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Klub Sir3ne

Im Club mit: Klub Sir3ne (Interview + Mix)

Die Musikszene einer Stadt sollte nicht zuletzt an ihrer Vielfältigkeit gemessen werden, und um diese steht es in Wien nicht unbedingt schlecht – nicht zuletzt dank der Crew vom Klub Sir3ne, die bereits seit einer gefühlten Ewigkeit dafür sorgt, dass die diversesten Sorten von Bass Music ihren gebührenden Platz hat. Dubstep, Grime, UK Funky, Jungle, Trap oder Juke und Footwork, hier kann unabhängig von aktuellen Hypes alles passieren was untenrum gut wummert und auf gute Art und Weise in die Magengrube geht. Wir haben die Crew zum Interview geladen – sie hat uns netterweise nicht nur erhört, sondern auch gleich einen Packen Mixes mitgebracht!

Klub Sir3ne
Die Crew, Teil 1: DJ Odd (links) und Beda Ranks (rechts) bei Upd8e im Club Dual

Klub Sir3ne – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind ein Kollektiv an Musiknerds: Rak3te, Koe, Odd, B.Ranks, Se.Vero und Steffi. Grundsätzlich versuchen wir alles gemeinschaftlich zu organisieren und zu entscheiden, Aufgaben werden dann je nachdem, wer gerade die Zeit und Möglichkeiten hat, verteilt.

Seit wann ist Klub Sir3ne im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Gemeinsam feiern zu Musik, die wir mögen, war eigentlich die größte Motivation. 2006 gab es die ersten kleinen Parties im Einbaumöbel bzw. Venster. Zur regelmäßigen und vor allem international ausgerichteten Veranstaltungsreihe wurde Klub Sir3ne in der Fluc Wanne, von 2007 bis 2012. Zusätzlich haben wir noch die donnerstägliche Dubstep-Reihe RAW monatlich im Fluc von 2010 bis 2013 organisiert. Seither waren bzw. sind wir in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Venues (Grelle Forelle, Fluc oben, Werk, Pratersauna, Solaris…) mit Crew-Abenden bzw. als 2nd floor-Hosts aktiv.

Und wie sieht es bei Klub Sir3ne aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Klub Sir3ne
Die Crew, Teil 2: Se.Vero (links) und Koe (rechts) im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)

Lange Zeit war unser Fokus auf internationalen Bookings, aber vor zwei Jahren haben wir uns diesbezüglich etwas zurückgezogen. Nach einer kurzen Pause haben wir wieder begonnen, bei kleinen unregelmäßigen Parties vor allem nationale Acts zu präsentieren. Unsere musikalische Ausrichtung lässt sich am ehesten mit UK zusammenfassen. Mit Ende der Dubstep-Welle haben wir als Veranstalter und DJs auch die Entwicklung vieler Produzenten hin zu Post-Dubstep, Garage, UK Funky, House und Techno mitgemacht.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Unsere grundsätzliche Motivation war es immer, gute Musik in einer angemessenen Lautstärke zu hören, nie Geld zu verdienen. Schwierig ist sicher, dass es mittlerweile ein gewisses Überangebot an Parties gibt, wir haben aber nach wie vor das Gefühl dass “unser Sound” eher unterrepräsentiert ist. Abgesehen davon macht es uns einfach extrem Spaß, in dieser Kombination Musik zu spielen!

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es
genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus
eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und
welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Die Crew, Teil 3: Rak3te bei RAW im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)
Die Crew, Teil 3: Rak3te bei RAW im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)

Es ist immer noch schwierig “UK Acts” zu präsentieren, die oft mit bunt gemischten Einflüssen daher kommen, da tendenziell traditionellere Ansätze in Wien dominieren. Im Vergleich zu anderen Städten in Österreich (keiner von uns stammt direkt aus Wien) gibt es jedoch eine vielfältige und vor allem präsente elektronische Musikkultur. Wünschen würden wir uns mehr internationalen Austausch, nicht nur eine Musik-Import Einbahnstrasse.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Absolute Highlights waren Pearson Sound, Loefah und Addison Groove. Pearson Sound hat 4h am Stück aufgelegt, Loefah ist bis zum bitteren Ende geblieben und hat gegen Ende b2b mit unserem Se.Vero noch eine Runde Jungle gespielt. Tony (AG) ist einfach ein super relaxter Typ, den wir gerne ganzjährig bei uns in Wien hätten. Von den Live-Sachen hier sind uns noch von der Frankreich-Fraktion Kaly Live Dub und HighTone eine besondere Erwähnung wert. Die haben die Fluc Wanne echt zum Beben gebracht.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Warten bis endlich die Hütte voll und wenigstens der finanzielle Break even erreicht ist.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Da würde uns niemand einfallen, auch im Nachhinein stehen wir zu allen Bookings, die wir gemacht haben. Nur einer unserer Gäste hatte den absonderlichen Wunsch, wenige Stunden nach Party-Ende mit uns bei Peek&Cloppenburg Klamotten shoppen zu wollen, wo er seine komplette Gage auf den Kopf gestellt hat, um danach fast den Zug zum nächsten Gig zu verpassen. Er sollte hier namentlich nicht genannt werden.

Se.Vero on stage mit Gast-DJ Loefah
Se.Vero on stage mit Gast-DJ Loefah

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Label-Nacht Schwerpunkte! Etwa Swamp81, Hessle Audio, Hyperdub… Ideen gäbe es genug!

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wie es aussieht werden wir 2016 in Kooperation wieder beginnen vereinzelt internationale Acts zu präsentieren – man darf gespannt sein. Gleichzeitig möchten wir aber auch weiterhin kleine Abende “nur mit uns” machen bzw. unserer Leidenschaft des 2nd floor Hostings nachgehen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Keine Crew ohne Crowd - eine Momentaufnahme des Floors bei Klub Sir3ne im Fluc
Keine Crew ohne Crowd – eine Momentaufnahme des Floors bei Klub Sir3ne im Fluc

Die neue Seite schaut super aus, ist sehr übersichtlich, einfach zu bedienen – gratuliere euch! Wir würden uns wünschen, dass ihr Wiener Veranstaltungsreihen, wie beispielsweise Klub Sir3ne Parties, live mitschneidet und auf eurer Homepage featured. Weiters fänden wir es wichtig nicht nur rein auf einer quantitativen Ebene Mixes und Radioshows zu bewerten und zu ranken, sondern auch auf die Qualität zu schauen – schließlich ist Musik sehr vielfältig!

Bevor es 2016 mit diversen Partys und Hostings von und mit Klub Sir3ne weitergeht – unter anderem am 26. Februar am zweiten Floor des Maschinenraum, mit dem wir uns vor kurzem auch schon unterhalten haben – dürfen wir euch im Folgenden eine Auswahl an frischen Mixes der Crew präsentieren, die naturgemäß eine Vielfalt an Genres aus dem Bass-Mikrokosmos bietet, deren Aufzählung den Rahmen sprengen würde – listen loud!

 

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!