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Canyoudigit

Im Club mit: Canyoudigit (Interview + Mix)

Wie sehr Canyoudigit ihrer Zeit voraus sind, beschreibt ihr Februar-Booking 2013 wohl am treffendsten: Damals haben sie Baauer als sowas wie einen Geheimtipp aus dem gerade aufkeimenden Trap-Mikrokosmos gebucht – weil der Harlem Shake keine zwei Wochen vor dem Termin viral wurde, musste die Party dann kurzerhand vom Cafe Leopold ins Flex übersiedelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Massenpanik in überschaubaren Grenzen zu halten. Aber auch abseits dieses populären Beispiels definiert Canyoudigit mit Acts wie RustieMount KimbieHudson MohawkeOnra oder Letherette den Sound von morgen aktiv mit. Gastgeber kidkut hat uns im Interview einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht.

Canyoudigit – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Canyoudigit habe ich (kidkut) damals mit zwei Freunden gegründet. Shoutout an Melik & Seb1 an dieser Stelle. Seit einigen Jahren kümmere ich mich zum größten Teil aber alleine um die Events. Antonia ist seit kurzem Resident DJ und teilweise auch in die Organisation involviert. Mit Vibestar arbeiten wir oft eng zusammen, König Laho ist unser Fahrer, Ra-B der Host, KajaKo macht die Visuals und die Flyer kommen von Florian Schrödl aka the great.

Seit wann ist Canyoudigit im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner feiern wir unseren sechsten Geburtstag. Entwickelt hat sich das eigentlich ganz natürlich… Ich habe früher schon viel aufgelegt und wurde dann von einer Venue gefragt, ob ich nicht Lust hätte was bei ihnen zu machen. Yup.

Und wie sieht es bei Canyoudigit aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - Canyoudigit mit Baauer im Flex
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Canyoudigit mit Baauer im Flex

Veranstaltungen machen wir mindestens jeden zweiten Monat in der Homebase, dem Cafe Leopold und wie es sich gerade ergibt öfters auch in anderen Venues. Die Basis der Veranstaltungsreihe liegt, wie der Name vielleicht vermuten lässt, im Funk & Hip Hop. Beides spielen wir nach wie vor natürlich gerne, aber auch sehr viel “Bass Music”, Future Beats, Jersey, Disco, House, usw. Ansprechen wollen wir Menschen, die sich für Musik interessieren und/oder einfach nur eine schöne Zeit haben wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Obwohl in Wien gerade momentan sehr viel weitergeht, kann man realistisch gesehen wohl eher nicht davon leben. Problematisch sind oft grantige Nachbarn, schlechte Anlagen und das veraltete Equipment in vielen Venues. Hauptmotivation ist das Musikalische. Gute Leute nach Wien holen, mit ihnen auflegen und sich austauschen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Das Angebot an Veranstaltungen ist im Verhältnis zur Größe eigentlich enorm stark und gerade in unserem musikalischem Spektrum steht Wien aufgrund von Leuten wie Dorian Concept auch im internationalen Vergleich ziemlich gut da. Trotzdem dauert es, vielleicht auch wegen der gemütlichen Grundmentalität, immer ein bisserl länger bis die Leute gewisse Dinge annehmen und gut heißen können.

Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold
Schnappschuss eines Highlights: Jesse Boykins & Band bei Canyoudigit im Cafe Leopold

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Afterhour mit Seven Davis Jr. am Volksgarten Pool, Hudson Mohawke der nach dem Donauinselfest mit einer Packung Gummibärli in der Hand im Celeste Beenie Man auflegt oder während dem eigenen Set von Rustie gehostet zu werden, z.B.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Englische Booking Agenturen können richtig schwierig sein. Im Grunde hat bislang aber immer alles gut geklappt.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Das ist jetzt schon sehr lange her, aber an einem Abend ist unser Hauptact plötzlich mit nacktem Oberkörper, Bier zapfend, hinter der Bar gestanden und wollte mit unserem Lichttechniker kämpfen. Im Endeffekt ist dann aber glücklicherweise nichts passiert, und zumindest rückblickend ist das dann eh eine lustige Anekdote.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Spontan: Blood orange + Skepta + King Krule + Future Brown live,
Cashmere Cat, Brick Bandits, Soichi Terada, MCDE & Kutmah b2b J Rocc DJ-Sets.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Kidkut und Antonia - die Canyoudigit-Hosts in full effect
Kidkut und Antonia – die Canyoudigit-Hosts in full effect

Am 9. Jänner 2015 feiern wir mit vielen Freunden und internationalem Booking unseren Geburtstag. Vieles weitere ist in Planung, aber noch nicht spruchreif.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Die finden wir super!

Den 9. Jänner sollten sich Liebhaber von allem, was basslastig und funky ist, also schon mal vormerken: Da feiert Canyoudigit, wie gehabt im Cafe Leopold, seinen sechsten Geburtstag, und zwar mit Branko von Buraka Som Sistema und einer ganzen Reihe an befreundeten Acts aus Wien und darüber hinaus. Für die Zwischenzeit gibt’s im Anschluss zweimal Canyoudigit zum Immer-Wieder-Hören – einmal kidkut’s Warmup-Mix für den Hudson Mohawke Wahnsinn beim diesjährigen Donauinselfest, einmal Antonia exklusiv für unsere letzte Interview-Reihe!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Klub Sir3ne

Im Club mit: Klub Sir3ne (Interview + Mix)

Die Musikszene einer Stadt sollte nicht zuletzt an ihrer Vielfältigkeit gemessen werden, und um diese steht es in Wien nicht unbedingt schlecht – nicht zuletzt dank der Crew vom Klub Sir3ne, die bereits seit einer gefühlten Ewigkeit dafür sorgt, dass die diversesten Sorten von Bass Music ihren gebührenden Platz hat. Dubstep, Grime, UK Funky, Jungle, Trap oder Juke und Footwork, hier kann unabhängig von aktuellen Hypes alles passieren was untenrum gut wummert und auf gute Art und Weise in die Magengrube geht. Wir haben die Crew zum Interview geladen – sie hat uns netterweise nicht nur erhört, sondern auch gleich einen Packen Mixes mitgebracht!

Klub Sir3ne
Die Crew, Teil 1: DJ Odd (links) und Beda Ranks (rechts) bei Upd8e im Club Dual

Klub Sir3ne – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind ein Kollektiv an Musiknerds: Rak3te, Koe, Odd, B.Ranks, Se.Vero und Steffi. Grundsätzlich versuchen wir alles gemeinschaftlich zu organisieren und zu entscheiden, Aufgaben werden dann je nachdem, wer gerade die Zeit und Möglichkeiten hat, verteilt.

Seit wann ist Klub Sir3ne im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Gemeinsam feiern zu Musik, die wir mögen, war eigentlich die größte Motivation. 2006 gab es die ersten kleinen Parties im Einbaumöbel bzw. Venster. Zur regelmäßigen und vor allem international ausgerichteten Veranstaltungsreihe wurde Klub Sir3ne in der Fluc Wanne, von 2007 bis 2012. Zusätzlich haben wir noch die donnerstägliche Dubstep-Reihe RAW monatlich im Fluc von 2010 bis 2013 organisiert. Seither waren bzw. sind wir in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Venues (Grelle Forelle, Fluc oben, Werk, Pratersauna, Solaris…) mit Crew-Abenden bzw. als 2nd floor-Hosts aktiv.

Und wie sieht es bei Klub Sir3ne aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Klub Sir3ne
Die Crew, Teil 2: Se.Vero (links) und Koe (rechts) im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)

Lange Zeit war unser Fokus auf internationalen Bookings, aber vor zwei Jahren haben wir uns diesbezüglich etwas zurückgezogen. Nach einer kurzen Pause haben wir wieder begonnen, bei kleinen unregelmäßigen Parties vor allem nationale Acts zu präsentieren. Unsere musikalische Ausrichtung lässt sich am ehesten mit UK zusammenfassen. Mit Ende der Dubstep-Welle haben wir als Veranstalter und DJs auch die Entwicklung vieler Produzenten hin zu Post-Dubstep, Garage, UK Funky, House und Techno mitgemacht.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Unsere grundsätzliche Motivation war es immer, gute Musik in einer angemessenen Lautstärke zu hören, nie Geld zu verdienen. Schwierig ist sicher, dass es mittlerweile ein gewisses Überangebot an Parties gibt, wir haben aber nach wie vor das Gefühl dass “unser Sound” eher unterrepräsentiert ist. Abgesehen davon macht es uns einfach extrem Spaß, in dieser Kombination Musik zu spielen!

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es
genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus
eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und
welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Die Crew, Teil 3: Rak3te bei RAW im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)
Die Crew, Teil 3: Rak3te bei RAW im Fluc (Foto credit: Alvaro Yerovi)

Es ist immer noch schwierig “UK Acts” zu präsentieren, die oft mit bunt gemischten Einflüssen daher kommen, da tendenziell traditionellere Ansätze in Wien dominieren. Im Vergleich zu anderen Städten in Österreich (keiner von uns stammt direkt aus Wien) gibt es jedoch eine vielfältige und vor allem präsente elektronische Musikkultur. Wünschen würden wir uns mehr internationalen Austausch, nicht nur eine Musik-Import Einbahnstrasse.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Absolute Highlights waren Pearson Sound, Loefah und Addison Groove. Pearson Sound hat 4h am Stück aufgelegt, Loefah ist bis zum bitteren Ende geblieben und hat gegen Ende b2b mit unserem Se.Vero noch eine Runde Jungle gespielt. Tony (AG) ist einfach ein super relaxter Typ, den wir gerne ganzjährig bei uns in Wien hätten. Von den Live-Sachen hier sind uns noch von der Frankreich-Fraktion Kaly Live Dub und HighTone eine besondere Erwähnung wert. Die haben die Fluc Wanne echt zum Beben gebracht.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Warten bis endlich die Hütte voll und wenigstens der finanzielle Break even erreicht ist.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Da würde uns niemand einfallen, auch im Nachhinein stehen wir zu allen Bookings, die wir gemacht haben. Nur einer unserer Gäste hatte den absonderlichen Wunsch, wenige Stunden nach Party-Ende mit uns bei Peek&Cloppenburg Klamotten shoppen zu wollen, wo er seine komplette Gage auf den Kopf gestellt hat, um danach fast den Zug zum nächsten Gig zu verpassen. Er sollte hier namentlich nicht genannt werden.

Se.Vero on stage mit Gast-DJ Loefah
Se.Vero on stage mit Gast-DJ Loefah

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Label-Nacht Schwerpunkte! Etwa Swamp81, Hessle Audio, Hyperdub… Ideen gäbe es genug!

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wie es aussieht werden wir 2016 in Kooperation wieder beginnen vereinzelt internationale Acts zu präsentieren – man darf gespannt sein. Gleichzeitig möchten wir aber auch weiterhin kleine Abende “nur mit uns” machen bzw. unserer Leidenschaft des 2nd floor Hostings nachgehen.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Keine Crew ohne Crowd - eine Momentaufnahme des Floors bei Klub Sir3ne im Fluc
Keine Crew ohne Crowd – eine Momentaufnahme des Floors bei Klub Sir3ne im Fluc

Die neue Seite schaut super aus, ist sehr übersichtlich, einfach zu bedienen – gratuliere euch! Wir würden uns wünschen, dass ihr Wiener Veranstaltungsreihen, wie beispielsweise Klub Sir3ne Parties, live mitschneidet und auf eurer Homepage featured. Weiters fänden wir es wichtig nicht nur rein auf einer quantitativen Ebene Mixes und Radioshows zu bewerten und zu ranken, sondern auch auf die Qualität zu schauen – schließlich ist Musik sehr vielfältig!

Bevor es 2016 mit diversen Partys und Hostings von und mit Klub Sir3ne weitergeht – unter anderem am 26. Februar am zweiten Floor des Maschinenraum, mit dem wir uns vor kurzem auch schon unterhalten haben – dürfen wir euch im Folgenden eine Auswahl an frischen Mixes der Crew präsentieren, die naturgemäß eine Vielfalt an Genres aus dem Bass-Mikrokosmos bietet, deren Aufzählung den Rahmen sprengen würde – listen loud!

 

 

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Foto credit: Matthäus Beczak

Im Club mit: Fear le Funk (Interview + Mix)

Wenn das Wiener Publikum neben den zahlreichen wöchentlichen DJ-Lines auch in den Genuss von Live-Konzerten von so namhaften Hip Hop Acts wie Apollo Brown, Guilty Simpson, Elzhi, Retrogott & Hulk Hodn, Rapsody & 9th Wonder oder Black Milk kommt, dann ist das der Crew von Fear le Funk zu verdanken. Kurz nach der vierjährigen Jubiläumsparty haben die Mitgründer, Mitveranstalter und Residents Ottomatic und Stanley Stiffla uns mehr über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihres Projekts erzählt und gleich einen wunderschönen Mix mitgebracht..!

Fear le Funk – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Hinter diesem Namen stehen Nina, Mat, Ottomatic und Stanley Stiffla. Wir machen jetzt seit mittlerweile vier Jahren Veranstaltungen im Bereich Hip Hop hier in Wien. Anfangs war es eher so, dass wir hauptsächlich Produzenten zu unseren Happenings eingeladen hatten, mittlerweile sind wir da aber breit gefächert, haben sowohl DJ- und Producer-Sets als auch Konzerte, die wir aber immer im Rahmen einer Party über den gesamten Abend anlegen. Ottomatic und Stanley Stiffla fungieren als Resident-Djs, ansonsten sind wir zu viert ständig im Austausch über mögliche Bookings, anstehende Termine und organisieren und bewerben die gemeinsamen Abende.

Seit wann ist Fear le Funk im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Uns gibt es seit Oktober 2011. Gerade vor wenigen Wochen haben wir im WUK zusammen mit dem Kölner Label Entbs unser 4-jähriges Bestehen gefeiert. Peace an dieser Stelle an Chlodwigplatz Pütz Money und die Jungs!

Wie es dazu gekommen ist, dass wir Partys machen? Alles begann an sich damit, dass Stanley eine tatkräftige Truppe zusammenstellen wollte und uns alle kontaktiert und gefragt hat, ob es Interesse gäbe, gemeinsam Partys in Wien zu machen, die ihren Schwerpunkt zu Beginn vor allem auf Independent Producer legen wollten. Mat, Ottomatic und Stanley kannten sich dabei schon einige bis viele Jahre aus guten Freundschaften heraus. Nina stieß dann Mitte 2013 dazu. Da wir alle einen ähnlichen Zugang zu Hip Hop haben, war anfangs ziemlich schnell klar, dass wir das so angehen wollen und machen werden.

Und wie sieht es bei Fear le Funk aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)
Fear le Funk mit Guilty Simpson, Elzhi und Phat Kat im B72 (Foto credit: Raphael Skrepek)

So übers Jahr gesehen machen wir an die fünf, sechs Veranstaltungen, phasenweise etwas mehr, dann wieder etwas weniger -je nachdem, was gerade möglich ist. Stanley Stiffla und Ottomatic legen ansonsten auch immer wieder bei anderen Veranstaltungen auf. Der simple Grundsatz lautet: Wir laden immer nur Artists ein, die wir auch selbst hören, feiern und schätzen. Vom Konzept her sollte es mit seinen Wurzeln immer im Hip Hop bleiben und idealerweise nationale und internationale Artists zusammenführen, auch wenn Genre-Überschneidungen natürlich kein Ausschlussgrund für uns sind. Wir haben ja auch schon Kooperationsveranstaltungen mit Canyoudigit, Beat Science oder dem Soundwave Croatia Festival gemacht, wo es dann vom Sound her etwas futuristischer zur Sache ging.

Was das Publikum betrifft, wollen wir niemanden aus- oder eingrenzen, das ist für uns so seit dem Start mit dem Ding ganz klar. Alle die sich für unsere Veranstaltungen und die auftretenden Künstler*innen interessieren, sind willkommen und sollen im Idealfall einfach eine gute Zeit mit den Artists und uns haben. Quality Time oder so ähnlich.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir wollen und müssen zum Glück nicht davon leben. 😉 Wir versuchen ganz einfach nur, dass sich die Veranstaltungen, so gut es eben möglich ist, selbst finanzieren. Was überbleibt, wird eins zu eins in weitere Veranstaltungen gesteckt. Uns macht es nach wie vor großen Spass, auch wenn bis zum Auftritt der eingeladenen Artists am Abend der Veranstaltung und bis die Party hoffentlich funktioniert natürlich jede Menge Arbeit steckt. Vor allem Stanley kann davon ein Lied singen, tut sich das Organisatorische wie alle anderen aus unserem Quartett aber auch gerne an, sonst ginge es sowieso nicht. Ebenso wäre vieles ohne Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis so sicherlich nicht realisierbar gewesen.

Daher: Ein dickes Dankeschön an alle die uns unterstützen und unterstützt haben über die letzten Jahre! Viel Liebe.

Die Motivation kommt aus der Begeisterung zur Musik, unseren vergangenen Abenden und natürlich auch durch die Reaktionen unseres Publikums. In diesem Sinn: Nur die Liebe zählt oder wie es der Retrogott so schön sagt: “Peace, Unity, Love & having Fun!”

Wenn es ein Hauptproblem gibt, dann ist es für uns sicherlich die geeignete Location zur angedachten Veranstaltung zu finden. Da wir unsere Dinger nicht immer in den selben Locations veranstalten und sie idealerweise auch an die Gegebenheiten des Abend-Ambientes anpassen wollen, ist das vielleicht hin und wieder das größte Problem. Die Dichte der Veranstaltungen steigt in Wien insgesamt, das macht es für uns natürlich nicht gerade einfacher, ist aber an sich nichts Negatives.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)
Fear le Funk mit Radio Love Love im Cafe Leopold (Foto credit: Jonathan Meiri)

Für uns hat Wien in Sachen Hip Hop in den vergangenen Jahren auf jeden Fall den Anschluss zu anderen europäischen Metropolen wie London, Paris und Berlin geschafft. Die Dichte, die Qualität aber auch die Nachfrage im Independent-Bereich sind sicherlich gestiegen. Woran es eventuell noch mangelt, sind mehr dieser kleinen aber feinen Wiener Clubs mit guter Anlage, für 150-300 Leute, in zentraler Lage. Da könnte sicherlich etwas mehr gehen. Wie auch medial sicherlich noch etwas mehr Support wünschenswert wäre. Die Clubs, die es gibt und die auch anspruchsvolleres Programm supporten, machen ihren Job aber gut bis herausragend, wenn ihr uns fragt. Siehe Cafe Leopold, Celeste, B72 oder auch das Porgy & Bess, WUK, Flex, das Loft, die Forelle oder Sauna, egal wie sympathisch man die einzelnen Venues jetzt findet oder nicht. Wenn man aber gerüchteweise hört, dass letztgenannte eventuell in ihrer aktuellen Form schon bald wieder Geschichte ist und ein weiterer Kommerzparty-Tempel daraus werden soll, ist das natürlich mehr als traurig und schade.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Puh… Da waren doch einige Abende dabei… Wenn wir welche hervorheben müssen, dann sicherlich zuletzt im Juni der Abend im Porgy & Bess mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh. Die Nächte im B72 mit Guilty Simpson, Phat Kat und Elzhi oder im Cafe Leopold mit Radio Love Love oder Figub Brazlevič und S. Fidelity waren auch absolut Hammer. Unsere bisher größte und letzte Veranstaltung im WUK mit den Jungs von Entbs war aber auf jeden Fall einfach nur unfasslich dope (hoffentlich nicht nur für uns 😉 ). Ansonsten ist sowas wirklich schwierig… Wir erinnern uns an viele feine Nächte, auch die “kleineren” Rap-ins-Gesicht Dinger im Einbaumöbel oder die anfänglichen Shows in der Auslage hatten ihre absoluten Höhepunkte.

Zusätzlich war auch die Produktion unserer 2xLP-Compilation, welche anlässlich unseres 2-jährigen Bestehens entstanden und via Vinyl und digital erschienen ist, eine sehr, sehr coole Erfahrung. Dafür auch nochmal Props und Liebe an alle involvierten Künstler*innen, die uns das zugetraut und uns mit ihren musikalischen Schätzen unterstützt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Mit Sicherheit unser Abend mit 9th Wonder und Rapsody im Viper Room. Der war zwar musikalisch sehr gelungen, das Wiener Publikum hat uns damals aber leider anscheinend etwas übersehen oder vergessen… Lag wohl auch am Termin. Schade, aber ist passiert.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)
Fear le Funk mit Apollo Brown, Ras Kass und Rapper Big Pooh im Porgy & Bess (Foto credit: Thomas Unterberger)

Nein, absolut nicht! Wir sind da möglicherweise sogar ein bisschen verwöhnt, jeder Artist war auf seine persönliche Art und Weise absolut schätzenswert und top. Da können wir nur eines behaupten: Wie die Musik so auch die Künstler und Menschen dahinter -für uns auf jeden Fall sehr dope!

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Auf jeden Fall mal nicht irgendein wacker Hype, ohne Namen zu nennen und damit wiederum Werbung für diese zu machen. 😉

Die Party unserer Träume? Das wäre wohl ein zweitägiges Open Air Festival, zentral in Wien – eventuell im Prater – gelegen, mit allen Künstlern von Stones Throw, Entbs, Mello Music Group, Bastard Jazz, Hector Macello, Melting Pot Music, Redefinition, den Funkverteidigern, Beatgeeks, Ecke Prenz, Radio Love Love, Waxolutionists, Sichtexot, Jakarta, VOZ, Wortsport Entertainment, Flava In Ya Ear, der 1bm-Freestylesession Crew, Huhnmensch & böser Wolf, Kroko Jack, A Tribe Called Quest, Jurassic 5, De la Soul, Kool Keith, Run The Juwels, Action Bronson, Kaytranada, DJ Premier und Kendrick Lamar (die Reihenfolge ist dabei beliebig zu setzen).

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden nicht viel ändern: weiterhin hoffentlich fette, unterhaltsame und feine Abende! Am 7. Dezember 2015 begrüßen wir erstmal zum Jahresabschluss Apollo Brown Guilty Simpson, Phat Kat und die Demograffics im B72. Im Februar 2016 duellieren sich dann Radio Love Love und Ecke Prenz im Salon des Cafe Leopold. Und dann lassen wir uns mal überraschen, was noch so alles auf uns zukommt. Im Oktober feiern wir auf jeden Fall unseren fünften Geburtstag gebührend.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Wir kennen Play.fm ja schon lange und schätzen die Seite sehr. Die neue Homepage sieht ganz cool aus. Eventuell könnte man noch aktuelle Termine zu den gefeatureten Mixes in irgendeiner Form einbinden, dann hilft das auch den Veranstaltern. 😉

Anbei freuen wir uns, euch einen Mix von DJ Ottomatic präsentieren zu dürfen, in dem erdie jüngste Vier-Jahres-Party von Fear le Funk mit Retrogott & Hulk Hodn Revue passieren lässt – weiter geht’s am 7. Dezember im B72, mit Guilty Simpson, Apollo Brown, Phat Kat und den Demograffics live am Mikrofon und den Beat-Geräten!

 

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Sweet Heat

Im Club mit: Sweet Heat (Interview + Mix)

Zeichnet sich die Clubszene in Wien wie auch andernorts größtenteils durch Zuordenbarkeit, klar abgegrenzter Genre- und Subkultur-Zugehörigkeit und einem Maß an Vorab-Promotion aus, durch das man schon vor Einlass ganz gut weiß worauf man sich einlässt, gibt es hie und da doch Überraschungen, schwer bis Undefinierbares und Veranstaltungen, bei denen gar zu engstirnige Musikfanatiker meinen könnten, man wüsste gar nicht, wofür die genau stehen – während jene, die schlicht eine schöne, aufregende Zeit verbringen möchten, davon schwärmen, dass dort alles passieren könne und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch wird. Ein solches Phänomen hat sich in der lokalen Szene über die letzten Jahre in Form von Sweet Heat gebildet – anfangs und die längste Zeit über in der Bar der Kunst- und Kulturstätte brut und damit auch eher einer Off-Location als einem dezidierten Musik- und Szeneclub, zuletzt in wechselnden Locations quer über die Stadt verteilt. Über das Leben, Wirken und vor allem Veranstalten in Wien haben uns die beiden Schöpfer dieses wundersamen Projekts Rede und Antwort gestanden.

Sweet Heat – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Sweet Heat stecken zwei Jungs: Agent Well und A++. Wir machen alles gemeinsam, vom Auflegen über das Booking bis hin zur Selektion der Visuals. Nur die Flyerherstellung haben wir ausgelagert an die großartige Lena Gold.

Seit wann ist Sweet Heat im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Sweet Heat ist seit bald 5 Jahren im Wiener Nachtleben aktiv, dazu gekommen ist es über Haiko, der damals Chef der Brut Wien war. Die Partyschiene steckte dort damals noch in den Kinderschuhen und er war gewillt, etwas Neues auszuprobieren. So kam es zu regelmäßigen und immer ausschweifenderen Parties.

Sweet Heat - die Hall of Fame...
Sweet Heat – die Hall of Fame…

Und wie sieht es bei Sweet Heat aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

In der Brut wird es bis auf weiteres keine Sweet Heat Parties mehr geben, das ist natürlich ein herber Verlust für uns; wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt. Sweet Heat wird für die nächsten Monate ein wenig herumtingeln: Im Oktober waren wir im Heuer zu Gast, im November bespielen wir das Leopold und das Celeste. Wir spielen grundsätzlich lieber in kleineren Locations, da ist es intimer und die Party oft umso intensiver.

Musikalisch bewegen wir uns zwischen House, Bass und HipHop, vielleicht geben wir noch einer Prise Disco dazu. Es war uns immer wichtig, zu spielen, was wir gut finden, ohne allzusehr auf Genres zu achten. Bester Wegweiser war immer unser Geschmack und eine gewisse Durchmischung.

Grundsätzlich sollte Sweet Heat haupsächlich eines sein: N i c e. Ein netter Abend in sympathischer Umgebung. Wer bloß zuhören will, bekommt spannendes Zeug geliefert, wer wegen des Tanzens da ist, kommt auch auf seine Rechnung. Rummachen geht sowieso immer.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Bei einem Eintrittspreis von 4-5€ sind unsere Parties nicht wirklich auf finanziellen Erfolg ausgelegt. Es geht hauptsächlich darum, Kosten zu decken, genug übrig zu haben, um vernünftige Bookings zu machen und diese auch fair zu entlohnen. Schließlich soll das ganze ja Spaß machen. Die Motivation kommt aus der Liebe zur Musik, der Möglichkeit, talentierten Artists eine Bühne zu bieten und, am allermeisten, aus der Freude, die ein gut unterhaltenes Publikum bei einer spannenden, unaffektierten Party ausstrahlt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Es kann nie zu viele gute Veranstaltungen geben. Wien hat eine prächtig gedeihende Clubszene, die aus dem Zusammenspiel kreativer Djs, guter Veranstalterinnen und einem interessierten Publikum erwächst. Ein internationaler Vergleich ist nie ganz einfach: Schön in Wien ist natürlich die Unaufgeregtheit, es gibt kaum lange Schlangen, Dresscodes oder pöbelnde Türsteher. Selbst international anerkannte Stars wie z.B.: Mieux, Salute oder die Affine Crew können in diesem Umfeld gut gedeihen.

Schlecht ist natürlich die Tendenz, Clubs mithilfe von Lärmbeschwerden und unnötig komplexen Auflagen aus dem Stadtgebiet an die Peripherie zu drängen oder ganz zum Aufgeben zu bewegen.

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Salute bei Sweet Heat in der brut

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir erinnern uns gerne an Parties, die entstehen, wenn spannende Bookings und ein sympathisches Publikum aufeinandertreffen. Da gab es international bekannte Größen wie Salute, Dip Some, Lockah oder B.Visible, lokale Djs wie H∆NN∆, Mike Burns oder Testa und auch untypische Bookings, wie zB Vitus, der aus Nigeria stammende Lenker des Funky Taxi. Spaß hat es auch immer gemacht, mit anderen Clubs und Veranstaltern zu kooperieren, wie z.B. dem großartigen Salon 2000, dem ImPulsTanz oder mit den Game Designern vom ZAMSpielen, die bei uns ihre neuesten Kreationen gezeigt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die schwierigen Momente sind, so geht es wohl allen Veranstaltern, wenn man ein tolles Booking auf die Beine gestellt hat und das Publikum ausbleibt. Meistens kann man die Faktoren gar nicht genau festmachen: Die Theorien reichen dann von alternativen Parties, Wetter, Ferien, Prüfungen, Vollmond bis hin zu kosmischer Strahlung.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir haben lange überlegt und eigentlich gab es diese Bookings einfach nicht. Wir dürften wohl ein glückliches Händchen haben…

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Die Parties würden ähnlich aussehen, wir würden wohl ein wenig mehr Geld für Konfettikanonen und Welcome Drinks ausgeben und weniger Eintritt verlangen. Einladen würden wir dann wohl gerne Fatima Al Quadiri, Jamie xx, J’ai Paul, Sophie, Blood Orange. Die legen dann back to back auf.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden so weitermachen wie bisher, spannend wird für uns, wo wir unsere neue Heimat finden werden, aber bis dahin: Sympathische Parties, spannende Bookings.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Schön ist die. Und umfassend. Für Veranstalter wäre es wohl spannend, wenn die Seite ein möglichst komplettes Bild von den Parties vermitteln könnte: Location, Datum, Mix, Event link etc. Aber das ist vielleicht ein wenig viel verlangt…

Klingt spaßig? Ist es auch! Das breite musikalische Spektrum, mit dem die Resident und ihre wechselnden Gäste bei Sweet Heat epische Abende vertonen, lässt sich naturgemäß schwer in einer einzigen Hörprobe abbilden – der Versuch von Agent Well und A++, es dennoch zu tun, ist deshalb auch nicht weniger als zwei Stunden lang geworden. Mehr davon schon demnächst irgendwo in dieser Stadt, womöglich gleich bei dir ums Eck..!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

P-Rex

FM4 Frequency DJ-Contest Gewinner: P-Rex (St. Pölten/AT)

Ende Juli haben wir in Kooperation mit VOLUME einen DJ-Contest für das diesjährige FM4 Frequency Festival ausgerufen – und ihr seid unserem Aufruf zahlreich gefolgt, insgesamt 44 Mixes aus nahezu allen Bundesländern und noch viel mehr verschiedenen Genres sind auf unserer Contest Page eingetrudelt. Einer davon besser als der andere, so dass in der Jury auch nach der Vorauswahl jener zwanzig Mixes mit den meisten Likes & Listens ordentlich die Köpfe geraucht und die Ohren geglüht haben – schließlich konnten wir nur einen Slot auf der Hauptbühne des Festival-Nightpark vergeben. Die Wahl fiel letzten Endes auf den gerade mal 17-jährigen P-Rex, der nun am Samstag, den 22. August, das Closing Set von 5:00 bis 6:00 bestreiten wird. Wer schon vorab ein wenig mehr über ihn erfahren möchte, bitte sehr: Wir haben ihn zum Interview gebeten, er hat uns Frage und Antwort gestanden.

Erzähl uns doch zu Beginn ein wenig über dich als Mensch – wie heißt du, wo wohnst du, und was machst du außer Auflegen so?

Ich heiße Jonas Pfeiffer und wohne in Herzogenburg, eine Stadt neben St.Pölten. Neben dem Auflegen gehe ich in das Sportgymnasium in St. Pölten, Sport mache ich aber auch in meiner Freizeit gerne.

Ich lege – wie fast jeder, den ich kenne – mit USB auf CDJs auf. Meinen ersten alleinigen Act hatte ich dieses Jahr am St.Pöltner HTL Ball. Danach hatte ich zahlreiche Acts im Warehouse, einem Club in St.Pölten, sowie letzte Woche am Error in Melk.

Persönlich höre ich fast alles, was in irgendeiner Art elektronische Musik ist, also versuche ich auch meine Sets abwechslungsreich zu gestalten. Man findet in ihnen aber hauptsächlich Trap, Dubstep, Future Bass und Drum and Bass.

Unter mehr als 40 Einreichungen hat es dein Mix auf den ersten Platz beim FM4 Frequency DJ Contest geschafft. Wie ist der Mix denn entstanden, und warum denkst du ist er so gut angekommen?

Ich glaube, dass dieser Mix aus verschiedenen Musikrichtungen sehr gut aufs Frequency passt, aber vor allem hab ich das meinen vielen Freunden zu verdanken, die mich sehr dabei unterstützt haben. Danke!

P-Rex
P-Rex (Picture credit: Jascha Süss)

Nun wirst du am kommenden Samstag von 5:00 bis zum bitteren Ende auf der Hauptbühne des Nightpark zu hören sein. Wie fühlst du dich bei dem Gedanken, und was hast du musikalisch geplant? Bereitest du dich auf deinen Gig vor oder spielst du spontan, was dir in den Sinn kommt?

Ich bin sehr glücklich über diese Chance, vielen Leuten zu zeigen, was ich drauf habe – aber auch ein wenig aufgeregt, weil ich noch nie einen derartig großen Act bestritten habe.

Musikalisch wird das Set von meinem Mix für den DJ-Contest nicht viel abweichen. Ich plane meistens die erste Hälfte vom Set, den Rest mach ich aus der Laune heraus.

Falls es jemand bedauerlicherweise nicht zum FM4 Frequency Festival schaffen sollte, wo kann man dich sonst in nächster Zeit hören? Und was hast du für die Zeit nach dem 22. August geplant?

Natürlich hauptsächlich im Warehouse. Weitere Gigs werde ich auf meiner Facebookseite bekannt geben. Ansonsten werde ich mich aufs Producen konzentrieren und hoffentlich bald meine erste Future Bass Single veröffentlichen können.

Die letzten Worte gehören dir – was möchtest du der Welt noch mitteilen?

Danke an alle, die mich unterstützt haben und danke an Play.fm für diese Chance! Hoffentlich sehe ich euch alle bei meinem Set im Nightpark!

Das hoffen wir auch – denn wir werden Samstag natürlich auch vor Ort sein, um nach einer wilden, lauten Nacht und Auftritten von Porter Robinson, Modestep, Fukkk Offf und Ill.Skillz unseren Contest-Sieger nochmal gehörig anzufeuern und zu seinem Sound in den Sonnenaufgang zu bouncen! Wer ihn noch nicht gehört hat: Hier der Sieger-Mix als Warmup für den Festival-Wahnsinn:

Antonia (Canyoudigit)

Vienna Players #30: Antonia (Canyoudigit)

Nach zwei Monaten Features, Interviews und Exklusiv-Mixen von und mit einigen der spannendsten Wiener Artists machen wir die dreißig heute komplett, und zwar mit einem der most up-and-coming Talente der lokalen Szene: Antonia hatte erst vor etwas mehr als einem Jahr ihren ersten Gig, hat sich seitdem aber bereits zu einer festen Größe in Sachen Beats & Bass sowie zu einem festen Bestandteil der Canyoudigit-Crew gemausert. Diese hat in den letzten Jahren Quality-Bookings wie Mount Kimbie, Lil Silva oder, gerade erst, Hudson Mohawke in die Stadt gebracht, und irgendwo zwischen solchen Namen und darüber hinaus lässt sich Antonia’s Sound einordnen – doch hört selbst, denn wie bei ihren 29 Vorgängerinnen und Vorgänger gibt es auch von ihr neben dem folgenden Interview einen exklusiven Gast-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Mein Interesse an elektronischer Musik und mein Bruder. Mit 14 war ich zum ersten Mal
bei seiner Veranstaltung Canyoudigit im Café Leopold und es hat mir ziemlich imponiert.

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Markus BlahušWas macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Dass ich hier geboren bin und mir so einfach ein familiäres, musikalisches Umfeld aufbauen konnte.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Wienbesucher bewundern wie gemütlich das Ausgehen hier sein kann. Deshalb würde ich mit ihnen einfach im MQ rumhängen und anschließend ins Celeste gehen. Am Heimweg noch zu Bäcker Gül. Vodka Makava finden auch immer alle sehr innovativ.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Vermutlich für Essen und Bloody Mary (mit viel Kren!) im If dogs run free.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Einige DJs denen ich in letzter Zeit genüsslich gelauscht habe sind Kidkut, Amblio, Slick,
Laho, Computerstraße, The Shambolic, k:sun, Giuseppe Leonardi, … allerdings fallen mir jetzt noch viel zu viele gute DJS aus Wien ein die ich gerne aufzählen würde. Die Frage ist unmöglich gewissenhaft zu beantworten! Es würde auch sehr auf die Location ankommen und nach welchem Genre mir gerade ist…

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass es sich im Club ab 5 Uhr eher wie auf einer Homeparty anfühlt.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Leise oder schlechte Anlagen & Ungeduld

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Jazz Gesang studieren, viel mit meiner Katze kuscheln, reisen, … was man eben so macht. Davor war ich in der Schule 😉

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Lydia SalnerLass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Mein erster „richtiger“ Gig war im Mai 2014 bei Mount Kimbie im Leopold. Ich war super aufgeregt da sie zu meinen größten Idolen gehörten. Vor meinem Set gestand mir Dom, einer der beiden, dass er heute erst sein 2. DJ Set überhaupt spielen würde und sich schon sehr davor fürchtet. Es hat dann alles geklappt. Diesen Mai hab ich nach ihm in der Pratersauna aufgelegt und wir waren beide deutlich entspannter.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Serato & Vinyl
  • Größe deiner Musiksammlung? Einige Platten und sehr viel mp3 Chaos
  • BpM-Range: Von – bis? Im Idealfall fange ich bei 105 an und arbeite mich langsam bis 160 hoch. Weil das oft nicht klappt bin ich frustriert.

Und hier die versprochenen etwas mehr als 30 Minuten Antonia in the mix – mehr davon gibt es neben den immer empfehlenswerten Canyoudigit-Nächten zum Beispiel am 3. Juli beim Prater Unser Festival, wo Antonia das Label-Showcase von Affine Records einläuten darf…

pocketful of g:ld

Vienna Players #15: pocketful of g:ld (BLVZE)

Zwei Monate, eine Stadt, dreißig ihrer spannendsten DJs – das ist die Idee hinter unserer aktuellen Serie Vienna Players. Heute freuen wir uns in diesem Rahmen pocketful of g:ld vorstellen zu dürfen, der die Stadt Veranstalter von BLVZE und als Booker der Eigenveranstaltung Geil&Bogen im Werk mit forward-thinking Sounds zwischen Hip Hop, Grime, Juke und allen denkbaren und noch nicht mal denkbaren Spielarten von Bass Music bereichert. Seine Gedanken zum Leben, Veranstalten und Ausgehen in Wien teilt er uns im folgenden Interview mit – seine aktuelle Definition von Bass Music gibt es im anschließenden Exklusiv-Mix zu hören.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Da mein familiärer Hintergrund stark durch Popularmusik geprägt war und meine eigene Musiksammlung damals aus Sachen wie Lauryn Hill bis hin zu Slipknot bestanden hat – man kann es Geschmacksverwirrung nennen, ist es wohl auch – habe ich mich anfangs relativ unbeholfen an die Wiener Clubszene herangetastet.
Da ist vor ca. 8 Jahren das Fluc mit seinen damals zahlreichen Electro-Events etwas Neues für mich gewesen. Electro ist aber langfristig gesehen kein sehr zufriedenstellendes Genre gewesen, da es für mich nur betrunken erträglich gewesen ist. Durch Events an Orten wie dem Planetarium, Market, Das Werk, Elektro Gönner oder Pratersauna bin ich dann eine Zeit lang bei House und Techno Musik hängen geblieben. Der Plattenladen Das Market und mein Veranstalter-Kollege Jan haben mich in diesem Genre wohl am stärksten geprägt.
Das Cafe Leopold hat mich später dem Hip Hop und der Bass Musik näher gebracht. Im neuen Werk bin ich zur Zeit selbst Booker für die hauseigene Veranstaltung und hole alles was sich so zwischen UK Bass/Garage, Grime und Juke bewegt nach Wien. Mein Hörverhalten ist aber mehr oder weniger wieder zur Popularmusik zurückgekehrt, wenn auch in anderen Ausformungen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
pocketful of g:ldSo abgedroschen der Spruch klingt: Wien ist ein Dorf. Die meisten Veranstalter und DJs kennen sich und arbeiten meistens mit- statt gegeneinander. Wir pflegen oft einen freundschaftlichen Kontakt. Auf jedem Event finde ich jemanden mit dem ich über Musik, Events und sonstige Belanglosikeiten reden kann. Die fehlende Anonymität, die in einem echten Dorf oft als erdrückend empfunden wird, ist hier für meine Tätigkeiten eher befruchtend.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Balkan Grill Ottakringer Straße zwecks Unterlage – Celeste Garten – Das Werk eventuell pendelnd in die Grelle Forelle – Zwischendurch Bier und (die beste Analogkäse-) Pizzaschnitte bei Station Spittelau – Celeste Abstürzen – Bäckerei Gül nebenan auf Börek und Ayran.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Platten kaufen im Substance, Das Market und Moses Records, Essen gehen in der China Bar, Trinken gehen am Donau-Kanal aus der Dose natürlich, Ausgehen wahlweise in einen Club meines Vertrauens, auf ein Wiener Musik-Festival wie dem Popfest, Sound:frame oder dem Waves-Festival, oder einfach nur ins Kino. Problem: Die 100 Euro wären wahrscheinlich schon nach dem Plattenkaufen weg.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
11:00-12:00 Mr M. b2b Noel D (Black Label)
12:00-01:00 Antonia b2b Amblio (Canyoudigit & Prasselbande)
01:00-02:00 Laho (The one and only)
02:00-03:00 Slick b2b Ich (Bebop Rodeo & Eigenlob stinkt nicht immer)
03:00-04:00 Kidkut b2b Stanley Stiffla (Canyoudigit & Fear Le Funk)
04:00-05:00 Franjazzco b2b Waxter Dancel (Disko404 & Deep Dreams)
05:00-06:00 Macello Basstrojani b2b Tip Top Tobsen (Paradiso)

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Der schönste Türsteher Wiens steht vor dem Celeste, ergraute Haare mit einem Hauch von George Clooney, DJ Name Shit Vicious, check him out.

pocketful of g:ldWas ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Plombierungen & Nachbarn.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Das Werk (alter Standort an der Neulerchenfelder Straße), ich glaube vor 4 Jahren
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Zwei Expedit Regale voll mit Platten, ca. 100 CDs, 100 GB auf der Festplatte
  • BpM-Range: Von – bis? BPM Range? Was ist das?

Nachdem pocketful of g:ld in der Reihe Geil&Bogen zuletzt außergewöhnliche Acts wie Ikonika, Addison Groove und Mickey Pearce ins Werk geholt hat, geht die Party bereits diese Woche am Mittwoch, dem 3. Juni, weiter – diesmal mit Tokyo Hands vom Donky Pitch Label sowie dem Teklife-Youngster DJ Taye aus Chicago.

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Vienna Players #6: Nicole Jaey (sound:frame)

Unter dem Titel “Vienna Players” stellen wir euch in den kommenden Wochen insgesamt dreißig Acts aus Wien vor, die den Sound der Stadt besonders prägen. Heute im Portrait: Nicole Jaey, die es in gerade mal drei aktiven Jahren als DJ und Produzentin bereits in die Line-Ups von Popfest und Donauinselfest sowie in Charts und Dauer-Rotation von FM4 geschafft hat. Ein paar Worte über ihr Schaffen, die Wiener Clubszene und einen exklusiven Mix in den folgenden Zeilen!

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Also Musik beschäftigt mich natürlich schon seit meiner Kindheit. In Clubs gehe ich aus Liebe zum Bass seit bald 15 Jahren. Ganz besonders hat mich dann noch der visuelle Aspekt gepackt, so dass ich 2011 einen VJ Workshop bei den Veranstaltern des Soundframefestivals gemacht habe. Gleich anschließend hab ich beim Festival mitgeholfen und das war dann wohl auch der erste Kontakt mit Szeneleuten. Ich war schwer inspiriert und motiviert, hab bei zwei weiteren Festivals mitgearbeitet, und dann Ende des Jahres angefangen selbst zu produzieren.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien ist so vielfältig. Alle Genres haben Platz und in jedem Bereich gibt es großartige, inspirierende Musiker. Die Szene hat eine Größe bei der man einerseits das Gefühl hat man kennt eh jeden. Andererseits passiert so viel in so kurzer Zeit, dass man immer wieder neue Leute und neue Musik kennenlernt. Man hat musikalisch alle Freiheiten und findet auf jeden Fall seinen Platz. Wien bietet so viele Möglichkeiten und ist auch gerade im Begriff international recht viel Beachtung zu bekommen. Und trotz Erfolgsgeschichten bleibt diese Wiener Gemütlichkeit mehr erhalten als anderswo, wo das “harte Business” ausgeprägter gelebt wird.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
nicolejaey_300x300_02Wir starten mal ganz gemütlich um 21:00 im Leopold bei einem Spritzer und diesem herrlichen schwarzen Linsencurry. Man braucht ja eine Unterlage und wir holen uns gleich mal einen Stempel für die Party. Immerhin spielen heute Louis Futon, Ganz & Salute bei Beat Science. Aber vorher gibt’s noch einiges zu erleben. Da ist nämlich um 23:00 das Konzert von Konea Ra im Heuer am Karlsplatz. Während wir hindüsen fällt mir ein, hier hätten wir ja auch essen können. Notiz an mich: “Morgen mittags Burgerorgie im Heuer”. Dort angekommen treffen wir gleich eine Menge bekannte Gesichter. Luma Launisch macht Visuals. Es ist schön. Am Fußweg zum Celeste verarbeiten wir die Eindrücke bei frischer Luft und guter Laune, denn obwohl heute kein Donnerstag ist, gibt’s dort heute ausnahmsweise Party vom Salon 2000. Wir kommen grad richtig zu Eoae. Sam Irl wird gleich weitermachen. Mein Freund ist überfordert mit den vielen neuen Namen, unterhält sich aber prächtig. Das Celeste ist halt ein Ort an dem man bleibt, wir müssen aber leider los. Louis Futon spielt schon im Leopold. Dort tanzen wir die nächsten Stunden bis zum absoluten Zusammenbruch. Gott sei dank bringen uns 3 Flaschen Wasser und eine Käsekrainer wieder auf die Beine. Irgendwie wollen wir nämlich noch nicht nach Hause und was wäre ein Wienbesuch ohne das Kennenlernen der Pratersauna. Dort erleben wir den Sonnenaufgang am Pool. Ende.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Schuhe, Schokolade, Glamour, Erwachsenenspielzeug auf der U3 Strecke Gasometer (Klangfarbe) ­ Neubaugasse (Mariahilferstrasse).

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Ich würde eine “die 100 leiwandsten DJs” Party machen. Und die wär nicht billig.

Sohn, Motsa, Cid Rim, Curley Sue, Hanna x Dizzy, Heap, Joja, Olinclusive, Eoae, Wandl, Dorian Concept, The New Tower Generation, Etepetete, Trishes, Phekt, Patrick Pulsinger, Sam Irl, Kristian Davidek, Roman Rauch, caTekk, Ken Hayakawa, Makossa, Beware, Functionist, Austrian Apparel, Ogris Debris, Harry Jen, Prcls, Soundframe Allstars, Sweater, Stof & Paul, Dusty Crates, A++, Salute (ich find der geht noch durch als Wiener, wenn auch aktuell in Großbritannien daheim), Franjazzco, Jay Smoo, Abby Lee Tee, Flo Alike, 7 Citizens, Phil Madeiski, tbc…

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass man bei Bedarf bis zu Mittag des Folgetages durchfeiern kann.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Dass Shows extrem spät beginnen. Wenn man mal nur der Musik wegen unterwegs ist, spielt der Act der Begierde zu einer Zeit, zu der man manchmal schon gerne schläft.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
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Vor der Musikkarriere ist auch schon einiges passiert. Ich bin Elektrotechnikerin (HTL), hab mich vor 5 Jahren mit einem Zeichenbüro selbstständig gemacht. Das ist aktuell mein Hauptberuf, oder Brotjob wie man so gern sagt. Ich mach den Job auch wirklich gern, sofern es mir möglich ist die Waage zu halten und noch genug Zeit für Musik, Entspannung, soziale Kontakte und das restliche Leben zu haben. Außerdem hab ich ein paar Jahre damit verbracht ein Haus zu bauen. Dort wird jetzt gelebt und gearbeitet und es bietet mir so tolle Möglichkeiten wie ein 25m2 Studio mit Tageslicht, wo man immer laut sein kann. Da Musik ja gerade jobmäßige Formen annimmt, kann ich sie wohl nicht mehr zu den Hobbies zählen. Somit verbringen ich meine Freizeit eher mit normale Leute Tätigkeiten wie Schlafen (das Beste!), gut essen, Wäsche waschen, sonnen im Garten, meine chicks treffen,..

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 2012 ­ Le Meridien, Gustav Mahler DVD Präsentation
  • Digital only
  • Größe deiner Musiksammlung? Musik die ich höre : 3000+ Musik die ich Auflege: 300+
  • BpM-Range: Von – bis? 80 – 160

Nicole Jaey’s nächster großer Live-Gig findet am 27. Juni auf der Eutopia Bühne am Donauinselfest (dem größten Gratis Open Air nicht nur von Wien, sondern ganz Mitteleuropa) statt. Bis dahin kann man sich neben dem folgenden Exklusiv-Mix zum Beispiel mit dem Jaeyn Album, das sie Ende letzten Jahres gemeinsam mit Harry Jen veröffentlicht hat, oder ihrem kürzlich veröffentlichten Remix für Konea Ra trösten.

 

Joja (V ARE)

Vienna Players #5: Joja (V ARE)

In der Reihe Vienna Players stellen wir euch im Mai und Juni insgesamt 30 Wiener DJs vor, die man unbedingt gehört haben sollte. Der heutige Beitrag kommt von Joja, die nicht nur als DJ diverse Genregrenzen durchbricht, sondern auch als Initiatorin von V ARE Musik, Kunst, Design und diverse andere Disziplinen unter einen Hut bringt.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Zum einen war es der wöchentliche Besuch im Dub Club, dessen vielfältiges Programm ich bis heute eigentlich vermisse, zum anderen die HipHop Kultur. Waxolutionists, Total Chaos und Wisdom und Slime im Speziellen, waren meine Schule. Felix Bergleiter (ein Drittel der Waxos, Praterei Labelboss und Produzent unter der Harmonika 7 Citizens) gab mir den Rat mit HipHop anzufangen, denn wer HipHop auflegen kann, wird sich mit geraden House oder Techno Beats nicht weiter schwer tun. .
Das erste mal allein hinter 1210ern und vor Publikum war allerdings in ganz anderem Kontext, nämlich auf der Insel Vis in Kroatien, bei einem Architekturstudenten-Europa-Camp. Ich belegte natürlich den „sounds“ workshop und habe mich schnell mit der DJ+VJ Crew angefreundet, die dort das Nachmittags- und Abendprogramm sound- und visual-technisch lieferten. Pytzek (Labelchef von burek – Zagreb) überließ mir seine Plattentasche eines Nachmittags und sagte „play some, i have to go, i ll be back“.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich liebe Wien! Das ist schon Grund genug. Um ehrlich zu sein, wurde ich einfach hier geboren und bin internationalen endeavors durchaus aufgeschlossen .. das viele Reisen war und ist für mich sehr wichtig.
In Wien haben wir wirklich sehr ambitioniertes Programm am Start, viele Veranstalter geben ihr Bestes und machen Wien zu einem relevanten Ort für internationale Musiker/innen. Allerdings bin ich schon der Meinung, dass unsere Musikkultur Unterstützung in Form eines finanzierten Ortes brauchen kann! Denn die Kosten zu decken, ist meistens ein Drahtseilakt, vor allem dann, wenn auf (noch) nicht bekannte Artists gesetzt wird. Ende 2011 haben Marlene Engel von moun10, Mateusz Najder und ich, aus unserer eigenen Tasche Disclosure gezahlt. Die Arbeit seitens nicht kommerzieller Veranstalter fällt oft in die Rubrik „Leidenschaft“ und kann nicht monetarisiert werden. Überhaupt: Ideal wäre es hier, wenn wir so etwas wie eine DJ Gewerkschaft hätten und unsere Arbeit auch als diese angesehen wird: Versichern müssen wir uns als Selbstständige selbst, Pensionsjahre? Fremdwort in unserer Szene und das, obwohl wir „Nachtarbeit“ leisten. Es ist ja trotzdem Arbeit, auch wenn diese mit viel Freude verbunden ist.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Joja bei
Hängt natürlich von den Bookings ab, die in dieser Nacht spielen. Aber z.B. waren Mount Kimbie, als ich sie nach unserem gemeinsamen Spiel für CanUDigIt, ins Celeste mitgenommen habe, total begeistert von der Location, sie meinten, so etwas hätten sie in London nicht. Früher wäre das Morisson ein Fixpunkt gewesen. Grundsätzlich jedenfalls würde ich die Nacht mit einem Abendessen entweder im Zweitbester oder im Heuer beginnnen, dann vermutlich einen Warm Up Cocktail in der Loos Bar zelebrieren, weil das natülich ein architektonisches Highlight ist, und dann zu der Party mit dem spannendsten Sound weiterziehen, wo das ist, ist eher Veranstalter abhängig als ortsgebunden. Für Cineasten würde ich einen Besuch im Filmcasino einplanen.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Hängt von der Tagesverfassung ab. Entweder ich gehe Platten kaufen zu Fritz ins Market, oder ich schaue mich nach einer wunderbaren Erweiterung meiner Garderobe bei We Bandits, in der Theobaldgasse, um. Verzehnfacht das Budget und ich bin im Wavemeister zu finden!
Flohmarkt wäre auch toll, und weil für € 100.- zuviel Fundstücke zum nach Hause tragen drin wären, würde ich noch ein Essen bei Der Fuchs und die Trauben in der Kandlgasse, genießen.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Festival Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass sich alle kennen.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Dass sich alle kennen.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Die ersten paar Semester meines Architekturstudiums war ich sogar unter Mindestzeit, das hat sich allerdings durch mein ausgeprägtes Nachtleben schnell geändert und so hat es mit dem Abschluss dann etwas länger gedauert.
Neben der Musik habe ich mich immer schon in anderen Bereichen der Kultur engagiert und z.B. projektbezogen für das Bundeskanzleramt bzw das Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gearbeitet. Außerdem war ich bei Superfly, von Anfang an, eine der ersten Stimmen on air – und konnte dort neben meiner bezahlten Tätigkeit (Moderation, Newssprecherin), auch meine eigene wöchentliche Sendung joja’s nightedit machen (2008-2012).
Mit meinem Verein V ARE organisieren wir Ausstellungen, die neben den gezeigten Arbeiten (Malerei, Skulptur, Photographie, Installation, ..), joja_300x300_02auch Musik als weiteres künstlerisches Werk einbinden und die Architektur als kuratierte Position verstehen. Wir kreieren Szenen für den gesamten Sinnesapparat. Mit Podiumsdiskussionen und Workshops, als auch anderen möglichen Spielarten der Kunst- und kreativ-Arbeits-Präsentation, werden wir in Zukunft unser Programm ausbauen.
Persönlich arbeite ich in vielen Bereichen. Ich sehe meine Stärke im Vernetzen von unterschiedlichen Strukturen. Meine Kenntnisse reichen von Programmierung (html, css, Drupal, jquery, linux shell, etwas php) über Grafik, zu Architektur und eigener künstlerischer Arbeit (Malerei, Zeichnung, Video, Musik).

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Vis [Coratia] . Easa 2002
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? 1210er + CDJs
  • Größe deiner Musiksammlung? Keine Ahnung – in mehr als zehn Jahren kommt da schon einiges zusammen. Platten habe ich hauptsächlich aus Friedrich Plöckingers Händen und dem Rave Up. Selten bestelle ich online Vinyl (habe keine Kreditkarte… =)
    Das Internet stellt sicher die stärkste Quelle für meine Sammlung dar. Ich liebe junge, noch unendeckte Produzent/innen. Die digitale Situation ist sicher einerseits erschlagend, aufgrund des Daten Tsunamis, der sich da seit einem Jahrzehnt entwickelt hat, so kommen aber auch ganz besondere Perlen zu Tage! Daher habe (auch) ich einen großen mp3 Sumpf angesammelt, den ich nicht abschätzen kann. Dadurch, dass ich nicht mit Computer spiele, durchforste ich meine Sammlung immer wieder, um Altes und Neues aus dem digitalen Datenwahnsinn zu sortieren und in mein CD Archiv aufzunehmen.
    Grundsätzlich empfinde ich die quantitative Begrenzung bei Gigs als sehr angenehm. Als z.B. letztes Jahr Kenny Dixon Jr. nach seinem Gig in der Forelle seine Plattentasche sortierte, wurde seine Erfahrung ersichtlich, die Tasche war nicht randvoll bepackt, sondern beinhaltete eigentlich nur die Platten, die er auch gespielt hat, kein unnötiger Balast.
    Begrenzung in Stil erlebe ich aber immer als langweilig. Am liebsten sind mir vielfältige Sets, denn ich glaube, dass in der Vielfalt und daher der Toleranz, der Schlüssel zu einem besseren Miteinander liegt. Sie fördern die Fähigkeit zur eigenen Meinungsbildung und dem Hinterfragen. Grundelemente für jede ausgeglichene Gesellschaft.
  • BpM-Range: Von – bis? 65-160

Joja war so nett und hat uns für Vienna Players einen exklusiven Mix zur Verfügung gestellt – wer mehr davon hören möchte hat unter anderem am 15. Mai bei Zirkus Maximus im Brut, tags darauf beim Maispace Open Air auf der Arenawiese, am 30. Mai bei den Weekend Sounds im MuseumsQuartier und am 13. Juni im Salotto im Rahmen der Vienna Biennale Möglichkeit dazu.