Tagged Vienna

Vihanna

Im Club mit: Vihanna (Interview + Mix)

“For greater glory in Vienna’s nightclub scene” liest es sich kurz und bündig auf der Facebook-Page des DJ- und Veranstaltungskollektivs Vihanna, und mehr müsste dazu eigentlich nicht gesagt werden. Wir tun es trotzdem und haben dafür die Verantwortlichen für viele durchtanzte Abende, in denen zwischen massentauglichem R&B und vertracktestem Underground Grime so ziemlich alles passieren kann, zum Interview gebeten!

Vihanna – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind insgesamt zu sechst und alle vor allem einmal DJs. Die Aufteilung bei den Veranstaltungen passiert dann immer spontan. In Kürze haben dann auch alle von uns einen Führerschein. Wirklich.

Seit wann ist Vihanna im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Unsere erste Veranstaltung war Anfang 2013. Wieso? Der Klassiker: Wir wollten unsere Musik auch wieder mehr im Club hören und eine gute Zeit haben. Nachdem die wegweisenden Loud Minority Parties immer weniger wurden, lag das ein bisschen brach. Es ging dann ziemlich schnell.

Vihanna #01 anno 2013
Vihanna #01 anno 2013

Und wie sieht es bei Vihanna aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Aktuell machen wir uns ein bisschen die Unregelmäßigkeit zur Regel. Hier und da Kollaborationen mit anderen, aber natürlich auch reine Eigenveranstaltungen. Als Nächstes haben wir mit den Fairlights DJ Haus und dann im Jänner wieder ein eigenes Festl.

Musikalisch kommt das alles aus dem Bass, Rap, Grime, Footwork, aber auch Pop und R’n’B‘ und was da noch dazu kommt. Konzept ist, was gefällt. Wir wollen uns nicht zu schade für irgendwas sein, ironisch ist dabei aber nichts.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir sind recht froh darüber, nicht davon leben zu müssen, einfach weil der Zwang wohl den Spaß ebnen würde. Wenn man sich ein Hobby zum Beruf macht, geht dann damit das Hobby flöten. Wir machen das, weil es uns gefällt, würde auch Jimmy Hoffer sagen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Vihanna auf Ausflug in Vorarlberg
Vihanna auf Ausflug in Vorarlberg

Wien ist super. Mit den anderen Veranstaltern gibt es einen freundschaftlichen Austausch und so geht das eben dahin. Insgesamt weniger Jammern vielleicht. Ein paar zusätzliche Locations wären auch ganz nett, aber im Großen und Ganzen passt das hier schon alles. Ich finde, Wien ist in punkto Clubkultur ganz gut aufgestellt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Highlights gab es einige, aber es ist ein bisschen schwer das zu trennen. Aus Sicht des Veranstalters freue ich mich über viele Gäste, aus DJ-Sicht über eine gute Stimmung und als Gast über beides und gute Musik. Unsere erste Party war vielleicht deshalb ein Highlight, weil es so unerwartet und spontan gut funktionierte.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Gerade die erste Party wurde fast abgesagt weil uns die Location zwei Tage davor abgesprungen ist. Wir haben uns gar nicht ausgekannt und geflattert was nur geht, aber dass dann aus der Not eine Tugend wurde freut uns natürlich. Sonst der ganz normale Wahnsinn wie:

  • Clubbesitzer um 01:00: “Das Bier ist aus.”
    Wir: “Oasch”
  • Clubbesitzer um 21:00: “Hi, das ist übrigens unser Rechtsvertreter. Ihr könnt dann hier unterschreiben, dass ihr für alles haftet und die Heisln putzen müsst.”
    Wir: “Oasch”
  • Clubbesitzer um 20:00: “Schauts da hab ich auch alles hingestellt.”
    Wir: AÄh, CDJs und Turntables sind alle hinüber und es gibt keinen Monitor.”
    Clubbesitzer: “Letzte Woche hat noch alles funktioniert. Ganz sicher.”
    Wir: „Oasch“

Usw.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Cid Rim bei Vihanna mit Bart-Simpson-USB-Stick im Mund (Foto credit: Andreas Hagenauer)
Cid Rim bei Vihanna mit Bart-Simpson-USB-Stick im Mund (Foto credit: Andreas Hagenauer)

Pfuh, Endgültigkeiten sind immer schwierig. Unser erstes Booking war Cid Rim und er wollte, dass wir ihm das Ticket für die 5er Linie zahlen, ihm alle paar Minuten die FA-Cup-Zwischenstände durchgeben und dann hat er mit seinem Bart-Simpson-USB-Stick im Mund die Kenny G Version von “My Heart Will Go On” gespielt. Es war sehr nett.

Wir hatten nie ein Problem mit einem Booking, ganz im Gegenteil. Manche waren rauschig, manche nicht. Manche wollten Erdnüsse, manche nicht. Alles voll ok und wir würden wohl jeden einzelnen wieder holen. Wichtig ist uns, dass die Menschen, die wir einladen auch eine gute Zeit haben. Vielleicht ist das auch irgendwo ein Vermächtnis der Loud Minority (Danke Claus).

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Das würde jeder einzelne von uns wohl anders beantworten. Und das ist auch gut so.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

2016 wird super.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Eure Seite ist auch sehr super.

Wie all das so ungefähr klingen kann präsentiert uns The Shambolic, ein Sechstel von Vihanna, im einstündigen Exklusiv-Mix – mehr davon wie erwähnt am Freitag, 27. November im Aux Gazelles, wo Vihanna in Kooperation mit dem Fairlight Club den grandiosen DJ Haus von Unknown To The Unknown präsentieren!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Sweet Heat

Im Club mit: Sweet Heat (Interview + Mix)

Zeichnet sich die Clubszene in Wien wie auch andernorts größtenteils durch Zuordenbarkeit, klar abgegrenzter Genre- und Subkultur-Zugehörigkeit und einem Maß an Vorab-Promotion aus, durch das man schon vor Einlass ganz gut weiß worauf man sich einlässt, gibt es hie und da doch Überraschungen, schwer bis Undefinierbares und Veranstaltungen, bei denen gar zu engstirnige Musikfanatiker meinen könnten, man wüsste gar nicht, wofür die genau stehen – während jene, die schlicht eine schöne, aufregende Zeit verbringen möchten, davon schwärmen, dass dort alles passieren könne und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch wird. Ein solches Phänomen hat sich in der lokalen Szene über die letzten Jahre in Form von Sweet Heat gebildet – anfangs und die längste Zeit über in der Bar der Kunst- und Kulturstätte brut und damit auch eher einer Off-Location als einem dezidierten Musik- und Szeneclub, zuletzt in wechselnden Locations quer über die Stadt verteilt. Über das Leben, Wirken und vor allem Veranstalten in Wien haben uns die beiden Schöpfer dieses wundersamen Projekts Rede und Antwort gestanden.

Sweet Heat – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Sweet Heat stecken zwei Jungs: Agent Well und A++. Wir machen alles gemeinsam, vom Auflegen über das Booking bis hin zur Selektion der Visuals. Nur die Flyerherstellung haben wir ausgelagert an die großartige Lena Gold.

Seit wann ist Sweet Heat im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Sweet Heat ist seit bald 5 Jahren im Wiener Nachtleben aktiv, dazu gekommen ist es über Haiko, der damals Chef der Brut Wien war. Die Partyschiene steckte dort damals noch in den Kinderschuhen und er war gewillt, etwas Neues auszuprobieren. So kam es zu regelmäßigen und immer ausschweifenderen Parties.

Sweet Heat - die Hall of Fame...
Sweet Heat – die Hall of Fame…

Und wie sieht es bei Sweet Heat aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

In der Brut wird es bis auf weiteres keine Sweet Heat Parties mehr geben, das ist natürlich ein herber Verlust für uns; wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt. Sweet Heat wird für die nächsten Monate ein wenig herumtingeln: Im Oktober waren wir im Heuer zu Gast, im November bespielen wir das Leopold und das Celeste. Wir spielen grundsätzlich lieber in kleineren Locations, da ist es intimer und die Party oft umso intensiver.

Musikalisch bewegen wir uns zwischen House, Bass und HipHop, vielleicht geben wir noch einer Prise Disco dazu. Es war uns immer wichtig, zu spielen, was wir gut finden, ohne allzusehr auf Genres zu achten. Bester Wegweiser war immer unser Geschmack und eine gewisse Durchmischung.

Grundsätzlich sollte Sweet Heat haupsächlich eines sein: N i c e. Ein netter Abend in sympathischer Umgebung. Wer bloß zuhören will, bekommt spannendes Zeug geliefert, wer wegen des Tanzens da ist, kommt auch auf seine Rechnung. Rummachen geht sowieso immer.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Bei einem Eintrittspreis von 4-5€ sind unsere Parties nicht wirklich auf finanziellen Erfolg ausgelegt. Es geht hauptsächlich darum, Kosten zu decken, genug übrig zu haben, um vernünftige Bookings zu machen und diese auch fair zu entlohnen. Schließlich soll das ganze ja Spaß machen. Die Motivation kommt aus der Liebe zur Musik, der Möglichkeit, talentierten Artists eine Bühne zu bieten und, am allermeisten, aus der Freude, die ein gut unterhaltenes Publikum bei einer spannenden, unaffektierten Party ausstrahlt.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Es kann nie zu viele gute Veranstaltungen geben. Wien hat eine prächtig gedeihende Clubszene, die aus dem Zusammenspiel kreativer Djs, guter Veranstalterinnen und einem interessierten Publikum erwächst. Ein internationaler Vergleich ist nie ganz einfach: Schön in Wien ist natürlich die Unaufgeregtheit, es gibt kaum lange Schlangen, Dresscodes oder pöbelnde Türsteher. Selbst international anerkannte Stars wie z.B.: Mieux, Salute oder die Affine Crew können in diesem Umfeld gut gedeihen.

Schlecht ist natürlich die Tendenz, Clubs mithilfe von Lärmbeschwerden und unnötig komplexen Auflagen aus dem Stadtgebiet an die Peripherie zu drängen oder ganz zum Aufgeben zu bewegen.

10152610_852976664719424_4968712284665901431_n
Salute bei Sweet Heat in der brut

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir erinnern uns gerne an Parties, die entstehen, wenn spannende Bookings und ein sympathisches Publikum aufeinandertreffen. Da gab es international bekannte Größen wie Salute, Dip Some, Lockah oder B.Visible, lokale Djs wie H∆NN∆, Mike Burns oder Testa und auch untypische Bookings, wie zB Vitus, der aus Nigeria stammende Lenker des Funky Taxi. Spaß hat es auch immer gemacht, mit anderen Clubs und Veranstaltern zu kooperieren, wie z.B. dem großartigen Salon 2000, dem ImPulsTanz oder mit den Game Designern vom ZAMSpielen, die bei uns ihre neuesten Kreationen gezeigt haben.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die schwierigen Momente sind, so geht es wohl allen Veranstaltern, wenn man ein tolles Booking auf die Beine gestellt hat und das Publikum ausbleibt. Meistens kann man die Faktoren gar nicht genau festmachen: Die Theorien reichen dann von alternativen Parties, Wetter, Ferien, Prüfungen, Vollmond bis hin zu kosmischer Strahlung.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir haben lange überlegt und eigentlich gab es diese Bookings einfach nicht. Wir dürften wohl ein glückliches Händchen haben…

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Die Parties würden ähnlich aussehen, wir würden wohl ein wenig mehr Geld für Konfettikanonen und Welcome Drinks ausgeben und weniger Eintritt verlangen. Einladen würden wir dann wohl gerne Fatima Al Quadiri, Jamie xx, J’ai Paul, Sophie, Blood Orange. Die legen dann back to back auf.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Wir werden so weitermachen wie bisher, spannend wird für uns, wo wir unsere neue Heimat finden werden, aber bis dahin: Sympathische Parties, spannende Bookings.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Schön ist die. Und umfassend. Für Veranstalter wäre es wohl spannend, wenn die Seite ein möglichst komplettes Bild von den Parties vermitteln könnte: Location, Datum, Mix, Event link etc. Aber das ist vielleicht ein wenig viel verlangt…

Klingt spaßig? Ist es auch! Das breite musikalische Spektrum, mit dem die Resident und ihre wechselnden Gäste bei Sweet Heat epische Abende vertonen, lässt sich naturgemäß schwer in einer einzigen Hörprobe abbilden – der Versuch von Agent Well und A++, es dennoch zu tun, ist deshalb auch nicht weniger als zwei Stunden lang geworden. Mehr davon schon demnächst irgendwo in dieser Stadt, womöglich gleich bei dir ums Eck..!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Switch!

Im Club mit: Switch! (Interview + Mix)

Wien und Drum & Bass verbindet seit jeher eine enge, innige Beziehung, und Acts wie D.Kay bzw. Ill.Skillz, Camo & Krooked, Disaszt, Paul SG und Shroombab internationale Botschafter dieser Liaison. Logisch, dass es auch an Veranstaltungen in diesem Genre nicht mangelt – eine jener, die am längsten besteht und nach wie vor großen Spaß macht, ist Switch!. Ein monatlicher Club der, sämtlichen mehr oder weniger kurzlebigen Hypes und Trends zum Trotz, den ursprünglichen Flair früher Drum & Bass Partys weit über die Jahrtausendwende gerettet hat – brachiale Breakbeats, ungeniert wobbelnde Basslines, MCs, wenig Licht, umso mehr Nebel und eine gesunde Portion Ekstase. Worum es Switch! dabei genau geht und wie man im Jahr 2015 in Wien damit durchkommt, hat uns Chef-Promoterin DJ Pandora im Interview erzählt. 

Switch! – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Switch! sind und waren immer Coda & Pandora, seit gemeinsamer Gründung machen wir nach wie vor alles gemeinsam und sind beide für alles zuständig. Obwohl man schwerpunkttechnisch vor allem ob unserer Location (Coda in London, Pandora in Wien), vielleicht erkennen kann, dass sich Coda tendenziell mehr ums Label kümmert, während ich natürlich verstärkt die Events organisieren.

Seit wann ist Switch! im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Wir haben 2007, kurz nachdem Coda gerade erst wieder nach London zurückgegangen war (er hatte ja jahrelang in Wien gelebt), beschlossen, trotzdem gemeinsam einen Club in Wien zu machen. Ein Freund hatte uns gefragt, ob wir nicht einen Freitag im Monat in der Fluc Wanne ein Event machen wollen, und da konnten wir einfach nicht nein sagen. Es gab in Wien nichts vergleichbares, kein Event, dass so war, wie wir es wollten; Mehr Partyvibe, weniger Neuro, mehr MCs. Wien war DnB-technisch immer schon im darken und im Neuro-Bereich sehr stark, das wollten wir ändern.

Und wie sieht es bei Switch! aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

DJ Pandora - die eine Hälfte von Switch!...
DJ Pandora – die eine Hälfte von Switch!…

Switch! ist nun seit mehreren Jahren konstant jeden zweiten Freitag im Monat. In unterschiedlichen Clubs, waren wir nicht zuerst in der Fluc Wanne, dann im The Zoo, im Badeschiff und in der Camera und jetzt in der Auslage, aber der Termin ist immer gleich!

Grundsätzlich stehen wir natürlich für JumpUp, ganz klar! Wichtig ist es uns aber auch immer, musikalisch offen zu bleiben. Unsere beider Lieblings-DJs sind eigentlich zumeist die, die es noch schaffen (es werden immer weniger), alle Styles in einem Set gut zu vereinen. Drum’N’Bass als ganzes abzubilden. So kommt es, dass dies auch in unseren Line-Ups immer wieder zumindest teilweise berücksichtigt wird. Unsere Resident-DJs spielen oft auch anderen Sound, wichtig ist bei uns: Partyvibe! Alles, was Party macht, darf bei uns den Dancefloor rocken 🙂

Nicht zuletzt deswegen war uns auch von Anfang an das MC-Konzept sehr wichtig! Hier geht es um Interaktion mit der Crowd, Stimmung, Hype, Spaß. Das gehört also unbedingt zum Switch!, man wird wohl nie ein Switch! erleben, das nicht von einem MC begleitet wird, das wäre einfach nicht das gleiche.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Nein, von einem Event, vor allem wenn man es zu zweit veranstaltet, kann man natürlich nicht leben. Zumal wir ja jetzt kein Mainstream-Event sind – JumpUp wird zur Zeit zwar auch hierzulande populärer, dennoch sprechen wir von einer Nische im Drum’N’Bass.

Was uns motiviert weiterzumachen ist eigentlich genau das gleiche, was uns motiviert hat, zu beginnen: Unseren eigenen Club zu gestalten, die eigenen Ideen umzusetzen und im besten Fall sogar erleben, dass es der Crowd genau so taugt, wie man sich das vorgestellt hat. Und vor allen Dingen: Der Spaß an der Sache, der ist ganz essentiell. Wir freuen uns auf jedes Switch! erneut, als wäre es das erste, jedes einzelne Event ist ganz speziell für uns. Es ist halt nur einmal im Monat, dass wir mit unseren Leuten zu unserem Sound abgehen können. Das sollte für Veranstalter immer ganz im Vordergrund stehen, zumindest abseits des kommerziellen Bereiches.

Probleme wüssten wir nicht, welche. Natürlich wäre es schön, wenn man davon leben könnte, aber da hätten wir uns vielleicht eine andere Musikrichtung aussuchen müssen. In Wien gibt es darüber hinaus keine Probleme. Wir leben in einer Stadt, in der es viele Events gibt und auch schon vier gleichzeitig an einem Tag stattgefunden haben, die alle funktioniert haben. Es gibt also genug Publikum. Die Szene hat sich hier gut aufgebaut und hält sich auch sehr gut.

Und, wenn man einen Wunsch nach der Wahl deponieren darf: Ein Absehen von der Vergnügungssteuer wäre natürlich sehr wünschenswert. 🙂

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

...und DJ Coda, die andere!
…und DJ Coda, die andere!

Da steckt jetzt schon einiges in der Antwort davor. Zu viele Veranstaltungen gibt es zur Zeit eigentlich nicht. Es gibt immer mal mehr und mal weniger, mal probieren neue Veranstalter etwas aus, und das ist gut so. Man sagt ja immer: Konkurrenz belebt das Geschäft und das ist tatsächlich so. Wenn neue DJs, Veranstalter und Produzenten kommen, bedeutet das nur, dass die Szene lebt und floriert. Natürlich gäbe es einen Level, auf dem es zu viel wäre, aber da sind wir zur Zeit nicht. Hoffen wir, dass es so bleibt. Und wenn nicht: Drum`N`Bass geht immer leicht auf und ab, bleibt aber doch relativ stabil, zumindest in Wien. Und das freut uns sehr!

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Es gab so viele! Wie schon gesagt ist jedes einzelne Switch! für uns speziell. Und Highlights sind nicht notwendigerweise, wenn viele Leute kommen – das Schöne ist immer wieder, das wir auch an schlechten Abenden großartige Parties erlebt haben!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Die ersten Jahre. Denn abseits von guter Stimmung, geht es nun mal auch um Geld, und wenn das einfach partout nicht reicht, muss man sich durchaus ernsthaft überlegen, ob man weitermacht, weitermachen kann! Schließlich haben wir alle Rechnungen zu zahlen 🙂

Und das haben wir uns nicht nur einmal sehr ernsthaft überlegt. Aber dank des Feedbacks unzähliger Leute, des guten Supports und den vielen Beschwichtigungen, doch dran zu bleiben, taten wir das auch. Irgendwann ging es dann gottseidank.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Es gab natürlich Events, an denen wir am nächsten Tag gesagt haben, aus, den buchen wir nicht mehr. Einfach wegen Superstar-Attitüden, schwierigen Ridern, mühsamen Anforderungen. Aber am Ende des Tages zählt dann doch die Musik, man bucht die Leute, weil sie gut sind und nicht weil sie nett sind, also bucht man sie doch wieder. Dann weiss man ja auch schon, worauf man sich einlässt und kann sich entsprechend vorbereiten.

Außerdem müssen wir da sagen, haben wir sehr viel Glück. Mit vielen Artists haben wir jetzt schon wiederholt gearbeitet, sie wissen, dass sie sich auf uns verlassen können und dass sie eine gute Party haben werden, daher freuen sie sich immer wieder, zu uns zurückzukommen. Die meisten sind eh ganz pflegeleicht 🙂

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Naja, wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden, wäre die Szene sehr rasch extrem übersättigt und damit tot. Also will ich den Gedanken eigentlich gar nicht weiterspinnen 🙂

Wir haben eh Monat für Monat die Party unserer Träume, und so über die Jahre aufgeteilt ist das eigentlich viel besser als alles auf einmal. 🙂

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Nicht nur als Partyreihe, auch als Label ist Switch! höchst aktiv
Nicht nur als Partyreihe, auch als Label ist Switch! höchst aktiv

Zum Jahresende gleich ein Wort: Wir sind sehr glücklich, dass wir auch dieses Jahr Sylvester in unserem neuen Club, der Auslage, feiern dürfen! Das hat jetzt schon ein bisschen Tradition und da geht’s üblicherweise ziemlich gut ab! 🙂

2016 geht es wie bisher jeden zweiten Freitag weiter. Vor allem werden wir jetzt aber auch viel an unserem Label, Switch! Recordings, arbeiten, der erste Release im Jahr 2016 wird gleichzeitig unsere Nummer 10, auf der wir viele unterschiedliche, internationale und bereits gut bekannte Artists featuren. Wir haben hier schon viel Anerkennung dafür bekommen, nun ist es uns ein Anliegen, etwas weiter oben mitzuspielen. Nicht zuletzt deswegen, weil es wirklich einige sehr gute Artists gibt, die mehr Anerkennung verdient haben, die wir unbedingt supporten möchten.

Eventtechnisch gibt es das ein oder andere Special, dazu möchten wir aber noch nicht zu viel verraten! 🙂

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Das Design ist super: Einfach, übersichtlich und dezent schick, alles was man braucht. Überladene Pages gibt es genug, viel wichtiger ist ja, dass sie übersichtlich ist.

Ein bisschen fehlt auf den ersten Blick eine Art News-Section, die gleich anzeigt, wo es aktuelles gibt. Als Veranstalter wünscht man sich eigentlich immer nur, dass das Event beworben wird. Aber dafür ist ja eure Seite nicht unbedingt zuständig. Vielleicht wäre ne „Crew-SubSection“ ganz nett, aber das ist dann auch schwierig wsl, wen man in welchen Topf wirft. Ich denke, da seid ihr mit solchen Projekten wie diesen eh am besten bedient. 🙂

Sowohl Pandora selbst als auch ihr Partner in Crime DJ Coda waren so nett, uns jeweils einen Mix als Hörprobe zukommen zu lassen, beide 100% Switch! Style. Wer das live erleben möchte (und so toll die Musik zuhause, bei der Arbeit oder unterwegs ist, auf einer guten Club-Anlage entfaltet sie erst ihr gesamtes Potential!) hat dazu vor Jahresende noch zwei Mal Gelegenheit: Am 13. November mit Serum und DJ Limited, die regelmäßigen Switch!-Gästen bereits von vergangenen Nächten bestens in Erinnerung sind, sowie bei der großen Neujahrsgala am 31. Dezember – beides wie gehabt im Club Auslage!

Mixes by Switch! on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Everybody's Darling

Im Club mit: Everybody’s Darling (Interview + Mix)

Ohne diesen Sachverhalt werten zu wollen: Wenn es um Veranstaltungsreihen in Wien geht, könnten wir mehrere dutzend Promoter interviewen, die für klassischen Techno oder House stehen. Das sprichwörtliche Salz in der Suppe, das die Szene erst so richtig komplettiert, sind allerdings jene Veranstalter, die weder Mühe noch Kosten scheuen, um Musik abseits der ausgetretenen Pfade ins wohlverdientes Rampenlicht zu rücken. Everybody’s Darling nennt sich einer solcher, verkörpert von den DJs und Musikliebhabern Manuel Dolp und Rob Campari, die Wiener Instanz für charmant angestaubtem Clubsound zwischen Balearic, Cosmic und Disco. Über ihre Mission erzählen uns Manuel und Rob abwechselnd in Deutsch und Englisch (Rob’s Muttersprache) – und das sehr ausführlich, wir empfehlen also noch vor dem Lesen den Begleitmix von Manuel Dolp als Soundtrack zu starten!

Everybody’s Darling – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Rob: The person behind the name is Gabbi aka First Lady OBT, she started a party at the Volksgarten on a Thursday and asked us to run it with Bert Jachmann. There are not many people into the sound we promote of old Disco , Cosmic, eclectic stuff (occisionaly a 60’s track or Turkish Pysche Rock) and Balearic – me and Manuel met at a party from the Fairlight guys and shared music taste. We share booking ideas and take it in turns, but we agree more often than not when we want a certain DJ. Often it’s someone we like from a pool of artists and we book local DJ’s who are great but dont get booked often due to the uncolaborative or unproactive scene here. We have a strong Dutch link through Manuel befriending the boss of Bordello a Paragi, Otto Kranen and have booked artists from the label, but also introduced artists to him (Fab Mayday). Manuel does press, I do the art and we both share the promo pushing through the channels.

Seit wann ist Everybody’s Darling im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Everybody's Darling - Family & friends
Everybody’s Darling – Family & friends

Rob: Since 2012 – we started with the aforementioned parties in Oswald Haerdtl bar in the Volksgarten. We did around six parties in there and it was a hard struggle, as it was midweek and peole had negative conatations of the venue perhaps. which is the feedback we got from people. But really, we both knew it was going to be really hard at mid week to get our friends there, and people who like these retro sounds are hard to find. But someone we want to give a big shout out to is Bert Jachmann who was head bar man and kind of our boss, though we were all in it together. He was very enthusisatic to keep pushing this music there, despite what people were saying, that it doesn’t fit in the Volksgarten. We had quite aggressive punters coming up to us asking about David Guetta and other stuff on one night, where we shared the night with the regular Volksgarten night and the tech guys pulled the plug on us without a word, crazy old guy and a big dread – really weird vibes maaaaan!! But we had some great guests like Rory Phillips and Seb Patane, so we don’t regret it, and Bert and Gabi did try something new and innovative but the club didn’t support them or us for that matter.

We moved to our regular base of Club U in 2013 and we have had a few parties at Celeste and co-ops with the much missed Hart Aber Herzlich crew at the Pratersauna and a big event for Dimensions Festival in the Grelle Forelle . We’ve done quite a few co-ops abroad too with Club Hot Pony in Berlin, as we actively look for promotion opportunities and gig swaps we have travelled a fair bit with the night, despite rarely getting a gig in Wien!

Manuel: Ich habe Rob beim Flyern für meine damalige Partyreihe getroffen. Er meinte “Ah, you are playing Balearic” und das war quasi der Startschuss für unsere Freundschaft und unser gemeinsames Schaffen. Uns gibts in der Form seit ca 3 1/2 Jahren.

Und wie sieht es bei Everybody’s Darling aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Rob: We are both quite wary of doing big events, so we keep things small and personal – as we have done big events and the stress and effort going into makes it feel like a job and dealing with annoying people like agents and careless venue managers is annoying. If it feels like a job, what’s the point!?

We do nights once a month at Club U, and now we will travel more to other clubs abroad. The music as mentioned before is really broad, but you can say Balearic or just Old School we look to DJ’s like Larry Levan, Daniele Baldelli, Beppe Loda, David MancusoAlfredo, Bill BrewsterAndrew WeatherallCosmo Murphy, recently Black Madonna and Horse Meat Disco, because they have a broad taste and don’t fit the boring 4X4 mould and Beatport ghetto, their sets jump around in style. We have a small following and sometimes people come regulary, or we might not see them for some time, we don’t go out as much as we used to and hustle, lol. Wien is small, we dont have that 20 years old zeal to drink every night and go to every party.

Manuel: Das ganze Schubladisieren geht mir eigentlich ziemlich am Oasch. Wir spielen schöne Musik von den 1970ern bis heute. Sprich, im Grunde sehr viele Welthits, die leider nur nicht so bekannt sind. Kommen sollen bitte alle, die tanzen und sich wohlfühlen wollen.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Everybody's Darling sind Rob Campari (links) und Manuel Dolp (rechts)
Everybody’s Darling sind Rob Campari (links) und Manuel Dolp (rechts)

Rob: We could live off parties, but we’d go mad from booze and lack of sleep. It takes a special kind of person to do promoting for a living, one with a big strong liver, who is single mindedly driven and can adapt to different styles and trends. It’s quite a lonely lifesstyle in my opinion, as the hangovers are brutal and though you are around a lot of people, they can be with you for all the wrong reasons. And it’s an unhealty lifestyle, not one to really persue in my personal opinion – a lot of people love it, but I just think it can bite you on the arse in the long run!

To make a good living from parties, you have to lower your expectations, comprimise and put out something for the masses, i.e. EDM or whatever is trendy at the moment, or as we are seeing more and more of these days, EDM influences like Botle Service, professional photographers and selfie bullshit. That is ruining club culture, that kind of fake glamour clubbing infiltrates what is so called underground culture too, thanks to Boiler Room in some way. Yes, they might push new DJs and music, but the format of a DJ with people behind him dancing to plinky plonky music is daft, and the idea of people staying in listening to DJ’s is whack, Jack. If you look at pictures of the Loft parties of David Mancuso or the Paradise Garage or Warehouse parties of the late 80s and 90s, people are unihibited and wild, they are in the moment too, they are dancing with other people and really into dancing, not just plodding there. People also forget the importance of gay clubs and gay culture, and why this all started: Dancing, immersing yourself in the music and meeting new people. Ecstacy enabled that a lot, and acid. People today seem to want a high of invincbilty and as a status symbol, and coke use is too prevalent in poly drug use – not too rant, but people’s egos today are out of control. This “Too cool for school” attitude, roid heads and selfie queens – this is turning into a rant, I know, but people need to look back over the history of dance culture or sub culture and keep the spirit of those early years. Otherwise, we are just producing ephemeral bullshit.

Maybe, we are a bit hippy somewhat in our ideals, we believe clubbing can definitely change your life for the better if you do it right! Through events where you might meet a new friend that turns your life in a different direction, or a lover 😉 When we have done parties abroad, we’ve made new friends from other cultures.

Worst thing about clubbing these days is aggresive wunschers – we don’t like to be bothered, no DJ likes questions, especilly the dreaded wunscher (Argghh!! When they come at you brandishing their phones or saying “Can you play something we can all dance to”!!). But if someone says “Hey, I really like this stuff, do you have something like this”, it’s charming – even if it is a bit cheeky to ask, but if they know what you are trying to do as a DJ and they themselves are a DJ and enjoy it, I find it heartening that there are still people interested to expand their horizons. So, that’s my message to wunschers, say “Hey, I like that last record, maybe you have this”. I have had some nice chats with wunschers lately… They aren’t all bad, just a bit cheeky. Someone asked me for Lindstrom the other night and it was a good idea…

Die Discokugel - ein zentrales Element bei den Partys von Everybody's Darling
Die Discokugel – ein zentrales Element bei den Partys von Everybody’s Darling

Manuel: Leben können wir davon definitiv nicht. Meine Motivation war und ist es einfach, die Musik, die ich schätze, auf einer besseren Anlage als meiner eigenen zu hören. Im Idealfall erfreut, das dann auch noch ganz viele andere Menschen. Natürlich steckt auch ein gewisser Kulturauftrag dahinter. Sprich, Produzenten/DJs deren Schaffen von besonderer Bedeutung wäre, und die sonst kaum jemand bis niemand holt, nach Wien zu bringen. Kurzum: Eine Gegenkultur schaffen. Vor allem als ich anfing gab es nicht so viele Partyreihen, die Musik boten, die mir gefällt bzw. kannte ich sie halt noch nicht. Wien lief in den letzten 10 bis 15 Jahren zum Großteil Hypes hinterher anstatt selbst etwas anzureissen bzw. zu entwickeln.

Lustigerweise versuchte ich Anfang der 2000er mitzuhelfen ein paar Abstract Hip Hop Partys in Wien zu zu organisieren. Das ging soundmässig in die Richtung von Dorian Concept und Konsorten. Damals hat das nur keine Sau interessiert, bzw. ich glaub ich hab seitens der Clubpromoter nie eine Absage erhalten – ich habe nur nie wieder etwas von ihnen gehört. Von dem her erfreulich, dass die Schiene mindestens in Wien geprägt wird. Aus finanziellen Gründen kann ich es teilweise verstehen, aber viel zu vielen Promoter und DJs fehlt der Mut oder Wille, sich außerhalb des subkulturellen Mainstreams zu bewegen. Beispielsweise durfte ich vor längerer Zeit von zwei gut etablierten Szeneschaffenden erfahren, dass man in Wien gewissen Stile nicht spielen kann, weil das Publikum eben noch nicht so weit ist und du dann halt einen leeren Dancefloor hast. Ich bin übrigens anderer Meinung.

Ein anderes Problem ist, dass, nennen wir sie mal Institutionen, welche Geld etc. hätten, sehr schlecht zahlen, sich aber gleichzeitig auf die Fahne heften, Subkulturen zu fördern. Natürlich sind wir auch nicht so blöd wie wir aussehen und sind uns bewusst, dass wir uns in einer kleinen Nische bewegen und daher begrenzte Möglichkeiten haben. Und richtig finanziell eingefahren sind wir auch noch nie, in der Hinsicht kann man eh zufrieden sein. Oder um es mit Lakeside zu sagen: “Cause I am gonna play my music until the end of time, so i hope one day they like to party and we will all be doing fine”.

Zudem haben uns auch zahlreiche Journalisten, DJs, Promoter und Privatpersonen unterstützt. Vielen Dank, ich werde das nie vergessen. Ihr steht alle im Testament, vorausgesetzt es gibt dann noch was zu holen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Rob: Wien is small, but it has quite a lot of venues and ones that are not well used or appointed. I was talking with Fritz from Das Market (big up by the way, best record shop in town!), with just a little investment per venue, a lot of these places could have proper sound and lights. This is a common problem across Germany too, from DJs I’ve spoken to (PDCH, our most recent guest who lives in Brno but travels to Germany a lot notes that venues there are also pretty shoddy), venues do not look after their equipment and sound proofing, and that’s a big gripe. Our main gripe is, we have nowhere we really want to put on events. The shapes of the rooms are all wrong, there’s no decent lighting, the bar staff are rude, the costs are too high at the bar for regular people, the hire fees are a joke, the security treat you like shit (and that’s not just Wien of course, it’s clubs in general, but we noticed it a lot in Vienna).

An den Decks mit Rob Campari...
An den Decks mit Rob Campari…

In comparison to, say, London, where you have a lot of good small bars and medium size venues (which are under threat thanks to Hackney council) with broad remits for music and similar promoters who are colaborative and approachable, Wien is frustrating, as there are not many venues who do something interesting. Also, the music is very Techno dominated, and I mean the bland kind, the Beatport ghetto. It’s good that there’s a Detroit/tougher sound being pushed by nights at Werk, but the general Tech House or Deep House lifestyle background music that is around is prevalent. Most of the people who are into Cosmic, Balearic and such are older with kids now, maybe we need a disco dads and mums baby sitter network 😉 But then again, I don’t go out so much as I said, but that’s because I’ve been to the venues and know what to expect. Also, I’m a non smoker and the smoking fucks me off big time. So, I will be happy when a smoking ban comes into force! However, I doubt it will ever be enforced.

Wien has got some great record shops, DJs and producers who don’t get the exposure some of them could or bookings to merit their talent, but that’s on them too, you got to hustle. Nobody’s going to give a chance in this place and it sucks, but eat it up! Go out there, be social, or not, send out your stuff all around the world – that’s my message to producers. Fuck a local scene, you can be global with plenty of determination and research.

For the future, I would like to see some medium or small venues invest in their sound systems and lighting, or invest in sound proofing to get round the noise regulations, for Copa Kagrana or Donau to become a balearic playground, and for more promoters talking to each other and book DJs outside of the normal German producer coming to visit. We are close to so many different countries, and we at Everybody’s Darling book people from Holland, Argentina, Croatia, Czech Republic and soon Slovakia, from UK (London, Leeds, Manchester and Liverpool and Bristol now with cheap airlines!). Hopefully, we will see more medium size festivals happening, like in the UK and surrounding countries, for 2.000 – 10.000 people, like Secret Garden Party or even Camp Cosmic in Sweden as a great example. More and more outdoor parties -I know Tingel Tangel did a great outdoor one which again I was too lazy to go to!

Manuel: Es gibt wieder ein paar neue Partys und DJs, die mir zusagen. Bezogen auf die großen Clubs und die Szene bin ich zu wenig involviert, bzw. ist das halt einfach nicht meine Szene. Ich hoffe nur, dass niemand mit einem Schuldenberg aussteigt. Zwecks internationalem Vergleich: Nach meinem Musikgeschmack und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass beispielsweise Hongkong, Bukarest, Zagreb oder auch Bali mehr zu bieten haben. Die offensichtlichen Ortschaften hab ich jetzt mal nicht erwähnt.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Rob: For best in career booking, not just Everybody’s Darling, I think getting Gang Of Four to come to Waves Festival or booking Ariel Pink at Donau Festival was great, but for an experience as whole through Everybody’s Darling, the first time working with Dimensions Festival and getting to play there on the beach bar on the first day and playing Todd Terje’s “Strand Bar” to lots of crazy people plus meeting lots of great people from Croatia, and meeting our now close friends Zarkoff and Yas from Florence Foster Fanclub and Disco Panonia. They are regulars at least once a year now at Everybody’s Darling, everyone should check them out and Intergalactic FM, as well as the whole Holland/Hague/Viewlexx/IF/Murder Capital/DJ Overdose/Legowelt/CBS broadcasting netwerk history and now Bordello A Paragi’s contribution to this rich Dutch history.

...und mit Manuel Dolp
…und mit Manuel Dolp

Manuel: Sehr schwierig, weil zu viele super DJs bei uns waren. Eventuell An-2, den wir mit Unterstützung von Hart aber Herzlich geholt haben. Er begann zur Peaktime mit “Mammagamma” von Alan Parsans Project und spielte ein Set, dass sich wie eine Tropeninsel im Paradies anfühlte. Selbstredend ging’s da gut ab in der Pratersauna. Der Enthusiasmus von De Dupe, Basso, Hysteric, Le Chocolat Noir oder Spacelex war auch unfassbar. C.L.A.W.S oder Dino Calvao waren in der Stadt und haben einfach mal so bei uns gespielt, auch super. MikeBurns & Van Elst haben zu später Stunde Discokiller rausgehaut wie “Voodoo Lady” von Dalvanius & The Fascinations – das vergesse ich mein Leben lang nicht. Benny Luca spielte nur unter der Bedingung, dass er mindestens 4 Stunden auflegen kann – wunderbar. Es gäbe da noch ein paar Anekdoten mehr.

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Rob: Oh, definetly doing the big Dimensions party at Grelle Forelle. That experince of doing a bigish event in a slick venue put me off the costs involved and then, the service provided did not weigh up. Lots of things with the venue were not right and the money involved, and how many chunks you have to hand over to the city and taxes and agent fees and other things?

Also, crap venues – won’t name which, but many others will know. Lots of venues in Vienna for cool and interesting events have bad sound, numerous occasions and non communication of details about other parties in the venue… Not cool!

Manuel: Am schwierigsten ist es für mich dann, wenn ich dem DJ/Produzenten nicht die Bühne bieten kann, die er eigentlich verdienen würde.

Was there in your previous parties also Bookings that you definitely no longer make would? And if so, why?

Rob: I’m not going to call out any artists in particular who were difficult. Certainly, with Everybody’s Darling, we only book people who are nice, friendly and in it for the right reasons. The way we operate is, we are very frank about the parties and that we don’t spring for nice hotels. Instead, they have a home stay, we go out for meals and they often stay two or three nights, so its more like a city visit. But, I will say this, agents by and large do nothing and still want their 15% added to the fee – all promoters should refuse this and make sure the agent is taking the fee out of the artist fee, and not pay the whole fee up front. This practice is running wild – obviously, there are cowboy promoters out there, but whole fee up front is a joke. And anyway, we only work directly with artists who are happy to get their fee on the night, we’ve only come unstuck once with a group that missed their flights. That’s just my way of working, and from what I’ve learnt from over 10 years of putting on events. Too many venues and promoters are quite happy to just work with one agency, that’s fucking lazy. Make some connections, go to ADE or other big events, network, even send out e-mails maybe?

Manuel: Für mich haben alle Bookings gepasst. Mit anzüglichen bis skandalösen Einblicken kann ich leider nicht dienen. Denn alle Menschen die wir gebucht haben,egal ob national oder international sind absolute Edelsmänner/frauen. Sprich zumindest Kollegen am Anfang und bei Abreise teils sogar Freunde. Hahah, aber vielleicht solltest du die jeweililigen Kandiaten fragen ob sie, dass auch so sehen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

Rob: DJ Harvey twelve hour set, MDMA punch bowl and on my hometown Bournemouth beach with nice 6ft glassy surf!! All this after AFC Bournemouth trash Chelsea 5-0.

Manuel: Ich würde Morris Day & The Time in Originalbesetzung so viel zahlen, dass sie so wie in den 80ern spielen, als sie Prince gegen die Wand gespielt haben. Ansonsten sollten ZombiSteve Moore und Majeure auch jeweils Solokonzerte geben. Was wohl machbar wäre ohne unendliche Ressourcen: Weltwirtschaft, Ignacio Marty, Intergalactic Gary, Mild Peril, DJ TBC, Len Leise, Brian Ellis, etc. etc. etc.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?

Rob: More foreign digger DJs who no one really knows, but we love their mixes. And then, we go play their parties in return. The gig swap is best, more promoters should do it! More strange mixes from us and more Balearic, so really unconventional music. And we weill be travelling around more, perhaps America!

Manuel: Nicht zu viel. Nein: Das eine oder andere internationale Booking, Wiener DJs, die beim Auflegen ihr Leben geben und zumindest unseren Versuch, a bissal was anderes, aber umso spezielleres zu bieten. Mit großer Vorfreude können wir noch im Jahr 2015 mit einem internationalen Hochkaräter aufwarten. Der argentinische Discogroßmeister Ric Piccolo (Bordello A Parigi) spielt bei uns in der neuen Clublokalität namens Curtain. Am 21. November dürfen wir uns also auf argentinischen Disco und edelsten House freuen. Schaut vorbei, wird sicher eine feine Geschichte.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Rob: Good to see it back and looking forward to using it and also kicking against the tyrany of Soundcloud. Mixcloud is good, but not enough intereration, so will be great to get behind this. Hate stuff like Spotify, so any kind of service that offers a mix is the way to go! Also with person made streaming services like 8 tracks and mix services, Play.fm people will realise Spotify and Soundcloud are arse hatters. If you have managed to wade through my ranting and raving – congratulations, you are a very kind person, many blessings on your head!!!

Manuel: Es mag an mir liegen, aber ich finde die Funktion zum Eintragen von Events nicht mehr. Ansonsten dufte, drängt Soundcloud vom Weltmarkt und verkauft dann alles für 300 Milliarden an Bill Gates.

Nach diesem ausführlichen Interview können wir uns wohl einigen – eine außergewöhnliche Bande mit außergewöhnlichem Musikgeschmack, nicht wahr? Eine einstündige Hörprobe davon, wie Everybody’s Darling nun konkret klingen kann, haben Manuel und Rob im folgenden “Krawall & Handkuss”-Mix zur Verfügung gestellt. Mehr davon gibt’s, wie erwähnt, am 21. November im neueröffneten Curtain mit Ric Piccolo aus Argentinien. Pflichttermin für alle, die es ein wenig abseits der Norm und dennoch fröhlich, ausgelassen und tanzbar mögen!

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Im Club mit: Hædensa (Interview + Mix)

Erstens kommt es oft anders, und zweitens als man denkt: Weil er nicht nur ein großartiger DJ, sondern auch ein äußerst fleißiger wie fähiger Veranstalter ist, wollten wir den liebenswerten Hanzo nicht schon im ersten Teil unserer Wien-Serie verbraten, sondern als Fadenzieher hinter dem umtriebigen Kollektiv Wiener Endorphine zum Veranstalter-Interview bitten – den Mix, auf den wir recht geil waren, sollten wir ja so oder so bekommen. Als es dann soweit war allerdings die Hiobsbotschaft: Die Wiener Endorphine gehen für unbestimmte Zeit auf Pause und sind daher als Interview-Partner nicht verfügbar. Doch geht, um noch eine abgedroschene Redensart zu bemühen, ja immer dort eine Tür auf, wo eine andere zufällt, und in diesem Fall sogar zwei: Denn gleich mit zwei innovativen Club-Konzepten mischt Hanzo weiter das Wiener Nachtleben auf, namentlich Hædensa im Celeste und Adabei im Sass. Zu ersterer, aber eh auch vielem anderen, hat er uns freundlicherweise Rede und Antwort gestanden – und ja, den geilen Mix gibt’s natürlich auch..!

Hædensa – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir sind ein kleines aber feines Team. Gemeinsam mit meiner Freundin habe ich das Konzept entwickelt. Eduardo aka Moony Me und meine Wenigkeit stemmen die Party. Wir organisieren die Bookings, sitzen an der Abendkassa und legen auch noch auf.

Seit wann ist Hædensa im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Uns gibt’s seit heuer und zwar war am 14. Oktober unsere erste Veranstaltung im
Wiener Club Celeste. Meine Lust Partys zu veranstalten hab ich vor ca. 10 Jahren
entdeckt und seit dem vieles gemacht. Vor ca. 4 Jahren habe ich mit Freunden das Kollektiv „wiener endorphine“ gegründet. Nach wunderbaren Jahren war’s für mich jetzt Zeit etwas Neues zu machen.

Und wie sieht es bei Hædensa aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Hædensa findet monatlich statt, meist Donnerstags. Uns geht’s darum auf wienerisch gesagt „was laivandes zu machen“. Einen Abend zu gestalten an dem wir uns musikalisch austoben und wo wir befreundete DJs bzw. Produzenten auf ein Set einladen können. Es gibt in Wien sehr viele gute Leute, die cooles Zeug machen. Am Wochenende ist das Angebot oft so groß, dass man gar nicht mehr weiß wohin. Unter der Woche schaut’s meistens eher trüb aus. Da kommen wir ein ins Spiel…

Haedansa
Auch unter der Woche ausgelassen Feiern – Hædensa macht’s möglich!

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Haha, davon leben… eher nicht. Unsere Motivation ist die Liebe zur Musik, die Freude am Auflegen, am Sound machen und dabei das Publikum zu erreichen. Um in Wien mit Partys Geld zu verdienen, muss man das Ganze ein bisschen anders aufziehen, das ist allerdings aktuell nicht unser Plan. Wobei, ein Veranstalter-Problem möchte ich an dieser Stelle doch nennen: Die Vergnügungssteuer! Es ist irgendwie absurd, dass „ein Vergnügen“ mit Steuern belegt ist. Das schwammig formulierte Gesetz schreibt vor, dass man bei Parties diese Steuer bezahlen muss, wohingegen z.B. Konzerte – bei denen der Eintritt vielfach höher ist – nix dergleichen zu bezahlen haben (weil das Publikum dort per Definition nicht tanzt). Das ist unfair und gehört dahingehend geändert, dass kleine Veranstalter, die meistens nur vom Eintritt leben, z.B. von 3,5,8 Euro an der Tür, nicht 15% abgeben müssen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Im Prinzip ist Wien eine geile Stadt. Bin jetzt seit über 10 Jahren hier und fad ist mir noch nie geworden. Find’s toll, dass immer wieder neue Sachen aufpoppen. Partyhauptstadt sind wir wohl nicht und es gibt Probleme. Doch wenn man ein bisschen über den Tellerrand schaut, dann gibt es viel größere Probleme. Ein Wunsch? Vielleicht noch 1,2 mittelgroße Clubs mit guten Soundsystem!

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Glückliche Gesichter. Neue Freundschaften. Aber auch die Arbeit mit vielen unterschiedlichen Künstlern ist immer interessant und inspirierend. Einmal hatten wir zum Beispiel eine interaktive Live-Übertragung aus Budapest. Veranstalten bedeutet viel aufwand und Stress hinter den Kulissen und wenn dann die Party aufgeht und der Moment kommt, an dem das Publikum seine Hemmungen ablegt und voll mitgeht, zahlt sich das alles immer wieder aus. Eines meiner schönsten Erlebnisse war, als Axel Boman mir nach seinem Set seine Kopfhörer geschenkt hat.

Die Masterminds hinter Hædensa: Hanzo (links) und Moony Me (rechts)
Die Masterminds hinter Hædensa: Hanzo (links) und Moony Me (rechts)

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Ein Stressfaktor kann immer wieder die Technik sein, da muss man flexibel bleiben. Aber wenn die Anlage (oder ein Teil davon) plötzlich ausfällt, dann ist kann die geilste Party ganz schnell vorbei sein. Einmal hat eine Location unseren Termin an eine Werbeveranstaltung weiter gebucht, ohne uns zu informierten. Das war schon eine Frechheit. So mussten wir schnell eine Ersatzlocation finden, alle Poster händisch überkleben, ein Booking ändern und versuchen so viele Fans wie möglich auf die neue Location aufmerksam zumachen. Und ja, ich war seit dem nicht mehr in dieser Location.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?
Schon ja, aber wir hatten da bisher eigentlich immer Glück und mussten keinen unserer internationalen Gäste in Rosenwasser baden. Im Vorhinein informieren schadet auf jeden Fall nicht (die Wiener Szene ist nicht so groß und zumindest irgendwer kennt irgendwen der bescheid weiß) – aber man möchte seinen Gast-Künstlern ja auch eine gute Zeit bieten. Wo man auch ein bisschen aufpassen muss, ist bei der Zusammenarbeit mit Booking-Agenturen. Da habe ich schon erlebt, dass Dinge versprochen und dann nicht eingehalten wurden. Oder z.B. das Dinge verlangt wurden, die dem Künstler dann gar nicht sooo wichtig sind.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Wir würden aus aller Welt Leute einladen von deren Qualität wir überzeugt sind, die vielleicht noch nicht unbedingt so den großen Namen haben. Oder schon, aber muss nicht sein. Dafür würden wir natürlich keinen Eintritt verlangen (oder schon und für guten Zweck spenden).

Adabei - 7. November
Adabei, der Schwesternclub von Hædensa, feiert am 7. November ebenfalls Premiere!

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Viele erstklassige nationale Bookings und vielleicht das ein oder andere internationale. We will see. Übrigens: noch vor Jahresende (am 7. November) startet mit „Adabei“ eine weitere neue Veranstaltungsreihe von mir im Sass. Zu Gast sind der Berliner Gratts – übrigens zum ersten Mal in Wien! – sowie 7 Citizens und Laminat. Würd mich freuen wennst adabei bist!

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Pipifein. Danke für diese Möglichkeit. Keine weiteren Wünsche.

Die zum Abschluss obligaten Eventhinweise sind somit zumindest zur Hälfte bereits genannt: Am 7. November zu Adabei ins Sass, und gar nicht viel später, genauer gesagt am 19. November, dann wieder ins Celeste zur zweiten Runde von Hædensa – diesmal mit der Österreichpremiere von Delfonic, dem Manager des Berliner Labels Box aus Holz, sowie dem jungen Ausnahmetalent Franz Ganz! Als Einstimmung für beides und überhaupt hier nicht weniger als eine Stunde und fünfzig Minuten von und mit Hanzo – enjoy!

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Pomeranze

Im Club mit: Pomeranze (Interview + Mix)

Wien ist nicht zuletzt als eine Stadt der Künste bekannt – der städtische Tourismus wird noch einige Jahrhunderte lang vom kulturellen Erbe Otto Wagners, Gustav Klimts, Egon Schiele und Kolo Mosers laben und die lokalen Veranstaltungskalender bieten regelmäßig schier unzählbare Listen von Ausstellungen, Performances und Festivals zu Film, Fotografie oder Literatur an. Kein Wunder, dass entlang der wachsenden Wiener Clubkultur auch Schnittstellen zum zeitgenössischeren Teil der Kunstszene entstehen – eine der interessantesten hat sich über die letzten Jahre in Form des Kollektivs Pomeranze etabliert. Wie es dazu kam, wozu es überhaupt kam und wozu es noch kommen wird erzählen uns die Pomeranze-Gründer im folgenden Interview.

Pomeranze – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?
Hinter Pomeranze stehen die drei Gründer Phil, Carlo und Christian und schlägt unser musikalisches Herz – Thomé Rozier, Kia Mann, DJ Moe und Minou Oram.

Seit wann ist Pomeranze im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Im Jänner 2013 gründeten wir Pomeranze als Bühne und Plattform für befreundete Kunst- und Musikschaffende. Unser Wunsch war und ist es, das Nachtleben in Wien mitzugestalten, Künstler, die wir lieben, nach Wien einzuladen und Musik zu buchen, die uns fasziniert.

Und wie sieht es bei Pomeranze aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Aktuell in der Pratersauna, der Grellen Forelle, dem Club Titanic, früher im celeste – und immer regelmäßiger: Waren es 2013 noch drei, sind es mittlerweile schon über zehn Veranstaltungen pro Jahr. Ein Schwerpunkt unseres musikalischen Konzepts ist es Liveshows aus dem klassischen Konzertrahmen herauszubrechen und in die Clubnacht zu integrieren. Ansprechen wollen wir dabei sensible, stille, sympathische, laute, offene und großzügige Menschen.

Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna
Flyer von Florent Hadjinazarian für die Zwei-Jahres-Feier von Pomeranze in der Wiener Pratersauna

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Wir können nicht davon, aber damit leben. Uns motiviert die Zusammenarbeit mit Wiener und internationalen Künstlern. Es macht Spaß und ist ein Privileg, Musiker einfach nach Wien holen zu können und mit ihnen in persönlichen Kontakt zu treten. Darüber hinaus möchten wir ein Netzwerk schaffen, Pomeranze stetig wachsen lassen, immer mehr tun, immer weiter denken, andere Städte bereisen, eingeladen werden.

In Bezug auf das Veranstalten in Wien fehlt uns beispielsweise immer noch die perfekte innerstädtische Konzertlocation, um auch unter der Woche hochqualitative Livekünstler zu buchen. Dazu bereiten uns hohe Mieten, Sperrzeiten und schlechte Anlagen oft Sorgen.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Das Jahr 2016 hält ein paar spannende Entwicklungen parat, da wird man heuer noch abwarten müssen. Freuen würden wir uns über einen neuen Club, neue Veranstalter und eine wachsende Zielgruppe, Menschen deren Herz für die gleiche Musik schlägt.

Nach einem gefühlten Überangebot vieler ähnlicher Veranstaltungen lichtet sich das Programm gerade wieder, es gibt aber weiterhin hochqualitative Veranstaltungen wie Ascending Waves, Basic Rhythm, Erdbahnkreuzer, Meat Market, Bliss, um nur einige zu nennen.

International wollen wir an dieser Stelle Wien nicht vergleichen, es ist besonders hier, die Stadt würden wir nicht tauschen wollen. Für die Zukunft wünschen wir uns die Abschaffung der Vergnügungssteuer und mehr staatliche Unterstützung für Kultur abseits der großen Institutionen.

Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)
Installation von Lukas Matuschek bei Pomeranzes Disco Citrus Vulgaris Veranstaltung im Bunkerfloor der Pratersauna (Foto: Paul Pieper)

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Sternstunden waren DJ-Sets von Hunee, Kemal, HAJJ und das Feuerwerk bei unserer Bootsparty auf dem Lighthouse Festival. Zu gerne erinnern wir uns auch an die Konzerte von Touchy Mob, Easter, Antoine93, Primitive Art und alle anderen, sowie an alle glückseligen Momente, die nebelig in Gedanken bleiben und schöne TänzerInnen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Wir würden wohl ein Festival veranstalten oder direkt einen Club kaufen. Auch ohne finanzielle Limits, entstehen besondere Orte oder Nächte aber oft durch begrenzte Mittel, da Grenzen die Kreativität anregen. Keine zu sehr gemachten Räume, große Namen und zweitausend Gäste, sondern klein, fein und roh. Die Liste der von uns begehrten Namen würde wohl den Rahmen sprengen.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Oh, wir haben große Pläne, möchten wir an dieser Stelle aber noch nichts verraten, falls es dann doch nicht klappt.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Seitdem es Play.fm gibt, brauchen wir kein SoundCloud mehr.

Neugierig geworden? Hier gibt’s ein Abbild des musikalischen Schaffens von Pomeranze sowie einigen Gästen und Affiliates in Form des noch recht frischen, aber stetig wachsenden hauseigenen Podcasts zum Eintauchen und Durchhören! Updates zu zukünftigen Aktivitäten findet ihr auf TumblrFacebook und natürlich auf Play.fm!

Mixes by Pomeranze on play.fm

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

Beat Science

Im Club mit: Beat Science (Interview + Mix)

Einen nicht unwichtigen Pfeiler der aktuellen Musik- und Clubkultur in Wien macht das Feld jener Genres und Mikro-Genres aus, deren internationales Aushängeschild man wohl getrost beim Namen Dorian Concept nennen darf. Beats und Bässe ohne wirklich definierbare Grenzen, deren gängigsten Muster sich am ehesten im gekonnten Hin und Her zwischen Half- und Fulltime Beats und epischen, durchaus Bigroom- und Festival-tauglichen Synthesizer-Hooks finden lassen und denen der Musikjournalismus gerne, egal ob dahinter “Bass”, “Beats” oder “Garage” steht, das Präfix “Future” umbindet. Dieser musikalische Mikrokosmos findet unter anderem in der Veranstaltungsserie Beat Science regelmäßig seine wohlverdiente Bühne, und das bislang mit Gastspielen aus den Rostern von Soulection, Project Mooncircle, HW&W oder All City. Mastermind Jeru war so nett, uns mehr über sein Schaffen und darüber, wie der Nährboden dafür in Wien aussieht, erzählt.

Beat Science – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Beat Science wurde Anfang 2012 von mir gegründet und bis vor kurzem Großteils alleine organisiert. Großteils, weil es ohne den abwechselnden Support von guten Freunden nicht funktioniert hätte. Allen voran Dizzy und Lukas und zuletzt auch Peter (B.Visible). Unser Grafiker El Puno ist seit Anfang an dabei, ebenfalls die Visual Artists von Dazedstyles.

Seit wann ist Beat Science im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Die erste offizielle Beat Science Veranstaltung gab es am 24. März 2012. Davor gab es ein paar wenige Events im Cafe Leopold, unter anderem Namen, die eher zufällig als wirklich geplant entstanden sind. Auslöser war im Grunde genommen der Unmut über die Wiener Musikszene. Ich wollte eine Eventreihe aufziehen, die neue Sounds nach Wien bringt und dabei fair mit den Künstlern umgeht. Nachdem ich selbst seit 1997 auflege und Musik mache und neben vielen tollen Momenten auch einiges an Negativem erlebt habe, wollte ich es besser machen.

Salute @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
Salute @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

Und wie sieht es bei Beat Science aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?
Wir versuchen grundsätzlich alle zwei Monate ein Event zu organisieren. Das Intervall kann sich aber immer wieder etwas verlängern oder verkürzen, je nachdem welche Booking Möglichkeiten sich auftun. Ursprung hat das Ganze eigentlich im Hiphop der 90 Jahre. Eine genaue Genreeingrenzung ist aber schwierig und würde vermutlich nicht das gesamte Soundspektrum umfassen. Man könnte es Future Beats oder Bass driven music bezeichnen. Mittlerweile gibt es so viele Namen für verschiedenste Subgenres, dass man vermutlich eine wissenschaftliche Arbeit darüber schreiben könnte. Eher ungern würden wir es als Trap oder EDM bezeichnen, das entfernt sich mittlerweile immer mehr von dem was wir eigentlich präsentieren wollen und verwandelt sich aktuell zum neuen Pop. Sogar Madonna hat jetzt Trap Instrumentals. Zielgruppe haben wir keine, wobei sich jeder der einen Hiphop-artigen Vibe mag und experimentellerem Sound nicht abgeneigt ist, eher angesprochen fühlen wird. Zentrales Element der Eventreihe ist sicherlich das early adopting.

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?
Das Ganze ist im Prinzip ein Nullsummenspiel. Geld verdienen kann man in Wien vermutlich auf Dauer nur mit House-, Techno- oder Popveranstaltungen. Es passiert wirklich nur aus Liebe zur Musik. Das Ziel des Events ist es neue musikalische Strömungen zu entdecken und nach Wien zu holen. Mit dieser Vorgabe Geld verdienen zu wollen, wäre vermutlich bereits ein Widerspruch in sich. Wir sind teilweise, zumindest aus finanzieller Sicht, zu früh dran. Als wir damals Snakehips erstmals nach Wien geholt haben, ging der Abend gerade mal gut, einige Zeit später wieder in Wien, füllten sie die Pratersauna bis oben hin. Ich wurde vor kurzem gefragt ob wir nicht mal Mr. Carmack holen könnten: Leute das haben wir bereits getan, leider kannten ihn da noch sehr wenige. Wir sind quasi das Gegenteil vom verspäteten Hasen aus Alice im Wunderland.

Anfänglich war die Motivation hauptsächlich auf die eigene Musiksucht zurückzuführen, aber irgendwann hat sich das etwas verändert. Es ist einfach schön zu sehen wie sich junge Leute über die, doch nicht alltäglichen, Bookings freuen. Vielleicht werde ich aber auch nur alt und etwas sentimental. Bei all dem nationalen Schwachsinn, der uns in letzter Zeit von Rechts gepredigt wird, macht es auch Spaß Menschen aus aller Welt in Wien spielen zu sehen. Richtig erinnerungswürdig war zB. die Project Mooncircle Labelnight, mit Künstlern aus Russland, USA und Deutschland. Die Drei waren ein Herz und eine Seele. Das hat mich beeindruckt.

Wir denken natürlich in Lösungen. Die zunehmende internationale Bekanntheit des Genres führt jedoch dazu, dass gegenwärtig die Gagen nach oben schnellen. Künstler die wir vor 1-2 Jahren noch um € 500,- holen konnten, verlangen aktuell € 2.000,- und mehr. Das ist in Wien so nicht finanzierbar. Ich fürchte es wird eine Zeit auf uns zukommen, in der bekanntere Artists des Öfteren einen Bogen um Wien machen werden. Städte wie London geben hier gagentechnisch etwas vor, das man in Wien oft nicht umsetzen kann. Von ähnlichen Problemen werden House oder Techno Veranstalter vermutlich bereits ein Lied singen können. Lösbar wird das vermutlich nur durch höheren Eintritt werden. Momentan reagieren die Leute darauf aber gewohnheitsbedingt noch ziemlich verhalten und bleiben eher fern, wenn es mal mehr kostet.

Ganz @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
Ganz @ 3 Years Beat Science/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?
Gerade die letzten Jahre gab es eine Übersättigung bei den Clubs und den Veranstaltern in Wien. Ich fürchte 2016 wird es diesbezüglich eher eine negative Entwicklung geben. Den Clubs geht es definitiv nicht gut und es wird höchstwahrscheinlich zu Veränderungen kommen. Der ein oder andere wird schließen oder sich in eine kommerziell lukrativere Richtung entwickeln müssen, um überleben zu können. Das ist natürlich nie gut für die Abwechslung und hemmt innovative Impulse. Womit wir auch zur anderen Frage kommen, dem internationalen Vergleich: Leider sieht es auch hier schlecht aus. Zumindest dann wenn es um neue Musikeinflüsse geht. Wien ist kein Berlin, London oder Paris, es leben einfach viel weniger Menschen hier. Darüber hinaus sind die Wiener weniger experimentierfreudig und bevorzugen eher gewohnte Kost. Veranstalterkollegen aus Belgien und Holland füllen mit denselben Acts, die bei uns gerade irgendwie organisiert werden können, Hallen mit 1000 Besuchern und mehr. Man kann es also nicht nur der Größe der Städte zuschreiben. Etwas mehr Offenheit und Neugierde bei den Wienern wäre wünschenswert. Oft hat man das Gefühl man geht in Wien eher weg, weil man gesehen werden möchte und weniger wegen dem musikalisch Gebotenen. Das ist schade und führt leider immer wieder dazu, dass innovative und leider auch nicht besonders günstige internationale Bookings untergehen und daneben Events von Veranstaltern, die gerade hip sind, bis zum Bersten gefüllt sind. Dort spielen dann Leute die seit einem Jahr oder weniger auflegen, keinen Übergang hinbekommen und der Eintritt ist niedrig, weil ja auch keine hohen Kosten anfallen. Offensichtlich für manche ausreichend für den wöchentlichen Vollrausch. Interessanterweise verschwinden diese Projekte nahezu ausschließlich nach ein bis zwei Jahren wieder von der Bildfläche. Der Schaden bei den ernsthafteren Vertretern unter den Veranstaltern ist trotzdem bereits angerichtet. Quality first wäre ein gutes Motto für 2016. Es gibt natürlich auch heute bereits positive Ausnahmen. Immer wieder überraschen österreichische Newcomer, vor allem im Produktionsbereich. Einige davon können mittlerweile locker bei den Top Playern weltweit mithalten. Die Affine Jungs, Salute, Milo Mills oder Bvisible um nur ein paar davon zu nennen. Nur am Marketing sollte man noch etwas arbeiten. Da geht momentan aus meiner Sicht noch zu viel Potential verloren.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?
Jede Veranstaltung hatte etwas Besonderes. Mal ist es ein unerwartet gutes Dj-set eines Newcomers, dann wieder eine interessante Bekanntschaft oder sogar eine sich entwickelnde langjährige Freundschaft. Vor allem die Menschen die wegen der Musik kommen und uns supporten, geben uns die Energie weiterzumachen. Ich bin manchmal peinlich berührt und fühle mich etwas fehl am Platz, wenn mich jemand anspricht und mir dankt, wegen eines Bookings oder für das Event generell. Aber im Endeffekt geben einem genau diese schrägen Gespräche viel positive Energie mit auf den Weg, um weiter zu machen. Und weil wir gerade bei Energie sind. Ich habe mal gelesen dass ein Facebook like Glückshormone ausschüttet. Ich kenne da eine Seite die dringend eure Liebe nötig hätte. Irgendwas mit Beat Science oder so…

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?
Die bei denen zu wenig Leute zu einer Veranstaltung gekommen sind. Die Stimmung war aber durchgehend gut, das tröstet dann etwas über den Verlust hinweg. Und technische Probleme können einem ebenfalls immer weder ziemlich zusetzen. Die Equipment Vielfalt macht es heutzutage nicht leichter. Früher hatte man ein Mischpult und Plattenspieler, heute gibt’s unzählige Möglichkeiten aufzulegen. Von verschiedensten Controllern und diversester Software, bis zum touchpad, findet man mittlerweile alles auf der Bühne. Und wenn dann mal irgendetwas nicht funktioniert wird’s ziemlich ungemütlich.

MR • CAR/\\ACK @ Beat Science #12/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)
MR • CAR/\\ACK @ Beat Science #12/Cafe Leopold (Foto: Raphael Skrepek)

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?
Auch wenn nicht immer alles glatt lief, gab es keine Bookings die wir nicht mehr machen würden. Vielleicht hatten wir aber auch immer nur Glück auf Menschen zu treffen die wir sympathisch fanden und umgekehrt. Wobei wir auch nie abgehobene Superstars gebucht haben, denen man vermutlich ab und zu eher negative Anwandlungen zuschreiben könnte.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?
Ein Festival mit gut abgestimmtem Function One System und allen Künstlern die wir bisher gebucht haben. Dazu dann Flume, Ta-ku, SBTRKT mit Sampha, Little Dragon, Kaytranada, Scratch Pickles, Rdj2, DJ Shadow, Goldlink, Bonobo, Atmosphere, die gesamte Soulection und Low End Theory Crew, Lootpack… Ich weiß eigentlich nicht wo ich anfangen oder aufhören sollte.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Wir werden uns an die Gegebenheiten anpassen und weiter unser Ding durchziehen. Erfahrungsgemäß haben Projekte die konstant Ihre Ziele verfolgen, die besten Chancen langfristig bestehen zu bleiben. Über die Jahre hinweg haben wir zu viele Crews und Künstler gesehen die kurzfristig und teilweise mit viel Ellenbogentaktik, einen Hype erzeugen konnten. Die Meisten davon gibt es heute nicht mehr und die Wenigsten können sich heute noch daran erinnern.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?
Österreichische Musikmagazine haben in den letzten Jahren einige Musiktrends verschlafen. Nachdem man endlich auf den Onlinezug aufgesprungen ist, hat man sich zu sehr auf Deep House und Techno konzentriert und die internationalen Entwicklungen nur beiläufig mitverfolgt. Langsam gibt es, teilweise etwas unbeholfene Ansätze in Form von Interviews, Features und diversen Beiträgen, um dieses Defizit aufzuholen. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn sich Musikjournalisten mit diesem Genre intensiver auseinandersetzten und nicht nur auf die Schnelle, weil es gerade populärer wird, oder man sie darum gebeten hat, Beiträge darüber verfassen. Mr. Carmack, Esta, Ganz, Sam Gellaitry oder Snakehips waren in Wien! Kein einziger Musikjournalist hat sich wirklich dafür interessiert. Diese vertiefte Auseinandersetzung mit Neuem, würde nicht nur Wiener Veranstaltern und Künstlern helfen, sondern auch dem internationalen Clubgeschehen entsprechen und Wien wieder etwas mehr vom Image der verschlafenen Provinz zu dem einer musikalischen Weltstadt verhelfen. Aber Wien ist eben sehr gemütlich und alles braucht seine Zeit. Wenn Ihr dem entgegenwirkt, wird play.fm zu unserem Favoriten in der hierzulande agierenden Medienlandschaft. In diesem Sinne wünschen wir natürlich viel Erfolg!

Wie sich das alles so anhört? Eine 40-minütige Kostprobe davon gibt uns Jeru im folgenden Mix – wer mehr davon hören möchte ist mit einem Abonnement der Facebook-Seite von Beat Science gut beraten, wenn neue Events mit weiteren spannenden Gästen anstehen – und das tun sie so gut wie monatlich – erfahrt ihr es dort als erstes!

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!

waves_header_new

Gewinne das Warmup Set für Mike Skinner (The Streets) beim Waves Vienna!

UPDATE: Danke euch allen für die Teilnahme und die tollen Mixes – die Entscheidung ist wie immer schwer gefallen, aber wir gratulieren Munky Fike aus Lochau in Vorarlberg zum Sieg! Von den vielen tollen Einreichungen hat er die Festivaljury mit einem fetten, swingenden House-Mix letzten Endes am meisten überzeugt – er hat die große Ehre, diesen Freitag in der Festivalzentrale das Warm-Up für Mike Skinner The Streets zu gestalten!

12019958_10153340945989735_189283732673866589_n

Ganz nach dem Motto Never change a running system suchen wir auch dieses Jahr wieder einen besonders begabten heimischen Nachwuchs-DJ, der sein Können beim Waves Vienna, Wien’s größtem Club-Festival, unter Beweis stellen kann!

Wenn du am Freitag, den 2. Oktober, zwischen den kanadischen New-Wavern von Austra und dem legendären Mike Skinner (genau, dem von The Streets!) auf der Bühne stehen möchtest , dann ist unser DJ-Contest deine große Chance. Check die Teilnahmebedingungen (mehr dazu weiter unten), such dir eine festivaltaugliche Selection, ab ans Mischpult und rauf mit deinem Waves Vienna Contest-Mix auf Play.fm – wenn er sowohl unsere Hörerschaft als auch die Fachjury begeistern kann, stehst du bereits mit einem Fuß auf der Hauptbühne!


Was gibt´s zu gewinnen?

Waves Vienna 2014
Eine der Waves Festival Bühnen 2014 – dieses Jahr könntest du auch hier stehen! (Bild (c) Patrick Münnich)

1. Platz:

  • 45-minütiger DJ-Slot am Freitag, 2. Oktober 2015, von 0:00 bis 0:45 Uhr beim Waves Vienna 2015 Festival in Wien
  • Reisekosten nach Wien und retour
  • Ein Interview im Play.fm Blog und Listung als Set of the Day auf unserer Facebook-Seite

2. und 3. Platz:

  • Goodie-Bag mit Play.fm und Waves Vienna 2015 T-Shirts und Stickern

Der Termin ist frei, die Decks schon aufgedreht und du hochmotiviert? Dann kann’s ja losgehen- so kannst du mitmachen:

Wie nimmst du teil?

  • Lade deinen 30 – 60 Minuten langen Mix bis Sonntag, 27. September 2015, bis spätestens 23:59 Uhr in den Channel des Waves Vienna 2015 DJ Contest auf Play.fm. Mixes, die bereits vor Beginn des Contests hochgeladen wurden, können beim Contest nicht berückstichtigt werden.
  • Trage als Titel für deinem Mix DEIN DJ NAME – Mix für Waves Vienna DJ Contest 2015 ein.
  • Unter Genres & Tags muss jedenfalls Waves Vienna DJ Contest 2015 eingetragen sein, sonst ist er auf der Contest-Page nicht sichtbar. Weitere Tags kannst du natürlich ganz nach Belieben vergeben.
  • Lade dir das offizielle Waves Vienna 2015 DJ Contest Cover-Bild runter und verwende es für deinen Mix:
    Waves Vienna DJ Contest
Mix Upload
So solltest du deinen Mix hochladen!
  • Fülle die Felder City, Tracklist und Description ebenfalls aus.
  • Sofern deine Artist Page auf Play.fm (www.play.fm/yourartistname) noch unvollständig ist, vervollständige sie mit Informationen, Fotos, Links etc. Vollständig ausgefüllte Profile und Mixe werden erfahrungsgemäß auch mehr gehört.
  • Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Österreich, die zum Start des Festivals (30. September 2015) das 16. Lebensjahr vollendet haben.
  • Bitte beachte: Dein Mix kann bei der Wertung nur berücksichtigt werden, wenn er rechtzeitig hochgeladen wird und alle Teilnahmebedingungen erfüllt sind. Mit Teilnahme am Contest bestätigst du dein Einverständnis mit den Teilnahmebedingungen und erklärst dich bereit, den Auftritt am 3. September auch wahrzunehmen.
  • Sende deinen Mix nicht direkt an das Waves Vienna Festival oder an Play.fm (e-Mail, CD, DL Link).
  • Es gelten unsere allgemeinen Bestimmungen zur Nutzung von Play.fm, also Terms of Service und Privacy Policy.

Mix online, alle Teilnahmebedingungen erfüllt – wie geht’s weiter?

Wie gewinnst du?

    • Rühr ordentlich die Werbetrommel für deinen Mix, damit er möglichst oft gehört wird, denn in der Vorrunde entscheiden die Play.fm Hörerinnen und Hörer: Nur die 20 Mixes mit den meisten Plays & Likes (!) kommen in die Endrunde! Bleib dennoch fair, vermeide Spam und aufdringliches Verhalten – bei groben Verstößen behalten wir uns vor, den Mix von der Teilnahme zu sperren.
    • Aus den 20 beliebtesten Mixes wählt eine Fachjury, bestehend aus dem FM4 Frequency Team und der Play.fm Redaktion, ihre Favoritin oder ihren Favoriten. Berücksichtigt werden dabei Originalität, Track-Auswahl, Stimmigkeit, technische Fähigkeiten – und natürlich, ob der Sound für das Closing Set einer Festivalbühne geeignet ist.
    • Die Bekanntgabe der Gewinnerin oder des Gewinners erfolgt spätestens am Dienstag, 29. September 2015, auf der Contest-Seite und der Facebook-Seite von Play.fm. Das Urteil der Jury ist endgültig, der Rechtsweg ausgeschlossen.
    • Mit der oder dem Erstplatzierten werden wir umgehend Kontakt wegen der Organisation des Gigs aufnehmen, wie auch mit Zweit- und Drittplatziertem wegen dem Versand des Goodie-Packs. Wir bitten um Verständnis, dass wir euch, wenn ihr diesmal kein Glück hattet, keine individuelle Verständigung oder Einzelfeedback geben können.
    • Der Gewinn ist nicht übertragbar und kann nicht in bar ausgezahlt werden.

Alles klar? Dann kann’s ja losgehen – wir sind bereits gespannt auf eure Mixes und freuen uns auf eine gute Zeit mit euch am Waves Vienna 2015!

 

Und hier geht´s zum Contest:

Waves Vienna DJ Contest

>> https://www.play.fm/waves-vienna-dj-contest-2015

Gerald van der Hint - one of 30 DJs from Vienna you should know!

Spot on Vienna – 30 DJs you should know

Vienna – does that ring a bell? The reference of this town probably brings up thoughts of classical music, old emperors with white beards, art nouveau buildings and Schnitzel in first place. However, Austria’s capital also offers a lively, diverse electronic music scene to discover, which not only brought up worldwide renowned artists like Dorian Concept, Patrick Pulsinger, Kruder & Dorfmeister or Camo & Krooked, but dozens and hundreds of creative, devoted individuals pushing things forward as DJs, producers, event and club promoters or operators of labels or record stores, and making it a shiny, little gem for music lovers.

Album covers of Austrian artists
You probably own at least one of those, don’t you..?

How do we know? Simple, we live here – Play.fm was founded by people from and having its headquarters in Vienna since 2004. Thus, as a kick-off for our new city channels, nothing more obvious for us to do to showcase some (thirty to be exact) of the Vienna’s most talented, demanded, interesting, forward-thinking or in any other way influential players and have them chatting about life in Vienna and the local scene as well as do what they do best: Mix up magnificent music!

So throughout the recently passed months of May and June, we did thirty interviews (in German only yet, any translation tool of your choice shall give you the overall idea though), each coming along with an exclusive mix – a collection that showcases the wide range of Vienna’s club scene, from Hip Hop, Reggae and Funk via all shades of House and Techno to Dubstep, Drum & Bass and other styles of Bass music – here’s the full list of links to the many-faceted sound of Vienna:

 

#1: Emil Berliner

Part of Junge Wilde collective and a splendid producer with releases on Great Stuff, Schönbrunner Perlen or My Best Friend.

Read the interview


 

#2: Shroombab

Initiator of Junglistic Sistaz, a worldwide network of female Drum & Bass artists, and operator of High Tension Records.

Read the interview


 

#3: Olinclusive

Part of DSTYCRTS, a collective of dedicated DJs and beatmakers, one half of DJ team Scooby Duo and band member of Captain Hot Dog Sauce.

Read the interview


 

#4: DJ Mogli

Part of Treasure Isle, Vienna’s longest running sound system in regards of Roots Reggae, Dub, Rocksteady and any other authentic Jamaican sounds.

Read the interview


 

#5: Joja

Former radio host on Superfly FM and operator of V ARE, a local initiative to blend music, visual arts, design and other disciplines of arts.

Read the interview


 

#6: Nicole Jaey

An up and coming multi-talent (DJ, producer, live-performing artist and singer) rooted in Vienna’s leading audiovisual festival sound:frame.

Read the interview


 

#7: Makossa

One of Austria’s longest serving DJs, head of music at nationwide public radio FM4, one part of Makossa & Megablast (with releases on Gigolo Records and G-Stone) and innovator of the term Swound Sound.

Read the interview


 

#8: Ken Hayakawa

One of the head honchos at the Schönbrunner Perlen label and one of the most renowned Techno producers with releases on liebe*detailMusik gewinnt Freunde or Goldmin Music.

Read the interview


 

#9: Trishes

Devoted music journalist and host of FM4’s Hip Hop show Tribe Vibes, beatmaker on Duzz Down San and curator of this year’s popfest.

Read the interview


 

#10: Doree

One of Vienna’s freshest and already most demanded Drum & Bass DJs, representing Switch! and City Warriors Vienna.

Read the interview


 

#11: Roman Rauch

Our town’s number one export regarding deep, analogish House these days, with a discography including releases on PhilpotEndless Flight/Mule MusiqQuintessentials and an album on klamauk.

Read the interview


 

#12: Mia Rabe

Part of Viennoise, an artist collective combining their passion for electronic music with concerts, visual arts and exhibitions.

Read the interview


 

#13: Laho

Vienna’s jack-of-all-trades, record dealer at Tongues, event promoter and, not least, a dedicated DJ daring to explore sounds off the beaten track.

Read the interview


 

#14: Matt Mor

One of the town’s most demanded DJs regarding true, uncompromising Techno, promoter of Wechselstrom events and co-running the label Panterre Musique.

Read the interview


 

#15: pocketful of g:ld 

One of the local DJs and promoters most likely to dare and deal music that’s off the public radar, running the BLVZE nights and the home-made events at Das Werk.

Read the interview


 

#16: Mann & Klamm

A young duo fully dedicated to House, with DJ appearances between Barcelona and Istanbul and releases on Houseology, Piston Recordings and My Little Dog.

Read the interview


 

#17: Joyce Muniz

One who has been steadily touring the world throughout the past few years, while still dropping releases on internationally aknowledged labels as 20:20 VisionTop Billin’ and Exploited.

Read the interview


 

#18: B.Visible

One of the city’s leading beatmakers, a regular on Duzz Down San and with releases on Cosmonostro.

Read the interview


 

#19: Simonlebon

Founding father and co-operator of internationally aknowledged Luv Shack Records and one half of the production duo Burnin’ Tears.

Read the interview


 

#20: Pezo Fox

One of the godfathers, being busy as DJ, promoter and record dealer for 25 years, responsible for bringing artists like KRS-OneMos Def or the Wu-Tang Clan to town.

Read the interview


 

#21: Gerald van der Hint 

Promoter of events like Meat Market and Mutter and a fully dedicated Techno- and House-DJ himself.

Read the interview


 

#22: Christoph Wagner

Long-term host of the Jazzdination Radioshow, doing regular interviews and live-sessions with artists like Dorian ConceptLouie Austen or Brenk Sinatra.

Read the interview


 

#23: Jay Rome

Head of Blu Saphir Records and it’s several sublabels, home for international Drum & Bass artists like BungleSyncopix and Bassface Sascha.

Read the interview


 

#24: Slack Hippy

One of our town’s longest serving and still most demanded DJs and a regular at FM4 La Boum deluxe.

Read the interview


 

#25: Zanshin

Part of Affine Records, as both a solo artist as well as one half of Ogris Debris, also appearing on Compost RecordsNurvous Records and disko404.

Read the interview


 

#26: Austrian Apparel

Probably the most hyped Techno liveact Vienna has to offer at the moment, pulling their analogue synths and drum computers through all relevant clubs and festivals.

Read the interview


 

#27: Bono Goldbaum

Mastermind behind booking and event agency Instinkt Music and booker at Die Kantine, the latest addition to Vienna’s club scene that’s booming the city with a massive Function One system.

Read the interview


 

#28: Moogle

Music journalist at music magazine The Gap and the regional edition of Noisey and part of the Bebop Rodeo collective, that’s brought artists like Moodymann and Theo Parrish to town, as well as hosting a 100+ mixes strong podcast series.

Read the interview


 

#29: Beware

Two-times DMC championship participant, co-host of the daily mixshow FM4 Unlimited, co-operator of critically acclaimed Klasse Recordings label and an illustrious House producer himself under his Mr. Ho moniker.

Read the interview


 

#30: Antonia

One of Austria’s most up-and-coming talents in forward-thinking Bass music and part of the Canyoudigit collective, that’s already brought Mount KimbieHudson Mohawke or Lil Silva to town.

Read the interview


Find those and a few thousand more mixes, radioshows and live recordings from Vienna, ranging back to our initial period in 2004 and even before, from long-time established artists, up-and-coming talents, dedicated record collectors and passionate bedroom DJs, in brief: music lovers, within our Vienna city channel:

https://www.play.fm/city/vienna – it’s on!

Also, be sure to stay connected for more city features to come as well as more input from our beloved hometown – as a matter of fact, it has waaaayyyyy more to offer than just those thirty…!

Tell us what´s going on in your town & upload your own mixes

If you feel there are things happening just around your corner that the world needs to learn about, feel welcome to let us know! Just write a few lines to feedback@play.fm or on our Facebook page and tell us where you live, what’s going on music wise there and which DJs, clubs and promoters are constantly changing the game there – we will surely check your hints and if we feel the same way, there’s a good chance your hood might appear within our sitemap soon with it’s very own neat city channel. And in the meanwhile: Be sure to rep your hood by uploading your own mixes!

Antonia (Canyoudigit)

Vienna Players #30: Antonia (Canyoudigit)

Nach zwei Monaten Features, Interviews und Exklusiv-Mixen von und mit einigen der spannendsten Wiener Artists machen wir die dreißig heute komplett, und zwar mit einem der most up-and-coming Talente der lokalen Szene: Antonia hatte erst vor etwas mehr als einem Jahr ihren ersten Gig, hat sich seitdem aber bereits zu einer festen Größe in Sachen Beats & Bass sowie zu einem festen Bestandteil der Canyoudigit-Crew gemausert. Diese hat in den letzten Jahren Quality-Bookings wie Mount Kimbie, Lil Silva oder, gerade erst, Hudson Mohawke in die Stadt gebracht, und irgendwo zwischen solchen Namen und darüber hinaus lässt sich Antonia’s Sound einordnen – doch hört selbst, denn wie bei ihren 29 Vorgängerinnen und Vorgänger gibt es auch von ihr neben dem folgenden Interview einen exklusiven Gast-Mix.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Mein Interesse an elektronischer Musik und mein Bruder. Mit 14 war ich zum ersten Mal
bei seiner Veranstaltung Canyoudigit im Café Leopold und es hat mir ziemlich imponiert.

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Markus BlahušWas macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Dass ich hier geboren bin und mir so einfach ein familiäres, musikalisches Umfeld aufbauen konnte.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Wienbesucher bewundern wie gemütlich das Ausgehen hier sein kann. Deshalb würde ich mit ihnen einfach im MQ rumhängen und anschließend ins Celeste gehen. Am Heimweg noch zu Bäcker Gül. Vodka Makava finden auch immer alle sehr innovativ.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Vermutlich für Essen und Bloody Mary (mit viel Kren!) im If dogs run free.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Einige DJs denen ich in letzter Zeit genüsslich gelauscht habe sind Kidkut, Amblio, Slick,
Laho, Computerstraße, The Shambolic, k:sun, Giuseppe Leonardi, … allerdings fallen mir jetzt noch viel zu viele gute DJS aus Wien ein die ich gerne aufzählen würde. Die Frage ist unmöglich gewissenhaft zu beantworten! Es würde auch sehr auf die Location ankommen und nach welchem Genre mir gerade ist…

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass es sich im Club ab 5 Uhr eher wie auf einer Homeparty anfühlt.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Leise oder schlechte Anlagen & Ungeduld

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Jazz Gesang studieren, viel mit meiner Katze kuscheln, reisen, … was man eben so macht. Davor war ich in der Schule 😉

Antonia (Canyoudigit) - Photo by Lydia SalnerLass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Mein erster „richtiger“ Gig war im Mai 2014 bei Mount Kimbie im Leopold. Ich war super aufgeregt da sie zu meinen größten Idolen gehörten. Vor meinem Set gestand mir Dom, einer der beiden, dass er heute erst sein 2. DJ Set überhaupt spielen würde und sich schon sehr davor fürchtet. Es hat dann alles geklappt. Diesen Mai hab ich nach ihm in der Pratersauna aufgelegt und wir waren beide deutlich entspannter.
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Serato & Vinyl
  • Größe deiner Musiksammlung? Einige Platten und sehr viel mp3 Chaos
  • BpM-Range: Von – bis? Im Idealfall fange ich bei 105 an und arbeite mich langsam bis 160 hoch. Weil das oft nicht klappt bin ich frustriert.

Und hier die versprochenen etwas mehr als 30 Minuten Antonia in the mix – mehr davon gibt es neben den immer empfehlenswerten Canyoudigit-Nächten zum Beispiel am 3. Juli beim Prater Unser Festival, wo Antonia das Label-Showcase von Affine Records einläuten darf…