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United Colors Of Beton

Im Club mit: United Colors of Beton (Interview + Mix)

Wer in Wien nach freundlichen, stressfreien Partys sucht, die gänzlich ohne Hochglanzflyer, Promoted Facebook Posts und Star-DJs mit Business-Class-Flügen und Fünf-Stern-Hotelzimmern auskommen, ist mit dem United Colors of Beton Kollektiv gut beraten. Ein sympathischer Haufen erfahrener DJs, die sich schlicht aus Lust an der Laune und Liebe zur Musik zusammengerottet haben um Partys mit ebenso ausgelassener wie familiärer Atmosphäre zu schaffen. Im Interview erzählen Sie uns die Kumpanen Thomas, Roman, Kris und Rudi mehr über sich, natürlich mit einem freshen Mix im Gepäck.

United Colors of Beton – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Thomas: Hinter ucob stehen Roman (wladimir glitchcore), Kris (Kayoz), Rudi (RawShitz), Clarissa und ich (nutrasweet). Clarissa ist bei uns für alles Grafische verantwortlich. Ansonsten teilt sich die Arbeit recht gleichmäßig auf alle auf.

Seit wann ist United Colors of Beton im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Thomas: Individuell sind wir seit Ende der 90er Jahre als DJs und Promotoren unterwegs. ucob ist aus dem Wunsch entstanden, Partys für unsere Freunde zu machen. Wir sind alle schon etwas älter und wollten einen regelmäßigen Abend hosten, von Freunden für Freunde quasi. Die ersten Partys waren auch noch Free Partys, damit auch wirklich keiner eine Ausrede hat.

Roman: Die Idee wurde von Thomas und mir auf einer houztekkparty im fluc geboren. Kris (kayoz), Rudi (rawshitz) und unsere Grafikerin Clarissa, kamen quasi am nächsten Tag dazu. Die Notwendigkeit gemeinsam Parties zu veranstalten entsprang dem Bedürfnis, wieder öfter aufzulegen, unsere Liebelingsmusik selbst öfter zu hören, zu spielen und natürlich mit Freunden zu feiern.

Und wie sieht es bei United Colors of Beton aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

United Colors of Beton
Party unter Freunden: Wladimir Glitchcore back2back (hier im wahrsten Sinne des Wortes) mit Nutrasweet (Foto credit: Milla Kollinsky)

Thomas: 2015 haben wir so um die zehn Parties veranstaltet. Seit diesem Jahr haben wir im Werk unser Zuhause gefunden. Dort passt es für uns alle ganz gut. Es ist die Art von Club, in der wir uns selbst alle sehr wohl fühlen. Musikalisch wollen wir unseren Gästen einfach einen tollen Abend bieten, wobei wir zurzeit hauptsächlich im Techno und House anzutreffen sind. Allerdings wollen wir uns nicht unbedingt auf diese beiden Genres beschränken. Unsere Plattenarchive geben da noch einiges her. Wir wollen Leute ansprechen, die gerne feiern, denen der Vibe auf der Party wichtiger ist als der Name des internationalen Top DJs.

Roman: Ursprünglich ging es uns musikalisch vorzugsweise um dreckigen Techno mit industrieller Attitüde, von rauer Gangart – dark und druckvoll. Mittlerweile hat sich das natürlich wieder ein bisschen gewandelt. In Wahrheit lief bei uns nie nur eine Musikrichtung. Bei einer unserer ersten Parties in der Mangabar kamen z.B. Myriel von den Sendling Boogie Breaks aus München, und TJ Hicks vorbei. Beide hatten Platten mit und Lust sich bei uns einzuklinken. Uns war es natürlich eine Ehre die beiden an die Decks zu lassen. Im Einbaumöbel haben wir auch mal eine Party mit Steril aka Latex und Sebastian Schlachter organisiert, auf der fast ausschließlich Miami Bass und Electro lief. In letzter Zeit wird’s auch gerne wieder etwas deeper und housiger. Wir sind ja auch alle ganz unterschiedliche Typen mit unterschiedlicher musikalischer Sozialisierung und Prägung. Beim beton kommt es auf die richtige Mischung an. Ich weiss nicht ob es den typischen “ucob Sound” überhaupt gibt, aber es gibt auf jeden Fall immer eine gemeinsame Richtung.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Thomas: Also wir können uns nicht beklagen. Es wird halt generell viel gesudert in Wien. Unsere Motivation ist es, unseren Gästen einen tollen Abend zu bereiten, sowie unsere musikalische Verwirklichung. Jeder von uns legt gerne auf und wir lieben es, unsere Platten vor Publikum zu spielen.

Roman: Wir müssen zum Glück nicht vom Raven bzw. Veranstalten oder Auflegen leben. Dies erlaubt uns einen gewissen Idealismus in der musikalischen Gestaltung und im Booking. So können wir es uns erlauben auch mal Acts einzuladen, die vermutlich keine Garantie für einen vollen Laden mitbringen, die wir aber sehr schätzen und von denen wir überzeugt sind. Dieses Konzept hat bisher sehr gut funktioniert. Wenn wir, wie bei unserer Zwei-Jahres-Feier im Oktober, den Metaboman von Musik Krause aus Jena einfliegen, dann, weil er einen Sound spielt, den man hierzulande eher selten hört und weil er wunderbar zu uns passt. Der hat dann ein vierstündiges DJ-Set mit zwei Octratracks am kleinen Floor im Werk gespielt und die Leute sind extrem mitgegangen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

United Colors of Beton
Artwork by Clarissa

Kris: Entwicklung gibt es immer, da gibt es gute und schlechte. Wir versuchen uns davon weitgehend auszunehmen. Es gibt Veranstaltungen die uns interessieren und andere. Ob das der Menge nach zu viel oder zu wenig sind, können wir nicht beurteilen. Das Werk deckt eine wichtige Komponente im Clubleben ab, ein Raum ohne Konsumzwang, guter musikalischer Programmierung, ein angenehmes, ranziges, subkulturelles Ambiente und eine Crew, die mit Herzblut bei der Sache ist. Zwei Schritte weiter werden die HiFi-Raver in der Forelle bedient. Eine ebenfalls sehr wichtige Institution im Wiener Nachtleben und ein von uns sehr geschätztes Etablissement.

Roman: Mir kommt es so vor, als würde es diesen Konsenssound, der in allen Clubs läuft, in Wien immer weniger geben. Das ist eine durchaus positive Entwicklung. Ich glaube und hoffe es wird musikalisch gerade wieder etwas spezieller. Vor ein paar Jahren war es mir oft zu langweilig, da ich das Gefühl hatte, überall das Gleiche zu hören. Dies war mit Sicherheit auch ein Grund für uns, wieder etwas Eigenes zu machen. Nur zu sudern bringt da nichts.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Thomas: Die bereits erwähnte Zwei-Jahres-Feier mit Metaboman war definitiv ein Highlight! Sein Set war einfach unglaublich spannend und kam bei den Leuten sehr gut an. Er selbst war auch sehr happy und hat sich bei uns für den Abend bedankt.

Roman: Der Abend war auf jeden Fall legendär! Wobei ich mich hier auch bei allen anderen DJs bedanken muss: Laminat, .maxi von Viennoise, Doc Snyder und Je:wax aus Graz, Reiner “the legend” Mauch aus Bayern und Uciel von Houztekk aus Linz haben diese Nacht sehr bunt gestaltet. Ansonsten könnten wir hier vermutlich jede einzelne Party aufzählen. Besonders waren sie, aus meiner Sicht, alle.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Roman: Nachdem es in der Mangabar,ob der Lautstärke,Probleme mit dem Magistrat gab und wir dort nicht mehr veranstalten konnten, waren wir gezwungen mit ucob in unterschiedlichen Locations zu gastieren. Diese Unbeständigkeit war sicherlich sehr mühsam für alle beteiligten. Teilweise mussten wir unser gesamtes Equipment selbst mitbringen und eine Anlage ausleihen etc…

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nein.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Thomas: Am liebsten wäre mir eine komplette Off Location, irgendwo an der Wiener Peripherie. Vielleicht ein mehrtägiges Open Air mit einem stark improvisierten Charakter. Soundtechnisch würde ich verstärkt auf Locals setzen, eventuell zwei Bühnen, wobei eine mehr Band-Charakter hat und die zweite von DJs bespielt wird.

Roman: Auf einer Südseeinsel mit tausend Leuten, einer Handvoll internationaler Acts nach unserem Geschmack und sonst einem Lineup, das nur aus unseren Freunden und uns besteht, könnte ich es mir allerdings auch ganz gut vorstellen.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Thomas: Wir freuen uns 2016 wieder fixer Bestandteil im Werk sein zu dürfen. Am 23.01. starten wir mit der Spittelauer Kernschmelze, bei der wir gemeinsam mit den funkrooms das Werk hosten. Es wird auch wieder ein Sommerfest geben und wir werden uns auch wieder für die Flüchtlinge engagieren und im März eine Benefizveranstaltung mit Hausgemacht organisieren.

Roman: Außerdem fahren wir als ucob-DJ-Kollektiv sicher auch mal in die Bundesländer, spielen bei anderen Veranstaltungen und man darf sich auch schon auf Silvester 2016/17 freuen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Rudi: Grundsätzlich gibt es ein paar Features, welche wir noch vermissen. Dazu zählen die Möglichkeit, das Hintergrund und Profilbild zu ändern sowie das Zusammenführen von Crews und Followern. Weiters fänden wir es cool, wenn es eine Art Stammbaum gibt, wo man sieht, in welcher Beziehung die einzelnen Crews und Protagonisten zueinander stehen. Und wir vermissen eine Möglichkeit, die Liked Mixes zu sortieren.

Vielleicht noch ein paar Worte zu euren Mixen?

Roman & Thomas: Wir haben einen exklusiven und spontanen 60-Minuten-Mix für Play.fm aufgenommen. Der trifft unseren derzeitigen Stil vielleicht ganz gut.

 

Somit wäre alles gesagt, was sonst in den abschließenden Worten Platz findet, über den folgenden Mix wisst ihr ebenso bescheid wie über die nächste Party. Bleibt nur mehr beides wärmstens zu empfehlen und viel Freude damit zu wünschen!

 

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Beatmaker Sessions

Im Club mit: Beatmaker Sessions (Interview + Mix)

Vor Jahren, als wir mit Play.fm noch ein Radiostudio im MuseumsQuartier hatten, hat unser damaliger Sendungsgestalter Alan Brown uns nach dem einen oder anderen alkoholhaltigen Konzept mal seine Version vom Club der Zukunft erzählt: Damals gab es im Londoner Plastic People eClub einen Abend namens CDR, bei dem nur Musik gespielt wurde, die zuvor von noch nicht gesigneten Produzenten eingereicht wurde. Wir einigten uns, dass sich in Wien wohl niemand über sowas drüber trauen würde – und staunten nicht schlecht, als uns gar nicht so viel später der Flyer der ersten Beatmaker Sessions mit genau diesem Konzept in die Hände fiel, treffenderweise mit dem Untertitel “The Future of Music”. Gerade noch rechtzeitig vor dem vierjährigen Jubiläum – inklusive Release der neuen Beatmaker Sessions Compilation – hat sich Hauptveranstalter Alex netterweise noch Zeit genommen, mit uns über sein Projekt, die Szene und Wien und so einiges mehr zu plaudern.

Beatmaker Sessions – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Im Großen und Ganzen ist alles auf meinem Mist gewachsen. Sprich ich bin der Initiator des Events. Verantwortlich für Konzipierung, Projektmanagement, Booking, Art Direction, Ablauf, Promotion etc. Im Team und großer Bestandteil der Sessions sind DJ Straves und Wax 865, sowie unser Fotograf Dominik Vsetecka. Als auch externe Grafiker die dem Ganzen auch einen speziellen Look nach aussen verleihen.

Seit wann ist Beatmaker Sessions im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Das erste Event haben wir am 19. Dezember 2011 veranstaltet, um unseren Faible für alternative Elektronische Live Sets zu frönen und der lokalen Producer-Szene eine Plattform zu bieten.

Und wie sieht es bei Beatmaker Sessions aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Black Lotus Experiment
Black Lotus Experiment live bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Wir veranstalten von Oktober bis Mai, in den Locations fluc und celeste. Im fluc kann sich jeder Musik-Produzent der Lust und das Können hat für einen “Beatmaker L!VE Slot” bewerben, sowie seine eigenen Produktionen für das “Beatmaker DJ-Set” einreichen, das seit Anfang an fixer Bestandteil des Konzeptes ist.

Im celeste organisieren wir Special-Events mit mehr Live- und Party Charakter. Eine spezielle Richtung haben wir nie wirklich verfolgt. Wir waren von Anfang an für alle Elektronischen-Musikrichtungen offen – ganz nach unserem Motto “The Future of Music”. Das, was uns die Produzenten schicken, spielen wir, und interpretieren wir als die Zukunft der Musik. Aufgrund der Kuration der Live-Acts geht es ein bisschen mehr in die alternative elektronische und experimentelle Hip Hop Richtung. Unser Publikum besteht großteils aus lokalen Musikproduzenten und Musikinteressierten.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Davon leben können wir nicht. Da müsste man vielleicht in größeren Dimensionen arbeiten. Derzeit ist es mehr ein Hobby und Spielplatz für uns. Wir machen weiter da wir lieben, was wir machen, und aufgrund des postiven Feedbacks und Zuspruches des Publikums. Davon leben wir, und von den großartigen Momenten die wir bisher dadurch erlebten haben. Die Konkurrenz ist in Wien auf jeden Fall groß und schläft nicht. Jedoch, möchte ich behaupten, dass es so etwas wie wir machen in Wien und ganz Österreich sonst nicht gibt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Kampfsportzwillinge
Kampfsportzwillinge bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Veranstaltungen gibt es für meinen Geschmack ausreichend, wenn nicht sogar zu viele. Im Sommer als auch im Winter steht man vor einer großen Auswahl an sehr guten Club-Nights, Konzerten und Festivals. Und das nicht nur am Wochenende sondern auch unter der Woche. Ein “drei Tage wach” Weekend ist da ohne Probleme möglich. Wien kann im internationalen Wettbewerb bestimmt mithalten. Durch das Internet kann sich jeder anhören was ihm lieb ist, und man kommt entsprechend leicht an neue oder alte Musik. Die Leute sind offen und aufgrund der Größe und Vielfalt der Stadt kann man mit der richtigen Nase bestimmt auch in seiner Nische Fuß fassen und seine Traum-Veranstaltung verwirklichen. Was ich mir für die Zukunft wünschen würde ist, dass die Fördertöpfe nicht an Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem Electric Spring, vergeben werden, die die Gratis-Kultur fördern, sowie den anderen Veranstaltern, die seit Jahren für das Wachsen der Wiener Kultur einstehen, ein Bein stellen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highligts gab es einige. Viele Acts die da waren und uns einfach einen Grinser ins Gesicht zauberten. Sowie Vergleiche mit Low End Theory und Boiler Room. Als auch eine Freundin, die regelmäßig bei den Veranstaltungen ist und bei jeder meint “this is the best sound ever” – priceless. Oder Beatmaker L!VE Slots, die mit Kommentaren wie “best time of my life” nach Hause gehen. Das sind schöne Erinnerungen.

Windshadow
Windshadow bei den Beatmaker Sessions im fluc (Foto credit: Dominik Vsetecka)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Kann mich da an keinen schwierigen Moment erinnern. Im Großen und Ganzen lief bisher alles ganz gut.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Nicht wirklich. Bei uns sind großteils lokale Acts die spielen wollen, Freude haben und daher nicht unbedingt Probleme machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Arena outdoor Stage mit Flying Lotus, Jeremy Ellis, Exile, Glitch Mob.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Beatmaker Sessions Compilation Volume 4
Out soon: Die Beatmaker Sessions Compilation Volume 4

Am 19. Dezember 2015 gibt es noch die 4-Jahresfeier im celeste, und den Album Release der Beatmaker Sessions Compilation Vol.4. Darauf freuen wir uns sehr. Weiter geht es dann im neuen Jahr mit den Sessions im fluc und celeste, sowie dem “Beatmaker Tracks Season #4” Contest im Frühling 2016. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass wir die Anzahl der Veranstaltungen wegen zeitlichen und finanziellen Gründen etwas zurückgeschraubt haben. Statt wie bisher neun Events pro Saison im fluc gibt es nur mehr fünf.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Auf jeden Fall sehr schick. Gefällt uns gut. Was uns fehlt ist das Eintragen der Events. Wobei ich irgendwo mal gelesen habe dass das wahrscheinlich eh noch integriert wird. Wir sind gespannt. 🙂 Besten Dank für das Interview!

Beatmaker Sessions

Wer dieses außergewöhnliche Veranstaltungskonzept selbst erleben will, hat – sollten wir eingangs noch nicht ausdrücklich genug darauf verwiesen haben – am kommenden Samstag, den 19. Dezember, beim Vier-Jahres-Jubiläum der Beatmaker Sessions im Celeste Gelegenheit dazu. Ebendort wird auch erstmals die vierte Ausgabe der hauseigenen Compilation vorgestellt, die es in weiterer Folge – wie ihre Vorgänger – via Bandcamp zu erwerben geben wird. Der neue Compilation-Mix wurde leider zwischen den Vorbereitungen nicht mehr ganz fertig, dafür gibt es an dieser Stelle als Warm-Up jene der Ausgaben zwei und drei und damit vorerst auch mal genug Beats von heimischen Künstlern, die ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gehört habt..!

 

 

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Belegschaft

Im Club mit: Belegschaft (Interview + Mix)

Ein weit verbreitetes Vorurteil alternder Szene-Personen ist (und war schon immer), dass aus der jüngeren Generation nichts Neues, Kreatives mehr folgt, sondern immer nur der selbe, wiederkehrende Einheitsbrei. Ein Gegenbeispiel, und unserer Meinung nach eines der spannendsten, stellt die Belegschaft dar: Ein junges Duo, das erst vor Kurzem, frisch mit Matura und ersten Erfahrungen als Veranstalter ausgestattet, von Kärnten nach Wien ausgewandert ist um hier ihre ziemlich außergewöhnliche Definition von Tanzmusik unter die Leute zu bringen. Uns haben sie mehr erzählt und gleich eine Hörprobe mitgebracht.

Belegschaft – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Belegschaft, das sind Philipp (Franz Ganz) und Martin (Rovan). Wir erledigen eigentlich alles gemeinsam, bis auf die Flyer, um die kümmert sich meistens Martin.

Seit wann ist Belegschaft im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Als wir uns vor einiger Zeit in Klagenfurt kennenlernten, haben wir schnell festgestellt, dass wir uns auf persönlicher und vor allem auch musikalischer Ebene super verstehen. Wir haben dann begonnen, gelegentlich in einem Caféhaus in Klagenfurt aufzulegen, und dann einige Partys im stereo und im Künstlerhaus organisiert. Als Martin dann vor zwei Jahren nach Wien gezogen ist, haben wir das ganze nach Wien verlegt, zuerst ins Dual, später dann ins celeste.

Und wie sieht es bei Belegschaft aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Aktuell sieht es so aus, dass wir am 18. Dezember eine kleine Weihnachtsfeier im AU machen, im Jänner sind wir wieder im celeste. Grundsätzlich liegt uns viel daran, dass unsere Partys in erster Linie (auch uns selbst) Spaß machen, und dass das Ganze nicht zu professionell wird. Unsere Veranstaltungen haben zwar immer so einen gewissen Do-It-Yourself Charakter (viele Dinge erledigen wir erst in letzter Sekunde), trotzdem steckt dahinter aber immer auch viel Energie und Zeit.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Franz Ganz (links) und Rovan (rechts) sind Belegschaft
Franz Ganz (links) und Rovan (rechts) sind Belegschaft

Momentan können wir noch recht gut davon leben, so wie in allen Bevölkerungsschichten spüren aber auch wir langsam aber stetig die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, die uns dazu zwingen werden, unseren nächsten Winter am Arlberg zu verbringen und Après Ski Musik aufzulegen.

Zu schaffen macht uns in Wien zurzeit der Mangel an kleineren Locations mit guter Anlage. Das wäre wirklich cool, wenn da in nächster Zeit was passiert, ansonsten sind wir eigentlich guter Dinge was die Zukunft betrifft, an Motivation fehlt’s uns definitiv nicht. Die Herausforderung für Veranstalter in Zukunft wird wohl darin liegen, Personen auch außerhalb von Facebook zu erreichen. Wir sehen das bei unserer eigenen Facebook Seite, ohne bezahlte Werbung (was wir nicht wollen) hat man mittlerweile oft kaum noch Response und Reichweite, ganz auf Facebook verzichten wollen wir aber (derzeit zumindest) noch nicht.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es
genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus
eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und
welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir glauben, dass gerade jetzt unglaublich viel cooles passiert. Veranstaltungen wie Ascending Waves, Basic Rhythm, Erdbahnkreuzer, A Made Up Reality oder Struma + Iodine zeigen, dass in Wien viel Neues, Ungewöhnliches möglich ist.

Im Vergleich zu London oder Berlin ist Wien natürlich ein Nest. Gerade das hat aber seine eigenen Qualitäten. Viele Veranstalter und Artists kennen sich persönlich. Wünschenswert wäre auf jeden Fall noch ein kleinerer Club mit guter Anlage und so etwas wie NTS oder Berlin Community Radio, das Artists untereinander noch besser verbindet und zum Austausch anregt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Ein Bild aus Anfangstagen: Die Belegschaft und eine Lagerhalle in Klagenfurt
Ein Bild aus Anfangstagen: Die Belegschaft und eine Lagerhalle in Klagenfurt

Vor circa zwei Jahren haben wir in den Weihnachtsferien eine Auflegerei im Keller eines Antiquitätenlagers in Klagenfurt veranstaltet. Wir haben dazu ein viel zu überdimensioniertes Soundsystem, Plattenspieler, Nebelmaschine und Beamer von Freunden ausgeborgt, das Ganze in den unglaublich staubigen und stickigen Keller gestellt und die ganze Nacht lang aufgelegt. Unsere ganze Klagenfurter Crowd war da. Und wir hatten ein Dixi Klo angemietet! Gute Zeiten.

Auf was wir auch richtig gerne zurückblicken ist der Abend, oder besser gesagt das Wochenende mit Brassfoot aus London. Er war unser erstes internationales Booking und wir hatten noch nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie so etwas abläuft. Als wir ihn in Bratislava vom Flughafen abholten, verstanden wir uns aber auf Anhieb ausgezeichnet. Eigentlich hätte er am nächsten Tag zurück nach London fliegen sollen um am darauffolgenden Tag wieder zurück nach Ljubljana zu fliegen und dort zu spielen. Total verrückte Reiseroute. Jedenfalls ist er dann kurzerhand einfach bei uns in Wien geblieben, wir haben einen Tag lang Kaffee getrunken, uns gegenseitig unsere eigene Musik vorgespielt und er hat noch eine weitere Nacht auf Philipps Couch geschlafen und ist dann mit dem Bus nach Ljubljana gereist.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

An dieser Stelle würden wir gerne eine kurze Anekdote aus den frühen Anfängen anbringen: Bevor das mit Belegschaft in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen losging, nannten wir uns noch “Mind Fucked Mother Fuckers”, Martin hat dazu ein verrücktes Logo entworfen und wir hatten unsere erste Party in einem für die beabsichtigten Zwecke viel zu teuren und viel zu schicken Café in Klagenfurt. Am Abend davor haben wir noch ein paar Flyer ausgedruckt und danach in ganz Klagenfurt mit Tixo aufgeklebt. Nachdem wir damit fertig und irrsinnig stolz darauf waren, die halbe Stadt beklebt zu haben, hat uns plötzlich die Angst gepackt, und wir waren in großer Sorge darüber, dass eine Assoziation mit “Mind Fucked Mother Fuckers” im Prinzip einer Rufschädigung des Cafés gleichkommt und nun das erzkonservative Stammpublikum dem Caféhaus beschämt den Rücken kehren wird. Es folgte eine Nacht – und Nebelaktion, und gerade noch rechtzeitig vor Ladenschluss, haben wir uns beim Saturn eine Schere gekauft und bei allen Flyern den “Mind Fucked Mother Fuckers” Schriftzug auf der Unterseite abgeschnitten. Wir hatten dann auch noch den gesamten Abend über riesige Angst davor, das sündhaft teure Interieur zu beschädigen; die Party ist dann letzten Endes aber doch noch sehr lustig geworden, das Stammpublikum blieb dem Caféhaus weitestgehend erhalten und wir haben bei der nächsten Auflage dann sogar ein kleines Bier vom Chef spendiert bekommen.

Brassfoot mit der Belegschaft im celeste
Brassfoot mit der Belegschaft im celeste

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Die bisherigen Gäste waren eigentlich immer sehr nett, angenehm und unkompliziert, wir hoffen, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Am liebsten wär uns eine Garage oder leerstehende Lagerhalle in der Vorstadt, die wir nach unseren eigenen Vorstellungen und Ideen gestalten und herrichten können. Es gibt keine Bar, dafür zahlreiche Bierautomaten, dazu ein gutes Soundsystem, rotes Licht und ganz viel Nebel.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wie gesagt, im Jänner gibt’s eine Party im celeste, hoffentlich in noch regelmäßigeren Abständen als bisher. Wir würden auch gern öfters Mal von Zuhause aus streamen und dazu befreundete DJs einladen. Die Idee, ein eigenes Label zu gründen, geistert auch schon seit einiger Zeit in uns herum, früher oder später wollen wir das auch realisieren.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die Veranstalter- und DJ- Features sind sehr gelungen, wir werden in Zukunft sicher öfters mal reinschauen.

belegschaft_04Wer nun unbändige Lust verspürt, das letzte Wochenende vor den Feiertagen noch mit der Belegschaft zu verbringen (was wir nur empfehlen können), hat am Freitag, den 18. Dezember, bei besagter Weihnachtsfeier im AU Gelegenheit dazu. Als Warm-Up dafür hat Rovan uns eine Stunde Belegschaft-Sound in Form seines jüngsten “Egyptian Hall”-Mixes mitgebracht.

 

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PLEMPLEM

Im Club mit: PLEMPLEM (Interview + Mix)

Unter dem Motto “Wir reden nicht – wir raven” sorgt PLEMPLEM seit nunmehr mehr als sieben Jahren in wechselnden Locations zwischen Wien, Graz, Salzburg, Linz und diversen Festival-Stages regelmäßig für pure Ekstase. Umso mehr ehrt es uns, dass Daniel Morgenstern, seines Zeichens Gründer, Resident und sowas wie der Head Honcho hinter dem weitgereisten Brand sich zwischen dem vielen Raven doch Zeit genommen hat, um auch mal zu reden – über PLEMPLEM, die Idee dahinter, das Veranstalten und die Szene in Wien und vieles mehr, den obligatorischen Gast-Mix inklusive!

PLEMPLEM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter dem Namen steckt eine memetische Vernetzung gleichgesinnter Seelen die mittlerweile in allen Himmelsrichtungen zu finden sind. Zuständigkeiten werden an all jene verteilt, die gerade Lust und Zeit haben am Wochenende zu raven.

Seit wann ist PLEMPLEM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC
PLEMPLEM auf Gastspiel im Grazer PPC

Eigentlich bei den Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am 1. August 2008 im Camera Club. Es sollte lediglich eine Geburtstagsfeier ohne den Faktor “geschlossene Gesellschaft” werden. Fazit: Vor dem Camera Club stand bis 4:00 Uhr morgens eine Raver-Schlange, die zuweilen 20 Meter lang war! Für einen Kellerclub im Sommer eher ungewöhnlich. Zum Namen kam ich deshalb, weil ich die Party partout nicht “Geburtstagsparty” nennen wollte. Der Namen sollte eine besondere Eigenschaft besitzen, die alle anderen und natürlich auch mich selbst sowie was wir “tun werden” verbindet (und am besten beschreiben kann). Schlussendlich machte ich kurzerhand über Nacht eine ganze Corporate Identity samt Design fertig. Das ganze Programm: Slogan, Logo(s), Farbcodes, Testimonials, Videos, Plakate, Sticker, Flyer… Witzig ist, dass nach sieben Jahren die Infektionsgefahr von PLEMPLEM und dem mächtigen Slogan “Wir reden nicht – wir raven” derart mutiert ist, dass sich mittlerweile Leute unsere Logos tätowieren lassen…

Und wie sieht es bei PLEMPLEM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir kommen primär in Wien und Graz monatlich vor. Vierteljährlich auch in Linz oder Salzburg. Wir verfolgen natürlich verschiedene Konzepte und Dinge. Es soll spannend bleiben! Wir suchen neue Gründe für einen aufregenden und verspielten Abend, wir wollen neue nationale und internationale Künstler einladen, von denen wir etwas halten, das ist uns wichtig! Herauskommen tun dann zum Beispiel:

Neben guter Musik wird bei PLEMPLEM der Spaß an der Sache groß geschrieben – beispielsweise beim PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.P ➔ PLEMPLEM-Technopoker
  • P.P.P.P ➔ PLEMPLEMPINGPONG
  • P.P.T.T➔ PLEMPLEM-TechnoTombola
  • P.P.L.G ➔ PLEMPLEM lokalgenial
  • etc.

Der klassische “Ich-zahle-Eintritt-und-muss-warten-bis-der-Danceflloor-voll-ist-um-endlich-abzugehen”-Abend erwartet dich bei uns nicht!

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir sehen die Besteuerung der Tickets hierzulande als Problem an. Im europäischen Vergleich liegen wir viel zu hoch. Mich treiben andere Gründe an Events zu machen. Es gibt in meinen Augen zu wenige Clubs und Vielfalt. Es gibt viele Ansätze, aber ich finde Ansätze sind zu wenig um glücklich sein zu können 🙂

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Keine Ahnung in welche Richtung es geht 🙂 Wir machen unser Ding! Nein, es gibt nicht zu viele Veranstaltungen, aber bestimmt zu wenig für die Zielgruppe 30+. Gerade im internationalen Vergleich: Also für die Zielgruppe “Erwachsen mit Nachholbedarf” 🙂

PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action
PLEMPLEM-Gründungsvater Daniel Morgenstern in Action

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

An das besagte Opening am 1. August 2008, an das Planetarium und unsere unglaublichen Abende(!) – unser verrücktes 2.500 Personen Rave in der Pratergalerie – an unsere Abende in Graz, Linz oder Salzburg…

Da ist in sieben Jahren einfach viel passiert!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Die wo wir kurz davor standen ein Event absagen zu müssen und es in der letzten Minute dennoch realisieren konnten! Das sind auch die Momente, in denen wir Ergebnisse erzielen konnten mit denen wir – vor dem erwähnten Hintergrund – niemals zu träumen gewagt hätten 🙂

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Ja, es gibt zwei Bookings. Normal denke ich 🙂

Schwierig ist die Arbeit mit internationalen Leuten nie gewesen, bis auf Alan Fitzpatrick (hat uns zweimal am Tag der Veranstaltung sitzen gelassen).

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Ich würde (aus rein sentimentalen Gründen) einfach das Planetarium für einen Abend öffnen, Johannes Heil einladen, eine fette Anlage, Nebel und Stroboskop hinstellen – fertig!

"Wir reden nicht, wir raven" - so sieht's aus!Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

2015: Gerade ging unsere wöchentliche Show auf Radio Soundportal (jeden Freitag 22-00:00 Uhr) on air.

2016: Viel Musik – Mehr dazu 2016.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Mutig! Wünschen würde ich mir mehr Interaktion und ein klareres Alleinstellungsmerkmal.

Wie bei PLEMPLEM so geraved wird, davon könnt ihr euch im folgenden Mix von Daniel Morgenstern einen Eindruck machen, der letzten Monat in der Kantine aufgezeichnet wurde und den wir euch mit Freude exklusiv präsentieren dürfen! Und wer dieses Jahr noch mit PLEMPLEM raven möchte, hat das nächste Mal am 7. Dezember im ppc (Dienstag ist ein Feiertag!) im Grazer PPC Gelegenheit, und dort gleich auf zwei Floors – am Technofloor mit den Berlinern AKA AKA und am Drum & Bass Floor mit Chris.Su aus Budapest!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Electroboot

Im Club mit: ElectroBoot (Interview + Mix)

Strahlender Sonnenschein statt Stroboskopblitzen, der Duft des blauen Donauwassers statt dem von Rauch und eingetrocknetem Bier, ein Schiffsdeck anstatt eines Kellerclubs – so außergewöhnlich lässt es sich in Wien dank dem ElectroBoot feiern. Wir haben Armin, den Chefkapitän dieser Veranstaltungsreihe, zum Interview gebeten – er hat uns Rede und Antwort gestanden und ein paar schöne Live-Mitschnitte mitgebracht!

ElectroBoot – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

ElectroBoot besteht aus keinem fixen Team, auch die Aufgabenbereiche werden immer wieder neu verteilt. Es sind hauptsächlich Freunde, die das Projekt unterstützen und ihre Ideen mit einbringen, um jedes Jahr aufs Neue etwas Einzigartiges für Wien zu schaffen. Einige sind von Anfang an dabei gewesen, manche nur für die eine oder andere Veranstaltung.

Seit wann ist EletroBoot im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Geduldiges Anstellen bei der Anlegestelle...
Geduldiges Anstellen bei der Anlegestelle… (Foto credit: Georgeye)

Ich war immer viel auf Reisen um Freunde zu besuchen und mit ihnen auf die verschiedensten Festivals und Parties zu gehen. Was mich dabei interessiert hat, war natürlich in erster Linie die Musik, aber auch immer das Gesamtkonzept, von der Location angefangen bis hin zur Deko. In den vielen Jahren habe ich es aber leider nie auf eine Boot Party gechafft, sei es aus Zeitgründen oder weil sie schon ausverkauft waren. Bis heute war ich nur auf meinen eigenen.

Im Sommer 2012, nach einem Kurzbesuch in London und einer weiteren Boot Party auf die ich wieder einmal nicht gehen konnte, habe ich mich entschlossen in Wien selber eine für und mit meinen Freunden auf die Beine zu stellen. Ursprünglich sollte es nur eine private Boot Party werden, aber da es in Wien nicht so eine große Auswahl an Schiffen gibt und das kleinste welches in Frage gekommen ist für ca. 200 Gäste ausgestattet ist, war der nächste logische Schritt, einen Veranstaltungsnamen samt Logo zu gestalten, Tickets zu verkaufen und so eine öffentliche Veranstaltung daraus zu machen.

Schnell fanden sich viele Freunde um gemeinsam das Projekt ElectroBoot zu realisieren, und das Vienna Summerbreak Festival, welches Anfang September stattfand, hat sich optimal dazu angeboten es zu promoten.

So entstand in wenigen Wochen das ElectroBoot mit einem kleinen Truck im Look vom ElectroBoot Logo auf der Streetparade, Afterparty im Badeschiff und Afterhour in der Pratersauna. Es hat so viel Spass gemacht und so ein tolles Feedback bekommen, dass klar war: Es gibt 2013 eine Wiederholung.

Und wie sieht es bei ElectroBoot aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Bis 2014 fand das ElectroBoot immer nur einmal im Jahr statt, und immer auf Schiffen der DDSG, an Bord gab’s bisher immer Techno und House. Dieses Jahr haben wir ein wenig herum experimentiert, mehrmals auf Schiffen, auch von anderen Schifffahrtsunternehmen veranstaltet und auch mal Drum & Bass an Bord gehabt, aber grundsätzlich wollen wir unserer Linie treu bleiben.

Wenn eine Location außergewöhnlich ist, kann es auch gerne etwas anderes als ein Schiff sein, dann meistens aber unter einem anderen Namen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

...und ausgelassenes Feiern an Bord!
…und ausgelassenes Feiern an Bord! (Foto credit: Georgeye)

Einige können bestimmt davon leben, ich rede da aber eher von kommerziellen Groß-Veranstaltungen – die Mehrheit von Veranstaltern glaube ich nicht. Ich weiss nicht was die Motivation der anderen ist, für mich ist es, dass die Menschen für ein paar Stunden aus der Realität entspringen können und gemeinsam mit einer unglaublichen Energie kollektiv feiern.

Die behördlichen Hürden und die vielen Steuern, vor allem die Vergnügungssteuer, sind das größte Problem. Meiner Meinung nach verhindert das sicher so einiges an Kreativität, die es in unserer Stadt gibt. Ich weiß, da stehe ich sicher nicht alleine mit meiner Meinung da. Ich hoffe es wird in der Regierung bald ein Umdenken zu diesem Thema geben.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Im internationalen Vergleich ist Wien sicher noch ein wenig hinten nach, braucht sich aber auch nicht zu verstecken, es gibt einige sehr gute Clubs und Veranstaltungsreihen. Für die Größe unserer Stadt gibt es zum Teil vielleicht auch zu viele Veranstaltungen, aber ich glaube das wird sich schon einpendeln und macht die die Szene auch kreativer in der Frage, wie sie das Publikum anzieht.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Das erste ElectroBoot, der TechnoGrill Open Air im Prater letztes Jahr und das Season Opening im April gehören auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Ganz klar, die Reinigung des Schiffes nach einer exzessiven Party, um es innerhalb weniger Stunden wieder zum ursprünglichen Touristen-Dampfer herzustellen 🙂

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Ja klar, aber dazu äußere ich mich jetzt nicht.

...und nach dem fröhlichen Donauausflug heißt es rechtzeitig zur Afterparty wieder anlegen :)
…und nach dem fröhlichen Donauausflug heißt es: Rechtzeitig zur Afterparty wieder anlegen 🙂 (Foto credit: Georgeye)

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wenn Geld und Ressourcen keine Rolle spielen wäre die ganze Welt eine Riesenparty.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Das steht noch alles in den Sternen, aber man kann gespannt sein.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Dazu fällt mir nur ein Wort ein. Geil!

Da es sich in den kühlen Wintermonaten auf einem offenen Deck naturgemäß weniger gut feiern lässt, ist das ElectroBoot in den nächsten Monaten mal auf wohlverdienter Pause – wer über die nächsten Ausflüge informiert bleiben möchte, sollte unbedingt die Facebook-Page von ElectroBoot abonnieren. Zur Überbrückung hat uns die ElectroBoot-Crew außerdem sonnige Mitschnitte vom diesjährigen Season Opening zur Verfügung gestellt – insgesamt vier Stunden Musik mit so viel sonnigen Vibes, dass sich selbst der bitterste Winter gut übertauchen lässt!

 

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Maschinenraum

Im Club mit: Maschinenraum (Interview + Mix)

Techno – mehr bräuchte es als Einleitung für dieses Interview eigentlich nicht. Denn wenn es in Wiens Nachtleben sowas wie Techno in Reinkultur gibt, dann beim monatlichen Maschinenraum im Werk. Etwas mehr über das wer, wie, wo, wann und warum erzählen uns Tilo Stahl und DJ Mushroom, beide Mitgründer, Mitveranstalter und Residents des Maschinenraums.

Tilo Stahl (Foto credit: VJ Azz)
Tilo Stahl (Foto credit: VJ Azz)

Maschinenraum – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Die Crew:

Tilo Stahl (Event Coordinator, Resident DJ)
Jojo Todos (Event Coordinator, Resident DJ)
Dj Mushroom (Event Coordinator, Resident DJ)
Lena:k (Resident DJ)
Zosima (Noiztank Records Mastermind, Resident DJ)
Schwartz (Schwartz Records Mastermind, Resident DJ)
Stuwer (Graphic Designer, Resident DJ)
Peter Balon (Club Founder)
Florian Bogdan (Website Admin, Club Founder)

Seit wann ist Maschinenraum im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Angefangen hat alles am 21.12.2011 in der Fluc Wanne. Unsere erste Veranstaltung hieß Klub der Maschinen und wurde von den Gründervätern Peter Balon und Florian Bogdan organisiert. Headliner war damals Mussurunga, ein Projekt von Didi Bruckmayr.

Da wir damals alle den Einheitsbrei aus schlechtem Minimal und Techhouse auf den Parties dieser Stadt satt hatten, musste etwas geschehen. Es ging uns vor allem darum, harten, düsteren, industriallastigen, basslastigen State of the Art Techno und damit verwandte Genres in den Club zu bringen. Roher Sound, analoge und digitale Maschinen, Berlin und Detroit als Bezugspunkte standen für uns im Vordergrund. Hirn einschalten und den Körper spüren statt sich zu Billigsound wegballern war die Devise. Daraus entwickelte sich einige Monate späterdie Veranstaltungsreihe Maschinenraum.

Maschinenraum #1 fand am 20.04.2012 mit Tilo Stahl, Jojo Todos und DJ Mushroom an den Decks im Expedit Keller statt. Mittlerweile haben wir #28 erreicht.

Und wie sieht es bei Maschinenraum aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Jojo Todos (Foto credit: VJ Azz)
Jojo Todos (Foto credit: VJ Azz)

Seit März 2013 ist das Werk unsere feste Homebase. Jeden vierten Freitag im Monat kann man uns hier antreffen.

Dem musikalischen Konzept sind wir seit den Anfängen treu geblieben. Wir versuchen allerdings auch, ständig mit der Zeit zu gehen. So konnten wir bei unserer letzten Veranstaltung einen modernen internationalen Act (SNTS) präsentieren, der ein Hybrid Set – sprich DJ Set kombiniert mit analogen und digitalen Klangerzeugern – zum Besten gab.

Auf den Punkt gebracht geht es um modernen, frischen, zukunftsorientierten Techno. Die Vergrößerung des Werks auf zwei Floors gab uns Gelegenheit zu Kooperationen mit befreundeten, geistesverwandten Crews wie Mutter oder Commandyoursoul, aber auch zu Ausflügen zu musikalischen Roots wie Detroit Techno, Industrial, Dark Ambient, Acid House, IDM, New Beat, Electronic Body Music etc.

Wir wollen ein Publikum ansprechen, welches unsere Bemühungen zu würdigen weiß. Verantwortungsbewusstsein, Respekt, die richtige Stimmung und Atmosphäre sind der Maschinenraum-Community wichtig.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir können momentan nur vom Werk sprechen. Wir fühlen uns sehr wohl hier. Die Kommunikation zwischen uns und dem Club funktioniert gut und ist von gegenseitiger Wertschätzung getragen.

Leben können und wollen wir von unseren Veranstaltungen nicht. Wir sind nicht profitorientiert. Es ist ein ständiges Nullsummenspiel.

Was uns antreibt, ist unsere gemeinsame Leidenschaft zur Musik und unsere Freundschaft. So wie wahrscheinlich die meisten unserer Kollegen würden auch wir uns eine andere Sperrstundenregelung wünschen.

Wir hoffen, dass uns in Zukunft neue Regelungen und Gesetze nicht die Arbeit erschweren.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

DJ Mushroom (Foto credit: Ursula Leitgeb)
DJ Mushroom (Foto credit: Ursula Leitgeb)

Die Wiener Technoszene, der wir uns verbunden fühlen, ist nach wie vor recht überschaubar, aber immerhin seit ein paar Jahren wieder lautstark präsent. Die Community, die bei Partyreihen wie Maschinenraum, Kanal Royal oder Meat Market die Dancefloors füllt, ist entsprechend dedicated und musikalisch anspruchsvoll. Wiener Labels wie Bare Hands, Noiztank, Schwartz, Minimalsoul, Felga Ltd., Yoshi oder Mego haben unseren vollen Respekt und Support.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass in Wien generell wenig Wert auf gute Tonanlagen gelegt wird. Ein Sound auf Kneipenniveau macht die adäquate Präsentation elektronischer Musik nicht einfacher. In diesem Bereich hat unsere Stadt definitiv Aufholbedarf. Voraussetzung dafür wäre natürlich zuerst mal ein Wegfallen bürokratischer Schikanen sowie das politische Bekenntnis zu einer lebendigen urbanen Musikszene auch abseits der subventionierten Festivals.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Alle unsere Veranstaltungen waren für uns Highlights, auf die wir gerne zurückblicken. Ein Tisch voller Equipment, ein angenehm gefüllter Club und gute Stimmung sind für uns Dinge, an die wir uns gerne erinnern.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten

Unangenehm sind für uns Momente, bei denen sich Leute nicht angemessen verhalten. Von Taschendiebstählen über Agression bis zu sexueller Belästigung haben wir schon einiges miterlebt. Solche Leute werden, sofern wir sie erwischen, umgehend nach draussen befördert.

Mühsam können sich auch Preisverhandlungen an der Kassa gestalten, zumal sich bei uns niemand persönlich bereichert und beim MR schon sehr lange eine Newsletter-Aktion läuft, bei der allen, die sich dort einmalig anmelden, immer ein reduzierter Eintrittspreis garantiert wird!.

Zosima (Foto credit: Ursula Leitgeb)
Zosima (Foto credit: Ursula Leitgeb)

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Mit den Künstlerinnen und Künstlern hatten wir bis jetzt überwiegend positive Erfahrungen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wir wollen von dem ausgehen, was wir haben und nicht von “was wäre wenn”. Teure Bookings sind kein Garant für den Erfolg einer Party. Wichtiger ist uns eine konsequente musikalische Ausrichtung, die auch von der Crowd am Dancefloor honoriert wird.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir setzten unsere Reihe im Werk jeden vierten Freitag im Monat fort und bleiben unserer Linie treu. Geplant sind spannende Kollaborationen mit anderen Veranstaltern. Verstärkt werden wir den Focus auf unsere Residents, Locals und Newcomer setzen. Internationale Acts wird es auch geben.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die neue Seite macht einen modernen, übersichtlichen Eindruck. Wir finden es schade, dass niemand von uns bei der 30 Wiener DJ Liste dabei ist.

Das hoffen wir hiermit gebührend nachgeholt zu haben – dass Tilo Stahl wie auch die restliche Crew auf jeden Fall zum Besten gehören, was Wien in Sachen Techno zu bieten hat, stellt er im nachfolgenden Mix unter Beweis! Wer nun auf den Geschmack gekommen ist trägt sich am besten gleich in besagten Newsletter ein und feiert zum Beispiel am Freitag, 27. November, zum Spezialpreis: Wie jeden vierten Freitag im Monat gastiert der Maschinenraum da nämlich im Werk, diesmal mit Verstärkung aus Frankfurt in Form der DJs Plague, Pentaton und Maus!

 

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Funkroom

Im Club mit: Funkroom (Interview + Mix)

Es ist kein Geheimnis, dass Techno und House – in Wien wie so ziemlich überall auf der Welt – mit den Jahren durchaus zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor geworden ist. Und so erfreulich die weiterhin steigende Reichweite für eine ehemals verkannte Subkultur grundsätzlich sein mag, ruft sie naturgemäß auch Mengen von Trittbrettfahrern auf den Plan und es entsteht eine Kluft zwischen jenen Szene-Protagonisten, die aus niederen Motiven wie wirtschaftlichem Erfolg oder gesellschaftlichem Status aktiv sind und solchen, denen man das Herzblut bei jeder Kickdrum anhört. Zu letzterer Gattung darf man die Burschen vom Funkroom getrost zählen, die seit Jahren mit nahezu fanatischer Begeisterung Platten sammeln und auflegen, internationale Acts mit ebensolchen Ambitionen in die Stadt holen, sich dabei durchaus in Understatement üben und inmitten des Marketing-Trubels lediglich vereinzelt lauter zu hören sind – einfach, weil es ihnen dermaßen wichtig ist. Viel mehr Realness geht nicht. Grund genug, Roli alias Rol:e und Oli alias Moxx im Zuge unserer Interview-Serie auszufragen!

Funkroom – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind ein Kollektiv aus Künstlern, DJs, Musikproduzenten und Plattensammlern. Gemeinsam veranstalten wir Partys, tauschen Know-How aus und pflegen unsere Freundschaft.

Seit wann ist Funkroom im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Roli: Wir kennen uns aus der Clubszene. Der gemeinsame Gedanke, dass wir die Wiener Partyszene bereichern können, führte letztendlich dazu, dass wir Funkroom ins Leben gerufen haben.

Oli: Seit 2008 ca., als ich mir ein Mixtape vom Schicki angehört habe und mit ihm zusammenarbeiten wollte. Angefangen haben wir mit Einzelveranstaltungen, als die Crew dann größer wurde, sind wir auf eine monatliche Partyreihe umgestiegen.

Moxx (Funkroom) @ Club Auslage
Moxx (Funkroom) @ Club Auslage

Und wie sieht es bei Funkroom aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Roli: Vor 3-4 Jahren starteten wir unsere monatliche Partyreihe, welche nach einem halben Jahr in den Club Auslage übersiedelte. Im Moment veranstalten wir Afterparties in Off-Locations und hosten diverse Clubnights. Aktuell immer nachzulesen auf www.funkroom.net.
Ein Auszug unserer Philosophie beschreibt unser musikalisches Konzept ziemlich genau: “We aim to live pure dj culture by presenting artists who play extended sets, that reflect diverse styles and a broad spectrum of music.”

Oli: Neben musikaffinem Publikum sind natürlich alle weiteren Ausgeher herzlich eingeladen bei uns vorbeizuschauen. Prinzipiell ist jeder willkommen, der gerne unserer Musik lauscht und einen Abend mit netten und offenen Menschen verbringen möchte. Diskriminierung jeglicher Art hat jedoch keinen Platz bei uns.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Oli: Natürlich nicht… Die Gründe, weswegen wir Partys veranstalten sind keine monetären, sondern vorwiegend gesellige und musikalische.

Roli: Die Quelle meiner Motivation sind meist neue Platten und die Performances von Kollegen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Oli: Es gibt einige seriöse Veranstalter, die ihr Bestes geben, um den Gästen ein tolles Programm zu bieten und interessante Künstler buchen. Mit denen wollen und werden wir auch zusammenarbeiten. Bei einigen kann ich jedoch nicht von einer Entwicklung sprechen, wenn seit Jahren immer dieselbe, hirnlose Musik gespielt wird… Ich würde mir generell mehr Offenheit und Toleranz gegenüber ausgefallener und artifiziellerer Tanzmusik wünschen.

Roli: Es gibt Licht und Schatten. Privat besuche ich gerne Veranstaltungen von Maschinenraum, Ascending Waves, Turbo oder die Klubnacht in der Pratersauna.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Oli: Silvester 2014 @ Metz. Das war eine unfassbare sicke Party… Gerne blicke ich auch auf einige Partys in der Auslage vor dem Umbau zurück. Ich bin im Nachhinein froh, dass wir dort veranstaltet und viele neue Leute kennengelernt haben.

Roli: Ich erinnere mich gern an Steve Rachmad und Dario Zenker in der Auslage.

Moxx & Rol:e (Funkroom)
Moxx & Rol:e (Funkroom)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Oli: Nachhause schicken und -fahren nach der Party.

Roli: Montagmorgen.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Oli: Auch wir entwickeln uns musikalisch weiter… trotzdem bereue ich keines unserer Bookings. Unsere Gäste waren sehr freundlich und wir hatten eine gute Zeit.

Roli: Die waren eigentlich alle sehr umgänglich 😉

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Roli: Jeff Mills, Mad Mike, Robert Hood @ Grelle Forelle

Oli: Stinson @ Planet Mars, open air

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Oli: Wir konzentrieren uns derzeit vor allem auf unser YOSHI Label. Hier und da übernehmen wir ein Hosting oder bespielen das Metz. Es wird aber weitere Veränderungen geben, über die wir noch nichts Konkretes berichten können.

Roli: Überraschung.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Oli: Eventuell eine Eventsektion verlinkt mit dem Artist-Profil, um live Termine auszuchecken.

Roli: Einen Downloadbutton.

Funkroom gehört praktischerweise zu jenen Veranstaltern, die wir gar nicht erst um einen aktuellen Mix bitten mussten – sie sind bei der Verbreitung ihrer musikalischen Message ohnehin so konsequent, dass der regelmäßige Mix-Upload auf Play.fm zur Selbstverständlichkeit gehört. Daher sei an dieser Stelle auf diese angenehm umfangreiche Sammlung an Mixes und Mitschnitten verwiesen, die es aus dem Funkroom ins Internet geschafft haben – Zeit nehmen lohnt sich, jeder einzelne ein Juwel! Wer mehr davon hören möchte hat dazu am 21. November in der Grellen Forelle Gelegenheit, wo Moxx den Support für Ryan Elliott übernimmt, sowie bei der Yoshi Label Night am 28. November im Metz mit Buffered Multiple – dem Techno-Moniker von Microthol!

Mixes by Funkroom on play.fm

 

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Deep Baked

Im Club mit: Deep Baked (Interview + Mix)

Galt “Deep” vor nicht allzu langer Zeit als ein Umstandswort für Musik, deren Zauber eigensinnigen Einzelbrötlern vorenthalten und im Clubkontext schwer bis unmöglich vermittelbar schien, kann es selbst dem gängigsten EDM-Großevent aktuell nicht groß genug auf den Drucksorten stehen. Der inflationären Ausschlachtung des Begriffs zum Trotz füllt die Crew von Deep Baked derzeit mit hochqualitativen Bookings ganze Hallen – im Sass oder der Grellen Forelle hosten sie so illustre Acts wie DixonBarnt oder Ten Walls (ja, wir wissen – dazu später mehr) – was sie genau tun, wie und warum sie es tun und wie sie sich in dieser Stadt damit tun erzählen uns die sympathischen Jungspunde im folgenden Interview!

Deep Baked – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Eins vorweg, wir sind nicht alle eingeschworene Pottheads. Den Begriff „Deep“ in unserem Namen assoziieren wir nicht mit irgendeinem Musikgenre. Der Name ist uns einfach mal in einer lustigen Runde in den Sinn gekommen und er prägt sich einfach sehr schnell bei den Menschen ein. Es ist einfach nur ein Name!

Unseren allgemeinen Fahrplan und Themen wie: Bookings, wie viele Dates im Jahr etc. bestimmen wir als Crew gemeinsam. Die Grafiken macht immer Baha, der schüttelt das mit links aus dem Ärmel. Klassische Back-Office Arbeit wie Bookings/Korrespondenz mit Agencies etc., machen Aleksej und Francis. Ferenc übernimmt am Tag und vor allem am Abend der Veranstaltung die meiste Arbeit. Ralf ist unser „Finanzminister“ und wird intern gern auch als DJ Grasser bezeichnet.

Wenn es um Street-Promo, wie z.B. das allseits unbeliebte Plakatieren geht, läuft es sehr demokratisch ab. Alle müssen mal ran! (Auf der Straße munkelt man, Aleksej sei der beste Plakatierer Wiens.)

Die "Wall of Fame" der Deep Baked Veranstaltungen - diese und noch mehr Highlights hat die Crew bereits nach Wien geholt!
Die “Wall of Fame” der Deep Baked Veranstaltungen – diese und noch mehr Highlights hat die Crew bereits nach Wien geholt.

Seit wann ist Deep Baked im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Wir haben keine Plattensammlung oder DJ-Tools geerbt bekommen, sondern waren einfach sehr gern in den Wiener Szene-Clubs unterwegs. Unser großes Musikinteresse hat dazu geführt, dass wir uns DJ-Equipment für zu Hause gekauft haben – ein Mixer und zwei Plattenspieler. Die Vorstellung und der Wunsch in einem Club zu spielen war sehr bald da. So kam es zu unseren ersten „Gigs“ im Deli, Donau Techno etc. Nach einer spontanen Party im Werk, die wir binnen sieben Tagen auf die Beine gestellt haben, und am Ende so ein Erfolg war, dass dem Club das Bier ausging, waren wir motiviert weiterzumachen. Kurz darauf hatten wir unser Kick-off-Event als Deep Baked im Sass. Mit wachsender Community wurden auch die Events größer, und irgendwann fanden wir uns selbst mitten in der Wiener Szene. Nächstes Jahr im April feiern wir unser offizielles Dreijähriges in unserem Stammclub Grelle Forelle.

Und wie sieht es bei Deep Baked aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Grundsätzlich veranstalten wir ungefähr alle zwei Monate im Club Grelle Forelle, dazwischen nach wie vor im Sass. Zusätzlich hosten wir regelmäßig bei diversen Veranstaltungen einen Floor, dadurch sind wir das ganze Jahr ganz gut eingedeckt.

Über unser musikalisches Konzept könnten wir ein ganzes Essay schreiben. Fassen wir’s mal so zusammen, dass man uns schwer in eine Schublade stecken kann, so klischeehaft das nun klingen mag. Wir sind fünf Leute mit jeweils fünf verschiedenen Vorlieben. Manche mögen es percussion-getrieben, der andere mal technoider oder auch vollbepackt mit Synthies. Wir begeistern uns aber gerne immer wieder aufs Neue für aktuelle Stilströmungen, das ist ein wichtiger Teil unseres Konzepts, und prägt unsere Herangehensweise bei den Events und Sets. Auf alle Fälle vermeiden wir es, viel zu viele Sub-Genres in ein Set zu packen. Ein Set muss eine Geschichte erzählen, keinesfalls jedem Geschmack entsprechen. Genau aus diesem Grund, sprechen wir jene Leute an, die diese Überzeugung teilen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Selbst ohne Vergnügungssteuer, könnten wir zu fünft nicht davon Leben. Es war von Anfang an klar, wir machen dass alles nur aus idealistischen Gründen und aus Spaß. Wir haben alle unsere Berufe bzw. studieren nicht im Bereich Eventmanagement. Wir finden, wenn man als Veranstalter davon leben muss, besteht die Gefahr, dass die Qualität darunter leidet, da man einem enormen Erfolgsdruck ausgesetzt ist.

Nebenher und mehrmals im Jahr kleine bis große Veranstaltungen zu planen, ist wie ein zweiter Teilzeit-Job. Es macht einfach Spaß ein gemeinsames Projekt voranzutreiben, der Zuspruch und das positive Feedback, das man aus den Events mitnimmt, sind dann noch das i-Tüpfelchen und lassen uns mit Freude weiterarbeiten. Der eine oder andere von uns könnte sich auch vorstellen, sich mit Musikproduktion ein zweites Standbein aufzubauen.

Deep Baked - eine lustige Crew mit seriöser Musik
Deep Baked – eine lustige Crew mit seriöser Musik

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir beobachten gerade eine starke Welle an Techno, speziell Berghain- und Detroit-Techno,

Leftfield-House und klassischen Chicago-House Events etc., die wir absolut gut heißen und cool finden. Wie vorhin angedeutet, können aufgrund des Erfolgsdrucks nicht alle Veranstalter gewagte/innovative Bookings realisieren. Das führt leider zu sich wiederholenden „Selbstläufer-Events“. Wir denken, dass pathetischer Sample-Pack Tech/Deep House noch viel zu sehr in den Underground Clubs Wiens vertreten ist.

Zum Thema Szene allgemein, ist uns bewusst, dass es in den 90er Jahren in Wien eine durchaus ausgeprägte Techno-Subkultur gab, die rund ums Millennium abgeschwächt ist, sich jedoch langsam wieder aufbaut. Das freut uns sehr!

Im Vergleich zu anderen internationalen Partymetropolen ist Wien bislang etwas „leiser“. Das heißt aber nicht, dass diese Stadt kein Potential hat. Wien wurde in den letzten Jahren „lauter“!

Speziell mit der Grellen Forelle hat sich ein Club auf internationalem Niveau etablieren können. Dem kürzlich angekündigten Umbau sehen wir sehr freudig entgegen. Auch das Sass bleibt nach wie vor, als gern besuchter Club, für Wiener Crews attraktiv. Und wir sind gespannt was noch auf uns und unsere Hauptstadt zukommt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Da gibt’s sehr viele… wir sind nicht immer einer Meinung, aber unser zweijähriges Jubiläum mit Dixon war für jeden von uns DAS Highlight!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Wir hatten in unseren knappen drei Jahren das Glück, von tragischen Momenten verschont zu bleiben. Man zittert nach wie vor bis 1 Uhr im Club, nervös Vodka Makava trinkend und fragt sich wann der Club endlich voll wird, aber alles andere haben wir recht gut im Griff.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Also hier haben wir kein Problem auch Namen zu nennen. Unsere erste Jahresfeier mit Ten Walls im Flex war absolut großartig, jedoch haben wir uns schon einmal in einem Post öffentlich von seiner homophoben Hetze distanziert. So etwas dulden wir nicht!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Wir würden sofort ein ähnliches Festival wie vor allem das „ADE“ (Amsterdam Dance Event) oder etwas wie das „Off Sonar“ in Wien aufziehen. Jedoch wissen wir alle, wie schwer es einem die Behörden machen können. Wer Geld hat, findet Vettern 🙂

Umrisse einer Clubnacht mit Deep Baked - die Atmosphäre spricht für sich...
Umrisse einer Clubnacht mit Deep Baked – die Atmosphäre spricht für sich…

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten

Mit der Grellen Forelle haben wir einen Stammclub gefunden, in dem wir es schaffen unsere kreativen Ideen umzusetzen und großartige Künstler zu präsentieren. Wir versuchen nach wie vor innovativ in unseren Bookings zu bleiben und freuen uns auf weitere intensive Nächte im kommenden Jahr.

Jedoch spielen wir in letzter Zeit auch mit dem Gedanken Projekte im Bereich von Konzertveranstaltungen zu realisieren. Hier gibt es einige elektronische Bands, die wir gerne nach Wien bringen würden. Weitere Ideen schwirren uns ständig im Kopf herum. Wie vorhin erwähnt, hat der eine oder andere von uns vor, sich im Bereich Musik oder Kunst ein zweites Standbein aufzubauen. Die meisten DJs und Veranstalter träumen doch oft von einem eigenen Label. Wer weiß, wer weiß…

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Das Design finden wir gelungen. Die Möglichkeit Sets nach Herkunftsstadt zu filtern, ist super, und spart Zeit. So bleiben vor allem die Local Acts gut im Überblick. Das ist ein bedeutender Schritt in Richtung „support your locals“.

Als Veranstalter könnte man sich ein kleines Forum vorstellen, indem man Events als Veranstalter bewerben kann, abseits von Facebook.

Der nächste Streich von Deep Baked findet schon bald, nämlich am 13. November, im Heimatclub Grelle Forelle statt – natürlich mit einem weiteren musikalischen Leckerbissen in Form vom Berliner Trio FJAAK! Bereits heute als Warm-Up dafür ein Mix von Deep Baked Mitbegründer und Resident Aleksej mit einem selbst auferlegten Tempolimit von smoothen 109 Bpm – deeper geht’s kaum!

 

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Pomeranze

Im Club mit: Pomeranze (Interview + Mix)

Wien ist nicht zuletzt als eine Stadt der Künste bekannt – der städtische Tourismus wird noch einige Jahrhunderte lang vom kulturellen Erbe Otto Wagners, Gustav Klimts, Egon Schiele und Kolo Mosers laben und die lokalen Veranstaltungskalender bieten regelmäßig schier unzählbare Listen von Ausstellungen, Performances und Festivals zu Film, Fotografie oder Literatur an. Kein Wunder, dass entlang der wachsenden Wiener Clubkultur auch Schnittstellen zum zeitgenössischeren Teil der Kunstszene entstehen – eine der interessantesten hat sich über die letzten Jahre in Form des Kollektivs Pomeranze etabliert. Wie es dazu kam, wozu es überhaupt kam und wozu es noch kommen wird erzählen uns die Pomeranze-Gründer im folgenden Interview.

Pomeranze – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Pomeranze stehen die drei Gründer Phil, Carlo und Christian und schlägt unser musikalisches Herz – Thomé Rozier, Kia Mann, DJ Moe und Minou Oram.

Seit wann ist Pomeranze im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner 2013 gründeten wir Pomeranze als Bühne und Plattform für befreundete Kunst- und Musikschaffende. Unser Wunsch war und ist es, das Nachtleben in Wien mitzugestalten, Künstler, die wir lieben, nach Wien einzuladen und Musik zu buchen, die uns fasziniert.

Und wie sieht es bei Pomeranze aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Aktuell in der Pratersauna, der Grellen Forelle, dem Club Titanic, früher im celeste – und immer regelmäßiger: Waren es 2013 noch drei, sind es mittlerweile schon über zehn Veranstaltungen pro Jahr. Ein Schwerpunkt unseres musikalischen Konzepts ist es Liveshows aus dem klassischen Konzertrahmen herauszubrechen und in die Clubnacht zu integrieren. Ansprechen wollen wir dabei sensible, stille, sympathische, laute, offene und großzügige Menschen.

Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna
Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Wir können nicht davon, aber damit leben. Uns motiviert die Zusammenarbeit mit Wiener und internationalen Künstlern. Es macht Spaß und ist ein Privileg, Musiker einfach nach Wien holen zu können und mit ihnen in persönlichen Kontakt zu treten. Darüber hinaus möchten wir ein Netzwerk schaffen, Pomeranze stetig wachsen lassen, immer mehr tun, immer weiter denken, andere Städte bereisen, eingeladen werden.

In Bezug auf das Veranstalten in Wien fehlt uns beispielsweise immer noch die perfekte innerstädtische Konzertlocation, um auch unter der Woche hochqualitative Livekünstler zu buchen. Dazu bereiten uns hohe Mieten, Sperrzeiten und schlechte Anlagen oft Sorgen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Das Jahr 2016 hält ein paar spannende Entwicklungen parat, da wird man heuer noch abwarten müssen. Freuen würden wir uns über einen neuen Club, neue Veranstalter und eine wachsende Zielgruppe, Menschen deren Herz für die gleiche Musik schlägt.

Nach einem gefühlten Überangebot vieler ähnlicher Veranstaltungen lichtet sich das Programm gerade wieder, es gibt aber weiterhin hochqualitative Veranstaltungen wie Ascending Waves, Basic Rhythm, Erdbahnkreuzer, Meat Market, Bliss, um nur einige zu nennen.

International wollen wir an dieser Stelle Wien nicht vergleichen, es ist besonders hier, die Stadt würden wir nicht tauschen wollen. Für die Zukunft wünschen wir uns die Abschaffung der Vergnügungssteuer und mehr staatliche Unterstützung für Kultur abseits der großen Institutionen.

Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)
Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Sternstunden waren DJ-Sets von Hunee, Kemal, HAJJ und das Feuerwerk bei unserer Bootsparty auf dem Lighthouse Festival. Zu gerne erinnern wir uns auch an die Konzerte von Touchy Mob, Easter, Antoine93, Primitive Art und alle anderen, sowie an alle glückseligen Momente, die nebelig in Gedanken bleiben und schöne TänzerInnen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Wir würden wohl ein Festival veranstalten oder direkt einen Club kaufen. Auch ohne finanzielle Limits, entstehen besondere Orte oder Nächte aber oft durch begrenzte Mittel, da Grenzen die Kreativität anregen. Keine zu sehr gemachten Räume, große Namen und zweitausend Gäste, sondern klein, fein und roh. Die Liste der von uns begehrten Namen würde wohl den Rahmen sprengen.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Oh, wir haben große Pläne, möchten wir an dieser Stelle aber noch nichts verraten, falls es dann doch nicht klappt.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Seitdem es Play.fm gibt, brauchen wir kein SoundCloud mehr.

Neugierig geworden? Hier gibt’s ein Abbild des musikalischen Schaffens von Pomeranze sowie einigen Gästen und Affiliates in Form des noch recht frischen, aber stetig wachsenden hauseigenen Podcasts zum Eintauchen und Durchhören! Updates zu zukünftigen Aktivitäten findet ihr auf TumblrFacebook und natürlich auf Play.fm!

Mixes by Pomeranze on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Gerald van der Hint - one of 30 DJs from Vienna you should know!

Spot on Vienna – 30 DJs you should know

Vienna – does that ring a bell? The reference of this town probably brings up thoughts of classical music, old emperors with white beards, art nouveau buildings and Schnitzel in first place. However, Austria’s capital also offers a lively, diverse electronic music scene to discover, which not only brought up worldwide renowned artists like Dorian Concept, Patrick Pulsinger, Kruder & Dorfmeister or Camo & Krooked, but dozens and hundreds of creative, devoted individuals pushing things forward as DJs, producers, event and club promoters or operators of labels or record stores, and making it a shiny, little gem for music lovers.

Album covers of Austrian artists
You probably own at least one of those, don’t you..?

How do we know? Simple, we live here – Play.fm was founded by people from and having its headquarters in Vienna since 2004. Thus, as a kick-off for our new city channels, nothing more obvious for us to do to showcase some (thirty to be exact) of the Vienna’s most talented, demanded, interesting, forward-thinking or in any other way influential players and have them chatting about life in Vienna and the local scene as well as do what they do best: Mix up magnificent music!

So throughout the recently passed months of May and June, we did thirty interviews (in German only yet, any translation tool of your choice shall give you the overall idea though), each coming along with an exclusive mix – a collection that showcases the wide range of Vienna’s club scene, from Hip Hop, Reggae and Funk via all shades of House and Techno to Dubstep, Drum & Bass and other styles of Bass music – here’s the full list of links to the many-faceted sound of Vienna:

 

#1: Emil Berliner

Part of Junge Wilde collective and a splendid producer with releases on Great Stuff, Schönbrunner Perlen or My Best Friend.

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#2: Shroombab

Initiator of Junglistic Sistaz, a worldwide network of female Drum & Bass artists, and operator of High Tension Records.

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#3: Olinclusive

Part of DSTYCRTS, a collective of dedicated DJs and beatmakers, one half of DJ team Scooby Duo and band member of Captain Hot Dog Sauce.

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#4: DJ Mogli

Part of Treasure Isle, Vienna’s longest running sound system in regards of Roots Reggae, Dub, Rocksteady and any other authentic Jamaican sounds.

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#5: Joja

Former radio host on Superfly FM and operator of V ARE, a local initiative to blend music, visual arts, design and other disciplines of arts.

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#6: Nicole Jaey

An up and coming multi-talent (DJ, producer, live-performing artist and singer) rooted in Vienna’s leading audiovisual festival sound:frame.

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#7: Makossa

One of Austria’s longest serving DJs, head of music at nationwide public radio FM4, one part of Makossa & Megablast (with releases on Gigolo Records and G-Stone) and innovator of the term Swound Sound.

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#8: Ken Hayakawa

One of the head honchos at the Schönbrunner Perlen label and one of the most renowned Techno producers with releases on liebe*detailMusik gewinnt Freunde or Goldmin Music.

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#9: Trishes

Devoted music journalist and host of FM4’s Hip Hop show Tribe Vibes, beatmaker on Duzz Down San and curator of this year’s popfest.

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#10: Doree

One of Vienna’s freshest and already most demanded Drum & Bass DJs, representing Switch! and City Warriors Vienna.

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#11: Roman Rauch

Our town’s number one export regarding deep, analogish House these days, with a discography including releases on PhilpotEndless Flight/Mule MusiqQuintessentials and an album on klamauk.

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#12: Mia Rabe

Part of Viennoise, an artist collective combining their passion for electronic music with concerts, visual arts and exhibitions.

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#13: Laho

Vienna’s jack-of-all-trades, record dealer at Tongues, event promoter and, not least, a dedicated DJ daring to explore sounds off the beaten track.

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#14: Matt Mor

One of the town’s most demanded DJs regarding true, uncompromising Techno, promoter of Wechselstrom events and co-running the label Panterre Musique.

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#15: pocketful of g:ld 

One of the local DJs and promoters most likely to dare and deal music that’s off the public radar, running the BLVZE nights and the home-made events at Das Werk.

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#16: Mann & Klamm

A young duo fully dedicated to House, with DJ appearances between Barcelona and Istanbul and releases on Houseology, Piston Recordings and My Little Dog.

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#17: Joyce Muniz

One who has been steadily touring the world throughout the past few years, while still dropping releases on internationally aknowledged labels as 20:20 VisionTop Billin’ and Exploited.

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#18: B.Visible

One of the city’s leading beatmakers, a regular on Duzz Down San and with releases on Cosmonostro.

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#19: Simonlebon

Founding father and co-operator of internationally aknowledged Luv Shack Records and one half of the production duo Burnin’ Tears.

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#20: Pezo Fox

One of the godfathers, being busy as DJ, promoter and record dealer for 25 years, responsible for bringing artists like KRS-OneMos Def or the Wu-Tang Clan to town.

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#21: Gerald van der Hint 

Promoter of events like Meat Market and Mutter and a fully dedicated Techno- and House-DJ himself.

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#22: Christoph Wagner

Long-term host of the Jazzdination Radioshow, doing regular interviews and live-sessions with artists like Dorian ConceptLouie Austen or Brenk Sinatra.

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#23: Jay Rome

Head of Blu Saphir Records and it’s several sublabels, home for international Drum & Bass artists like BungleSyncopix and Bassface Sascha.

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#24: Slack Hippy

One of our town’s longest serving and still most demanded DJs and a regular at FM4 La Boum deluxe.

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#25: Zanshin

Part of Affine Records, as both a solo artist as well as one half of Ogris Debris, also appearing on Compost RecordsNurvous Records and disko404.

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#26: Austrian Apparel

Probably the most hyped Techno liveact Vienna has to offer at the moment, pulling their analogue synths and drum computers through all relevant clubs and festivals.

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#27: Bono Goldbaum

Mastermind behind booking and event agency Instinkt Music and booker at Die Kantine, the latest addition to Vienna’s club scene that’s booming the city with a massive Function One system.

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#28: Moogle

Music journalist at music magazine The Gap and the regional edition of Noisey and part of the Bebop Rodeo collective, that’s brought artists like Moodymann and Theo Parrish to town, as well as hosting a 100+ mixes strong podcast series.

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#29: Beware

Two-times DMC championship participant, co-host of the daily mixshow FM4 Unlimited, co-operator of critically acclaimed Klasse Recordings label and an illustrious House producer himself under his Mr. Ho moniker.

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#30: Antonia

One of Austria’s most up-and-coming talents in forward-thinking Bass music and part of the Canyoudigit collective, that’s already brought Mount KimbieHudson Mohawke or Lil Silva to town.

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Find those and a few thousand more mixes, radioshows and live recordings from Vienna, ranging back to our initial period in 2004 and even before, from long-time established artists, up-and-coming talents, dedicated record collectors and passionate bedroom DJs, in brief: music lovers, within our Vienna city channel:

https://www.play.fm/city/vienna – it’s on!

Also, be sure to stay connected for more city features to come as well as more input from our beloved hometown – as a matter of fact, it has waaaayyyyy more to offer than just those thirty…!

Tell us what´s going on in your town & upload your own mixes

If you feel there are things happening just around your corner that the world needs to learn about, feel welcome to let us know! Just write a few lines to feedback@play.fm or on our Facebook page and tell us where you live, what’s going on music wise there and which DJs, clubs and promoters are constantly changing the game there – we will surely check your hints and if we feel the same way, there’s a good chance your hood might appear within our sitemap soon with it’s very own neat city channel. And in the meanwhile: Be sure to rep your hood by uploading your own mixes!