich schon immer raus aus meiner Stadt. Als ich meine ersten Bookings 2002 in Wien hatte, merkte ich sehr schnell das die Leute dort viel aufgeschlossener gegenüber DnB waren und das war eigentlich einer meiner Hauptgründe. Vor allen dingen hat man es von Wien nicht so weit nach Ungarn, Tschechien, Slowakei, oder Rumänien, wo ich auch regelmäßig gebucht werde.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Natürlich erstmals traditionell ne Stelze im Schweizer Hof essen und mit gutem Bier und Schnaps verdauen, danach ab in die Donau Bar und von dort dann in die Clubs, gibt ja immer genug Programm und zum Abschluss wird’s dann natürlich auch ne Eitrige und ein 16er Blech von der Würstelbude geben.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Soviel ist das ja leider gar nicht mehr. Aber ein paar Platten und n T-Shirt wären ja drin.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
MotsaJay Rome (Blu Saphir)
Franz Jazzin Otto
Aziz
DJ Crum
Burnin Tears
Kimyan Law
Kruder und Dorfmeister
Paul SG
Dorian Concept

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Das wachsende interesse and Drum and Bass.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Wenig Innovation, zuviel Copy & Paste.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Ich kümmere mich viel um meine labels (Blu Saphir, Digital Blus & Blu Saphir LTD.), darunter fallen: Merchandising, das zusammenstellen der Release Schedules, Artist Management, das erstellen von Verträgen, Kalkulation usw. Ansonsten mach ich auch regelmässig Sport und produzier in Ableton falls ich die Zeit dazu habe. Mein Leben vor meiner Musikkarriere war ziemlich so wie bei den meisten anderen auch, da ich in der Zeit noch in die Schule ging 😉

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Toe´s birthday session in der Skaterhalle in Limburg, 1997
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Die Kombination von beidem, Serato Vinyl und Vinyl 😉
  • Größe deiner Musiksammlung? Über 3000 Vinyl und mehrere TB Digital.
  • BpM-Range: Von – bis? 86-174 BPM.

Wir freuen uns, euch in weiterer Folge einen exklusiven einstündigen Streifzug durch Jay Rome’s Crates anbieten zu dürfen – einige Produktionen aus dem Hause Blu Spahir und seiner eigenen Beatschmiede inklusive. Wer mehr davon hören möchte folgt am besten seiner Facebook Page, sowie für kommende Releases natürlich der von Blu Saphir!

Doree (Switch!) - Photo by Daniel Wilinger Photografie

Vienna Players #10: Doree (Switch!/CWV)

In der Reihe Vienna Players stellen wir euch zwischen Anfang Mai und Ende Juni dreißig herausstechende Akteure der Wiener Club-Szene vor. In dieser spielt Drum & Bass seit Jahr und Tag eine große Rolle – und inmitten dieser pulsierenden Subkultur hat sich Doree innerhalb der letzten Jahre zu einer fixen Größe entwickelt. Sie ist Fixbestandteil der Wiener Jump Up Crew Switch! und den umtriebigen City Warriors Vienna, legt regelmäßig auf den Partys von Vollkontakt auf und hat in den letzten Wochen für so große Nummern wie Roni Size, Alix Perez, Fierce, Culture Shock und Mob Tactics eröffnet. Ein paar Worte über das Leben, Auflegen und Ausgehen in Wien und einen exklusiven Mix von Doree gibt es in den folgenden Zeilen!

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Also in die Clubszene, genauer gesagt in die Drum & Bass Szene, hat es mich eigentlich durch meinen damaligen Freund verschlagen. Bis dahin hab ich weder DnB gehört, noch war ich in Clubs wie Flex, Arena und Co anzutreffen.

Mir hat es damals gleich so gut gefallen, dass ich seitdem auf DnB Partys zu finden bin. Bis heute hat meine Begeisterung nicht nachgelassen – auch wenn es mal Downs gibt.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Idealer Mittelpunkt, hm.. Nachdem ich in Wien geboren bin und keinen Vergleich anstellen kann, kann ich die Frage so nicht beantworten.

Es ist auf jeden Fall so, dass die DnB Szene sehr lebendig ist, sprich, es wirklich fast schon ein Überangebot an guten DnB Partys gibt! In so einer regen Szene kann ich daher über zu wenig Bookings absolut nicht klagen.

Das Schöne ist auch, dass man sich untereinander kennt und ich viele nette Menschen kennenlernen durfte und darf. Noch dazu ist es spannend, die Entwicklung über die Jahre hinweg mitzubekommen, angefangen bei DJs, die über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden sind, bis zu österreichischen Labels, die nun auch am Musikmarkt mitmischen. Deshalb finde ich, dass ich in Wien mit meinen musikalischen Aktivitäten sehr gut aufgehoben bin.

Doree (Switch!) - photo by BetaPhotographieDu kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Ich muss sagen, dass ich generell nicht einfach so shoppen gehe, außer ich brauch etwas wirklich, was in meinem Fall zu 90% für die Musik sein wird. Daher würd ich mal schätzen, dass ich sie am ehesten in der Klangfarbe, oder im Friendly House ausgeben würde, wobei man dort mit 100 Euro nicht sehr weit kommt.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Ich würde sagen, die Vielfalt. Es gibt so viele Möglichkeiten in Wien fortzugehen und das fast die ganze Woche durchgehend. Ich denke, dass Wien für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Das sollte man echt wertschätzen.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Männer, die grapschen und aggressive Leute.

Es ist manchmal echt schlimm, mit welcher Selbstverständlichkeit Männer Frauen angrapschen. Auch anstrengend ist es, wenn total Betrunkene ihre Anmachkünste zum Besten geben. Aber dem kann ich mich mittlerweile schon ganz gut entziehen.

Was für mich gar nichts auf einer Party verloren hat, ist unnötig aggressives Verhalten. Die Leute sollen Spaß haben und den Abend genießen können.

Und, fast hätt ichs vergessen.. stehende Menschen auf der Tanzfläche, oder noch besser, in der ersten Reihe. Das ist echt demotivierend. Ich frag mich ja immer, warum sie sich nicht hinsetzen, raus gehen oder sonst was machen, wenn ihnen die Musik nicht gefällt. Obwohl vielleicht versteh ich diejenigen nur nicht und sie finden‘s eigentlich eh leiwand. Who knows ^^

Ui, wenn ich die vorige Frage betrachte, merk ich schon, da kommt der Wiener raus 😉

Doree (Switch) - Photo by BetaPhotographieLass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 13.05.2011 bei Wien’s Jump Up Party „SWITCH!“, damals noch im Badeschiff. Zwar hab ich auch schon davor mal auf einer Geburtstagsparty gespielt, oder hab wo einspringen dürfen, aber das war der erste offizielle Gig.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Angefangen hat’s mit Vinyl. Das ging auch noch echt lang, bis Mitte 2013. Dann bin ich schweren Herzens auch auf digitale Tunes umgestiegen. Zu Beginn hab ich CDs verwendet, jetzt größtenteils USBs. Es wird zwar nie dasselbe sein, aber ich hab mich relativ gut daran gewöhnt. Das heißt aber nicht, dass ich gar nicht mehr mit Vinyl auflege. Ich freu mich jedes Mal, wenn ich sie wieder einmal ausführen darf – bis auf das Gewicht, das ist weniger erfreulich!
  • Größe deiner Musiksammlung? Leider wächst ja meine Musiksammlung fast nur noch Digital, aber aus den Jahren davor konnte ich mir eine Sammlung von ca. 400 Platten aneignen, wobei sicher noch die eine oder andere dazukommen wird.
  • BpM-Range: Von – bis? Ich würd mal grob sagen von 176 bis 181, je nachdem wo und wann ich spiel. Auch durch das jeweilige DnB Subgenre variiert die BPM-Range.

Anbei noch einen Exklusiv-Mix von Doree, mit nicht weniger als 30 Tracks innerhalb von 60 Minuten. Mehr von Doree gibt es in den nächsten Wochen unter anderem am 23. Mai bei der Let It Roll Tour in der Arena, am 30. Mai bei Vollkontakt im Fluc und für alle Reisefreudigen am 19. Juni bei United Islands of Prague, dem größten City-Festival in (wie der Name schon verrät) Prag – mehr Info zu dem Riesen-Ding gibt es laufend unter hier zu finden!

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Vienna Players #2: Shroombab (High Tension Records)

Im Rahmen der Reihe Vienna Players stellen wir euch im Mai und Juni insgesamt 30 DJs vor, die man (unserer Meinung nach) kennen sollte, wenn man sich mit der Wiener Clubszene befasst. Heute präsentieren wir ein Urgestein der lokalen Drum & Bass Landschaft (und darüber hinaus): Shroombab betreibt seit 2002 das Label High Tension sowie das Projekt Junglistic Sistaz, ein Netzwerk zur globalen Vernetzung weiblicher Drum & Bass Artists, mit dem sie neben Events in Wien auch solche in London, Paris oder Brüssel realisiert hat.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Ich kam zum Studieren nach Wien und entdeckte dann relativ rasch das Flex. Die legendären Clubnights Dub Club und Sub sowie Wicked inspirierten mich, rasch selbst das Turntable-Handwerk mit good old Vinyl zu erlernen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien ist mein Lebensmittelpunkt.

shroombab_300x300_03Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Ist gerade Donnerstag, nehme ich ihn mit zum „Beat.It“ ins Flex. Ist gerade Freitag, entführe ich ihn ins Fluc zu „Vollkontakt“ oder in die Camera zu „Switch“, ist gerade Samstag machen wir uns auf die Arena zu „Mainframe“. Ist gerade Sommer, machen wir einen Abstecher in die „Pratersauna“.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Zuerst geht’s zum Della Lucia auf ein Kokoseis, dann ins vegetarische Restaurant Landia im 7. Bezirk zum Mittagessen, bevor es weiter in den Plattenladen Substance geht – falls ich es schaffe, um am Desigual Store vorbeizukommen, ohne reinzugehen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Mein persönliches Wunschkonzert wäre:
Roswell 47 (Bounce!)
Spaceant (Wicked)
Splinta (Beat.it)
Mat (Trife.Life!)
Atomique (Dubstep.at)

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass man in den meisten Clubs akzeptiert wird, egal wie alt man ist, welche Hautfarbe man hat oder wie man aussieht.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Dass es immer erst so spät losgeht, ergo Prime Time: 2.30h.

ShroombabWo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Ich schreibe. Beruflich und privat. Und normalerweise würde ich dieses Interview führen :­) Abgesehen von dieser zweiten Leidenschaft verbringe ich meine Zeit am liebsten im Wasser, Wald und Natur.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Uni Fest im Alten AKH, Sommer 1999.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Oldskool: Vinyl und CD. Verzichte derzeit auf Serato/Traktor, etc.
  • Größe deiner Musiksammlung? Zirka 800 Vinyl, unendlich viele WAV­Files.
  • BpM-Range: Von – bis? 130 – 180 BPM.

Shroombab war zuletzt fleißig im Studio und hat auf ihrem Soundcloud-Profil zuletzt einige neue Tracks mit politischen Themen als Free Download veröffentlicht. Wenn sie nicht gerade durch Russland, Südafrika, die USA oder einen anderen der über zwanzig Staaten tourt, in denen sie bisher unterwegs war, ist Shroombab auch immer wieder zuhause in Wien zu hören – unter anderem als Resident des größtem Drum & Bass Weekly der Stadt, dem Beat It! im Flex.