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Antonia (Canyoudigit)

Vienna Players #30: Antonia (Canyoudigit)

Nach zwei Monaten Features, Interviews und Exklusiv-Mixen von und mit einigen der spannendsten Wiener Artists machen wir die dreißig heute komplett, und zwar mit einem der most up-and-coming Talente der lokalen Szene: Antonia hatte erst vor etwas mehr als einem Jahr ihren ersten Gig, hat sich seitdem aber bereits zu einer festen Größe in Sachen Beats & Bass sowie zu einem festen Bestandteil der Canyoudigit-Crew gemausert. Diese hat in den letzten Jahren Quality-Bookings wie Mount Kimbie, Lil Silva oder, gerade erst, Hudson Mohawke in die Stadt gebracht, und irgendwo zwischen solchen Namen und darüber hinaus lässt sich Antonia’s Sound einordnen – doch hört selbst, denn wie bei ihren 29 Vorgängerinnen und Vorgänger gibt es auch von ihr neben dem folgenden Interview einen exklusiven Gast-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Mein Interesse an elektronischer Musik und mein Bruder. Mit 14 war ich zum ersten Mal
bei seiner Veranstaltung Canyoudigit im Café Leopold und es hat mir ziemlich imponiert.

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Markus BlahušWas macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Dass ich hier geboren bin und mir so einfach ein familiäres, musikalisches Umfeld aufbauen konnte.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Wienbesucher bewundern wie gemütlich das Ausgehen hier sein kann. Deshalb würde ich mit ihnen einfach im MQ rumhängen und anschließend ins Celeste gehen. Am Heimweg noch zu Bäcker Gül. Vodka Makava finden auch immer alle sehr innovativ.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Vermutlich für Essen und Bloody Mary (mit viel Kren!) im If dogs run free.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Einige DJs denen ich in letzter Zeit genüsslich gelauscht habe sind Kidkut, Amblio, Slick,
Laho, Computerstraße, The Shambolic, k:sun, Giuseppe Leonardi, … allerdings fallen mir jetzt noch viel zu viele gute DJS aus Wien ein die ich gerne aufzählen würde. Die Frage ist unmöglich gewissenhaft zu beantworten! Es würde auch sehr auf die Location ankommen und nach welchem Genre mir gerade ist…

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass es sich im Club ab 5 Uhr eher wie auf einer Homeparty anfühlt.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Leise oder schlechte Anlagen & Ungeduld

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Jazz Gesang studieren, viel mit meiner Katze kuscheln, reisen, … was man eben so macht. Davor war ich in der Schule 😉

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Lydia SalnerLass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Mein erster „richtiger“ Gig war im Mai 2014 bei Mount Kimbie im Leopold. Ich war super aufgeregt da sie zu meinen größten Idolen gehörten. Vor meinem Set gestand mir Dom, einer der beiden, dass er heute erst sein 2. DJ Set überhaupt spielen würde und sich schon sehr davor fürchtet. Es hat dann alles geklappt. Diesen Mai hab ich nach ihm in der Pratersauna aufgelegt und wir waren beide deutlich entspannter.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Serato & Vinyl
  • Größe deiner Musiksammlung? Einige Platten und sehr viel mp3 Chaos
  • BpM-Range: Von – bis? Im Idealfall fange ich bei 105 an und arbeite mich langsam bis 160 hoch. Weil das oft nicht klappt bin ich frustriert.

Und hier die versprochenen etwas mehr als 30 Minuten Antonia in the mix – mehr davon gibt es neben den immer empfehlenswerten Canyoudigit-Nächten zum Beispiel am 3. Juli beim Prater Unser Festival, wo Antonia das Label-Showcase von Affine Records einläuten darf…

DJ Beware (FM4 Unlimited)

Vienna Players #29: Beware (FM4 Unlimited)

Unsere Serie Vienna Players widmet sich heute nicht nur einem der bedeutendsten und gefragtesten, sondern auch einem der vielfältigsten Player der Wiener Musiklandschaft: DJ Beware hat sich ursprünglich vor allem als Turntablist einen Namen gemacht und durfte 2001 und 2002 für seinen Geburtsort Hong Kong bei den DMC World Championships antreten. Zwischendurch war er einer der ersten europäischen Botschafter des brasilianischen Baile Funk Movements und hat es mit Releases auf Daniel Haaksman‘s Man Recordings Label zu internationaler Hochachtung gebracht. Heute ist er in seiner Wahlheimat Österreich wohl vor allem als Co-Host (neben DJ Functionist) der täglichen Mixshow FM4 Unlimited bekannt, die, wie der Name schon erahnen lässt, sämtliche Genre-Grenzen bewusst außen vor lässt – seiner Affinität für clubtauglichen House und Techno lässt er derweil unter dem Pseudonym Mr. Ho freien Lauf, unter dem er gemeinsam mit dem Berliner Luca Luzano das gefeierte Klasse Recordings Label betreibt und unter anderem auch auf Creme Organization veröffentlicht. Unseren Fragenkatalog zum Leben und Feiern in Wien hat er in seiner Muttersprache Englisch beantwortet, wie bei seinen 25 VorgängerInnen auch natürlich von einem exklusiven Gast-Mix begleitet.

What made you end up in the music/club scene initially?
Loving music, loving to play music to people, and having fun.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What exactly is it that makes Vienna the perfect central point for your musical activites?I don’t know if its the perfect central point for my musical activities, nor would I know where that would be, but its a very nice place to live with excellent tap water.

A friend from overseas comes to visit Vienna with the intention of experiencing an unforgettable night. What evening’s entertainment do you plan for him?
I would take him to Zentralfriedhof and take some camping gear with us. In the middle of the night, when he’s asleep I would take out the white sheet that I have hidden in my backpack, put it over my head, and pretend to be a ghost.

You’re unexpectedly receiving 100 Euros. Where in town will you most probably spend it on and on what?
30 EUR at Billa on Löwengasse, 8 EUR on Marmite (expensive or what!?!) at Bobby’s English Super Market, 30 EUR at Swing Kitchen for burger, fries and drink with a friend. 20 EUR at FixDich for a new bike light. The remaining 12 EUR I would keep.

You get the chance to arrange a lineup for a whole night that just fits your personal taste, only condition: You might only choose DJs from Vienna. What does your lineup look like?
A bunch of boys and girls. Some are taller, others are shorter. All of them play music that I like and are either smiling or frowning when they DJ.

DJ Beware (FM4 Unlimited)What’s the best thing about Vienna’s club scene?
The clubbers, DJs and the promoters.

What?s the most annoying thing about Vienna’s club scene?
The promoters, DJs and the clubbers. Also sometimes the smoking.

How do you spend your time when you?re not DJing, and what did your life look like before your musical career?
A whole bunch of regular stuff like paying bills, cleaning the bathroom and calling my mum and dad. Less regular stuff includes running a label, making music and thinking about getting a dog.. My life before my musical career looked like a piece of blank paper on a school desk.

In weiterer Folge freuen wir uns, euch einen einstündigen Exklusiv-Mix von Beware präsentieren zu dürfen, der sich gekonnt zwischen House, Disco, Electro und Breakbeats schlängelt. Mehr davon gibt – österreichweit im Radio und weltweit im Live-Stream –  Montags bis Freitags auf FM4 Unlimited zu hören.

Moogle (Bebop Rodeo) - photo by Julian Mullan

Vienna Players #28: Moogle (Bebop Rodeo)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 der interessantesten, gefragtesten, aktivsten oder auf sonstige Weise besonders bemerkenswerten DJs unserer Stadt vor – und da all das und noch viel mehr auf Moogle zutrifft, darf er natürlich nicht fehlen. Moogle ist einer diese Szene-Aktivisten, bei denen man sich fragt, wann sie eigentlich schlafen: Abends legt er mehrmals die Woche an allen Ecken und Enden der Stadt und darüber hinaus auf, dazwischen ist er Booker und Artist-Manager einiger spannender österreichischer Acts, organisiert mit seiner Crew Bebop Rodeo Partys und einen bereits über hundert Mixes starken Podcast, und recherchiert, schreibt und gestaltet Reviews, Interviews und vieles mehr für das Popkulturmagazin The Gap und den österreichischen Ableger von Noisey. Wo er zwischen all dem die Zeit aufgetrieben hat, unseren Fragebogen zum Leben und Feiern in Wien zu beantworten und dazu noch einen einstündigen Exklusiv-Mix aufzunehmen – es verwundert uns, freut uns aber noch wesentlich mehr.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Hm, klingt komisch, aber ich habe mich selbst dort hinverschlagen. Klar gab es auch prägende Freunde, Momente und Platten, aber die gibt es immer. Wenn man sich für Musik begeistert, ist der Club in vielerlei Hinsicht immer noch ein Sehnsuchtsort, der einen magisch anzieht. Klingt pathetisch, aber ich empfinde das so.
Meine Jugend verbrachte ich im oberösterreichischen Teil des Salzkammergutes. Dort sind gute Veranstaltungen und Clubs eher Mangelware. Ich konnte es kaum erwarten nach Wien zu ziehen und endlich Angebote und Andockpunkte für meine Leidenschaft zu haben. Als ich Anfang der Nuller Jahre zum Studieren nach Wien gezogen bin, dauerte es nicht lange bis ich clubmusikalisch total angefixt war, mir Turntables kaufte, begann aufzulegen und zu veranstalten. Eigentlich ein recht klassischer und irgendwie auch logischer Werdegang.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Moogle (Bebop Rodeo) - Photo by CrowdstrudelIn Wien bleibt einem als DJ, Veranstalter und Musiker einfach noch genügend Raum. Im wörtlichen, aber auch im übertragenen Sinne. In Wien ist noch nicht alles besetzt und durchdekliniert. Wien zeichnet ebenfalls der halbwegs gute Mix aus leistbaren Lebenshaltungskosten und einer hohen Lebensqualität aus.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Das hängt natürlich stark von den Bookings der paar ambitionierten Wiener Promoter ab. Den Abend würden wir definitiv mit Essen und Drinks starten. Die Energie für den bevorstehen Abend muss ja auch irgendwo herkommen. Das Zweitbester in der Heumühlgasse ist eine gute kulinarische Wahl. Danach würde ich wohl vorschlagen ein gutes Konzert im Rhiz, der Arena oder dem Venster99 zu besuchen. Weil nur Clubmusik alleine ist mir zu einseitig. Danach würden wir vermutlich einen Sprung in die Tonstube, das Celeste oder das Brut schauen, bevor wir zu Werk, Grelle Forelle oder Pratersauna weiterziehen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Da muss ich nicht lange überlegen – Ich investiere den Hunderter in schwarzes Gold. Meine Vinyl-Dealer heißen Das Market, Substance Recordsstore, Teuchtler, Tongues und Discus Thrower.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Die Frage, die aus der Hölle kam. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit liste ich einfach ein paar DJs auf, die ich soundseitig sehr schätze:
Anna Leiser, Fauna aka Ranah Geist, Minor Sick, Zanshin, Amblio, Farbtechnographie aka Goldcut Grates & Bcksrckr, Armin Schmelz, Kalifornia Kurt, Cher Monsieur, Tobi Tobsen, Laminat, Roman Rauch, Slick, Kido Soon, Wahsko, DJ Odd, Heap, The Reboot Joy Confession, Sedvs, Luis Forever7 Citizens und ein paar andere.

Moogle (Bebop Rodeo) - Photo by LichtschalterWas ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Diese Frage habe ich für Noisey / Vice (Alps) schon einmal beantwortet. Wer Interesse hat, kann das HIER nachlesen.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Die Anrainer machen den Wiener Clubs immer wieder das Leben schwer. Ach ja, und richtig gute Soundsysteme sind in Wien leider auch eher spärlich gesäht.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Musik nimmt schöner Weise fast mein ganzes Leben in Beschlag. Neben dem Auflegen, bin ich ja auch im Musikbereich als Booker, Journalist und Veranstalter tätig. Davor habe ich Kunstgeschichte und Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert und in einem Plattenladen (Substance Recordstore) gearbeitet.
Wenn ich wirklich einmal eine Pause von Musik brauche, suche ich Ausgleich in Literatur oder Film. Freunde treffen und Skate- oder Snowboard fahren sind auch nicht schlecht um den Kopf frei zu bekommen. Im Winter fahre ich manchmal sogar noch Ski. Als oberösterreichischer Jugendlicher bin ich übrigens knapp an einer Skifahrer-Karriere vorbeigeschrammt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Puh, so genau weiß ich das nicht mehr. Erste Gigs fanden damals um 2005 sicher irgendwo zwischen Shelter, Badeschiff, Fluc oder Flex statt. Das erste Auflegen im Jugendzentrum Bad Ischl lasse ich hier absichtlich weg.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & CDs.
  • Größe deiner Musiksammlung? 3000 Platten, Hunderte Gigabytes Musik-Files, Tausende CDs, einige Mini-Discs und eine Kiste voller schöner Tapes.
  • BpM-Range: Von – bis? Im Prinzip von 60 – 160 BpM, je nach Lust und Laune. Aber oftmals pendle ich mich irgendwo zwischen 110 und 130 BpM ein.

Und hier die versprochenen (nahezu) 60 Minuten Moogle exklusiv in the mix mit so ziemlich allem, was die erwähnten 110-130 BpM so an seelenvoller Musik hergeben, gespickt mit einigen heimischen Produktionen von Sam Irl, Simon/off und Moogle selbst an der Seite von Langzeit-Compadre Laminat. Genau diese beiden im Tag Team gibt es übrigens für alle Wienerinnen und Wiener wie auch temporär Anwesende am 8. Juli bei der Sommerreihe Albert+Tina auf der Bastei des Albertina Museums zu hören – und wer den Genuss eines Moogle-Sets mit so richtig postkartentauglichem Wien-Tourismus verknüpfen möchte, hat dazu am 3. Juli Gelegenheit, wenn Moogle im Rahmen des Prater Unser Festivals im Wahrzeichen der Stadt, dem Riesenrad im Prater, auflegen wird.

Slack Hippy (FM4 Dog's Bollocks)

Vienna Players #24: Slack Hippy (FM4 Dog’s Bollocks)

Zwei Monate, eine Stadt und dreißig ihrer einflussreichsten DJs – soweit die Idee hinter unserer aktuellen Serie Vienna Players. Auf Startposition (die übrigens rein zufällig vergeben wird) #24 wartet heute ein Everybody’s Darling der lokalen Szene, auf den BeobachterInnen der Serie wohl schon längst gewartet haben: Slack Hippy, Vollblut-Vinyl-DJ ohne Genre-Grenzen seit mehr als zwei Jahrzehnten, Host und Resident-DJ bei FM4 La Boum deluxe und Inhaber einer Facebook-Wall, die längst sämtliche Diskussions-Foren und Marketing-Pages als zentrale Diskussionsplattform der Wiener Szene abgelöst hat. Als Native Speaker darf er unser Frage&Antwort-Spiel auf Englisch halten, und der exklusive Gast-Mix spricht jenseits aller Sprachbarrieren ohnehin für sich…

What made you initially end up in the music/club scene?
Going Raving with my Friends in England and watching DJs do their thing.

What exactly is it that makes Vienna the perfect central point for your musical activities?Hard to answer that, I just landed here in 1991 and didnt look back and as luck would have it the electronic music scene was just kicking off, so I joined them and here I am 24 years later.

Slack Hippy (FM4 Dog's BollocksA friend from overseas comes to visit Vienna with the intentiion of experiencing an unforgettable night. What evening’s entertainment do you plan for him?
Well , A good restauraut to kick things off, preferably with a good beer menu , I would choose Brickmakers for that . Then I would look up wots on offer club/music wise for the night and head off there. In the morning I would take them to Drechsler for breakfast and then all back to mine to end off the night.

You’re unexpectedly receiving 100 Euros. Where in town will you most probably spend it on and on what?I would hit Das Market & buy some records and save 30 -40 euros and take my lady out for dinner.

You get the chance to arrange a lineup for a whole night that just fits your personal taste, only condition: You might only choose DJs from Vienna. What does your lineup look like?
Without mentioning any names?? A fine blend of music from 4/4, Breakbeats and Leftfield with a quality warm-up DJ (warm up is important folks), a banging headliner and someone to take them into a deep journey to end the night . I think 3-4 DJs should do it, as I believe every DJ needs at least 90 minutes for a set . The longer a DJ plays the better it gets.

What’s the best thing about Vienna?s club scene?
🙂 The beer, the vast selection of clubs & bars, going out dancing with my friends.

What’s the most annoying thing about Vienna’s club scene?
The laws and govt regulations concerning running / hosting a club night can be very annoying.

How do you spend your time when you’re not DJing, and what did your life look like before your musical career?
B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin SoniWhen I am not DJing I love to garden, cook and meet good friends. I also like sampling my way through the beer scene.

At the end, please let us know the following:

  • First gig – when and where? Some illegal rave on the beach in England in 1990.
  • Vinyl, digital or something completely different? Vinyl baby.
  • Extent of your music collection? around 15000 plates, maybe more… havent counted them for ages.
  • BpM-Range: From – to? 0 – 180 BpM.

Für die Vienna Players Reihe hat Slack Hippy tief in seinen Plattenboxen gekramt und eine kunterbunte, im Kern aber durchwegs Breakbeat-lastige Selection zusammengesucht. Ähnliches gibt es jede letzten Freitag im Monat in Dog’s Bollocks, seinem monatlichem Sendeplatz in Rahmen von FM4 La Boum deluxe, zu hören. Und wer noch mehr Slack Hippy hören möchte und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, sollte sich das erste Juli-Wochenende unbedingt vormerken, an diesem spielt er nämlich gleich zwei Mal zu Gunsten des Flüchtlingsprojekts Ute Bock: Am Freitag, den 3. Juli, bei Refugees Welcome in der Grellen Forelle und Tags darauf, am 4. Juli, nur knapp eineinhalb Stunden westlich von Wien beim wunderschönen Böllerbauer im Rahmen des Bock auf Revo*lotion Festivals. Beide Veranstaltungen mit Unmengen weiterer großartiger Acts, und beide mit Reinerlös an dieses unglaublich wichtige Projekt.

Christoph Wagner (Jazzdination)

Vienna Players #22: Christoph Wagner (Jazzdination Radioshow)

Unter dem Titel Vienna Players porträtieren wird derzeit dreißig der interessantesten Künstler der lokalen Musikszene – etwas, was Christoph Wagner bereits 2009 regelmäßig macht: Als Host der Jazzdination Radioshow hat er so ziemlich alle namhaften Acts ans Mikrophon und/oder hinters Mischpult geholt, deren Musik tief im Jazz wurzelt. Dorian Concept und Louie Austen haben auf der Interview-Couch bereits ebenso Platz genommen wie die Waxolutionists, Brenk oder die Sofa Surfers. Was Wien für ihn zu einem speziellen Ort macht erzählt er uns in den nächsten paar Zeilen – nebst einem exklusiven Mix mit einigen seiner aktuellen Lieblingstracks!

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Mein großes Interesse an Musik und dem daraus wachsenden Wunsch meine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen. DJ-Sets von Peter Kruder, DSL und den Waxos waren sehr einschneidende Erlebnisse und weckten den Wunsch nach mehr! Neben meiner DJ-Tätigkeit tauchte ich als einer der Initiatoren der Jazzdination Radioshow (PLAY.FM) tiefer in die Wiener Club- und Musikszene ein.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien hat eine überschaubare aber trotzdem breitgefächerte Musiklandschaft, welche mich immer wieder neu inspiriert.

Christoph Wagner (Jazzdination)Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Wir beginnen den musikalischen Streifzug mit einem Konzert im Jazzclub Porgy&Bess. Danach geht es je nach Stimmung und Programm in das Celeste oder Cafe Leopold und dann weiter in die Grelle Forelle. Zum Ausklang genehmigen wir uns ein „Würstl“ im Donau.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Ich werde meine zwei Lieblingsplattenläden, das Rave Up und Das Market besuchen und mit einer Tasche gefüllt mit neuem Vinyl zufrieden nach Hause gehen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
DJ Zuzee
Chester Rush & Stoney the Flute
Mr.Guan & Luis Figueroa
DJ DSL
7 Citizens & Kido Soon
TJ Hicks
Patrick Pulsinger
Electric Indigo
Peter Kruder

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Christoph Wagner (Jazzdination)Auf jedem Fall mit meiner Familie und Freuden. Die restliche Zeit mit Musik, Bewegung in sämtlichen Formen oder einer Lektüre. Vor meiner Musikkarriere war ich im Leistungssport aktiv.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Mein erster erwähnenswerter Gig in Wien war am 13. Mai 2005 in der damaligen Kunsthalle am Karlsplatz im Rahmen einer Bujaka Live-Session gemeinsam mit Thomas de Martin. Meine ersten DJ-Erfahrungen machte ich 1997 in meiner Heimat Neunkirchen im Lokal Kuckuck.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl und Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Ein 5×5 Meter großer Raum voll gepackt mit Platten und CDs.
  • BpM-Range: Von – bis? 70 – 135.

Anbei der versprochene Mix – noch viel, viel mehr von Christoph Wagner gibt es im Play.fm Archiv zu hören, wo seit inzwischen sechs Jahren (so gut wie) jeden Monat eine neue Ausgabe seiner generell sehr empfehlenswerten Jazzdination Radioshow dazu kommt. Wer in Wien weilt, kann das Spektakel übrigens auch live in wechselnden Locations beobachten – folgt am besten der Facebook-Page von Jazzdination, um über kommende Termine am Laufenden zu bleiben!

Pezo Fox (Juicy)

Vienna Players #20: Pezo Fox (Juicy)

In unserer Reihe stellen wir euch derzeit dreißig der bedeutendsten DJs unserer Stadt vor – und so unvollständig diese Liste ohnehin nur sein kann, ohne Pezo Fox wäre sie es tatsächlich. Er kann getrost als einer der Godfathers der heimischen DJ- und Clubkultur bezeichnet werden, der als Plattendealer chartbestimmenden Schallplatten Reiss in Meidling, sowie als Resident in geschichtsträchtigen Locations wie dem Volksgarten und dem U4 seit den frühen 90ern seine Spuren hinterlassen hat. Auch 25 Jahre später ist Pezo Fox einer der hingebungsvollsten Player der lokalen Szene und holt als Veranstalter Top-Acts wie KRS One, Mos Def, Big Daddy Kane, Onyx, und demnächst den Wu-Tang Clan sowie Jurassic 5 nach Wien. Was die Wiener Szene und das Leben in der Stadt für ihn ausmacht verrät er uns in den folgenden Zeilen, nebst einem exklusiven Mitschnitt.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Plattensammlung meines älteren Bruders. Habe schon als Kind Anfang der 80er Breakdance für mich entdeckt – und diese funky Beats nie wieder vergessen.
Ab 1990 anfangs noch kleine Parties für den Schulkollegen- & Freundeskreis, die ich damals schon mit meinem Bruder Hossein (Mastercash) veranstaltet habe

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich bin Wiener und liebe Wien und die Vielfalt der Menschen in Wien. Man kann hier ganz gut leben.

Pezo Fox (Juicy) - Photo credit: Sachin Soni width=Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Wir gehen am Nachmittag auf ein Rapid Match. Stärken uns danach im Gasthaus Quell mit einer in Übersee nicht zu bekommenden Griesnockerlsuppe. Wir besuchen danach im Cafe Leopold eine Nebenzimmersession oder lauschen ebenfalls im Leopold einem Music & Poetry Basket. Dann sekkieren wir den Zuzee dort wo er grade auflegt und beschließen unsere Nacht, je nach Temperatur entweder bei Birds & the Bees oder im Roxy, auf einen Absacker. Wenn dann noch einer der guten Würstlstände der Stadt offen hat, wird er „überfallen“.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Zuerst frühstücken im Eduard am Sparkassaplatz und danach Platten kaufen beim Teuchtler oder Rave Up.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Ein Abend reicht da nie und nimmer! Es gibt in Wien verdammt gute Leute die das DJ Handwerk beherrschen und eine feine Selektion haben. Ich picke nur ein paar heraus, vielseitig von den Musikrichtungen, ganz nach meinem Geschmack: DJ Mantis, Luis Figueroa & Mr.Guan, Majestic Mood, Lessi von der Camera, Xela L., Scott & Levi, Mastercash & Mosaken, Aziz & Mat (r.i.p. trife.life!), Rocco & Balboa, DJ Exceed, Joja & Florence Nightnurse, Clonious & Cid Rim, Zuzee & Buzz, Damntruth & Cream T, DJ Kapazunda, Scooby Duo, Kid Kut, Crum & B.Visible, Phekt & Trishes, Babasound, OSF Sound, G-Spot Sound und natürlich Urbs & Großmeister DSL.
Bei meinem nächsten runden Geburtstag im Dezember 2015 wird es einige von den oben genannten zu hören geben.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Die Mädels auf einer Juicy Party!
Na, Spaß beiseite, ich finde gut, dass die letzten Jahre viel Neues entstanden ist, die (mittlerweile für fast jeden leistbare) VJ/DJ/Producer Technik tut das ihrige dazu.
Ich mag es auch, wenn die verschiedensten Künstler bei Events mit einem karitativen Zweck zusammenhalten und was auf die Beine stellen.
Ich habe Hochachtung vor „Szeneveteranen“, die bis heute durchhalten.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Lautstärke Regulierungen, Anzeigen wegen Lärmbelästigung und die daraus resultierenden Schließungen mancher leiwanden Clubs/Lokale, das Rauchverbot, die Sponsorenflaute und gierige Gastronomen.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Pezo Fox (Juicy) - Photo credit: Sachin SoniIn unserem Büro, wir planen immer das nächste Juicy und müssen viele andere Events und DJ-Bookings am Laufen halten.
Sonst sehr familiär und gerne mit lieben langjährigen Freunden, die mich regelmäßig von dem Nachtding runterholen weil sie selbst nicht drinstecken. Wir verreisen gerne und Essen gut. Sehr stolz bin ich auf meine Vorstand-Tätigkeit beim Projekt Levin Statzer Foundation zugunsten junger Künstler. Konzertveranstaltungen von 20yrs of Hip Hop & Steelo sind ein Steckenpferd.
Mein Leben vor der „Karriere“ gibt es in dem Sinn nicht, das war meine Kindheit.
Habe auch circa 9 Jahre in diversen Plattenläden gearbeitet, bevor mich das Nachtleben komplett vereinnahmt hat.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? So richtig mit Bezahlung und so 1991 im Volksgarten. Da war ich der jüngste Resident eine Zeitlang, so entstand auch sehr früh unser Draht zum Voga und somit ein wichtiger Schritt ins Eventbusiness.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Sehr gerne mit Serato & Timecodevinyl. Ab und zu mit Vinyl. CD Player mag ich garnicht zum auflegen.
  • Größe deiner Musiksammlung? Ca. 10.000 Schallplatten, ca. 2.000 CDs, ca. 700GB Wavs & Mp3s, verschiedene alte Mixtapes
  • BpM-Range: Von – bis? 70-170

Anbei noch zwei Stunden Pezo Fox in the mix, mitgeschnitten letztes Jahr bei den Weekend Sounds im Museumsquartier – wo Pezo auch dieses Jahr am 11. Juli wieder zu hören sein wird. Darüber hinaus supported er am 12. Juni DJ DSL bei Step Forward im Cafe Leopold, am 16. Juni den Wu-Tang Clan(!) in der Arena und am 1. September Jurassic Five (ebenfalls (!)) ebendort – dazwischen noch etwas Summer Feeling am 31. Juli bei The Birds & The Bees im Volksgarten Pavillon, einem der nettesten Sommer-Events mit Gartennutzung, und als krönenden Abschluss des Sommers am 5. September den bereits legendären Levin Jam, wie jedes Jahr auf der Donauinsel unter und rund um die Nordbrücke!

B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin Soni

Vienna Players #18: B.Visible (Duzz Down San)

Unter dem Titel Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 der wichtigsten Künstler der Wiener Szene vor. Ein bedeutendes Standbein ebendieser ist seit jeher die kreative Subkultur an HipHop-verwurzelten Beatbastlern, die heute Genres definieren bevor der Musikjournalismus überhaupt Namen dafür findet – und wir freuen uns, heute mit B.Visible eines der aktivsten Aushängeschilder dieser Szene vorstellen zu dürfen. Er ist Teil der umtriebigen Duzz Down San Label-Familie, veröffentlicht obendrein auf dem französischen Netlabel Cosmonostro, und sitzt danach immer noch auf genügend Beats, um sie regelmäßig als Free EP in die weite Welt des Internet zu stellen. Warum Wien für sein Schaffen genau der richtige Ort ist, erzählt er uns im Folgenden nebst einem Exklusiv-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Das war ganz der klassische Weg. Zuhause zum Auflegen angefangen und irgendwann wollte ich dann meine Platten auch im Club spielen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Wien. Die Stadt inspiriert mich nach wie vor sehr und das kurbelt natürlich meinen musikalischen Output an. Zudem habe ich das Glück, dass ich einmal die Woche für einen Tag das Rotaug/Tingel Tangel Studio nutzen darf.

B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin Soni width=Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Abendessen am Naschmarkt oder in der Pizzeria Riva, danach auf ein paar Bier ins Celeste zum ClubDuzz. Zu späterer Stunde dann ins Leopold zu Step Forward oder Beat Science. Auch die Brut Bar wäre eine Option wenn die Sweet Heat Jungs eine Party schmeißen. Das Werk mit der Geil und Bogen Serie ist auch super – da kann man die Nacht dann bis zur frühen Morgenstunde schön ausklingen lassen.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?Gutes Restaurant. Am besten was Neues das ich noch nicht kenne.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Vorerst würde ich dich um 2 Floors bitten.
Auf den Ersten würde ich mir nostalgisch DJ DSL, die Waxos, Urbs & Cut-Ex, Pezo Fox und DJ Crum wünschen.
Der zweite wäre etwas basslastiger, mit Restless Leg Syndrome, Olinclusive, Jeru und Motsa.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Die Szene ist sehr familiär.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Leute die sich in den falschen Club verirren dich während deines Sets stören und fragen wann du endlich was “gscheites” spielst währenddessen sich der Rest prächtig amüsiert.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
B.Visible (Duzz Down San) - Photo credit: Sachin SoniIch arbeite im Moment als Teilzeit-Grafikdesigner. Sonst nutze ich meine Zeit eigentlich zum Produzieren. Skaten und Surfen gehe ich gerne zum Ausgleich. Vor der Musik war definitv Snowboarden meine große Leidenschaft.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 6.10.2005 im ppc Graz
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Serato, bei speziellen Anlässen Vinyl.
  • Größe deiner Musiksammlung? Nie nachgezählt, aber da hat sich schon einiges an Vinyl angesammelt über die Jahre. Es ist auf jeden Fall noch nicht so viel, dass es bei einem Umzug gröbere Probleme bereitet .
  • BpM-Range: Von – bis? Fang meistens bei 70bpm an und spiel dann den Boomerang bis zu 140bpm rauf.

Mehr von B.Visible gibt es nicht nur im folgenden Mix zu hören, den er exklusiv für Play.fm aufgenommen hat, sondern zum Beispiel am 13. Juni bei Clubduzz, dem Monthly von Duzz Down San im Wiener Celeste, sowie am 26. Juni bei The Birds & The Bees im Volksgarten Pavillon und Tags darauf, womöglich als Zwischenstopp am Weg Richtung Sommerurlaub, im Gala Hala in Ljubljana. Für dazwischen und überhaupt sollte man auch seine Profile auf Bandcamp und Soundcloud ansteuern, auf der zahlreiche EPs und Freebies zum Download bereit stehen.

pocketful of g:ld

Vienna Players #15: pocketful of g:ld (BLVZE)

Zwei Monate, eine Stadt, dreißig ihrer spannendsten DJs – das ist die Idee hinter unserer aktuellen Serie Vienna Players. Heute freuen wir uns in diesem Rahmen pocketful of g:ld vorstellen zu dürfen, der die Stadt Veranstalter von BLVZE und als Booker der Eigenveranstaltung Geil&Bogen im Werk mit forward-thinking Sounds zwischen Hip Hop, Grime, Juke und allen denkbaren und noch nicht mal denkbaren Spielarten von Bass Music bereichert. Seine Gedanken zum Leben, Veranstalten und Ausgehen in Wien teilt er uns im folgenden Interview mit – seine aktuelle Definition von Bass Music gibt es im anschließenden Exklusiv-Mix zu hören.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Da mein familiärer Hintergrund stark durch Popularmusik geprägt war und meine eigene Musiksammlung damals aus Sachen wie Lauryn Hill bis hin zu Slipknot bestanden hat – man kann es Geschmacksverwirrung nennen, ist es wohl auch – habe ich mich anfangs relativ unbeholfen an die Wiener Clubszene herangetastet.
Da ist vor ca. 8 Jahren das Fluc mit seinen damals zahlreichen Electro-Events etwas Neues für mich gewesen. Electro ist aber langfristig gesehen kein sehr zufriedenstellendes Genre gewesen, da es für mich nur betrunken erträglich gewesen ist. Durch Events an Orten wie dem Planetarium, Market, Das Werk, Elektro Gönner oder Pratersauna bin ich dann eine Zeit lang bei House und Techno Musik hängen geblieben. Der Plattenladen Das Market und mein Veranstalter-Kollege Jan haben mich in diesem Genre wohl am stärksten geprägt.
Das Cafe Leopold hat mich später dem Hip Hop und der Bass Musik näher gebracht. Im neuen Werk bin ich zur Zeit selbst Booker für die hauseigene Veranstaltung und hole alles was sich so zwischen UK Bass/Garage, Grime und Juke bewegt nach Wien. Mein Hörverhalten ist aber mehr oder weniger wieder zur Popularmusik zurückgekehrt, wenn auch in anderen Ausformungen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
pocketful of g:ldSo abgedroschen der Spruch klingt: Wien ist ein Dorf. Die meisten Veranstalter und DJs kennen sich und arbeiten meistens mit- statt gegeneinander. Wir pflegen oft einen freundschaftlichen Kontakt. Auf jedem Event finde ich jemanden mit dem ich über Musik, Events und sonstige Belanglosikeiten reden kann. Die fehlende Anonymität, die in einem echten Dorf oft als erdrückend empfunden wird, ist hier für meine Tätigkeiten eher befruchtend.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Balkan Grill Ottakringer Straße zwecks Unterlage – Celeste Garten – Das Werk eventuell pendelnd in die Grelle Forelle – Zwischendurch Bier und (die beste Analogkäse-) Pizzaschnitte bei Station Spittelau – Celeste Abstürzen – Bäckerei Gül nebenan auf Börek und Ayran.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Platten kaufen im Substance, Das Market und Moses Records, Essen gehen in der China Bar, Trinken gehen am Donau-Kanal aus der Dose natürlich, Ausgehen wahlweise in einen Club meines Vertrauens, auf ein Wiener Musik-Festival wie dem Popfest, Sound:frame oder dem Waves-Festival, oder einfach nur ins Kino. Problem: Die 100 Euro wären wahrscheinlich schon nach dem Plattenkaufen weg.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
11:00-12:00 Mr M. b2b Noel D (Black Label)
12:00-01:00 Antonia b2b Amblio (Canyoudigit & Prasselbande)
01:00-02:00 Laho (The one and only)
02:00-03:00 Slick b2b Ich (Bebop Rodeo & Eigenlob stinkt nicht immer)
03:00-04:00 Kidkut b2b Stanley Stiffla (Canyoudigit & Fear Le Funk)
04:00-05:00 Franjazzco b2b Waxter Dancel (Disko404 & Deep Dreams)
05:00-06:00 Macello Basstrojani b2b Tip Top Tobsen (Paradiso)

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Der schönste Türsteher Wiens steht vor dem Celeste, ergraute Haare mit einem Hauch von George Clooney, DJ Name Shit Vicious, check him out.

pocketful of g:ldWas ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Plombierungen & Nachbarn.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Das Werk (alter Standort an der Neulerchenfelder Straße), ich glaube vor 4 Jahren
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Zwei Expedit Regale voll mit Platten, ca. 100 CDs, 100 GB auf der Festplatte
  • BpM-Range: Von – bis? BPM Range? Was ist das?

Nachdem pocketful of g:ld in der Reihe Geil&Bogen zuletzt außergewöhnliche Acts wie Ikonika, Addison Groove und Mickey Pearce ins Werk geholt hat, geht die Party bereits diese Woche am Mittwoch, dem 3. Juni, weiter – diesmal mit Tokyo Hands vom Donky Pitch Label sowie dem Teklife-Youngster DJ Taye aus Chicago.

Laho (Out Of Focus)

Vienna Players #13: Laho (Out Of Focus)

Unter dem Titel “Vienna Players” stellen wir euch derzeit insgesamt dreißig Acts der Wiener Clubszene vor, die besonders interessant, bekannt, beliebt oder aus sonstigen Gründen erwähnenswert sind. Dazu gehört definitiv auch Laho, im Wiener Szene-Geschehen sowas wie ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen – egal, wo du abends hingehst, er ist wahrscheinlich schon dort und hat wahrscheinlich sogar organisatorisch irgendwie seine Finger mit im Spiel. Tagsüber schupft er im Tongues, Wiens kleinsten und dennoch einem der charmantesten und bestsortiertesten Recordstores, den Laden, abends bereichert er als Teil der Out Of Focus Crew das Wiener Nachtleben mit Urban Sounds abseits der ausgelatschten Pfade. Was er sonst so treibt und warum er das gerade in Wien macht hat er uns in den folgenden Zeilen nebst dem obligaten Exklusiv-Mix verraten.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Die Liebe zur Musik, die Freude am Tanz, das Interesse an der Technik. Ich schätze da kommt einiges zusammen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien war immer schon ein Schmelztiegel der Kulturen und hat eine lange Musikgeschichte. Zudem bin ich selbst und mein Umfeld hier verwurzelt, dementsprechend ergeben sich auch Symbiosen mit befreundeten Veranstaltern. Die meisten, bei denen ich spiele, kenne ich schon ziemlich lange.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Das kommt bei mir ehrlich gesagt mehr auf die Veranstalter als auf die Locations an und natürlich würde ich ihn zu seinem persönlichen Geschmack befragen, um das beste für ihn zu eruieren.
Zurzeit ist wohl in Spittelau das meiste los (Werk & Grelle Forelle) aber die besten Nächte sind meist eh die, an die man sich nur noch schemenhaft erinnern kann.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Laho (Out Of Focus)Ha, ja gute Frage, vermutlich gleich dort, wo ich sie bekommen habe. Für Drinks und Drogen. (Koks und Nutten halt) Nein, Spaß. Vermutlich investiere ich das Geld in gutes Essen. Dafür gebe ich das meiste Geld aus.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Die Frage fällt mir leicht zu beantworten, da ich solche Abende bereits hatte, meine Geburtstage sind z.B. berüchtigt dafür. Ausserdem habe ich eine Crew, die aus DJs besteht namens Out Of Focus. Wir veranstalten selbst und laden uns die Créme de la Créme ein. Ich steh jetzt nicht unbedingt auf Namedropping, meistens sind die Abende sowieso zu kurz um alle spielen zu lassen.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Diversität, das merkt man vor Allem wenn man z.B. in Deutschland an einer allzu strengen Tür abgewiesen wird. Die meisten hiesigen Clubs bekennen sich sogar offen zu Toleranz, lehnen dabei aber gewisse politische Einstellungen, vor allem rechter Natur ab.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Das es so viele Veranstalter gibt, die sich dann nicht absprechen. An manchen Wochenende ist einfach gefühlt garnix los, während man sich an anderen am liebsten Klonen würde. Clubhopping ist aber gut möglich, weil die Wege auch nicht so lange sind wie etwa in Berlin.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Laho (Out Of Focus)Ich arbeite im Tongues, einem Plattenladen in der Kirchengasse. Dort bin ich „Ladenhüter“. Sonst feiere ich natürlich andere DJs und zusätzlich bin ich Fahrer und mache Künstlerbetreuung für Veranstalter. Davor war ich ein Kind und ging noch zur Schule. Studiert habe ich auch mal. Irgendwas mit Medien.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Schwer nachzuvollziehen, vor Freunden natürlich früher, in der „Öffentlichkeit“ etwa 2003 und zwar mit dem Trichromatic Soundsystem im Jugenzentrum Agathon in Purkersdorf (NÖ)
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl, Digital maximal zusätzlich (Wenn die Verfügbarkeit nicht gegeben ist, d.h. nicht auf Vinyl erhältlich ist oder für Dubs beispielsweise)
  • Größe deiner Musiksammlung? 1000+ Platten.
  • BpM-Range: Von – bis? Genau.

Anbei dreißig basslastige Minuten zwischen Grime, Detroit House, Footwork und Wiener Lied aus Laho’s Plattenkiste. Wer mehr davon hören möchte hat dazu am kommenden Samstag, dem 30. Mai, im Cafe Leopold Gelegenheit, wo Laho mit seiner Out Of Focus Crew neben anderen illustren lokalen Kollektiven wie Bebop Rodeo, Can You Dig It, Tingel Tangel und Fear Le Funk den vierten Geburtstag des Fairlight Club feiern wird.