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The Birds & The Bees

Im Club mit: The Birds & The Bees (Interview + Mix)

Keine Veranstaltungsreihe wurde in unseren bisherigen Interviews mit der Wiener Veranstalter-Szene dermaßen oft als Inspiration genannt wie The Loud Minority. Die existiert in seiner ursprünglichen Form leider nicht mehr – in den warmen Sommermonaten leben der Spirit, die Musik und der über die Jahre entstandene Freundeskreis jedoch weiterhin in Form von The Birds & The Bees fort. Liebhaber seelenvoller Tanzmusik können die Sommerabende unter diesem Brand wahlweise am Dancefloor, im Garten oder auf der Hollywoodschaukel verbringen. Mr. Guan, seit Beginn Resident und treibende Kraft sowohl hinter The Loud Minority als auch The Birds & The Bees hat uns mehr darüber erzählt und einen schönen Mix mitgebracht.

The Birds & The Bees
Erinnerungen an einen heißen Sommer: Mr. Guan (mi.) mit den Gast-DJs Janefondas

The Birds & The Bees – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

The Birds & The Bees soll eine Anspielung an die Gefühle des Sommers, des Erwachens, der Liebe und der Leichtigkeit sein. Ich veranstalte das wöchentliche Event seit letztem Jahr solo mit Hilfe von guten Freunden die sich um Konzept und Grafik kümmern, einem Promo Team und einer fixen Crew Vorort.

Seit wann ist The Birds & The BEes im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Vor fünf Jahren rief mich ein guter alter Freund an, der damals den Volksgarten Pavillon gemanagt hat, und fragte: “Warum machst du eigentlich nichts bei uns?”. Ich fand die Idee sofort gut, ein Abend von Freunden für Freunde guter Musik in einer großartigen Garten-Location. Die Veranstaltung war als lockere sommerliche Dj Residenz gedacht und ist aus dem Loud Minority Umfeld entstanden.

Und wie sieht es bei The Birds & The Bees aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir starten jedes Jahr ab dem 1. Freitag im Mai und bespielen die Location wöchentlich bis Mitte September. Unser Publikum ist großartig, bunt durchgemischt, von Szene-Kennern, Musikern, Tänzern und Künstlern bis hin zum Städtereisenden, Expat und Anzugträger ist alles dabei. Genauso abwechslungsreich ist die Musikalische Auswahl mit dem gemeinsamen Nenner qualitativer Dance Music.

The Birds & The Bees
Bei The Birds & The Bees hat man die Wahl: Gemütlicher Garten – oder volles Haus…!

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Finanziell geht sich alles unterm Strich aus, die Motivation ist aber in erster Linie leidenschaftlicher Natur.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highlights waren zum Beispiel die “The Loud Minority” Konzert-Reihe im Porgy & Bess mit Künstlern wie Bilal, Thundercat, Aloe Blacc
Die familiären Abende damals im Roxy.. da werde ich ganz nostalgisch wenn ich daran denke. Sa-Ra Creative Partners im Planetarium!!!! Es gibt so viele…

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Nach viel Vorbereitung, Einsatz und Herzblut eine Veranstaltung mal nicht so gut gelaufen ist und man am Ende völlig erschöpft und müde Resümee ziehen muss.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nope.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

The Birds & The Bees
Bereits das Artwork vermittelt eine Idee von Sommer, Sonne und good vibes…

Ein The Birds & The Bees New Years Eve / Full Moon Special in Mexico am Strand von Tulum mit DJ Jazzy Jeff, J Rocc, Karriem Riggins. Alle Gäste werden VIP mässig eingeflogen und verpflegt 😉

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Ich freue mich jetzt schon auf The Birds & The Bees Summer Season 2016 jeden Freitag im Volksgarten Pavillon.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Mir gefallt das schönes übersichtliche Design, die Suchfunktion über Städte ist ein nettes Feature.

Auch wir freuen uns schon auf weitere wahlweise ausgelassene oder gemütliche Freitag-Abende im kommenden Sommer – am 6. Mai 2015 geht es wieder los! Etwas Sonnenschein für die kalten Wintermonate findet ihr anbei im Mix von Mr. Guan, mitgeschnitten bei der diesjährigen Closing Party von The Birds & The Bees!

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Canyoudigit

Im Club mit: Canyoudigit (Interview + Mix)

Wie sehr Canyoudigit ihrer Zeit voraus sind, beschreibt ihr Februar-Booking 2013 wohl am treffendsten: Damals haben sie Baauer als sowas wie einen Geheimtipp aus dem gerade aufkeimenden Trap-Mikrokosmos gebucht – weil der Harlem Shake keine zwei Wochen vor dem Termin viral wurde, musste die Party dann kurzerhand vom Cafe Leopold ins Flex übersiedelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Massenpanik in überschaubaren Grenzen zu halten. Aber auch abseits dieses populären Beispiels definiert Canyoudigit mit Acts wie RustieMount KimbieHudson MohawkeOnra oder Letherette den Sound von morgen aktiv mit. Gastgeber kidkut hat uns im Interview einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht.

Canyoudigit – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Canyoudigit habe ich (kidkut) damals mit zwei Freunden gegründet. Shoutout an Melik & Seb1 an dieser Stelle. Seit einigen Jahren kümmere ich mich zum größten Teil aber alleine um die Events. Antonia ist seit kurzem Resident DJ und teilweise auch in die Organisation involviert. Mit Vibestar arbeiten wir oft eng zusammen, König Laho ist unser Fahrer, Ra-B der Host, KajaKo macht die Visuals und die Flyer kommen von Florian Schrödl aka the great.

Seit wann ist Canyoudigit im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner feiern wir unseren sechsten Geburtstag. Entwickelt hat sich das eigentlich ganz natürlich… Ich habe früher schon viel aufgelegt und wurde dann von einer Venue gefragt, ob ich nicht Lust hätte was bei ihnen zu machen. Yup.

Und wie sieht es bei Canyoudigit aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - Canyoudigit mit Baauer im Flex
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Canyoudigit mit Baauer im Flex

Veranstaltungen machen wir mindestens jeden zweiten Monat in der Homebase, dem Cafe Leopold und wie es sich gerade ergibt öfters auch in anderen Venues. Die Basis der Veranstaltungsreihe liegt, wie der Name vielleicht vermuten lässt, im Funk & Hip Hop. Beides spielen wir nach wie vor natürlich gerne, aber auch sehr viel “Bass Music”, Future Beats, Jersey, Disco, House, usw. Ansprechen wollen wir Menschen, die sich für Musik interessieren und/oder einfach nur eine schöne Zeit haben wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Obwohl in Wien gerade momentan sehr viel weitergeht, kann man realistisch gesehen wohl eher nicht davon leben. Problematisch sind oft grantige Nachbarn, schlechte Anlagen und das veraltete Equipment in vielen Venues. Hauptmotivation ist das Musikalische. Gute Leute nach Wien holen, mit ihnen auflegen und sich austauschen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Das Angebot an Veranstaltungen ist im Verhältnis zur Größe eigentlich enorm stark und gerade in unserem musikalischem Spektrum steht Wien aufgrund von Leuten wie Dorian Concept auch im internationalen Vergleich ziemlich gut da. Trotzdem dauert es, vielleicht auch wegen der gemütlichen Grundmentalität, immer ein bisserl länger bis die Leute gewisse Dinge annehmen und gut heißen können.

Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold
Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Afterhour mit Seven Davis Jr. am Volksgarten Pool, Hudson Mohawke der nach dem Donauinselfest mit einer Packung Gummibärli in der Hand im Celeste Beenie Man auflegt oder während dem eigenen Set von Rustie gehostet zu werden, z.B.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Englische Booking Agenturen können richtig schwierig sein. Im Grunde hat bislang aber immer alles gut geklappt.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Das ist jetzt schon sehr lange her, aber an einem Abend ist unser Hauptact plötzlich mit nacktem Oberkörper, Bier zapfend, hinter der Bar gestanden und wollte mit unserem Lichttechniker kämpfen. Im Endeffekt ist dann aber glücklicherweise nichts passiert, und zumindest rückblickend ist das dann eh eine lustige Anekdote.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Spontan: Blood orange + Skepta + King Krule + Future Brown live,
Cashmere Cat, Brick Bandits, Soichi Terada, MCDE & Kutmah b2b J Rocc DJ-Sets.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Kidkut und Antonia - die Canyoudigit-Hosts in full effect
Kidkut und Antonia – die Canyoudigit-Hosts in full effect

Am 9. Jänner 2015 feiern wir mit vielen Freunden und internationalem Booking unseren Geburtstag. Vieles weitere ist in Planung, aber noch nicht spruchreif.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die finden wir super!

Den 9. Jänner sollten sich Liebhaber von allem, was basslastig und funky ist, also schon mal vormerken: Da feiert Canyoudigit, wie gehabt im Cafe Leopold, seinen sechsten Geburtstag, und zwar mit Branko von Buraka Som Sistema und einer ganzen Reihe an befreundeten Acts aus Wien und darüber hinaus. Für die Zwischenzeit gibt’s im Anschluss zweimal Canyoudigit zum Immer-Wieder-Hören – einmal kidkut’s Warmup-Mix für den Hudson Mohawke Wahnsinn beim diesjährigen Donauinselfest, einmal Antonia exklusiv für unsere letzte Interview-Reihe!

 

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Beatmaker Sessions

Im Club mit: Beatmaker Sessions (Interview + Mix)

Vor Jahren, als wir mit Play.fm noch ein Radiostudio im MuseumsQuartier hatten, hat unser damaliger Sendungsgestalter Alan Brown uns nach dem einen oder anderen alkoholhaltigen Konzept mal seine Version vom Club der Zukunft erzählt: Damals gab es im Londoner Plastic People eClub einen Abend namens CDR, bei dem nur Musik gespielt wurde, die zuvor von noch nicht gesigneten Produzenten eingereicht wurde. Wir einigten uns, dass sich in Wien wohl niemand über sowas drüber trauen würde – und staunten nicht schlecht, als uns gar nicht so viel später der Flyer der ersten Beatmaker Sessions mit genau diesem Konzept in die Hände fiel, treffenderweise mit dem Untertitel “The Future of Music”. Gerade noch rechtzeitig vor dem vierjährigen Jubiläum – inklusive Release der neuen Beatmaker Sessions Compilation – hat sich Hauptveranstalter Alex netterweise noch Zeit genommen, mit uns über sein Projekt, die Szene und Wien und so einiges mehr zu plaudern.

Beatmaker Sessions – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Im Großen und Ganzen ist alles auf meinem Mist gewachsen. Sprich ich bin der Initiator des Events. Verantwortlich für Konzipierung, Projektmanagement, Booking, Art Direction, Ablauf, Promotion etc. Im Team und großer Bestandteil der Sessions sind DJ Straves und Wax 865, sowie unser Fotograf Dominik Vsetecka. Als auch externe Grafiker die dem Ganzen auch einen speziellen Look nach aussen verleihen.

Seit wann ist Beatmaker Sessions im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Das erste Event haben wir am 19. Dezember 2011 veranstaltet, um unseren Faible für alternative Elektronische Live Sets zu frönen und der lokalen Producer-Szene eine Plattform zu bieten.

Und wie sieht es bei Beatmaker Sessions aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Black Lotus Experiment
Black Lotus Experiment live bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Wir veranstalten von Oktober bis Mai, in den Locations fluc und celeste. Im fluc kann sich jeder Musik-Produzent der Lust und das Können hat für einen “Beatmaker L!VE Slot” bewerben, sowie seine eigenen Produktionen für das “Beatmaker DJ-Set” einreichen, das seit Anfang an fixer Bestandteil des Konzeptes ist.

Im celeste organisieren wir Special-Events mit mehr Live- und Party Charakter. Eine spezielle Richtung haben wir nie wirklich verfolgt. Wir waren von Anfang an für alle Elektronischen-Musikrichtungen offen – ganz nach unserem Motto “The Future of Music”. Das, was uns die Produzenten schicken, spielen wir, und interpretieren wir als die Zukunft der Musik. Aufgrund der Kuration der Live-Acts geht es ein bisschen mehr in die alternative elektronische und experimentelle Hip Hop Richtung. Unser Publikum besteht großteils aus lokalen Musikproduzenten und Musikinteressierten.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Davon leben können wir nicht. Da müsste man vielleicht in größeren Dimensionen arbeiten. Derzeit ist es mehr ein Hobby und Spielplatz für uns. Wir machen weiter da wir lieben, was wir machen, und aufgrund des postiven Feedbacks und Zuspruches des Publikums. Davon leben wir, und von den großartigen Momenten die wir bisher dadurch erlebten haben. Die Konkurrenz ist in Wien auf jeden Fall groß und schläft nicht. Jedoch, möchte ich behaupten, dass es so etwas wie wir machen in Wien und ganz Österreich sonst nicht gibt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Kampfsportzwillinge
Kampfsportzwillinge bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Veranstaltungen gibt es für meinen Geschmack ausreichend, wenn nicht sogar zu viele. Im Sommer als auch im Winter steht man vor einer großen Auswahl an sehr guten Club-Nights, Konzerten und Festivals. Und das nicht nur am Wochenende sondern auch unter der Woche. Ein “drei Tage wach” Weekend ist da ohne Probleme möglich. Wien kann im internationalen Wettbewerb bestimmt mithalten. Durch das Internet kann sich jeder anhören was ihm lieb ist, und man kommt entsprechend leicht an neue oder alte Musik. Die Leute sind offen und aufgrund der Größe und Vielfalt der Stadt kann man mit der richtigen Nase bestimmt auch in seiner Nische Fuß fassen und seine Traum-Veranstaltung verwirklichen. Was ich mir für die Zukunft wünschen würde ist, dass die Fördertöpfe nicht an Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem Electric Spring, vergeben werden, die die Gratis-Kultur fördern, sowie den anderen Veranstaltern, die seit Jahren für das Wachsen der Wiener Kultur einstehen, ein Bein stellen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highligts gab es einige. Viele Acts die da waren und uns einfach einen Grinser ins Gesicht zauberten. Sowie Vergleiche mit Low End Theory und Boiler Room. Als auch eine Freundin, die regelmäßig bei den Veranstaltungen ist und bei jeder meint “this is the best sound ever” – priceless. Oder Beatmaker L!VE Slots, die mit Kommentaren wie “best time of my life” nach Hause gehen. Das sind schöne Erinnerungen.

Windshadow
Windshadow bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Kann mich da an keinen schwierigen Moment erinnern. Im Großen und Ganzen lief bisher alles ganz gut.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nicht wirklich. Bei uns sind großteils lokale Acts die spielen wollen, Freude haben und daher nicht unbedingt Probleme machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Arena outdoor Stage mit Flying Lotus, Jeremy Ellis, Exile, Glitch Mob.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Beatmaker Sessions Compilation Volume 4
Out soon: Die Beatmaker Sessions Compilation Volume 4

Am 19. Dezember 2015 gibt es noch die 4-Jahresfeier im celeste, und den Album Release der Beatmaker Sessions Compilation Vol.4. Darauf freuen wir uns sehr. Weiter geht es dann im neuen Jahr mit den Sessions im fluc und celeste, sowie dem “Beatmaker Tracks Season #4” Contest im Frühling 2016. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass wir die Anzahl der Veranstaltungen wegen zeitlichen und finanziellen Gründen etwas zurückgeschraubt haben. Statt wie bisher neun Events pro Saison im fluc gibt es nur mehr fünf.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Auf jeden Fall sehr schick. Gefällt uns gut. Was uns fehlt ist das Eintragen der Events. Wobei ich irgendwo mal gelesen habe dass das wahrscheinlich eh noch integriert wird. Wir sind gespannt. 🙂 Besten Dank für das Interview!

Beatmaker Sessions

Wer dieses außergewöhnliche Veranstaltungskonzept selbst erleben will, hat – sollten wir eingangs noch nicht ausdrücklich genug darauf verwiesen haben – am kommenden Samstag, den 19. Dezember, beim Vier-Jahres-Jubiläum der Beatmaker Sessions im Celeste Gelegenheit dazu. Ebendort wird auch erstmals die vierte Ausgabe der hauseigenen Compilation vorgestellt, die es in weiterer Folge – wie ihre Vorgänger – via Bandcamp zu erwerben geben wird. Der neue Compilation-Mix wurde leider zwischen den Vorbereitungen nicht mehr ganz fertig, dafür gibt es an dieser Stelle als Warm-Up jene der Ausgaben zwei und drei und damit vorerst auch mal genug Beats von heimischen Künstlern, die ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gehört habt..!

 

 

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That Good Ẅibe Collective (interpretiert von Gersin)

Im Club mit: That Good Ẅibe Collective (Interview + Mix)

Dass die DJ- und Eventszene auch in Wien nach wie vor männlich dominiert ist, ist kein großes Geheimnis. Umso erfreulicher ist es, wenn es dann doch immer wieder weibliche Artists und Kollektive mit harter Arbeit und gutem Sound schaffen, sich darin ihren Platz zu erkämpfen. Eines der jüngsten Beispiele ist das That Good Ẅibe Collective, das sich in kürzester Zeit zu einer fixen Größe in Sachen Hip Hop und Bass Music entwickelt hat. Deshalb dürfen sie in unserer Interview-Reihe mit dreißig der bedeutendsten Player im Wiener Eventbusiness nicht fehlen – auch wenn sie bereits im Voraus eingewendet hatten, dass sie sich eigentlich mehr als DJs denn als Veranstalter definieren, aber darüber lassen wir sie am liebsten selbst erzählen.

That Good Ẅibe Collective – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter dem Namen stecken vier Ẅiber unterschiedlichster Herkunft: Cn, Marina, Tmnit und Zeisl. Wir legen auf diversen Veranstaltungen auf und veranstalten ab und zu selbst eigene Events. Facebook Event Erstellung läuft meist über Marina und Cn – von der Grafik bis zum Text. Dennoch beschließen wir gemeinsam, welche Grafik oder welcher Text passt. Die Promotion und das Spreaden übernehmen großteils Tmnit und Zeisl. Booking Anfragen, die an Land gezogen werden, sei es über die allgemeine Email Adresse, oder über persönliche Anfragen, werden gemeinsam bearbeitet.

Seit wann ist That Good Ẅibe Collective im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Tmnit, Zeisl & Marina (That Good Ẅibe Collective) @ Mon Ami
Tmnit, Zeisl & Marina (That Good Ẅibe Collective) @ Mon Ami

Uns gibt es seit März 2014. Cn, Zeisl und Sara (leider nicht mehr Teil der Crew) haben sich über eine private Facebook-Gruppe kennengelernt, auf der man sich über Musik austauschen kann. Durch ähnlichen Musikgeschmack und die motivierenden Worten eines Wiener Veranstalters (you know who you are!) war die Connection schnell gegeben. Kurz darauf kamen noch Marina und Tmnit dazu, die ebenso Teil dieser Gruppe sind.

Und wie sieht es bei That Good Ẅibe Collective aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen oder Hostings? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Einmal im Monat hosten wir im Mon Ami, unserer Lieblingsbar in 1060, einen Abend. In unregelmäßigeren Abständen findet man uns auch im Cafe Leopold. Musikalisch sind wir ursprünglich im Hip Hop zuhause, dennoch bringt jede einzelne durch ihren eigenen, persönlichen Zugang zum Genre neue Richtungen mit ein. Aufgelegt wird neben Hip Hop und Rap vorwiegend R’n’B, Soul, Funk und Future Bass. Unser Publikum ist das, welches gute Vibes feiert.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Da wir uns nicht als Veranstalterinnen im herkömmlichen Sinne sehen, können wir das schlecht einschätzen. Als DJs bekommen wir unsere Gagen und genießen den Abend mit den jeweiligen Veranstaltern, die uns buchen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Ausgehend von der Szene in der wir uns bewegen, können sich die Wiener Veranstaltungen im internationalen Vergleich sehr wohl sehen lassen … Manchmal ist es noch schwer zu unterscheiden, wo der Fokus bei manchen Veranstaltungen liegt und sich somit vieles überschneidet. Jedoch glauben wir, dass sich das mit der Zeit sowieso einpendeln wird (abhängig von der Location, der Gage usw.). Solange die Veranstalter untereinander kommunizieren, kann sich da auch keiner auf die Füße treten.

Cn & Zeisl (That Good Ẅibe Collective) @ Soundwave Croatia
Cn & Zeisl (That Good Ẅibe Collective) @ Soundwave Croatia

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Unser bisheriges Highlight war das Donauinselfest 2015, wo wir auf der Eutopia DJ/VJ Bühne Support für Acts wie Cid Rim und Hudson Mohawke sein durften. Außerdem haben unsere Ladies Cn und Zeisl das Kollektiv beim Soundwave Festival 2015 in Kroatien/Tisno vertreten. Anfang Oktober hatten wir zudem die Ehre und das Vergnügen bei Brenk’s Midnite Ride Release Party der Meute einzuheizen.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Unsere Laufbahn bisher verlief sehr unproblematisch, aber als quasi “Neulinge” im Game stellen sich Gagenverhandlungen ab und zu als Challenge heraus.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Dann würden wir ein „That Good Ẅibe“ Festival veranstalten, auf dem Questlove, die Soulection Crew und Michael Jackson um das Headlinen battlen. Die Crème de la Creme der Wiener Musik Szene dürfte natürlich auch nicht fehlen! 😉

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Erwarten darf man sich mehr Auslands- und Festivalbookings. Ansonsten stolpern wir weiterhin im Wiener Nachtleben herum, wie bisher auch. 😉 Also, darf man sich definitiv ein ziemlich cooles 2016 erwarten.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch davon wünschen?

Die Play.fm Seite hat sich, seit es sie gibt bis heute, sehr zum positiven verändert. Die Useability ist wesentlich einfacher zu handhaben und das Archiv ist durch die Jahre natürlich noch umfangreicher und größer geworden. Für richtige Musik Digger gibt es da sicher viel neues zu entdecken. Eines, was wir vielleicht bei den Mixes vermissen würden, wäre die Tracklist, aber durch Shazaam und diverse andere Apps heutzutage, vielleicht vernachlässigbar.

Zwei Hörproben von Marina gibt es im Folgenden in Form von zwei Mixes: Einmal smooth wie Schlagobers, einmal mit Senf (ob “an Siassn” oder “an Schoarfn” darf man in Wiener Tradition natürlich selbst entscheiden). Das gesamte Kollektiv gibt es dann, ein letztes Mal im alten Jahr, am Donnerstag, den 17. Dezember, zu hören – und zwar wie gewohnt in der Homebase Mon Ami!

 

senf by on play.fm

 

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Foto credit: Matthäus Beczak

Im Club mit: Fear le Funk (Interview + Mix)

Wenn das Wiener Publikum neben den zahlreichen wöchentlichen DJ-Lines auch in den Genuss von Live-Konzerten von so namhaften Hip Hop Acts wie Apollo Brown, Guilty Simpson, Elzhi, Retrogott & Hulk Hodn, Rapsody & 9th Wonder oder Black Milk kommt, dann ist das der Crew von Fear le Funk zu verdanken. Kurz nach der vierjährigen Jubiläumsparty haben die Mitgründer, Mitveranstalter und Residents Ottomatic und Stanley Stiffla uns mehr über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihres Projekts erzählt und gleich einen wunderschönen Mix mitgebracht..!

Fear le Funk – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter diesem Namen stehen Nina, Mat, Ottomatic und Stanley Stiffla. Wir machen jetzt seit mittlerweile vier Jahren Veranstaltungen im Bereich Hip Hop hier in Wien. Anfangs war es eher so, dass wir hauptsächlich Produzenten zu unseren Happenings eingeladen hatten, mittlerweile sind wir da aber breit gefächert, haben sowohl DJ- und Producer-Sets als auch Konzerte, die wir aber immer im Rahmen einer Party über den gesamten Abend anlegen. Ottomatic und Stanley Stiffla fungieren als Resident-Djs, ansonsten sind wir zu viert ständig im Austausch über mögliche Bookings, anstehende Termine und organisieren und bewerben die gemeinsamen Abende.

Seit wann ist Fear le Funk im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Uns gibt es seit Oktober 2011. Gerade vor wenigen Wochen haben wir im WUK zusammen mit dem Kölner Label Entbs unser 4-jähriges Bestehen gefeiert. Peace an dieser Stelle an Chlodwigplatz Pütz Money und die Jungs!

Wie es dazu gekommen ist, dass wir Partys machen? Alles begann an sich damit, dass Stanley eine tatkräftige Truppe zusammenstellen wollte und uns alle kontaktiert und gefragt hat, ob es Interesse gäbe, gemeinsam Partys in Wien zu machen, die ihren Schwerpunkt zu Beginn vor allem auf Independent Producer legen wollten. Mat, Ottomatic und Stanley kannten sich dabei schon einige bis viele Jahre aus guten Freundschaften heraus. Nina stieß dann Mitte 2013 dazu. Da wir alle einen ähnlichen Zugang zu Hip Hop haben, war anfangs ziemlich schnell klar, dass wir das so angehen wollen und machen werden.

Und wie sieht es bei Fear le Funk aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)
Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)

So übers Jahr gesehen machen wir an die fünf, sechs Veranstaltungen, phasenweise etwas mehr, dann wieder etwas weniger -je nachdem, was gerade möglich ist. Stanley Stiffla und Ottomatic legen ansonsten auch immer wieder bei anderen Veranstaltungen auf. Der simple Grundsatz lautet: Wir laden immer nur Artists ein, die wir auch selbst hören, feiern und schätzen. Vom Konzept her sollte es mit seinen Wurzeln immer im Hip Hop bleiben und idealerweise nationale und internationale Artists zusammenführen, auch wenn Genre-Überschneidungen natürlich kein Ausschlussgrund für uns sind. Wir haben ja auch schon Kooperationsveranstaltungen mit Canyoudigit, Beat Science oder dem Soundwave Croatia Festival gemacht, wo es dann vom Sound her etwas futuristischer zur Sache ging.

Was das Publikum betrifft, wollen wir niemanden aus- oder eingrenzen, das ist für uns so seit dem Start mit dem Ding ganz klar. Alle die sich für unsere Veranstaltungen und die auftretenden Künstler*innen interessieren, sind willkommen und sollen im Idealfall einfach eine gute Zeit mit den Artists und uns haben. Quality Time oder so ähnlich.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir wollen und müssen zum Glück nicht davon leben. 😉 Wir versuchen ganz einfach nur, dass sich die Veranstaltungen, so gut es eben möglich ist, selbst finanzieren. Was überbleibt, wird eins zu eins in weitere Veranstaltungen gesteckt. Uns macht es nach wie vor großen Spass, auch wenn bis zum Auftritt der eingeladenen Artists am Abend der Veranstaltung und bis die Party hoffentlich funktioniert natürlich jede Menge Arbeit steckt. Vor allem Stanley kann davon ein Lied singen, tut sich das Organisatorische wie alle anderen aus unserem Quartett aber auch gerne an, sonst ginge es sowieso nicht. Ebenso wäre vieles ohne Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis so sicherlich nicht realisierbar gewesen.

Daher: Ein dickes Dankeschön an alle die uns unterstützen und unterstützt haben über die letzten Jahre! Viel Liebe.

Die Motivation kommt aus der Begeisterung zur Musik, unseren vergangenen Abenden und natürlich auch durch die Reaktionen unseres Publikums. In diesem Sinn: Nur die Liebe zählt oder wie es der Retrogott so schön sagt: “Peace, Unity, Love & having Fun!”

Wenn es ein Hauptproblem gibt, dann ist es für uns sicherlich die geeignete Location zur angedachten Veranstaltung zu finden. Da wir unsere Dinger nicht immer in den selben Locations veranstalten und sie idealerweise auch an die Gegebenheiten des Abend-Ambientes anpassen wollen, ist das vielleicht hin und wieder das größte Problem. Die Dichte der Veranstaltungen steigt in Wien insgesamt, das macht es für uns natürlich nicht gerade einfacher, ist aber an sich nichts Negatives.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)
Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)

Für uns hat Wien in Sachen Hip Hop in den vergangenen Jahren auf jeden Fall den Anschluss zu anderen europäischen Metropolen wie London, Paris und Berlin geschafft. Die Dichte, die Qualität aber auch die Nachfrage im Independent-Bereich sind sicherlich gestiegen. Woran es eventuell noch mangelt, sind mehr dieser kleinen aber feinen Wiener Clubs mit guter Anlage, für 150-300 Leute, in zentraler Lage. Da könnte sicherlich etwas mehr gehen. Wie auch medial sicherlich noch etwas mehr Support wünschenswert wäre. Die Clubs, die es gibt und die auch anspruchsvolleres Programm supporten, machen ihren Job aber gut bis herausragend, wenn ihr uns fragt. Siehe Cafe Leopold, Celeste, B72 oder auch das Porgy & Bess, WUK, Flex, das Loft, die Forelle oder Sauna, egal wie sympathisch man die einzelnen Venues jetzt findet oder nicht. Wenn man aber gerüchteweise hört, dass letztgenannte eventuell in ihrer aktuellen Form schon bald wieder Geschichte ist und ein weiterer Kommerzparty-Tempel daraus werden soll, ist das natürlich mehr als traurig und schade.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Puh… Da waren doch einige Abende dabei… Wenn wir welche hervorheben müssen, dann sicherlich zuletzt im Juni der Abend im Porgy & Bess mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh. Die Nächte im B72 mit Guilty Simpson, Phat Kat und Elzhi oder im Cafe Leopold mit Radio Love Love oder Figub Brazlevič und S. Fidelity waren auch absolut Hammer. Unsere bisher größte und letzte Veranstaltung im WUK mit den Jungs von Entbs war aber auf jeden Fall einfach nur unfasslich dope (hoffentlich nicht nur für uns 😉 ). Ansonsten ist sowas wirklich schwierig… Wir erinnern uns an viele feine Nächte, auch die “kleineren” Rap-ins-Gesicht Dinger im Einbaumöbel oder die anfänglichen Shows in der Auslage hatten ihre absoluten Höhepunkte.

Zusätzlich war auch die Produktion unserer 2xLP-Compilation, welche anlässlich unseres 2-jährigen Bestehens entstanden und via Vinyl und digital erschienen ist, eine sehr, sehr coole Erfahrung. Dafür auch nochmal Props und Liebe an alle involvierten Künstler*innen, die uns das zugetraut und uns mit ihren musikalischen Schätzen unterstützt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Mit Sicherheit unser Abend mit 9th Wonder und Rapsody im Viper Room. Der war zwar musikalisch sehr gelungen, das Wiener Publikum hat uns damals aber leider anscheinend etwas übersehen oder vergessen… Lag wohl auch am Termin. Schade, aber ist passiert.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)
Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)

Nein, absolut nicht! Wir sind da möglicherweise sogar ein bisschen verwöhnt, jeder Artist war auf seine persönliche Art und Weise absolut schätzenswert und top. Da können wir nur eines behaupten: Wie die Musik so auch die Künstler und Menschen dahinter -für uns auf jeden Fall sehr dope!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Auf jeden Fall mal nicht irgendein wacker Hype, ohne Namen zu nennen und damit wiederum Werbung für diese zu machen. 😉

Die Party unserer Träume? Das wäre wohl ein zweitägiges Open Air Festival, zentral in Wien – eventuell im Prater – gelegen, mit allen Künstlern von Stones Throw, Entbs, Mello Music Group, Bastard Jazz, Hector Macello, Melting Pot Music, Redefinition, den Funkverteidigern, Beatgeeks, Ecke Prenz, Radio Love Love, Waxolutionists, Sichtexot, Jakarta, VOZ, Wortsport Entertainment, Flava In Ya Ear, der 1bm-Freestylesession Crew, Huhnmensch & böser Wolf, Kroko Jack, A Tribe Called Quest, Jurassic 5, De la Soul, Kool Keith, Run The Juwels, Action Bronson, Kaytranada, DJ Premier und Kendrick Lamar (die Reihenfolge ist dabei beliebig zu setzen).

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden nicht viel ändern: weiterhin hoffentlich fette, unterhaltsame und feine Abende! Am 7. Dezember 2015 begrüßen wir erstmal zum Jahresabschluss Apollo Brown Guilty Simpson, Phat Kat und die Demograffics im B72. Im Februar 2016 duellieren sich dann Radio Love Love und Ecke Prenz im Salon des Cafe Leopold. Und dann lassen wir uns mal überraschen, was noch so alles auf uns zukommt. Im Oktober feiern wir auf jeden Fall unseren fünften Geburtstag gebührend.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Wir kennen Play.fm ja schon lange und schätzen die Seite sehr. Die neue Homepage sieht ganz cool aus. Eventuell könnte man noch aktuelle Termine zu den gefeatureten Mixes in irgendeiner Form einbinden, dann hilft das auch den Veranstaltern. 😉

Anbei freuen wir uns, euch einen Mix von DJ Ottomatic präsentieren zu dürfen, in dem erdie jüngste Vier-Jahres-Party von Fear le Funk mit Retrogott & Hulk Hodn Revue passieren lässt – weiter geht’s am 7. Dezember im B72, mit Guilty Simpson, Apollo Brown, Phat Kat und den Demograffics live am Mikrofon und den Beat-Geräten!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Prasselbande

Im Club mit: Prasselbande (Interview + Mix)

Die Prasselbande darf man getrost zu jenen Crews zählen, die in den letzten paar Jahren am meisten Schwung in die Wiener Clubszene gebracht haben – und das obwohl sie sich musikalisch so überhaupt nicht festlegen mag. Auf ihrer monatlichen Haus- und Hofparty, dem Bande à Part im Cafe Leopold, darf man zwischen Hip Hop, Beats, Disco, House, Grime und Bass Music so ziemlich alles erwarten, was Spaß macht. Wodurch sich die Prasselbande denn definiert erzählen uns Matija, Markus, Jakob und Dominik im Interview!

Prasselbande – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Matija: Wie bei jeder Schulband hatten auch wir den Namen bevor wir überhaupt wussten, was und wie und wo.

Markus: Wer für was zuständig ist, wissen wir selbst nicht so genau, aber meistens schaffen wir es die Arbeit gut aufzuteilen, so dass niemand einen Monat schlafen kann ohne für unsere Parties zu arbeiten.

Dominik: Prasselbande bedeutet Freundschaft, Freiheit, Gleichberechtigung, Spass, Liebe und Frieden. Ein Kreis an Freunden, der sich nicht allzu ernst nimmt, aber sehr gern hat. Der harte Veranstalterkern beschränkt sich dabei auf Matija, Jakob, Markus und mich. Jeder von uns hat über die Jahre eine eigene Rolle bei der Bande eingenommen, ohne dass es einem gleich bewusst war. Wie es halt unter Freunden ist, hat jeder unterschiedliche Stärken und Schwächen, und anhand dessen haben sich dann auch die Aufgaben herauskristallisiert. Dennoch fällen wir jede grössere Entscheidung nach dem Mehrheitsprinzip. Da wir zu viert sind kann es aber manchmal auch länger dauern bis wir alle gleicher Meinung sind.

Seit wann ist Prasselbande im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Prasselbande und Bande à Part - was Sie bisher versäumt haben...
Prasselbande und Bande à Part – was Sie bisher versäumt haben…

Markus: Wir sind mehr oder weniger zufällig zusammen gekommen und haben uns einfach von Anfang an gut verstanden. Die Partys waren ein Weg selbst aufzulegen und unseren Freunden für wenig Eintritt viel zu bieten.

Dominik: Um es genauer zu sagen war Prasselbande zunächst eine Zusammenwürfelung an neuen Leuten die sich auf Anhieb gut verstanden haben. Das Wort Prasselbande ist an einem durchtanzten Abend zufällig erwähnt worden. Als wir dann die erste Party organisiert haben war zunächst nicht mal klar, wer dann wirklich im Organisationsteam dabei ist. Erst nach der 3. oder 4. Veranstaltung sind wir zusammen bei einem Bier zum Entschluss gekommen: “Jungs, es macht Spass, wir sind Freunde geworden und es funktioniert toll, lasst es uns öfters machen”. Nachdem unterschiedliche Freundeskreise zusammengekommen sind waren wir quasi die Bande, bei der sich alle ungezwungen wiedersehen und gemeinsam feiern konnten.

Und wie sieht es bei Prasselbande aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Matija: Natürlich steht bei unseren Events meistens die Musik im Vordergrund, zumindest wirkt es so nach außen. Mindestens genauso wichtig ist für uns aber auch, dass wir einen Abend schaffen, an dem jede/r Spaß haben kann. Es soll ein Abend sein, der mit dem Eintauchen ins Wiener Nachtleben Abstand vom Alltag schafft; nette Leute und gute Musik inklusive.

Markus: Wir binden am liebsten MusikerInnen und DJs ein, die für uns einen spannenden Sound verfolgen. Dies ist auch gar nicht an ein bestimmtes Genre gebunden, da dies alles was wir tun extrem eingrenzen würde. Innovation im Bezug auf die performte oder gespielte Musik und Genre-Nichen, die ansonsten vielleicht keinen oder nur wenig Platz in Wien bekommen würden, finden wir besonders spannend.

Jakob: Wir freuen uns auf ein Publikum bestehend aus musikaffinen, offenen und experimentierfreudigen Menschen, die sich mit unserem Konzept & Booking anfreunden können. Solche, die das noch nicht tun, sind auch herzlich willkommen, vielleicht können wir sie ja auf den Veranstaltungen noch von unseren Bookings und musikalischen Vorlieben überzeugen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Matija: Wir können das, was wir selber gerne machen, mitgestalten. Das ist doch Motivation genug. Vor Probleme werden wir oft durch teure Mieten und die Politik der Clubs gestellt, die das Risiko auf den Veranstalter abwälzen wollen. Hier sehe ich noch deutlich mehr Potential zur engeren Zusammenarbeit.

Markus: Davon leben können wir sicher nicht, ist aber auch glaub ich nicht unser Ansporn, sonst müssten wir wesentlich öfter veranstalten und auch kommerzieller buchen. Außerdem wird einem durch hohe Mieten in den Clubs, Gagen die am englischen Markt orientiert sind (Pfund → Euro), die Vergnügungssteuer und den Mangel an Clubs in mittlerer Größe (300-500 Leute) das Leben nicht immer einfach gemacht.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

"Peace, love, happiness and partys" - die Eigendefinition der Prasselbande
“Peace, love, happiness and partys” – die Eigendefinition der Prasselbande (Foto credit: Dominik Geiger)

Matija: Es gibt Stimmen, die meinen, in Wien gäbe es zuviele Veranstaltungsreihen. Da frag ich mich, was daran das Problem sein sollte? Das zeigt doch nur, dass die Stadt sehr viele junge Leute hat, die Lust darauf haben, etwas zu machen. Am schönsten finde ich es, wenn kleine Veranstaltungen, die sich etwas trauen, mit Erfolg belohnt werden, wie zum Beispiel Basic Rhythm, Pomeranze oder Erdbahnkreuzer. Würde die Stadt nicht einen Club nach dem anderen zudrehen könnte Wien international so zu einer großartigen Clubstadt werden. Sehr viele TouristInnen kommen wegen der Oper, wenige wegen den Wiener Clubs – das könnte man doch ändern.

Markus: Ich glaube, das Problem liegt auch darin, dass die Politik nicht erkennt welche Chance – besonders für die Tourismusbranche – für eine Stadt wie Wien bestünde, wenn sie Clubs, VeranstalterInnen und auch den Feiernden nicht andauernd Steine in den Weg legen würde (wie zum Beispiel absurde Lärmbestimmungen, Vergnügungssteuer again und unfaire Strafen), sondern eine gut aufgestellte, organisierte Musikszene unterstützt und die Stadt damit zu einem international attraktiven Standort für eine internationale, breite Musikcommunity werden lässt. Gelunge Veranstaltungsreihen und Kollektive wie Bliss, Canyoudigit, Belegschaft oder disko404 in Graz und auch MusikerInnen und Produzenten rund um die Affine-Riege, Mieux, Franz Ganz, B.Visible und Franjazzco gibt’s zu Genüge in Wien. Es müsste nur endlich auch richtig wertgeschätzt werden.

Dominik: Blicke ich 10 Jahre zurück, dann erkenne ich Wien nicht mehr wieder. Es ist offener, belebter und vielfältiger geworden. Man merkt, dass Wien sich durchaus eine Eventstadt nennen darf. Leider gibt es auch Verbesserungspotential was rechtliche Hürden anbelangt, die international gesehen in Städten wie London und Berlin viel geringer und konkreter sind. Alleine die Vergnügungssteuer, die mehr Personalkosten verursacht als sie Einnahmen generiert, sowie die Ausländersteuer könnten durchaus abgeschafft werden um den Markt zu beleben – und so könnte die Stadt einen positiven Beitrag zur kulterellen Vielfalt leisten.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Markus: Das schönste ist wenn man es schafft, die Leute mit Musik zum Lachen und Tanzen zu bringen und viele bekannte Gesichter auf den eigenen Veranstaltungen zu sehen. Die schönsten Parties waren mitunter nicht die finanziell erfolgreichsten, und umgekehrt waren jene mit wenigen BesucherInnen oft wirklich schöne Abende, wo fast alle Leute die um vier noch da waren auch bis sechs blieben und gemeinsam der Musik gehuldigt haben.

Jakob: Kann dem Markus nur beipflichten, Highlights gibt es viele, jedoch das Schönste ist einfach wenn die Leute bis zum Schluss bleiben und sich mit einem Grinser im Gesicht die letzte Nummer auch noch anhören. Mit Jamie XX auf der eigenen Party zu spielen war aber auch nicht schlecht (:

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Jakob: Die Momente, wo man gegen 0:30 Uhr noch ein wenig nervös ist, da noch nicht viele Leute da sind, aber du weißt es wird noch.

Markus: Wenn man im Clubleben aktiv ist, muss man sich immer wieder neu erfinden, drehen, wenden und dennoch seinem eigenem Musikgeschmack treu bleiben. Dass dies manchmal auf Widerstand – zum Teil – aus dem eigenen Freundeskreis stößt und manche experimentellere Bookings einfach nicht so angenommen werden wie andere, kann ganz schön ermüdend werden. Innovation wird in diesem Sektor auch in Besucherzahlen gemessen nicht immer belohnt, weshalb sich viele VeranstalterInnen musikalisch auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Dies kann zum Teufelskreis werden und bremst die Entwicklung einer vielfältigen Clubkultur. Zum Glück gibt’s dann in Wien doch einige sehr motivierte VeranstalterInnen, denen dieser Vorwärtsgedanke wichtiger als der finanzielle Erfolg ist und die für die Vielfalt, ein Lächeln und ein paar Schulterklopfer sehr gerne auf den neuen Bugati verzichten.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Markus: Da wir eigentlich in all den Jahren kaum einen internationalen Act doppelt gebucht haben, auch weil wir ständig auf der Suche nach neuen KünstlerInnen sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass wir bei unseren monatlichen Veranstaltungen jemanden wieder holen. Das heißt aber nicht, dass dies nie passieren wird.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Matija: Vielleicht wie eine riesige WG-Party, nur mit guter Musik und ohne Nachbarn, die um Mitternacht die Polizei rufen.

Markus: Eine Party im alten Morisson mit befreundeten DJs, die Anlage etwas aufgestockt, Javi hinter der Bar, bummvoll, der Schweiß rinnt von den Wänden, nur musikalisch vielleicht etwas anders als damals. (:

Dominik: Ich würd alle wortwörtlich auf eine Reise schicken. Ein Bus ins Unbekannte, eine Burg, Ruine oder ähnliches, mitten in der Natur mit Off Location Floors, Wodka, Fackeln, Essen,Film, Kunst, Live, Essen Tanz. Ein Traum 🙂

Jakob: Jacuzzi, 69. Floor, GreyGoose Brunnen, ein schier unendlicher Vorrat an Minze und zu guter letzt Danny Brown b2b Goldlink!

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Markus: Wir haben bereits zum Saisonstart von Bande À Part im September eine neue visuelle Identität präsentiert und auch die musikalische Ausrichtung etwas verändert. Soviel sei verraten: Es wird auch weiterhin breit gebucht, ob das jetzt Gqom, Grime, House, Disco, Techno oder Acid ist, wird sich von Party zu Party unterscheiden.

Dominik: Wir haben für 2016 einiges vor, denn über die letzten Jahre haben wir uns meiner Meinung nach schon fast zu stark auf Bande À Part konzentriert, so dass bestehende Projekte vernachlässigt wurden. Das wird sich kommendes Jahr definitiv ändern. Zudem sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir neues ausprobieren wollen – und das nicht nur musikalisch, sondern auch konzeptuell. Wir haben zum Beispiel einen Film-Blog mit von uns geprüften Filmen, bei welchem wir Film und Filmmusik neu erleben lassen wollen. Auch mit Bande À Part beginnen wir neue Kooperationen einzugehen, wie mit der diesjährigen Viennale. Belleville haben wir im Frühjahr in der Pratersauna in die Pause geschickt, aber über die letzten Monate ist es bei uns wieder ein Thema geworden, denn hier können wir Bookings machen, die wir uns mit einer anderen Veranstaltungreihe nicht trauen würden. Wer bei der Gestaltung und Umsetzung neuer Konzepte mitwirken will, kann sich jederzeit bei uns melden. Denn 2016 wird mit neuer Energie ein gutes Jahr.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Markus: Ich finde es sehr schön, dass Play.fm sich die Mühe macht und Zeit nimmt auf die verschiedensten VeranstalterInnen Wiens einzugehen und so etwas wie einen Querschnitt erstellt. Das macht die oft unüberschaubare “Szene” wieder etwas kleiner und dadurch greifbarer. Außerdem wird Soundcloud wie es aussieht bald nicht mehr als DJ-Plattform genutzt werden können, da ist es mehr als zu begrüßen, dass Play.fm als Wiener Firma hier eine wunderbare Alternative bietet. Vielen Dank dafür!

Neben dem Interview waren Markus, Dominik und Matija alle drei so nett, uns jeweils einen Mix und damit zumindest einen Teil des schier unendlichen musikalischen Spektrums der Prasselbande zur Verfügung zu stellen. Und schier grenzenlos geht es gleich bei der nächsten Bande à Part Veranstaltung am 21. November im Cafe Leopold weiter – mit so spannenden wie unterschiedlichen Acts wie dem Südafrikanischen Affine-Import Okmalumkoolkat, dem Wiener Beats-Export B.Visible und Canyoudigit-Resident Antonia!

150++ by on play.fm

 

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HAM

Im Club mit: HAM (Interview + Mix)

Der Editor dieser Zeilen kann sich auch nur mehr ungefähr dran erinnern, als vor etwa drei Jahren ein Facebook-Event mit spärlicher Information (viel mehr als die viel zu kleine Location, der Titel HAM und der Hinweis, dass es eine Rap-Party wird, war nicht zu entnehmen) ähnliche Attending-Ausmaße annehmen sollte wie jene privaten Geburtstagsfeiern von Teenagern, die tags darauf wegen Eskalation und Polizeihubschrauber-Einsatz in die Schlagzeilen kommen. Der Rest ist Geschichte und bei den vielen HAM-Nächten seither hat sich daran nichts geändert – bis vielleicht auf die Größe der Locations. Nunmehr eine feste Größe im Wiener Veranstaltungsdschungel und eines der verlässlichsten Brands für guten Hip Hop erzählen uns die Macher hinter HAM mehr über sich und ihre Partys!

HAM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir spielen hauptsächlich Rap und irgendwie ist jeder für alles zuständig. Wir haben fließende Hierarchien, wie in jedem Startup. Einer kümmert sich halt mehr um die Technik, der andere mehr um Veranstaltungen, der dritte um die Drinks, aber im Grunde haben wir nie festgelegt, wer was macht.

Seit wann ist HAM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Seit 3 Jahren. Wir wollten einfach Musik im Club spielen, die uns gefällt und die so gar nicht gespielt wurde. Wir dachten, dass eventuell noch 50 Leute vorbeischauen. Es waren dann doch ein paar mehr, zu unserem Glück.

Und wie sieht es bei HAM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir versuchen alle 2-3 Monate eigene Veranstaltungen zu machen und dazwischen legen wir bei jedem auf, der uns mag und uns booked. Wir spielen noch immer sehr viel Rap, aber auch, was man gemeinhin als Future Beats bezeichnet. 80er und Yacht Rock sind sowieso immer super. Publikum? Haben wir uns so konkret nie überlegt – Hauptsache der/die will eine gute Zeit verbringen.

HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne
HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir müssen zum Glück nicht davon leben. Wir machen das alles eher aus Spaß an der Freude plus Work-Life-Balance und so. Das ist auch was uns motiviert. Wir spielen einfach gerne Musik, am liebsten mit properer Anlage. Und da ist das Problem in Wien: Locations. Wir hätten echt gerne einen netten Club mit gutem Sound für ca. 400 Leute. In Graz gibt es sowas, in Wien leider noch nicht wirklich.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir hätten gerne die Grazer Postgarage in Wien. Aber im Ernst, Wien ist super. Was Partys angeht, so finden wir es gut, dass möglichst viele Menschen möglichst viel machen, hoffen aber auch, dass Leute wissen was Inflation ist und zu viele Partys dann irgendwann auch einfach zu viel werden. Aber uns ist das fast egal. Wir wollten wie gesagt anfangs für uns und 50 Heinzeln Rap spielen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir wollten im Grunde S-Type booken und mit Just Blaze auflegen. Haben wir beides geschafft. Jetzt müssen wir uns neue Ziele setzen: Ein Shout-Out von DJ Khaled zum Beispiel oder ein Montag Abend mit DJ Esco.

Der HAM Styrofoam Cup - langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!
Der HAM Styrofoam Cup – langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Um es mit den Worten von King Kool Savas zu sagen: “Wieso wollen manche **** einfach nicht verstehen was Rap ist.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir hatten bis jetzt 3 wirkliche Bookings, The Clonious, Twin Towas und S-Type. Würden wir jedes mal wieder machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

DJ Esco legt auf und Celo & Abdi hosten.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Wir sind eine Überraschungstüte. Wir werden es gemeinsam rausfinden.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Ganz klar: Finden wir super!

Eine genauere Vorstellung, wie HAM so klingt, bekommt ihr im folgenden Mix – wie sie es selbst umschreiben eine “Ansammlung von unseren Lieblingskünstlern, Local OGs und Jungs die wir sonst Klasse finden”! Live erleben kann man das Ganze als allernächstes am 20. November im zuletzt wieder entdeckten Aux Gazelles, wo es neben den HAM-Residents den Beat-Produzenten Eric Dingus aus Austin zu bestaunen gibt – und danach am 5. Dezember im Cafe Leopold in Kooperation mit BLVZE und Jon Phonics aus London zu Gast.

 

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Sweet Heat

Im Club mit: Sweet Heat (Interview + Mix)

Zeichnet sich die Clubszene in Wien wie auch andernorts größtenteils durch Zuordenbarkeit, klar abgegrenzter Genre- und Subkultur-Zugehörigkeit und einem Maß an Vorab-Promotion aus, durch das man schon vor Einlass ganz gut weiß worauf man sich einlässt, gibt es hie und da doch Überraschungen, schwer bis Undefinierbares und Veranstaltungen, bei denen gar zu engstirnige Musikfanatiker meinen könnten, man wüsste gar nicht, wofür die genau stehen – während jene, die schlicht eine schöne, aufregende Zeit verbringen möchten, davon schwärmen, dass dort alles passieren könne und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch wird. Ein solches Phänomen hat sich in der lokalen Szene über die letzten Jahre in Form von Sweet Heat gebildet – anfangs und die längste Zeit über in der Bar der Kunst- und Kulturstätte brut und damit auch eher einer Off-Location als einem dezidierten Musik- und Szeneclub, zuletzt in wechselnden Locations quer über die Stadt verteilt. Über das Leben, Wirken und vor allem Veranstalten in Wien haben uns die beiden Schöpfer dieses wundersamen Projekts Rede und Antwort gestanden.

Sweet Heat – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Sweet Heat stecken zwei Jungs: Agent Well und A++. Wir machen alles gemeinsam, vom Auflegen über das Booking bis hin zur Selektion der Visuals. Nur die Flyerherstellung haben wir ausgelagert an die großartige Lena Gold.

Seit wann ist Sweet Heat im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Sweet Heat ist seit bald 5 Jahren im Wiener Nachtleben aktiv, dazu gekommen ist es über Haiko, der damals Chef der Brut Wien war. Die Partyschiene steckte dort damals noch in den Kinderschuhen und er war gewillt, etwas Neues auszuprobieren. So kam es zu regelmäßigen und immer ausschweifenderen Parties.

Sweet Heat - die Hall of Fame...
Sweet Heat – die Hall of Fame…

Und wie sieht es bei Sweet Heat aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

In der Brut wird es bis auf weiteres keine Sweet Heat Parties mehr geben, das ist natürlich ein herber Verlust für uns; wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt. Sweet Heat wird für die nächsten Monate ein wenig herumtingeln: Im Oktober waren wir im Heuer zu Gast, im November bespielen wir das Leopold und das Celeste. Wir spielen grundsätzlich lieber in kleineren Locations, da ist es intimer und die Party oft umso intensiver.

Musikalisch bewegen wir uns zwischen House, Bass und HipHop, vielleicht geben wir noch einer Prise Disco dazu. Es war uns immer wichtig, zu spielen, was wir gut finden, ohne allzusehr auf Genres zu achten. Bester Wegweiser war immer unser Geschmack und eine gewisse Durchmischung.

Grundsätzlich sollte Sweet Heat haupsächlich eines sein: N i c e. Ein netter Abend in sympathischer Umgebung. Wer bloß zuhören will, bekommt spannendes Zeug geliefert, wer wegen des Tanzens da ist, kommt auch auf seine Rechnung. Rummachen geht sowieso immer.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Bei einem Eintrittspreis von 4-5€ sind unsere Parties nicht wirklich auf finanziellen Erfolg ausgelegt. Es geht hauptsächlich darum, Kosten zu decken, genug übrig zu haben, um vernünftige Bookings zu machen und diese auch fair zu entlohnen. Schließlich soll das ganze ja Spaß machen. Die Motivation kommt aus der Liebe zur Musik, der Möglichkeit, talentierten Artists eine Bühne zu bieten und, am allermeisten, aus der Freude, die ein gut unterhaltenes Publikum bei einer spannenden, unaffektierten Party ausstrahlt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Es kann nie zu viele gute Veranstaltungen geben. Wien hat eine prächtig gedeihende Clubszene, die aus dem Zusammenspiel kreativer Djs, guter Veranstalterinnen und einem interessierten Publikum erwächst. Ein internationaler Vergleich ist nie ganz einfach: Schön in Wien ist natürlich die Unaufgeregtheit, es gibt kaum lange Schlangen, Dresscodes oder pöbelnde Türsteher. Selbst international anerkannte Stars wie z.B.: Mieux, Salute oder die Affine Crew können in diesem Umfeld gut gedeihen.

Schlecht ist natürlich die Tendenz, Clubs mithilfe von Lärmbeschwerden und unnötig komplexen Auflagen aus dem Stadtgebiet an die Peripherie zu drängen oder ganz zum Aufgeben zu bewegen.

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Salute bei Sweet Heat in der brut

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir erinnern uns gerne an Parties, die entstehen, wenn spannende Bookings und ein sympathisches Publikum aufeinandertreffen. Da gab es international bekannte Größen wie Salute, Dip Some, Lockah oder B.Visible, lokale Djs wie H∆NN∆, Mike Burns oder Testa und auch untypische Bookings, wie zB Vitus, der aus Nigeria stammende Lenker des Funky Taxi. Spaß hat es auch immer gemacht, mit anderen Clubs und Veranstaltern zu kooperieren, wie z.B. dem großartigen Salon 2000, dem ImPulsTanz oder mit den Game Designern vom ZAMSpielen, die bei uns ihre neuesten Kreationen gezeigt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die schwierigen Momente sind, so geht es wohl allen Veranstaltern, wenn man ein tolles Booking auf die Beine gestellt hat und das Publikum ausbleibt. Meistens kann man die Faktoren gar nicht genau festmachen: Die Theorien reichen dann von alternativen Parties, Wetter, Ferien, Prüfungen, Vollmond bis hin zu kosmischer Strahlung.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir haben lange überlegt und eigentlich gab es diese Bookings einfach nicht. Wir dürften wohl ein glückliches Händchen haben…

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Die Parties würden ähnlich aussehen, wir würden wohl ein wenig mehr Geld für Konfettikanonen und Welcome Drinks ausgeben und weniger Eintritt verlangen. Einladen würden wir dann wohl gerne Fatima Al Quadiri, Jamie xx, J’ai Paul, Sophie, Blood Orange. Die legen dann back to back auf.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden so weitermachen wie bisher, spannend wird für uns, wo wir unsere neue Heimat finden werden, aber bis dahin: Sympathische Parties, spannende Bookings.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Schön ist die. Und umfassend. Für Veranstalter wäre es wohl spannend, wenn die Seite ein möglichst komplettes Bild von den Parties vermitteln könnte: Location, Datum, Mix, Event link etc. Aber das ist vielleicht ein wenig viel verlangt…

Klingt spaßig? Ist es auch! Das breite musikalische Spektrum, mit dem die Resident und ihre wechselnden Gäste bei Sweet Heat epische Abende vertonen, lässt sich naturgemäß schwer in einer einzigen Hörprobe abbilden – der Versuch von Agent Well und A++, es dennoch zu tun, ist deshalb auch nicht weniger als zwei Stunden lang geworden. Mehr davon schon demnächst irgendwo in dieser Stadt, womöglich gleich bei dir ums Eck..!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Double D.

Interview with: Double D. from Frankfurt am Main

Today, we’d like to introduce you to yet another of our loyal power uploaders, one that has been keeping our feeds funky fresh since 2009: Double D. from Offenbach near Frankfurt/Germany! For six years already, Double D. has been using Play.fm as an archive for his radio show named Funky Fresh – and this has been growing ever since, counting almost 100 uploads by now and attracting an increasing audience. He kindly took his time to chat with us about his show, his hood, his two decades of DJing experience and lots more…

You’re host of the show Funky Fresh, broadcasted live on Frankfurt based Radio X bi-weekly and available within the Play.fm archives later on. When did you start the show, and what was the initial idea?

Back in March 1997, the federal state of Hesse developed first plans on launching a frequency for a non-commercial local radio station. At that time, two applicants in Frankfurt started a week of test broadcasts. That was when the first Funky Fresh show was broadcasted on Radio Tox. Radio Tox, however, was a bunch of unorganized hippies with autonomous structures, and so, after that week, the better organized team of Radio X received the license. A few weeks later however, they asked me to start a Hip Hop show on their frequency, as they were told that my test show on Radio Tox had been pretty good. Ever since, I’ve been doing up to three shows per month (each first, third and fifth Saturday from 3:00 PM to 5:00 PM) as well as a monthly DJ night (each third Tuesday from 11:00 PM to 2:00 AM) up to this very day. In total, that’s seven to nine hours of radio each month. At Play.fm, a former editor named Dr. Glocke opened the door for me – which I’m still very thankful for.

The title Funky Fresh tells pretty much of the concept, still: To someone who hasn’t heard your show yet, how would you describe the musical bias?

Double D.True, the name says it all: The music has to be funky and fresh. FUNKY stands for a reference to Funk music, the musical structures of broken beats and fat, groovy basslines. FRESH means, that the songs have to be “new”, at least to the show – in all the years since 1997, I’ve never played a song twice. Each show is being freshly prepared with music that I’ve come across within the last weeks. The musical bias, thus, is “new” and “funky”, yet hailing from various genres: Funk, Soul, Downbeat, Reggae, Easy Listening, Dubstep, Drum & Bass, House, Disco, Boogie, Rap and Hip Hop might pop up on the show as well as mashups, remixes or edits of old classics, or – I don’t even know what they call it these days? Trap, Ghetto Funk, Neo Funk, Nu Soul…? It simply has to kick me and have a groove of some sort. Furthermore, I’m strongly involving myself as a DJ on the show, so it might get hard to even tell the borders between the single tracks. Funky Fresh, that’s it – a term that’s rooted in a Hip Hop context, appearing in a lot of songs from the 80ies and defining something that’s new, fresh, cool and hip.

How can we imagine a Funky Fresh show being produced? Do you select the music spontaniously fitting to your current mood, or are the whole two hours planned in advance?

I plan everything just as much as I find the time 🙂 Basically, I prepare the show in several steps. I’m continously scanning new music – if I like something, it ends up in my crate. Once it’s in there, I analyze the BPM, sort the songs by genres and score them using a five star rating. That helps me filtering the tracks and getting to know them better. Indeed, it may happen that a song that already made it into my crate will disappear again. Within two weeks, I usually check out between 200 and 300 songs, of which a maximum of 80 finally gets into the Funky Fresh crate, where I once again sort them by tempo and mood. I usually start the show rather slow and mellow, getting increasingly faster within the two hours. I usually drink one or two 0.5l bottles of coke during the show, which makes me ever more pumped and hectic. You have to keep in mind, it’s Saturday noon and mostly, I’m still tired and hungover from Friday night. It’s sort of a mutual process – the music boosts me and I, accordingly, choose the music within my prepared track pool. Usually, I mix up between 45 and 60 songs within 120 minutes.

Double D.As discussed, you’ve been hosting your show on Play.fm since 2009. What is it that you like about Play.fm generally and the new site particularly?

First of all, I like that I get listened to a lot. I’ve always digged Play.fm, yet, the new player is lovely and the layout is even better arranged and up to date now. I’m having fun putting up mixes on Play.fm, it’s self-explaining and easy to do. Back then, I was looking for a appropriate platform to host my mixes online permanently, as Radio X only broadcasts terrestrially, via cable and live stream, but does not offer any downloads or online archives due to legal reasons. I have to state though that all Funky Fresh shows on Play.fm are edits of the original broadcasts. I cut all the moderation, add an extra intro and might do a few additional edits, making place for new, distinct mixes to emerge.

You’re living in Offenbach am Main, a direct neighbour city to Frankfurt. That area has been a European stronghold for Techno for a long time, with legendary clubs like Dorian Gray, Sven Väth’s Cocoon Club or the Robert Johnson, which is still in business. How do you feel about the local scene, and what is going on besides Techno and Trance?

A big question. I was born in 1972 and fell in love with Hip Hop in the early 80ies. Back then, there was no Techno, but instead, a lot of GIs and US Americans living in the surrounding area. As a consequence, besides Berlin, we used to have one of the most vibrant Hip Hop scenes in Germany. However, as Frankfurt is a rather cold city with a huge focus on money and economics, the scene went commercial pretty soon (remember Snap and such?). In the early 90ies, Techno emerged and of course, I had a few blasts at the Omen or left some graffitis at the Dorian Gray. I’m still going to Robert Johnson every once in a while – rather not because of the music though, but because latenight, it’s often the last spot where there’s still something going on. The local scene, however, is very diverse. It’s true that electronic music is pretty dominant, but within the whole area, there are way more things going on. We have a vivid underground representing all imaginable musical genres. The area around Central Train Station is very hip, as well as a few other spots within the inner city. The harbour of Offenbach is definitely hot, you’ll find anything going on from mainstream to underground. There are three clubs within 75 metres right along the Main riverside: MTW, Robert Johnson and Hafen 2. That builds a narrow, tense atmosphere.

Double D.You’ve been busy as a DJ since the late 80ies. In which ways has being a DJ changed ever since – in positive aspects as well as negative?

For those who are willing, the technique has changed a lot. Of course you can still rock a party with nothing more than two turntables and a simple mixer, that was and still is a wonderful thing to do. However, I’m honestly happy that these days, we have long durable crossfaders and the chance to adjust Highs, Mids and Lows for each channel individually. As a trained radio and television engineer, I’ve always followed the technical progress and supported new developments. Each time has it’s evolution, and today, we’ve almost overcome the analogue vs. digital debate. The progress goes on and Native Instruments’s Traktor software, for instance, comes up with one innovation after another. That makes room for new creative ideas and expands your options. Personally, I prefer the DVS option as I like to keep the feel of vinyl, but don’t feel too much like carrying all my 12.000 vinyl records to each single gig.

Your DJ career took you to quite a lot of places, as part of cultural exchange programs with China and Russia for instance, or as an instructor for Vestax DJ School and VibrA School of DJing. Currently, what does your everyday life look like besides hosting the radio show, and what projects will you be focussing on in the near future?

I’m currently self-employed and do a lot of work with kids and juveniles. According to the motto “Eachoneteachone”, I’m continously trying to help people escape from their everyday frustration and let music and the according emotional perception shine on them, encouraging them in their creative abilities and self-confidence. I’m active in the field of prevention of violence, but also willing to be booked for well paid jobs at a fair occassionally. Anything can, but nothing has to happen. I try to keep the fun in my work and only do what I really feel like. That doesn’t always pay with cash, but mostly with appreciation. I’m still involved with international exchange programs, we try to accomplish with likeminded artists what politics don’t: Equality and exchange of positive minded people to overcome the fear of the unknown, the reduction of prejudices and appreciation for foreign cultures and lifestyles. Those are our goals.

Keen to know what Funky Fresh sounds and feels like? Take a digital slide through memory lane from last week back to 2009 right here – and be sure to follow Double D.‘s profile right here on Play.fm to stay current with way more yet to come!

Further links:
http://www.double-d.dj
http://www.radiox.de/sendungen/funky-fresh.html
https://www.facebook.com/FunkyFreshShow

Mixes by Double D on play.fm

Gerald van der Hint - one of 30 DJs from Vienna you should know!

Spot on Vienna – 30 DJs you should know

Vienna – does that ring a bell? The reference of this town probably brings up thoughts of classical music, old emperors with white beards, art nouveau buildings and Schnitzel in first place. However, Austria’s capital also offers a lively, diverse electronic music scene to discover, which not only brought up worldwide renowned artists like Dorian Concept, Patrick Pulsinger, Kruder & Dorfmeister or Camo & Krooked, but dozens and hundreds of creative, devoted individuals pushing things forward as DJs, producers, event and club promoters or operators of labels or record stores, and making it a shiny, little gem for music lovers.

Album covers of Austrian artists
You probably own at least one of those, don’t you..?

How do we know? Simple, we live here – Play.fm was founded by people from and having its headquarters in Vienna since 2004. Thus, as a kick-off for our new city channels, nothing more obvious for us to do to showcase some (thirty to be exact) of the Vienna’s most talented, demanded, interesting, forward-thinking or in any other way influential players and have them chatting about life in Vienna and the local scene as well as do what they do best: Mix up magnificent music!

So throughout the recently passed months of May and June, we did thirty interviews (in German only yet, any translation tool of your choice shall give you the overall idea though), each coming along with an exclusive mix – a collection that showcases the wide range of Vienna’s club scene, from Hip Hop, Reggae and Funk via all shades of House and Techno to Dubstep, Drum & Bass and other styles of Bass music – here’s the full list of links to the many-faceted sound of Vienna:

 

#1: Emil Berliner

Part of Junge Wilde collective and a splendid producer with releases on Great Stuff, Schönbrunner Perlen or My Best Friend.

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#2: Shroombab

Initiator of Junglistic Sistaz, a worldwide network of female Drum & Bass artists, and operator of High Tension Records.

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#3: Olinclusive

Part of DSTYCRTS, a collective of dedicated DJs and beatmakers, one half of DJ team Scooby Duo and band member of Captain Hot Dog Sauce.

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#4: DJ Mogli

Part of Treasure Isle, Vienna’s longest running sound system in regards of Roots Reggae, Dub, Rocksteady and any other authentic Jamaican sounds.

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#5: Joja

Former radio host on Superfly FM and operator of V ARE, a local initiative to blend music, visual arts, design and other disciplines of arts.

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#6: Nicole Jaey

An up and coming multi-talent (DJ, producer, live-performing artist and singer) rooted in Vienna’s leading audiovisual festival sound:frame.

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#7: Makossa

One of Austria’s longest serving DJs, head of music at nationwide public radio FM4, one part of Makossa & Megablast (with releases on Gigolo Records and G-Stone) and innovator of the term Swound Sound.

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#8: Ken Hayakawa

One of the head honchos at the Schönbrunner Perlen label and one of the most renowned Techno producers with releases on liebe*detailMusik gewinnt Freunde or Goldmin Music.

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#9: Trishes

Devoted music journalist and host of FM4’s Hip Hop show Tribe Vibes, beatmaker on Duzz Down San and curator of this year’s popfest.

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#10: Doree

One of Vienna’s freshest and already most demanded Drum & Bass DJs, representing Switch! and City Warriors Vienna.

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#11: Roman Rauch

Our town’s number one export regarding deep, analogish House these days, with a discography including releases on PhilpotEndless Flight/Mule MusiqQuintessentials and an album on klamauk.

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#12: Mia Rabe

Part of Viennoise, an artist collective combining their passion for electronic music with concerts, visual arts and exhibitions.

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#13: Laho

Vienna’s jack-of-all-trades, record dealer at Tongues, event promoter and, not least, a dedicated DJ daring to explore sounds off the beaten track.

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#14: Matt Mor

One of the town’s most demanded DJs regarding true, uncompromising Techno, promoter of Wechselstrom events and co-running the label Panterre Musique.

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#15: pocketful of g:ld 

One of the local DJs and promoters most likely to dare and deal music that’s off the public radar, running the BLVZE nights and the home-made events at Das Werk.

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#16: Mann & Klamm

A young duo fully dedicated to House, with DJ appearances between Barcelona and Istanbul and releases on Houseology, Piston Recordings and My Little Dog.

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#17: Joyce Muniz

One who has been steadily touring the world throughout the past few years, while still dropping releases on internationally aknowledged labels as 20:20 VisionTop Billin’ and Exploited.

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#18: B.Visible

One of the city’s leading beatmakers, a regular on Duzz Down San and with releases on Cosmonostro.

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#19: Simonlebon

Founding father and co-operator of internationally aknowledged Luv Shack Records and one half of the production duo Burnin’ Tears.

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#20: Pezo Fox

One of the godfathers, being busy as DJ, promoter and record dealer for 25 years, responsible for bringing artists like KRS-OneMos Def or the Wu-Tang Clan to town.

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#21: Gerald van der Hint 

Promoter of events like Meat Market and Mutter and a fully dedicated Techno- and House-DJ himself.

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#22: Christoph Wagner

Long-term host of the Jazzdination Radioshow, doing regular interviews and live-sessions with artists like Dorian ConceptLouie Austen or Brenk Sinatra.

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#23: Jay Rome

Head of Blu Saphir Records and it’s several sublabels, home for international Drum & Bass artists like BungleSyncopix and Bassface Sascha.

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#24: Slack Hippy

One of our town’s longest serving and still most demanded DJs and a regular at FM4 La Boum deluxe.

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#25: Zanshin

Part of Affine Records, as both a solo artist as well as one half of Ogris Debris, also appearing on Compost RecordsNurvous Records and disko404.

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#26: Austrian Apparel

Probably the most hyped Techno liveact Vienna has to offer at the moment, pulling their analogue synths and drum computers through all relevant clubs and festivals.

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#27: Bono Goldbaum

Mastermind behind booking and event agency Instinkt Music and booker at Die Kantine, the latest addition to Vienna’s club scene that’s booming the city with a massive Function One system.

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#28: Moogle

Music journalist at music magazine The Gap and the regional edition of Noisey and part of the Bebop Rodeo collective, that’s brought artists like Moodymann and Theo Parrish to town, as well as hosting a 100+ mixes strong podcast series.

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#29: Beware

Two-times DMC championship participant, co-host of the daily mixshow FM4 Unlimited, co-operator of critically acclaimed Klasse Recordings label and an illustrious House producer himself under his Mr. Ho moniker.

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#30: Antonia

One of Austria’s most up-and-coming talents in forward-thinking Bass music and part of the Canyoudigit collective, that’s already brought Mount KimbieHudson Mohawke or Lil Silva to town.

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Find those and a few thousand more mixes, radioshows and live recordings from Vienna, ranging back to our initial period in 2004 and even before, from long-time established artists, up-and-coming talents, dedicated record collectors and passionate bedroom DJs, in brief: music lovers, within our Vienna city channel:

https://www.play.fm/city/vienna – it’s on!

Also, be sure to stay connected for more city features to come as well as more input from our beloved hometown – as a matter of fact, it has waaaayyyyy more to offer than just those thirty…!

Tell us what´s going on in your town & upload your own mixes

If you feel there are things happening just around your corner that the world needs to learn about, feel welcome to let us know! Just write a few lines to feedback@play.fm or on our Facebook page and tell us where you live, what’s going on music wise there and which DJs, clubs and promoters are constantly changing the game there – we will surely check your hints and if we feel the same way, there’s a good chance your hood might appear within our sitemap soon with it’s very own neat city channel. And in the meanwhile: Be sure to rep your hood by uploading your own mixes!