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Canyoudigit

Im Club mit: Canyoudigit (Interview + Mix)

Wie sehr Canyoudigit ihrer Zeit voraus sind, beschreibt ihr Februar-Booking 2013 wohl am treffendsten: Damals haben sie Baauer als sowas wie einen Geheimtipp aus dem gerade aufkeimenden Trap-Mikrokosmos gebucht – weil der Harlem Shake keine zwei Wochen vor dem Termin viral wurde, musste die Party dann kurzerhand vom Cafe Leopold ins Flex übersiedelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Massenpanik in überschaubaren Grenzen zu halten. Aber auch abseits dieses populären Beispiels definiert Canyoudigit mit Acts wie RustieMount KimbieHudson MohawkeOnra oder Letherette den Sound von morgen aktiv mit. Gastgeber kidkut hat uns im Interview einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht.

Canyoudigit – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Canyoudigit habe ich (kidkut) damals mit zwei Freunden gegründet. Shoutout an Melik & Seb1 an dieser Stelle. Seit einigen Jahren kümmere ich mich zum größten Teil aber alleine um die Events. Antonia ist seit kurzem Resident DJ und teilweise auch in die Organisation involviert. Mit Vibestar arbeiten wir oft eng zusammen, König Laho ist unser Fahrer, Ra-B der Host, KajaKo macht die Visuals und die Flyer kommen von Florian Schrödl aka the great.

Seit wann ist Canyoudigit im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner feiern wir unseren sechsten Geburtstag. Entwickelt hat sich das eigentlich ganz natürlich… Ich habe früher schon viel aufgelegt und wurde dann von einer Venue gefragt, ob ich nicht Lust hätte was bei ihnen zu machen. Yup.

Und wie sieht es bei Canyoudigit aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - Canyoudigit mit Baauer im Flex
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Canyoudigit mit Baauer im Flex

Veranstaltungen machen wir mindestens jeden zweiten Monat in der Homebase, dem Cafe Leopold und wie es sich gerade ergibt öfters auch in anderen Venues. Die Basis der Veranstaltungsreihe liegt, wie der Name vielleicht vermuten lässt, im Funk & Hip Hop. Beides spielen wir nach wie vor natürlich gerne, aber auch sehr viel “Bass Music”, Future Beats, Jersey, Disco, House, usw. Ansprechen wollen wir Menschen, die sich für Musik interessieren und/oder einfach nur eine schöne Zeit haben wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Obwohl in Wien gerade momentan sehr viel weitergeht, kann man realistisch gesehen wohl eher nicht davon leben. Problematisch sind oft grantige Nachbarn, schlechte Anlagen und das veraltete Equipment in vielen Venues. Hauptmotivation ist das Musikalische. Gute Leute nach Wien holen, mit ihnen auflegen und sich austauschen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Das Angebot an Veranstaltungen ist im Verhältnis zur Größe eigentlich enorm stark und gerade in unserem musikalischem Spektrum steht Wien aufgrund von Leuten wie Dorian Concept auch im internationalen Vergleich ziemlich gut da. Trotzdem dauert es, vielleicht auch wegen der gemütlichen Grundmentalität, immer ein bisserl länger bis die Leute gewisse Dinge annehmen und gut heißen können.

Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold
Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Afterhour mit Seven Davis Jr. am Volksgarten Pool, Hudson Mohawke der nach dem Donauinselfest mit einer Packung Gummibärli in der Hand im Celeste Beenie Man auflegt oder während dem eigenen Set von Rustie gehostet zu werden, z.B.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Englische Booking Agenturen können richtig schwierig sein. Im Grunde hat bislang aber immer alles gut geklappt.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Das ist jetzt schon sehr lange her, aber an einem Abend ist unser Hauptact plötzlich mit nacktem Oberkörper, Bier zapfend, hinter der Bar gestanden und wollte mit unserem Lichttechniker kämpfen. Im Endeffekt ist dann aber glücklicherweise nichts passiert, und zumindest rückblickend ist das dann eh eine lustige Anekdote.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Spontan: Blood orange + Skepta + King Krule + Future Brown live,
Cashmere Cat, Brick Bandits, Soichi Terada, MCDE & Kutmah b2b J Rocc DJ-Sets.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Kidkut und Antonia - die Canyoudigit-Hosts in full effect
Kidkut und Antonia – die Canyoudigit-Hosts in full effect

Am 9. Jänner 2015 feiern wir mit vielen Freunden und internationalem Booking unseren Geburtstag. Vieles weitere ist in Planung, aber noch nicht spruchreif.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die finden wir super!

Den 9. Jänner sollten sich Liebhaber von allem, was basslastig und funky ist, also schon mal vormerken: Da feiert Canyoudigit, wie gehabt im Cafe Leopold, seinen sechsten Geburtstag, und zwar mit Branko von Buraka Som Sistema und einer ganzen Reihe an befreundeten Acts aus Wien und darüber hinaus. Für die Zwischenzeit gibt’s im Anschluss zweimal Canyoudigit zum Immer-Wieder-Hören – einmal kidkut’s Warmup-Mix für den Hudson Mohawke Wahnsinn beim diesjährigen Donauinselfest, einmal Antonia exklusiv für unsere letzte Interview-Reihe!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

That Good Ẅibe Collective (interpretiert von Gersin)

Im Club mit: That Good Ẅibe Collective (Interview + Mix)

Dass die DJ- und Eventszene auch in Wien nach wie vor männlich dominiert ist, ist kein großes Geheimnis. Umso erfreulicher ist es, wenn es dann doch immer wieder weibliche Artists und Kollektive mit harter Arbeit und gutem Sound schaffen, sich darin ihren Platz zu erkämpfen. Eines der jüngsten Beispiele ist das That Good Ẅibe Collective, das sich in kürzester Zeit zu einer fixen Größe in Sachen Hip Hop und Bass Music entwickelt hat. Deshalb dürfen sie in unserer Interview-Reihe mit dreißig der bedeutendsten Player im Wiener Eventbusiness nicht fehlen – auch wenn sie bereits im Voraus eingewendet hatten, dass sie sich eigentlich mehr als DJs denn als Veranstalter definieren, aber darüber lassen wir sie am liebsten selbst erzählen.

That Good Ẅibe Collective – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter dem Namen stecken vier Ẅiber unterschiedlichster Herkunft: Cn, Marina, Tmnit und Zeisl. Wir legen auf diversen Veranstaltungen auf und veranstalten ab und zu selbst eigene Events. Facebook Event Erstellung läuft meist über Marina und Cn – von der Grafik bis zum Text. Dennoch beschließen wir gemeinsam, welche Grafik oder welcher Text passt. Die Promotion und das Spreaden übernehmen großteils Tmnit und Zeisl. Booking Anfragen, die an Land gezogen werden, sei es über die allgemeine Email Adresse, oder über persönliche Anfragen, werden gemeinsam bearbeitet.

Seit wann ist That Good Ẅibe Collective im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Tmnit, Zeisl & Marina (That Good Ẅibe Collective) @ Mon Ami
Tmnit, Zeisl & Marina (That Good Ẅibe Collective) @ Mon Ami

Uns gibt es seit März 2014. Cn, Zeisl und Sara (leider nicht mehr Teil der Crew) haben sich über eine private Facebook-Gruppe kennengelernt, auf der man sich über Musik austauschen kann. Durch ähnlichen Musikgeschmack und die motivierenden Worten eines Wiener Veranstalters (you know who you are!) war die Connection schnell gegeben. Kurz darauf kamen noch Marina und Tmnit dazu, die ebenso Teil dieser Gruppe sind.

Und wie sieht es bei That Good Ẅibe Collective aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen oder Hostings? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Einmal im Monat hosten wir im Mon Ami, unserer Lieblingsbar in 1060, einen Abend. In unregelmäßigeren Abständen findet man uns auch im Cafe Leopold. Musikalisch sind wir ursprünglich im Hip Hop zuhause, dennoch bringt jede einzelne durch ihren eigenen, persönlichen Zugang zum Genre neue Richtungen mit ein. Aufgelegt wird neben Hip Hop und Rap vorwiegend R’n’B, Soul, Funk und Future Bass. Unser Publikum ist das, welches gute Vibes feiert.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Da wir uns nicht als Veranstalterinnen im herkömmlichen Sinne sehen, können wir das schlecht einschätzen. Als DJs bekommen wir unsere Gagen und genießen den Abend mit den jeweiligen Veranstaltern, die uns buchen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Ausgehend von der Szene in der wir uns bewegen, können sich die Wiener Veranstaltungen im internationalen Vergleich sehr wohl sehen lassen … Manchmal ist es noch schwer zu unterscheiden, wo der Fokus bei manchen Veranstaltungen liegt und sich somit vieles überschneidet. Jedoch glauben wir, dass sich das mit der Zeit sowieso einpendeln wird (abhängig von der Location, der Gage usw.). Solange die Veranstalter untereinander kommunizieren, kann sich da auch keiner auf die Füße treten.

Cn & Zeisl (That Good Ẅibe Collective) @ Soundwave Croatia
Cn & Zeisl (That Good Ẅibe Collective) @ Soundwave Croatia

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Unser bisheriges Highlight war das Donauinselfest 2015, wo wir auf der Eutopia DJ/VJ Bühne Support für Acts wie Cid Rim und Hudson Mohawke sein durften. Außerdem haben unsere Ladies Cn und Zeisl das Kollektiv beim Soundwave Festival 2015 in Kroatien/Tisno vertreten. Anfang Oktober hatten wir zudem die Ehre und das Vergnügen bei Brenk’s Midnite Ride Release Party der Meute einzuheizen.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Unsere Laufbahn bisher verlief sehr unproblematisch, aber als quasi “Neulinge” im Game stellen sich Gagenverhandlungen ab und zu als Challenge heraus.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Dann würden wir ein „That Good Ẅibe“ Festival veranstalten, auf dem Questlove, die Soulection Crew und Michael Jackson um das Headlinen battlen. Die Crème de la Creme der Wiener Musik Szene dürfte natürlich auch nicht fehlen! 😉

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Erwarten darf man sich mehr Auslands- und Festivalbookings. Ansonsten stolpern wir weiterhin im Wiener Nachtleben herum, wie bisher auch. 😉 Also, darf man sich definitiv ein ziemlich cooles 2016 erwarten.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch davon wünschen?

Die Play.fm Seite hat sich, seit es sie gibt bis heute, sehr zum positiven verändert. Die Useability ist wesentlich einfacher zu handhaben und das Archiv ist durch die Jahre natürlich noch umfangreicher und größer geworden. Für richtige Musik Digger gibt es da sicher viel neues zu entdecken. Eines, was wir vielleicht bei den Mixes vermissen würden, wäre die Tracklist, aber durch Shazaam und diverse andere Apps heutzutage, vielleicht vernachlässigbar.

Zwei Hörproben von Marina gibt es im Folgenden in Form von zwei Mixes: Einmal smooth wie Schlagobers, einmal mit Senf (ob “an Siassn” oder “an Schoarfn” darf man in Wiener Tradition natürlich selbst entscheiden). Das gesamte Kollektiv gibt es dann, ein letztes Mal im alten Jahr, am Donnerstag, den 17. Dezember, zu hören – und zwar wie gewohnt in der Homebase Mon Ami!

 

senf by on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!