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HAM

Im Club mit: HAM (Interview + Mix)

Der Editor dieser Zeilen kann sich auch nur mehr ungefähr dran erinnern, als vor etwa drei Jahren ein Facebook-Event mit spärlicher Information (viel mehr als die viel zu kleine Location, der Titel HAM und der Hinweis, dass es eine Rap-Party wird, war nicht zu entnehmen) ähnliche Attending-Ausmaße annehmen sollte wie jene privaten Geburtstagsfeiern von Teenagern, die tags darauf wegen Eskalation und Polizeihubschrauber-Einsatz in die Schlagzeilen kommen. Der Rest ist Geschichte und bei den vielen HAM-Nächten seither hat sich daran nichts geändert – bis vielleicht auf die Größe der Locations. Nunmehr eine feste Größe im Wiener Veranstaltungsdschungel und eines der verlässlichsten Brands für guten Hip Hop erzählen uns die Macher hinter HAM mehr über sich und ihre Partys!

HAM – wer steckt hinter diesem Namen? Was macht ihr und wer ist bei euch wofür zuständig?

Wir spielen hauptsächlich Rap und irgendwie ist jeder für alles zuständig. Wir haben fließende Hierarchien, wie in jedem Startup. Einer kümmert sich halt mehr um die Technik, der andere mehr um Veranstaltungen, der dritte um die Drinks, aber im Grunde haben wir nie festgelegt, wer was macht.

Seit wann ist HAM im Wiener Nachtleben aktiv, und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Seit 3 Jahren. Wir wollten einfach Musik im Club spielen, die uns gefällt und die so gar nicht gespielt wurde. Wir dachten, dass eventuell noch 50 Leute vorbeischauen. Es waren dann doch ein paar mehr, zu unserem Glück.

Und wie sieht es bei HAM aktuell aus – wo und wie oft macht ihr Veranstaltungen? Welche Idee und welches musikalische Konzept verfolgt ihr, und welches Publikum wollt ihr damit ansprechen?

Wir versuchen alle 2-3 Monate eigene Veranstaltungen zu machen und dazwischen legen wir bei jedem auf, der uns mag und uns booked. Wir spielen noch immer sehr viel Rap, aber auch, was man gemeinhin als Future Beats bezeichnet. 80er und Yacht Rock sind sowieso immer super. Publikum? Haben wir uns so konkret nie überlegt – Hauptsache der/die will eine gute Zeit verbringen.

HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne
HAM mit S-Type in der Fluc_Wanne

Wie ist es aktuell, in Wien Partys zu veranstalten, könnt ihr davon leben? Was motiviert euch, damit weiter zu machen, was macht euch eher zu schaffen, welche Probleme seht ihr?

Wir müssen zum Glück nicht davon leben. Wir machen das alles eher aus Spaß an der Freude plus Work-Life-Balance und so. Das ist auch was uns motiviert. Wir spielen einfach gerne Musik, am liebsten mit properer Anlage. Und da ist das Problem in Wien: Locations. Wir hätten echt gerne einen netten Club mit gutem Sound für ca. 400 Leute. In Graz gibt es sowas, in Wien leider noch nicht wirklich.

In welche Richtung entwickelt sich die Wiener Szene eurer Meinung nach, gibt es genug gute Veranstaltungen oder vielleicht sogar zu viele? Wie steht Wien aus eurer Sicht im internationalen Vergleich da, wie seht ihr die Wiener Clubs und welche Entwicklungen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Wir hätten gerne die Grazer Postgarage in Wien. Aber im Ernst, Wien ist super. Was Partys angeht, so finden wir es gut, dass möglichst viele Menschen möglichst viel machen, hoffen aber auch, dass Leute wissen was Inflation ist und zu viele Partys dann irgendwann auch einfach zu viel werden. Aber uns ist das fast egal. Wir wollten wie gesagt anfangs für uns und 50 Heinzeln Rap spielen.

Wenn ihr auf eure bisherige Laufbahn als Veranstalter zurückblickt: Was waren die Highlights, woran erinnert ihr euch gerne?

Wir wollten im Grunde S-Type booken und mit Just Blaze auflegen. Haben wir beides geschafft. Jetzt müssen wir uns neue Ziele setzen: Ein Shout-Out von DJ Khaled zum Beispiel oder ein Montag Abend mit DJ Esco.

Der HAM Styrofoam Cup - langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!
Der HAM Styrofoam Cup – langjährigen Fans noch gut in Erinnerung!

Und welche Momente waren für euch am schwierigsten?

Um es mit den Worten von King Kool Savas zu sagen: “Wieso wollen manche **** einfach nicht verstehen was Rap ist.

Gab es bei euren bisherigen Partys auch Bookings, die ihr definitiv nicht mehr machen würdet? Und wenn ja, wieso?

Wir hatten bis jetzt 3 wirkliche Bookings, The Clonious, Twin Towas und S-Type. Würden wir jedes mal wieder machen.

Wenn Geld und sonstige Ressourcen keine Rolle spielen würden – wie würde die Party eurer Träume aussehen, und wer würde dort auftreten?

DJ Esco legt auf und Celo & Abdi hosten.

Nachdem sich das Jahresende mit großen Schritten nähert: Was darf man 2016 und darüber hinaus von euch erwarten?
Wir sind eine Überraschungstüte. Wir werden es gemeinsam rausfinden.

Und zum Schluss natürlich die obligatorische Frage – wie gefällt euch die neue Play.fm-Seite, was würdet ihr euch als Veranstalter davon wünschen?

Ganz klar: Finden wir super!

Eine genauere Vorstellung, wie HAM so klingt, bekommt ihr im folgenden Mix – wie sie es selbst umschreiben eine “Ansammlung von unseren Lieblingskünstlern, Local OGs und Jungs die wir sonst Klasse finden”! Live erleben kann man das Ganze als allernächstes am 20. November im zuletzt wieder entdeckten Aux Gazelles, wo es neben den HAM-Residents den Beat-Produzenten Eric Dingus aus Austin zu bestaunen gibt – und danach am 5. Dezember im Cafe Leopold in Kooperation mit BLVZE und Jon Phonics aus London zu Gast.

 

Noch nicht genug? Mehr Mixes aus Wien findest du in unserem Vienna City Channel!