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United Colors Of Beton

Im Club mit: United Colors of Beton (Interview + Mix)

Wer in Wien nach freundlichen, stressfreien Partys sucht, die gänzlich ohne Hochglanzflyer, Promoted Facebook Posts und Star-DJs mit Business-Class-Flügen und Fünf-Stern-Hotelzimmern auskommen, ist mit dem United Colors of Beton Kollektiv gut beraten. Ein sympathischer Haufen erfahrener DJs, die sich schlicht aus Lust an der Laune und Liebe zur Musik zusammengerottet haben um Partys mit ebenso ausgelassener wie familiärer Atmosphäre zu schaffen. Im Interview erzählen Sie uns die Kumpanen Thomas, Roman, Kris und Rudi mehr über sich, natürlich mit einem freshen Mix im Gepäck.

United Colors of Beton – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Thomas: Hinter ucob stehen Roman (wladimir glitchcore), Kris (Kayoz), Rudi (RawShitz), Clarissa und ich (nutrasweet). Clarissa ist bei uns für alles Grafische verantwortlich. Ansonsten teilt sich die Arbeit recht gleichmäßig auf alle auf.

Seit wann ist United Colors of Beton im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Thomas: Individuell sind wir seit Ende der 90er Jahre als DJs und Promotoren unterwegs. ucob ist aus dem Wunsch entstanden, Partys für unsere Freunde zu machen. Wir sind alle schon etwas älter und wollten einen regelmäßigen Abend hosten, von Freunden für Freunde quasi. Die ersten Partys waren auch noch Free Partys, damit auch wirklich keiner eine Ausrede hat.

Roman: Die Idee wurde von Thomas und mir auf einer houztekkparty im fluc geboren. Kris (kayoz), Rudi (rawshitz) und unsere Grafikerin Clarissa, kamen quasi am nächsten Tag dazu. Die Notwendigkeit gemeinsam Parties zu veranstalten entsprang dem Bedürfnis, wieder öfter aufzulegen, unsere Liebelingsmusik selbst öfter zu hören, zu spielen und natürlich mit Freunden zu feiern.

Und wie sieht es bei United Colors of Beton aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

United Colors of Beton
Party unter Freunden: Wladimir Glitchcore back2back (hier im wahrsten Sinne des Wortes) mit Nutrasweet (Foto credit: Milla Kollinsky)

Thomas: 2015 haben wir so um die zehn Parties veranstaltet. Seit diesem Jahr haben wir im Werk unser Zuhause gefunden. Dort passt es für uns alle ganz gut. Es ist die Art von Club, in der wir uns selbst alle sehr wohl fühlen. Musikalisch wollen wir unseren Gästen einfach einen tollen Abend bieten, wobei wir zurzeit hauptsächlich im Techno und House anzutreffen sind. Allerdings wollen wir uns nicht unbedingt auf diese beiden Genres beschränken. Unsere Plattenarchive geben da noch einiges her. Wir wollen Leute ansprechen, die gerne feiern, denen der Vibe auf der Party wichtiger ist als der Name des internationalen Top DJs.

Roman: Ursprünglich ging es uns musikalisch vorzugsweise um dreckigen Techno mit industrieller Attitüde, von rauer Gangart – dark und druckvoll. Mittlerweile hat sich das natürlich wieder ein bisschen gewandelt. In Wahrheit lief bei uns nie nur eine Musikrichtung. Bei einer unserer ersten Parties in der Mangabar kamen z.B. Myriel von den Sendling Boogie Breaks aus München, und TJ Hicks vorbei. Beide hatten Platten mit und Lust sich bei uns einzuklinken. Uns war es natürlich eine Ehre die beiden an die Decks zu lassen. Im Einbaumöbel haben wir auch mal eine Party mit Steril aka Latex und Sebastian Schlachter organisiert, auf der fast ausschließlich Miami Bass und Electro lief. In letzter Zeit wird’s auch gerne wieder etwas deeper und housiger. Wir sind ja auch alle ganz unterschiedliche Typen mit unterschiedlicher musikalischer Sozialisierung und Prägung. Beim beton kommt es auf die richtige Mischung an. Ich weiss nicht ob es den typischen “ucob Sound” überhaupt gibt, aber es gibt auf jeden Fall immer eine gemeinsame Richtung.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Thomas: Also wir können uns nicht beklagen. Es wird halt generell viel gesudert in Wien. Unsere Motivation ist es, unseren Gästen einen tollen Abend zu bereiten, sowie unsere musikalische Verwirklichung. Jeder von uns legt gerne auf und wir lieben es, unsere Platten vor Publikum zu spielen.

Roman: Wir müssen zum Glück nicht vom Raven bzw. Veranstalten oder Auflegen leben. Dies erlaubt uns einen gewissen Idealismus in der musikalischen Gestaltung und im Booking. So können wir es uns erlauben auch mal Acts einzuladen, die vermutlich keine Garantie für einen vollen Laden mitbringen, die wir aber sehr schätzen und von denen wir überzeugt sind. Dieses Konzept hat bisher sehr gut funktioniert. Wenn wir, wie bei unserer Zwei-Jahres-Feier im Oktober, den Metaboman von Musik Krause aus Jena einfliegen, dann, weil er einen Sound spielt, den man hierzulande eher selten hört und weil er wunderbar zu uns passt. Der hat dann ein vierstündiges DJ-Set mit zwei Octratracks am kleinen Floor im Werk gespielt und die Leute sind extrem mitgegangen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

United Colors of Beton
Artwork by Clarissa

Kris: Entwicklung gibt es immer, da gibt es gute und schlechte. Wir versuchen uns davon weitgehend auszunehmen. Es gibt Veranstaltungen die uns interessieren und andere. Ob das der Menge nach zu viel oder zu wenig sind, können wir nicht beurteilen. Das Werk deckt eine wichtige Komponente im Clubleben ab, ein Raum ohne Konsumzwang, guter musikalischer Programmierung, ein angenehmes, ranziges, subkulturelles Ambiente und eine Crew, die mit Herzblut bei der Sache ist. Zwei Schritte weiter werden die HiFi-Raver in der Forelle bedient. Eine ebenfalls sehr wichtige Institution im Wiener Nachtleben und ein von uns sehr geschätztes Etablissement.

Roman: Mir kommt es so vor, als würde es diesen Konsenssound, der in allen Clubs läuft, in Wien immer weniger geben. Das ist eine durchaus positive Entwicklung. Ich glaube und hoffe es wird musikalisch gerade wieder etwas spezieller. Vor ein paar Jahren war es mir oft zu langweilig, da ich das Gefühl hatte, überall das Gleiche zu hören. Dies war mit Sicherheit auch ein Grund für uns, wieder etwas Eigenes zu machen. Nur zu sudern bringt da nichts.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Thomas: Die bereits erwähnte Zwei-Jahres-Feier mit Metaboman war definitiv ein Highlight! Sein Set war einfach unglaublich spannend und kam bei den Leuten sehr gut an. Er selbst war auch sehr happy und hat sich bei uns für den Abend bedankt.

Roman: Der Abend war auf jeden Fall legendär! Wobei ich mich hier auch bei allen anderen DJs bedanken muss: Laminat, .maxi von Viennoise, Doc Snyder und Je:wax aus Graz, Reiner “the legend” Mauch aus Bayern und Uciel von Houztekk aus Linz haben diese Nacht sehr bunt gestaltet. Ansonsten könnten wir hier vermutlich jede einzelne Party aufzählen. Besonders waren sie, aus meiner Sicht, alle.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Roman: Nachdem es in der Mangabar,ob der Lautstärke,Probleme mit dem Magistrat gab und wir dort nicht mehr veranstalten konnten, waren wir gezwungen mit ucob in unterschiedlichen Locations zu gastieren. Diese Unbeständigkeit war sicherlich sehr mühsam für alle beteiligten. Teilweise mussten wir unser gesamtes Equipment selbst mitbringen und eine Anlage ausleihen etc…

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nein.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Thomas: Am liebsten wäre mir eine komplette Off Location, irgendwo an der Wiener Peripherie. Vielleicht ein mehrtägiges Open Air mit einem stark improvisierten Charakter. Soundtechnisch würde ich verstärkt auf Locals setzen, eventuell zwei Bühnen, wobei eine mehr Band-Charakter hat und die zweite von DJs bespielt wird.

Roman: Auf einer Südseeinsel mit tausend Leuten, einer Handvoll internationaler Acts nach unserem Geschmack und sonst einem Lineup, das nur aus unseren Freunden und uns besteht, könnte ich es mir allerdings auch ganz gut vorstellen.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Thomas: Wir freuen uns 2016 wieder fixer Bestandteil im Werk sein zu dürfen. Am 23.01. starten wir mit der Spittelauer Kernschmelze, bei der wir gemeinsam mit den funkrooms das Werk hosten. Es wird auch wieder ein Sommerfest geben und wir werden uns auch wieder für die Flüchtlinge engagieren und im März eine Benefizveranstaltung mit Hausgemacht organisieren.

Roman: Außerdem fahren wir als ucob-DJ-Kollektiv sicher auch mal in die Bundesländer, spielen bei anderen Veranstaltungen und man darf sich auch schon auf Silvester 2016/17 freuen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Rudi: Grundsätzlich gibt es ein paar Features, welche wir noch vermissen. Dazu zählen die Möglichkeit, das Hintergrund und Profilbild zu ändern sowie das Zusammenführen von Crews und Followern. Weiters fänden wir es cool, wenn es eine Art Stammbaum gibt, wo man sieht, in welcher Beziehung die einzelnen Crews und Protagonisten zueinander stehen. Und wir vermissen eine Möglichkeit, die Liked Mixes zu sortieren.

Vielleicht noch ein paar Worte zu euren Mixen?

Roman & Thomas: Wir haben einen exklusiven und spontanen 60-Minuten-Mix für Play.fm aufgenommen. Der trifft unseren derzeitigen Stil vielleicht ganz gut.

 

Somit wäre alles gesagt, was sonst in den abschließenden Worten Platz findet, über den folgenden Mix wisst ihr ebenso bescheid wie über die nächste Party. Bleibt nur mehr beides wärmstens zu empfehlen und viel Freude damit zu wünschen!

 

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Beatmaker Sessions

Im Club mit: Beatmaker Sessions (Interview + Mix)

Vor Jahren, als wir mit Play.fm noch ein Radiostudio im MuseumsQuartier hatten, hat unser damaliger Sendungsgestalter Alan Brown uns nach dem einen oder anderen alkoholhaltigen Konzept mal seine Version vom Club der Zukunft erzählt: Damals gab es im Londoner Plastic People eClub einen Abend namens CDR, bei dem nur Musik gespielt wurde, die zuvor von noch nicht gesigneten Produzenten eingereicht wurde. Wir einigten uns, dass sich in Wien wohl niemand über sowas drüber trauen würde – und staunten nicht schlecht, als uns gar nicht so viel später der Flyer der ersten Beatmaker Sessions mit genau diesem Konzept in die Hände fiel, treffenderweise mit dem Untertitel “The Future of Music”. Gerade noch rechtzeitig vor dem vierjährigen Jubiläum – inklusive Release der neuen Beatmaker Sessions Compilation – hat sich Hauptveranstalter Alex netterweise noch Zeit genommen, mit uns über sein Projekt, die Szene und Wien und so einiges mehr zu plaudern.

Beatmaker Sessions – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Im Großen und Ganzen ist alles auf meinem Mist gewachsen. Sprich ich bin der Initiator des Events. Verantwortlich für Konzipierung, Projektmanagement, Booking, Art Direction, Ablauf, Promotion etc. Im Team und großer Bestandteil der Sessions sind DJ Straves und Wax 865, sowie unser Fotograf Dominik Vsetecka. Als auch externe Grafiker die dem Ganzen auch einen speziellen Look nach aussen verleihen.

Seit wann ist Beatmaker Sessions im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Das erste Event haben wir am 19. Dezember 2011 veranstaltet, um unseren Faible für alternative Elektronische Live Sets zu frönen und der lokalen Producer-Szene eine Plattform zu bieten.

Und wie sieht es bei Beatmaker Sessions aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Black Lotus Experiment
Black Lotus Experiment live bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Wir veranstalten von Oktober bis Mai, in den Locations fluc und celeste. Im fluc kann sich jeder Musik-Produzent der Lust und das Können hat für einen “Beatmaker L!VE Slot” bewerben, sowie seine eigenen Produktionen für das “Beatmaker DJ-Set” einreichen, das seit Anfang an fixer Bestandteil des Konzeptes ist.

Im celeste organisieren wir Special-Events mit mehr Live- und Party Charakter. Eine spezielle Richtung haben wir nie wirklich verfolgt. Wir waren von Anfang an für alle Elektronischen-Musikrichtungen offen – ganz nach unserem Motto “The Future of Music”. Das, was uns die Produzenten schicken, spielen wir, und interpretieren wir als die Zukunft der Musik. Aufgrund der Kuration der Live-Acts geht es ein bisschen mehr in die alternative elektronische und experimentelle Hip Hop Richtung. Unser Publikum besteht großteils aus lokalen Musikproduzenten und Musikinteressierten.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Davon leben können wir nicht. Da müsste man vielleicht in größeren Dimensionen arbeiten. Derzeit ist es mehr ein Hobby und Spielplatz für uns. Wir machen weiter da wir lieben, was wir machen, und aufgrund des postiven Feedbacks und Zuspruches des Publikums. Davon leben wir, und von den großartigen Momenten die wir bisher dadurch erlebten haben. Die Konkurrenz ist in Wien auf jeden Fall groß und schläft nicht. Jedoch, möchte ich behaupten, dass es so etwas wie wir machen in Wien und ganz Österreich sonst nicht gibt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Kampfsportzwillinge
Kampfsportzwillinge bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Veranstaltungen gibt es für meinen Geschmack ausreichend, wenn nicht sogar zu viele. Im Sommer als auch im Winter steht man vor einer großen Auswahl an sehr guten Club-Nights, Konzerten und Festivals. Und das nicht nur am Wochenende sondern auch unter der Woche. Ein “drei Tage wach” Weekend ist da ohne Probleme möglich. Wien kann im internationalen Wettbewerb bestimmt mithalten. Durch das Internet kann sich jeder anhören was ihm lieb ist, und man kommt entsprechend leicht an neue oder alte Musik. Die Leute sind offen und aufgrund der Größe und Vielfalt der Stadt kann man mit der richtigen Nase bestimmt auch in seiner Nische Fuß fassen und seine Traum-Veranstaltung verwirklichen. Was ich mir für die Zukunft wünschen würde ist, dass die Fördertöpfe nicht an Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem Electric Spring, vergeben werden, die die Gratis-Kultur fördern, sowie den anderen Veranstaltern, die seit Jahren für das Wachsen der Wiener Kultur einstehen, ein Bein stellen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highligts gab es einige. Viele Acts die da waren und uns einfach einen Grinser ins Gesicht zauberten. Sowie Vergleiche mit Low End Theory und Boiler Room. Als auch eine Freundin, die regelmäßig bei den Veranstaltungen ist und bei jeder meint “this is the best sound ever” – priceless. Oder Beatmaker L!VE Slots, die mit Kommentaren wie “best time of my life” nach Hause gehen. Das sind schöne Erinnerungen.

Windshadow
Windshadow bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Kann mich da an keinen schwierigen Moment erinnern. Im Großen und Ganzen lief bisher alles ganz gut.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nicht wirklich. Bei uns sind großteils lokale Acts die spielen wollen, Freude haben und daher nicht unbedingt Probleme machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Arena outdoor Stage mit Flying Lotus, Jeremy Ellis, Exile, Glitch Mob.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Beatmaker Sessions Compilation Volume 4
Out soon: Die Beatmaker Sessions Compilation Volume 4

Am 19. Dezember 2015 gibt es noch die 4-Jahresfeier im celeste, und den Album Release der Beatmaker Sessions Compilation Vol.4. Darauf freuen wir uns sehr. Weiter geht es dann im neuen Jahr mit den Sessions im fluc und celeste, sowie dem “Beatmaker Tracks Season #4” Contest im Frühling 2016. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass wir die Anzahl der Veranstaltungen wegen zeitlichen und finanziellen Gründen etwas zurückgeschraubt haben. Statt wie bisher neun Events pro Saison im fluc gibt es nur mehr fünf.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Auf jeden Fall sehr schick. Gefällt uns gut. Was uns fehlt ist das Eintragen der Events. Wobei ich irgendwo mal gelesen habe dass das wahrscheinlich eh noch integriert wird. Wir sind gespannt. 🙂 Besten Dank für das Interview!

Beatmaker Sessions

Wer dieses außergewöhnliche Veranstaltungskonzept selbst erleben will, hat – sollten wir eingangs noch nicht ausdrücklich genug darauf verwiesen haben – am kommenden Samstag, den 19. Dezember, beim Vier-Jahres-Jubiläum der Beatmaker Sessions im Celeste Gelegenheit dazu. Ebendort wird auch erstmals die vierte Ausgabe der hauseigenen Compilation vorgestellt, die es in weiterer Folge – wie ihre Vorgänger – via Bandcamp zu erwerben geben wird. Der neue Compilation-Mix wurde leider zwischen den Vorbereitungen nicht mehr ganz fertig, dafür gibt es an dieser Stelle als Warm-Up jene der Ausgaben zwei und drei und damit vorerst auch mal genug Beats von heimischen Künstlern, die ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gehört habt..!

 

 

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PLEMPLEM

Im Club mit: PLEMPLEM (Interview + Mix)

Unter dem Motto “Wir reden nicht – wir raven” sorgt PLEMPLEM seit nunmehr mehr als sieben Jahren in wechselnden Locations zwischen Wien, Graz, Salzburg, Linz und diversen Festival-Stages regelmäßig für pure Ekstase. Umso mehr ehrt es uns, dass Daniel Morgenstern, seines Zeichens Gründer, Resident und sowas wie der Head Honcho hinter dem weitgereisten Brand sich zwischen dem vielen Raven doch Zeit genommen hat, um auch mal zu reden – über PLEMPLEM, die Idee dahinter, das Veranstalten und die Szene in Wien und vieles mehr, den obligatorischen Gast-Mix inklusive!

PLEMPLEM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter dem Namen steckt eine memetische Vernetzung gleichgesinnter Seelen die mittlerweile in allen Himmelsrichtungen zu finden sind. Zuständigkeiten werden an all jene verteilt, die gerade Lust und Zeit haben am Wochenende zu raven.

Seit wann ist PLEMPLEM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC
PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC

Eigentlich bei den Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am 1. August 2008 im Camera Club. Es sollte lediglich eine Geburtstagsfeier ohne den Faktor “geschlossene Gesellschaft” werden. Fazit: Vor dem Camera Club stand bis 4:00 Uhr morgens eine Raver-Schlange, die zuweilen 20 Meter lang war! Für einen Kellerclub im Sommer eher ungewöhnlich. Zum Namen kam ich deshalb, weil ich die Party partout nicht “Geburtstagsparty” nennen wollte. Der Namen sollte eine besondere Eigenschaft besitzen, die alle anderen und natürlich auch mich selbst sowie was wir “tun werden” verbindet (und am besten beschreiben kann). Schlussendlich machte ich kurzerhand über Nacht eine ganze Corporate Identity samt Design fertig. Das ganze Programm: Slogan, Logo(s), Farbcodes, Testimonials, Videos, Plakate, Sticker, Flyer… Witzig ist, dass nach sieben Jahren die Infektionsgefahr von PLEMPLEM und dem mächtigen Slogan “Wir reden nicht – wir raven” derart mutiert ist, dass sich mittlerweile Leute unsere Logos tätowieren lassen…

Und wie sieht es bei PLEMPLEM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir kommen primär in Wien und Graz monatlich vor. Vierteljährlich auch in Linz oder Salzburg. Wir verfolgen natürlich verschiedene Konzepte und Dinge. Es soll spannend bleiben! Wir suchen neue Gründe für einen aufregenden und verspielten Abend, wir wollen neue nationale und internationale Künstler einladen, von denen wir etwas halten, das ist uns wichtig! Herauskommen tun dann zum Beispiel:

Neben guter Musik wird bei PLEMPLEM der Spaß an der Sache groß geschrieben – beispielsweise beim PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.P ➔ PLEMPLEM-Technopoker
  • P.P.P.P ➔ PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.T➔ PLEMPLEM-TechnoTombola
  • P.P.L.G ➔ PLEMPLEM lokalgenial
  • etc.

Der klassische “Ich-zahle-Eintritt-und-muss-warten-bis-der-Danceflloor-voll-ist-um-endlich-abzugehen”-Abend erwartet dich bei uns nicht!

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir sehen die Besteuerung der Tickets hierzulande als Problem an. Im europäischen Vergleich liegen wir viel zu hoch. Mich treiben andere Gründe an Events zu machen. Es gibt in meinen Augen zu wenige Clubs und Vielfalt. Es gibt viele Ansätze, aber ich finde Ansätze sind zu wenig um glücklich sein zu können 🙂

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Keine Ahnung in welche Richtung es geht 🙂 Wir machen unser Ding! Nein, es gibt nicht zu viele Veranstaltungen, aber bestimmt zu wenig für die Zielgruppe 30+. Gerade im internationalen Vergleich: Also für die Zielgruppe “Erwachsen mit Nachholbedarf” 🙂

PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action
PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

An das besagte Opening am 1. August 2008, an das Planetarium und unsere unglaublichen Abende(!) – unser verrücktes 2.500 Personen Rave in der Pratergalerie – an unsere Abende in Graz, Linz oder Salzburg…

Da ist in sieben Jahren einfach viel passiert!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Die wo wir kurz davor standen ein Event absagen zu müssen und es in der letzten Minute dennoch realisieren konnten! Das sind auch die Momente, in denen wir Ergebnisse erzielen konnten mit denen wir – vor dem erwähnten Hintergrund – niemals zu träumen gewagt hätten 🙂

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Ja, es gibt zwei Bookings. Normal denke ich 🙂

Schwierig ist die Arbeit mit internationalen Leuten nie gewesen, bis auf Alan Fitzpatrick (hat uns zweimal am Tag der Veranstaltung sitzen gelassen).

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Ich würde (aus rein sentimentalen Gründen) einfach das Planetarium für einen Abend öffnen, Johannes Heil einladen, eine fette Anlage, Nebel und Stroboskop hinstellen – fertig!

"Wir reden nicht, wir raven" - so sieht's aus!Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

2015: Gerade ging unsere wöchentliche Show auf Radio Soundportal (jeden Freitag 22-00:00 Uhr) on air.

2016: Viel Musik – Mehr dazu 2016.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Mutig! Wünschen würde ich mir mehr Interaktion und ein klareres Alleinstellungsmerkmal.

Wie bei PLEMPLEM so geraved wird, davon könnt ihr euch im folgenden Mix von Daniel Morgenstern einen Eindruck machen, der letzten Monat in der Kantine aufgezeichnet wurde und den wir euch mit Freude exklusiv präsentieren dürfen! Und wer dieses Jahr noch mit PLEMPLEM raven möchte, hat das nächste Mal am 7. Dezember im ppc (Dienstag ist ein Feiertag!) im Grazer PPC Gelegenheit, und dort gleich auf zwei Floors – am Technofloor mit den Berlinern AKA AKA und am Drum & Bass Floor mit Chris.Su aus Budapest!

 

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Electroboot

Im Club mit: ElectroBoot (Interview + Mix)

Strahlender Sonnenschein statt Stroboskopblitzen, der Duft des blauen Donauwassers statt dem von Rauch und eingetrocknetem Bier, ein Schiffsdeck anstatt eines Kellerclubs – so außergewöhnlich lässt es sich in Wien dank dem ElectroBoot feiern. Wir haben Armin, den Chefkapitän dieser Veranstaltungsreihe, zum Interview gebeten – er hat uns Rede und Antwort gestanden und ein paar schöne Live-Mitschnitte mitgebracht!

ElectroBoot – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

ElectroBoot besteht aus keinem fixen Team, auch die Aufgabenbereiche werden immer wieder neu verteilt. Es sind hauptsächlich Freunde, die das Projekt unterstützen und ihre Ideen mit einbringen, um jedes Jahr aufs Neue etwas Einzigartiges für Wien zu schaffen. Einige sind von Anfang an dabei gewesen, manche nur für die eine oder andere Veranstaltung.

Seit wann ist EletroBoot im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Geduldiges Anstellen bei der Anlegestelle...
Geduldiges Anstellen bei der Anlegestelle… (Foto credit: Georgeye)

Ich war immer viel auf Reisen um Freunde zu besuchen und mit ihnen auf die verschiedensten Festivals und Parties zu gehen. Was mich dabei interessiert hat, war natürlich in erster Linie die Musik, aber auch immer das Gesamtkonzept, von der Location angefangen bis hin zur Deko. In den vielen Jahren habe ich es aber leider nie auf eine Boot Party gechafft, sei es aus Zeitgründen oder weil sie schon ausverkauft waren. Bis heute war ich nur auf meinen eigenen.

Im Sommer 2012, nach einem Kurzbesuch in London und einer weiteren Boot Party auf die ich wieder einmal nicht gehen konnte, habe ich mich entschlossen in Wien selber eine für und mit meinen Freunden auf die Beine zu stellen. Ursprünglich sollte es nur eine private Boot Party werden, aber da es in Wien nicht so eine große Auswahl an Schiffen gibt und das kleinste welches in Frage gekommen ist für ca. 200 Gäste ausgestattet ist, war der nächste logische Schritt, einen Veranstaltungsnamen samt Logo zu gestalten, Tickets zu verkaufen und so eine öffentliche Veranstaltung daraus zu machen.

Schnell fanden sich viele Freunde um gemeinsam das Projekt ElectroBoot zu realisieren, und das Vienna Summerbreak Festival, welches Anfang September stattfand, hat sich optimal dazu angeboten es zu promoten.

So entstand in wenigen Wochen das ElectroBoot mit einem kleinen Truck im Look vom ElectroBoot Logo auf der Streetparade, Afterparty im Badeschiff und Afterhour in der Pratersauna. Es hat so viel Spass gemacht und so ein tolles Feedback bekommen, dass klar war: Es gibt 2013 eine Wiederholung.

Und wie sieht es bei ElectroBoot aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Bis 2014 fand das ElectroBoot immer nur einmal im Jahr statt, und immer auf Schiffen der DDSG, an Bord gab’s bisher immer Techno und House. Dieses Jahr haben wir ein wenig herum experimentiert, mehrmals auf Schiffen, auch von anderen Schifffahrtsunternehmen veranstaltet und auch mal Drum & Bass an Bord gehabt, aber grundsätzlich wollen wir unserer Linie treu bleiben.

Wenn eine Location außergewöhnlich ist, kann es auch gerne etwas anderes als ein Schiff sein, dann meistens aber unter einem anderen Namen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

...und ausgelassenes Feiern an Bord!
…und ausgelassenes Feiern an Bord! (Foto credit: Georgeye)

Einige können bestimmt davon leben, ich rede da aber eher von kommerziellen Groß-Veranstaltungen – die Mehrheit von Veranstaltern glaube ich nicht. Ich weiss nicht was die Motivation der anderen ist, für mich ist es, dass die Menschen für ein paar Stunden aus der Realität entspringen können und gemeinsam mit einer unglaublichen Energie kollektiv feiern.

Die behördlichen Hürden und die vielen Steuern, vor allem die Vergnügungssteuer, sind das größte Problem. Meiner Meinung nach verhindert das sicher so einiges an Kreativität, die es in unserer Stadt gibt. Ich weiß, da stehe ich sicher nicht alleine mit meiner Meinung da. Ich hoffe es wird in der Regierung bald ein Umdenken zu diesem Thema geben.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Im internationalen Vergleich ist Wien sicher noch ein wenig hinten nach, braucht sich aber auch nicht zu verstecken, es gibt einige sehr gute Clubs und Veranstaltungsreihen. Für die Größe unserer Stadt gibt es zum Teil vielleicht auch zu viele Veranstaltungen, aber ich glaube das wird sich schon einpendeln und macht die die Szene auch kreativer in der Frage, wie sie das Publikum anzieht.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Das erste ElectroBoot, der TechnoGrill Open Air im Prater letztes Jahr und das Season Opening im April gehören auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Ganz klar, die Reinigung des Schiffes nach einer exzessiven Party, um es innerhalb weniger Stunden wieder zum ursprünglichen Touristen-Dampfer herzustellen 🙂

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Ja klar, aber dazu äußere ich mich jetzt nicht.

...und nach dem fröhlichen Donauausflug heißt es rechtzeitig zur Afterparty wieder anlegen :)
…und nach dem fröhlichen Donauausflug heißt es: Rechtzeitig zur Afterparty wieder anlegen 🙂 (Foto credit: Georgeye)

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wenn Geld und Ressourcen keine Rolle spielen wäre die ganze Welt eine Riesenparty.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Das steht noch alles in den Sternen, aber man kann gespannt sein.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Dazu fällt mir nur ein Wort ein. Geil!

Da es sich in den kühlen Wintermonaten auf einem offenen Deck naturgemäß weniger gut feiern lässt, ist das ElectroBoot in den nächsten Monaten mal auf wohlverdienter Pause – wer über die nächsten Ausflüge informiert bleiben möchte, sollte unbedingt die Facebook-Page von ElectroBoot abonnieren. Zur Überbrückung hat uns die ElectroBoot-Crew außerdem sonnige Mitschnitte vom diesjährigen Season Opening zur Verfügung gestellt – insgesamt vier Stunden Musik mit so viel sonnigen Vibes, dass sich selbst der bitterste Winter gut übertauchen lässt!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Funkroom

Im Club mit: Funkroom (Interview + Mix)

Es ist kein Geheimnis, dass Techno und House – in Wien wie so ziemlich überall auf der Welt – mit den Jahren durchaus zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor geworden ist. Und so erfreulich die weiterhin steigende Reichweite für eine ehemals verkannte Subkultur grundsätzlich sein mag, ruft sie naturgemäß auch Mengen von Trittbrettfahrern auf den Plan und es entsteht eine Kluft zwischen jenen Szene-Protagonisten, die aus niederen Motiven wie wirtschaftlichem Erfolg oder gesellschaftlichem Status aktiv sind und solchen, denen man das Herzblut bei jeder Kickdrum anhört. Zu letzterer Gattung darf man die Burschen vom Funkroom getrost zählen, die seit Jahren mit nahezu fanatischer Begeisterung Platten sammeln und auflegen, internationale Acts mit ebensolchen Ambitionen in die Stadt holen, sich dabei durchaus in Understatement üben und inmitten des Marketing-Trubels lediglich vereinzelt lauter zu hören sind – einfach, weil es ihnen dermaßen wichtig ist. Viel mehr Realness geht nicht. Grund genug, Roli alias Rol:e und Oli alias Moxx im Zuge unserer Interview-Serie auszufragen!

Funkroom – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind ein Kollektiv aus Künstlern, DJs, Musikproduzenten und Plattensammlern. Gemeinsam veranstalten wir Partys, tauschen Know-How aus und pflegen unsere Freundschaft.

Seit wann ist Funkroom im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Roli: Wir kennen uns aus der Clubszene. Der gemeinsame Gedanke, dass wir die Wiener Partyszene bereichern können, führte letztendlich dazu, dass wir Funkroom ins Leben gerufen haben.

Oli: Seit 2008 ca., als ich mir ein Mixtape vom Schicki angehört habe und mit ihm zusammenarbeiten wollte. Angefangen haben wir mit Einzelveranstaltungen, als die Crew dann größer wurde, sind wir auf eine monatliche Partyreihe umgestiegen.

Moxx (Funkroom) @ Club Auslage
Moxx (Funkroom) @ Club Auslage

Und wie sieht es bei Funkroom aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Roli: Vor 3-4 Jahren starteten wir unsere monatliche Partyreihe, welche nach einem halben Jahr in den Club Auslage übersiedelte. Im Moment veranstalten wir Afterparties in Off-Locations und hosten diverse Clubnights. Aktuell immer nachzulesen auf www.funkroom.net.
Ein Auszug unserer Philosophie beschreibt unser musikalisches Konzept ziemlich genau: “We aim to live pure dj culture by presenting artists who play extended sets, that reflect diverse styles and a broad spectrum of music.”

Oli: Neben musikaffinem Publikum sind natürlich alle weiteren Ausgeher herzlich eingeladen bei uns vorbeizuschauen. Prinzipiell ist jeder willkommen, der gerne unserer Musik lauscht und einen Abend mit netten und offenen Menschen verbringen möchte. Diskriminierung jeglicher Art hat jedoch keinen Platz bei uns.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Oli: Natürlich nicht… Die Gründe, weswegen wir Partys veranstalten sind keine monetären, sondern vorwiegend gesellige und musikalische.

Roli: Die Quelle meiner Motivation sind meist neue Platten und die Performances von Kollegen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Oli: Es gibt einige seriöse Veranstalter, die ihr Bestes geben, um den Gästen ein tolles Programm zu bieten und interessante Künstler buchen. Mit denen wollen und werden wir auch zusammenarbeiten. Bei einigen kann ich jedoch nicht von einer Entwicklung sprechen, wenn seit Jahren immer dieselbe, hirnlose Musik gespielt wird… Ich würde mir generell mehr Offenheit und Toleranz gegenüber ausgefallener und artifiziellerer Tanzmusik wünschen.

Roli: Es gibt Licht und Schatten. Privat besuche ich gerne Veranstaltungen von Maschinenraum, Ascending Waves, Turbo oder die Klubnacht in der Pratersauna.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Oli: Silvester 2014 @ Metz. Das war eine unfassbare sicke Party… Gerne blicke ich auch auf einige Partys in der Auslage vor dem Umbau zurück. Ich bin im Nachhinein froh, dass wir dort veranstaltet und viele neue Leute kennengelernt haben.

Roli: Ich erinnere mich gern an Steve Rachmad und Dario Zenker in der Auslage.

Moxx & Rol:e (Funkroom)
Moxx & Rol:e (Funkroom)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Oli: Nachhause schicken und -fahren nach der Party.

Roli: Montagmorgen.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Oli: Auch wir entwickeln uns musikalisch weiter… trotzdem bereue ich keines unserer Bookings. Unsere Gäste waren sehr freundlich und wir hatten eine gute Zeit.

Roli: Die waren eigentlich alle sehr umgänglich 😉

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Roli: Jeff Mills, Mad Mike, Robert Hood @ Grelle Forelle

Oli: Stinson @ Planet Mars, open air

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Oli: Wir konzentrieren uns derzeit vor allem auf unser YOSHI Label. Hier und da übernehmen wir ein Hosting oder bespielen das Metz. Es wird aber weitere Veränderungen geben, über die wir noch nichts Konkretes berichten können.

Roli: Überraschung.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Oli: Eventuell eine Eventsektion verlinkt mit dem Artist-Profil, um live Termine auszuchecken.

Roli: Einen Downloadbutton.

Funkroom gehört praktischerweise zu jenen Veranstaltern, die wir gar nicht erst um einen aktuellen Mix bitten mussten – sie sind bei der Verbreitung ihrer musikalischen Message ohnehin so konsequent, dass der regelmäßige Mix-Upload auf Play.fm zur Selbstverständlichkeit gehört. Daher sei an dieser Stelle auf diese angenehm umfangreiche Sammlung an Mixes und Mitschnitten verwiesen, die es aus dem Funkroom ins Internet geschafft haben – Zeit nehmen lohnt sich, jeder einzelne ein Juwel! Wer mehr davon hören möchte hat dazu am 21. November in der Grellen Forelle Gelegenheit, wo Moxx den Support für Ryan Elliott übernimmt, sowie bei der Yoshi Label Night am 28. November im Metz mit Buffered Multiple – dem Techno-Moniker von Microthol!

Mixes by Funkroom on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Gerald van der Hint - one of 30 DJs from Vienna you should know!

Spot on Vienna – 30 DJs you should know

Vienna – does that ring a bell? The reference of this town probably brings up thoughts of classical music, old emperors with white beards, art nouveau buildings and Schnitzel in first place. However, Austria’s capital also offers a lively, diverse electronic music scene to discover, which not only brought up worldwide renowned artists like Dorian Concept, Patrick Pulsinger, Kruder & Dorfmeister or Camo & Krooked, but dozens and hundreds of creative, devoted individuals pushing things forward as DJs, producers, event and club promoters or operators of labels or record stores, and making it a shiny, little gem for music lovers.

Album covers of Austrian artists
You probably own at least one of those, don’t you..?

How do we know? Simple, we live here – Play.fm was founded by people from and having its headquarters in Vienna since 2004. Thus, as a kick-off for our new city channels, nothing more obvious for us to do to showcase some (thirty to be exact) of the Vienna’s most talented, demanded, interesting, forward-thinking or in any other way influential players and have them chatting about life in Vienna and the local scene as well as do what they do best: Mix up magnificent music!

So throughout the recently passed months of May and June, we did thirty interviews (in German only yet, any translation tool of your choice shall give you the overall idea though), each coming along with an exclusive mix – a collection that showcases the wide range of Vienna’s club scene, from Hip Hop, Reggae and Funk via all shades of House and Techno to Dubstep, Drum & Bass and other styles of Bass music – here’s the full list of links to the many-faceted sound of Vienna:

 

#1: Emil Berliner

Part of Junge Wilde collective and a splendid producer with releases on Great Stuff, Schönbrunner Perlen or My Best Friend.

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#2: Shroombab

Initiator of Junglistic Sistaz, a worldwide network of female Drum & Bass artists, and operator of High Tension Records.

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#3: Olinclusive

Part of DSTYCRTS, a collective of dedicated DJs and beatmakers, one half of DJ team Scooby Duo and band member of Captain Hot Dog Sauce.

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#4: DJ Mogli

Part of Treasure Isle, Vienna’s longest running sound system in regards of Roots Reggae, Dub, Rocksteady and any other authentic Jamaican sounds.

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#5: Joja

Former radio host on Superfly FM and operator of V ARE, a local initiative to blend music, visual arts, design and other disciplines of arts.

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#6: Nicole Jaey

An up and coming multi-talent (DJ, producer, live-performing artist and singer) rooted in Vienna’s leading audiovisual festival sound:frame.

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#7: Makossa

One of Austria’s longest serving DJs, head of music at nationwide public radio FM4, one part of Makossa & Megablast (with releases on Gigolo Records and G-Stone) and innovator of the term Swound Sound.

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#8: Ken Hayakawa

One of the head honchos at the Schönbrunner Perlen label and one of the most renowned Techno producers with releases on liebe*detailMusik gewinnt Freunde or Goldmin Music.

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#9: Trishes

Devoted music journalist and host of FM4’s Hip Hop show Tribe Vibes, beatmaker on Duzz Down San and curator of this year’s popfest.

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#10: Doree

One of Vienna’s freshest and already most demanded Drum & Bass DJs, representing Switch! and City Warriors Vienna.

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#11: Roman Rauch

Our town’s number one export regarding deep, analogish House these days, with a discography including releases on PhilpotEndless Flight/Mule MusiqQuintessentials and an album on klamauk.

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#12: Mia Rabe

Part of Viennoise, an artist collective combining their passion for electronic music with concerts, visual arts and exhibitions.

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#13: Laho

Vienna’s jack-of-all-trades, record dealer at Tongues, event promoter and, not least, a dedicated DJ daring to explore sounds off the beaten track.

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#14: Matt Mor

One of the town’s most demanded DJs regarding true, uncompromising Techno, promoter of Wechselstrom events and co-running the label Panterre Musique.

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#15: pocketful of g:ld 

One of the local DJs and promoters most likely to dare and deal music that’s off the public radar, running the BLVZE nights and the home-made events at Das Werk.

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#16: Mann & Klamm

A young duo fully dedicated to House, with DJ appearances between Barcelona and Istanbul and releases on Houseology, Piston Recordings and My Little Dog.

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#17: Joyce Muniz

One who has been steadily touring the world throughout the past few years, while still dropping releases on internationally aknowledged labels as 20:20 VisionTop Billin’ and Exploited.

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#18: B.Visible

One of the city’s leading beatmakers, a regular on Duzz Down San and with releases on Cosmonostro.

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#19: Simonlebon

Founding father and co-operator of internationally aknowledged Luv Shack Records and one half of the production duo Burnin’ Tears.

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#20: Pezo Fox

One of the godfathers, being busy as DJ, promoter and record dealer for 25 years, responsible for bringing artists like KRS-OneMos Def or the Wu-Tang Clan to town.

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#21: Gerald van der Hint 

Promoter of events like Meat Market and Mutter and a fully dedicated Techno- and House-DJ himself.

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#22: Christoph Wagner

Long-term host of the Jazzdination Radioshow, doing regular interviews and live-sessions with artists like Dorian ConceptLouie Austen or Brenk Sinatra.

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#23: Jay Rome

Head of Blu Saphir Records and it’s several sublabels, home for international Drum & Bass artists like BungleSyncopix and Bassface Sascha.

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#24: Slack Hippy

One of our town’s longest serving and still most demanded DJs and a regular at FM4 La Boum deluxe.

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#25: Zanshin

Part of Affine Records, as both a solo artist as well as one half of Ogris Debris, also appearing on Compost RecordsNurvous Records and disko404.

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#26: Austrian Apparel

Probably the most hyped Techno liveact Vienna has to offer at the moment, pulling their analogue synths and drum computers through all relevant clubs and festivals.

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#27: Bono Goldbaum

Mastermind behind booking and event agency Instinkt Music and booker at Die Kantine, the latest addition to Vienna’s club scene that’s booming the city with a massive Function One system.

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#28: Moogle

Music journalist at music magazine The Gap and the regional edition of Noisey and part of the Bebop Rodeo collective, that’s brought artists like Moodymann and Theo Parrish to town, as well as hosting a 100+ mixes strong podcast series.

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#29: Beware

Two-times DMC championship participant, co-host of the daily mixshow FM4 Unlimited, co-operator of critically acclaimed Klasse Recordings label and an illustrious House producer himself under his Mr. Ho moniker.

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#30: Antonia

One of Austria’s most up-and-coming talents in forward-thinking Bass music and part of the Canyoudigit collective, that’s already brought Mount KimbieHudson Mohawke or Lil Silva to town.

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Find those and a few thousand more mixes, radioshows and live recordings from Vienna, ranging back to our initial period in 2004 and even before, from long-time established artists, up-and-coming talents, dedicated record collectors and passionate bedroom DJs, in brief: music lovers, within our Vienna city channel:

https://www.play.fm/city/vienna – it’s on!

Also, be sure to stay connected for more city features to come as well as more input from our beloved hometown – as a matter of fact, it has waaaayyyyy more to offer than just those thirty…!

Tell us what´s going on in your town & upload your own mixes

If you feel there are things happening just around your corner that the world needs to learn about, feel welcome to let us know! Just write a few lines to feedback@play.fm or on our Facebook page and tell us where you live, what’s going on music wise there and which DJs, clubs and promoters are constantly changing the game there – we will surely check your hints and if we feel the same way, there’s a good chance your hood might appear within our sitemap soon with it’s very own neat city channel. And in the meanwhile: Be sure to rep your hood by uploading your own mixes!

DJ Beware (FM4 Unlimited)

Vienna Players #29: Beware (FM4 Unlimited)

Unsere Serie Vienna Players widmet sich heute nicht nur einem der bedeutendsten und gefragtesten, sondern auch einem der vielfältigsten Player der Wiener Musiklandschaft: DJ Beware hat sich ursprünglich vor allem als Turntablist einen Namen gemacht und durfte 2001 und 2002 für seinen Geburtsort Hong Kong bei den DMC World Championships antreten. Zwischendurch war er einer der ersten europäischen Botschafter des brasilianischen Baile Funk Movements und hat es mit Releases auf Daniel Haaksman‘s Man Recordings Label zu internationaler Hochachtung gebracht. Heute ist er in seiner Wahlheimat Österreich wohl vor allem als Co-Host (neben DJ Functionist) der täglichen Mixshow FM4 Unlimited bekannt, die, wie der Name schon erahnen lässt, sämtliche Genre-Grenzen bewusst außen vor lässt – seiner Affinität für clubtauglichen House und Techno lässt er derweil unter dem Pseudonym Mr. Ho freien Lauf, unter dem er gemeinsam mit dem Berliner Luca Luzano das gefeierte Klasse Recordings Label betreibt und unter anderem auch auf Creme Organization veröffentlicht. Unseren Fragenkatalog zum Leben und Feiern in Wien hat er in seiner Muttersprache Englisch beantwortet, wie bei seinen 25 VorgängerInnen auch natürlich von einem exklusiven Gast-Mix begleitet.

What made you end up in the music/club scene initially?
Loving music, loving to play music to people, and having fun.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What exactly is it that makes Vienna the perfect central point for your musical activites?I don’t know if its the perfect central point for my musical activities, nor would I know where that would be, but its a very nice place to live with excellent tap water.

A friend from overseas comes to visit Vienna with the intention of experiencing an unforgettable night. What evening’s entertainment do you plan for him?
I would take him to Zentralfriedhof and take some camping gear with us. In the middle of the night, when he’s asleep I would take out the white sheet that I have hidden in my backpack, put it over my head, and pretend to be a ghost.

You’re unexpectedly receiving 100 Euros. Where in town will you most probably spend it on and on what?
30 EUR at Billa on Löwengasse, 8 EUR on Marmite (expensive or what!?!) at Bobby’s English Super Market, 30 EUR at Swing Kitchen for burger, fries and drink with a friend. 20 EUR at FixDich for a new bike light. The remaining 12 EUR I would keep.

You get the chance to arrange a lineup for a whole night that just fits your personal taste, only condition: You might only choose DJs from Vienna. What does your lineup look like?
A bunch of boys and girls. Some are taller, others are shorter. All of them play music that I like and are either smiling or frowning when they DJ.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What’s the best thing about Vienna’s club scene?
The clubbers, DJs and the promoters.

What?s the most annoying thing about Vienna’s club scene?
The promoters, DJs and the clubbers. Also sometimes the smoking.

How do you spend your time when you?re not DJing, and what did your life look like before your musical career?
A whole bunch of regular stuff like paying bills, cleaning the bathroom and calling my mum and dad. Less regular stuff includes running a label, making music and thinking about getting a dog.. My life before my musical career looked like a piece of blank paper on a school desk.

In weiterer Folge freuen wir uns, euch einen einstündigen Exklusiv-Mix von Beware präsentieren zu dürfen, der sich gekonnt zwischen House, Disco, Electro und Breakbeats schlängelt. Mehr davon gibt – österreichweit im Radio und weltweit im Live-Stream –  Montags bis Freitags auf FM4 Unlimited zu hören.

Austrian Apparel - photo by Lukas Gansterer

Vienna Players #26: Austrian Apparel (Live)

Vienna Players, unsere Serie über 30 der bedeutendsten DJs der Wiener Szene, geht mit einem etwas außergewöhnlichen Ausreißer in die nächste Runde – unsere heutigen Protagonisten sind nämlich gar nicht als DJs unterwegs (zumindest nicht vorrangig), sondern als Live-Act. Das dafür dermaßen skillful und charmant, dass sie an dieser Stelle dennoch nicht fehlen dürfen. Die Rede ist von Sebastian und Domink alias Austrian Apparel, die sich in den letzten drei Jahren zu einem der Aushängeschilder Wiens in Sachen Techno gemausert haben und ihren Maschinenpark nunmehr zwischen so renommierten Events wie dem Lighthouse Festival, der FM4 Unlimited Clubnight und dem Urban Artforms Festival hin- und herschleppen. Für die Vienna Players Serie haben sie dennoch eines ihrer raren DJ-Sets zur Verfügung gestellt und obendrein unser fröhliches Frage- und Antwortspiel mitgespielt, doch lest und hört selbst…

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Dominik: Job und Drogen.
Sebastian: Mädchen und Geldmangel.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Austrian ApparelDominik: Qualität ist relativ gesehen überdurchschnittlich hoch.
Sebastian: Top Freunde, top Band

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Dominik: Warmup im Studio, Techno Sonntag Party im Wald, Grelle Forelle (Soundsystem !!), Afterparty mit Mirko.
Sebastian: Keine Ahnung, ich geh nicht mehr fort…

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Dominik: Essen gehen, Burger beim Artner auf der Wieden (mit MOTSA!)
Sebastian: Nachzahlungen, Erste Bank Taborstraße

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Dominik: AA+, Markus Lindner, MOTSA
Sebastian: Johannes Haidin, Zuckerwatt Leute

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dominik: Grelle Forelle
Sebastian: Soundcheck

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Dominik: Zu wenig Leute, mehr Piefke bitte!
Sebastian: Alles außer Soundcheck und Gig.

Womit verbringt ihr eure Zeit, wenn ihr nicht gerade Musik macht?
Austrian Apparel - photo credit: Thomas UnterbergerDominik: Ich liebe alle Frauen.
Sebastian: Ich umarme Bäume und Mädchen.

Lasst uns zum Schluss noch folgendes von euch wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Dominik: 2000 Cover Band (Nirvana, Peppers, etc..) / Sebastian: Schulband im Waldviertel
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Dominik: LIVE Sebastian: Toplive
  • Größe eurer Musiksammlung? Dominik: Klein. / Sebastian: Habe mir letztens 10 MP3s auf Beatport gekauft.
  • BpM-Range: Von – bis? Dominik: 30 -­ 142 BPM / Sebastian: 30 -­ 300 BPM

Der folgende Mix wurde bei einem der äußerst raren Anlässe mitgeschnitten, bei denen Austrian Apparel sich an Decks und Reglern statt Synthies und Drumcomputern zeigen, nämlich im Rahmen des diesjährigen Electric Spring Festivals im MQ – mehr hausgemachtes gibt es natürlich immer noch auf ihrem Soundcloud-Account zum Anhören und teilweise sogar Runterladen sowie auf ihrer Bandcamp Page zum Nice Price zu kaufen. Oder wahlweise dort, wo Austrian Apparel am ehesten in ihrem Element sind, nämlich live – beispielsweise am 3. Juli beim Bock auf Revo*lotion Festival zugunsten dem Flüchtlingsprojekt Ute Bock beim Böllerbauer in Stadt Haag/Niederösterreich, sowie am letzten Juli-Wochenende beim  AgratAmAgatha in Riedenburg/Bayern

Slack Hippy (FM4 Dog's Bollocks)

Vienna Players #24: Slack Hippy (FM4 Dog’s Bollocks)

Zwei Monate, eine Stadt und dreißig ihrer einflussreichsten DJs – soweit die Idee hinter unserer aktuellen Serie Vienna Players. Auf Startposition (die übrigens rein zufällig vergeben wird) #24 wartet heute ein Everybody’s Darling der lokalen Szene, auf den BeobachterInnen der Serie wohl schon längst gewartet haben: Slack Hippy, Vollblut-Vinyl-DJ ohne Genre-Grenzen seit mehr als zwei Jahrzehnten, Host und Resident-DJ bei FM4 La Boum deluxe und Inhaber einer Facebook-Wall, die längst sämtliche Diskussions-Foren und Marketing-Pages als zentrale Diskussionsplattform der Wiener Szene abgelöst hat. Als Native Speaker darf er unser Frage&Antwort-Spiel auf Englisch halten, und der exklusive Gast-Mix spricht jenseits aller Sprachbarrieren ohnehin für sich…

What made you initially end up in the music/club scene?
Going Raving with my Friends in England and watching DJs do their thing.

What exactly is it that makes Vienna the perfect central point for your musical activities?Hard to answer that, I just landed here in 1991 and didnt look back and as luck would have it the electronic music scene was just kicking off, so I joined them and here I am 24 years later.

Slack Hippy (FM4 Dog's BollocksA friend from overseas comes to visit Vienna with the intentiion of experiencing an unforgettable night. What evening’s entertainment do you plan for him?
Well , A good restauraut to kick things off, preferably with a good beer menu , I would choose Brickmakers for that . Then I would look up wots on offer club/music wise for the night and head off there. In the morning I would take them to Drechsler for breakfast and then all back to mine to end off the night.

You’re unexpectedly receiving 100 Euros. Where in town will you most probably spend it on and on what?I would hit Das Market & buy some records and save 30 -40 euros and take my lady out for dinner.

You get the chance to arrange a lineup for a whole night that just fits your personal taste, only condition: You might only choose DJs from Vienna. What does your lineup look like?
Without mentioning any names?? A fine blend of music from 4/4, Breakbeats and Leftfield with a quality warm-up DJ (warm up is important folks), a banging headliner and someone to take them into a deep journey to end the night . I think 3-4 DJs should do it, as I believe every DJ needs at least 90 minutes for a set . The longer a DJ plays the better it gets.

What’s the best thing about Vienna?s club scene?
🙂 The beer, the vast selection of clubs & bars, going out dancing with my friends.

What’s the most annoying thing about Vienna’s club scene?
The laws and govt regulations concerning running / hosting a club night can be very annoying.

How do you spend your time when you’re not DJing, and what did your life look like before your musical career?
B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin SoniWhen I am not DJing I love to garden, cook and meet good friends. I also like sampling my way through the beer scene.

At the end, please let us know the following:

  • First gig – when and where? Some illegal rave on the beach in England in 1990.
  • Vinyl, digital or something completely different? Vinyl baby.
  • Extent of your music collection? around 15000 plates, maybe more… havent counted them for ages.
  • BpM-Range: From – to? 0 – 180 BpM.

Für die Vienna Players Reihe hat Slack Hippy tief in seinen Plattenboxen gekramt und eine kunterbunte, im Kern aber durchwegs Breakbeat-lastige Selection zusammengesucht. Ähnliches gibt es jede letzten Freitag im Monat in Dog’s Bollocks, seinem monatlichem Sendeplatz in Rahmen von FM4 La Boum deluxe, zu hören. Und wer noch mehr Slack Hippy hören möchte und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, sollte sich das erste Juli-Wochenende unbedingt vormerken, an diesem spielt er nämlich gleich zwei Mal zu Gunsten des Flüchtlingsprojekts Ute Bock: Am Freitag, den 3. Juli, bei Refugees Welcome in der Grellen Forelle und Tags darauf, am 4. Juli, nur knapp eineinhalb Stunden westlich von Wien beim wunderschönen Böllerbauer im Rahmen des Bock auf Revo*lotion Festivals. Beide Veranstaltungen mit Unmengen weiterer großartiger Acts, und beide mit Reinerlös an dieses unglaublich wichtige Projekt.

Simonlebon (Luv Shack)

Vienna Players #19: Simonlebon (Luv Shack Records)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 DJs vor, die Wien zu einem großartigen ort machen, um Auszugehen, Spaß zu haben und gute Musik zu hörem. Einer davon ist definitiv Simonlebon, der die Musikkultur der Stadt im vergangenen Jahrzehnt vorangetrieben hat wie kaum ein anderer. Als Booker hat er so unterschiedliche Acts wie Shackleton, Todd Terje oder Nôze nach Wien geholt, als Mitinitiator von Project East jahrelang internationale Zusammenarbeit in Musik- und Kulturfragen gefördert und als Teil von Klein Records und Tjumy Records die heimische Label-Landschaft bereichert – wie auch seit nunmehr drei Jahren mit seinem aktuellen Baby, dem international gefeierten Luv Shack Label, das es inzwischen bereits auf fünfzehn Releases bringt. In den folgenden Zeilen erzählt er uns, warum Wien für all das ein guter Ort ist – inklusive dem obligaten Exklusiv-Mix.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Musik.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich lebe und arbeite hier, habe meine Freunde und Familie in Wien bzw. Österreich, das ist eigentlich der Hauptgrund dafür.

Simonlebon (Luv Shack)Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Für Platten im Das Market.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Slack Hippy, Se.Vero, Franjazzco, Lee Stevens.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Sie ist relativ klein und übersichtlich, was ich aber durchaus sympathisch finde, weil sie dadurch auch persönlicher ist.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Der Networking Gedanke könnte meiner Meinung nach durchaus mehr im Vordergrund stehen – wobei das natürlich subjektiv ist. Schön fände ich, wenn die Clubs es sich wieder mehr erlauben könnten, lokale Residents zu fördern und weniger auf “grosse” Namen setzen zu müssen, damit sich alles irgendwie ausgeht. Und ich finde, dass es eine Spur zu viele Veranstalter gibt für die Grösse der Stadt und der Szene.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Simonlebon (Luv Shack)Arbeiten, Luv Shack Records vorantreiben, Musik machen, Musik hören, Essen, Schlafen, Ausgehen, etwas Sport und eine möglichst gute Zeit mit Freunden & Familie verbringen

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 1996 auf einer Geburtstagsparty in einem Partykeller im 8. Bezirk
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Ca. 4.000 Platten + mehrere Tausend Tracks als Digitalfiles
  • BpM-Range: Von – bis? 80 – 130.

Eine Stunde Simonlebon im Mix findet ihr anbei – mehr davon gibt es unter anderem am 26. Juni bei der freitäglichen Klubnacht in der Pratersauna oder Tags darauf, am 27. Juni, beim Luv Shack Label-Showcase in der Grazer Postgarage unter dem Titel Shack Your Body, wo neben Simon auch die Label-Kollegen caTekk und Lee Stevens, gemeinsam bekannt als Space Echo, auftreten werden. Wer in Zukunft noch mehr Luv Shack auf Vinyl sehen möchte, kann außerdem ihre aktuelle Crowdfunding-Kampagne unterstützen, deren Ziel die Produktion einer Doppel-12″ mit allen Label-Artists und jenen, die es noch werden sollen, mit schick designtem Gatefold-Cover ist.