Mia Rabe (Viennoise)

Vienna Players #12: Mia Rabe (Viennoise)

In der Reihe Vienna Players stellen wir euch derzeit 30 DJs der Wiener Szene vor, die man unbedingt kennen sollte. Heute möchten wir euch Mia Rabe vorstellen, die gemeinsam mit den Kolleginen IsiLi, maxi. und Veronica Amie das Viennoise Kollektiv bildet, das die hiesige Clubszene nicht nur mit ausgezeichneter Musik, sondern auch Konzerten, Visual Art oder Ausstellungen (aktuell zum Beispiel die Electropia bereichert. Im Folgenden teilt sie mit uns einige Gedanken zur Wiener Clubszene und einen Exklusiv-Mix.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Mein erstes mal richtig ausgehen war sehr prägend. Von Null auf Hundert, sehr jung und komplett grün hinter den Ohren, nahm mich eine Schulfreundin mit ins Flex. Jungle / Drum & Bass.  Ich war hin und weg- Diese Energie bei einer ordentlichen Party, die Welt da draußen vor den Türen des Clubs kann warten, alle ersehnen gemeinsam den Drop, einfach wunderbar! Da wusst ich, ich will das mal machen und von da an hab ich mich in allen möglichen Lokalen und zu vielen Musikrichtungen rumgetrieben. Bin meist allein unterwegs gewesen und hab den DJs gern über die Schulter geschaut, um was zu lernen. Da klappts auch mit dem kennenlernen ganz schnell.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Ich bin Wienerin, mit dem Sound dieser Stadt großgeworden und sicherlich davon geprägt. Jetzt ist es wunderschön, auch aktiver(er) Teil des Nachtlebens und der Entwicklungen zu sein.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Mia Rabe (Viennoise)Abendessen im Gasthaus, Schnaps zur Nachspeis. Obligatorischer Spaziergang übers MQ und den Naschmarkt, eventueller Abstecher ins Celeste und dann ab in die Forelle/Werk-Ecke. (Ist allerdings freilich auch von den Parties an dem Abend abhängig).

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Eine gute Flasche Wein, ein Päckchen Zigaretten und dann ab zum Fritz ins Market. Zwei Stunden später lauf ich dann zum Bankomaten.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Eine sehr schwierige Frage, da mein Geschmack recht breit gefächert ist, und ich die Arbeit vieler wiener Kollegen sehr schätze. Der momentane Versuch, das auf ein Line-Up runterzubrechen sähe so aus: (Live Performance Sixtus Preiss), Franz ‘Jazzin’ Otto, Roman Rauch, Kido Soon b2b 7 Citizens, BCKSCKR b2b Goldcut Crates.

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Das sie so familiär ist, ich fühle mich in ganz vielen Clubs ‘wie zuhause’.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Die Sperrstunde, das Timing, Lautstärkenprobleme bzw. schlecht eingestellte Anlagen

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Ich hab immer schon Musik gemacht, bevor ich mir 2008 meine eigenen Decks kaufen konnte, mussten meine DJ-Freunde herhalten und mich zum üben beherbergen. Beruflich gab’s zu Maturazeiten einen Abstecher in die Immobilienbranche und dann bin ich recht schnell am Theater gelandet. Seit 2009 arbeite ich als Tontechnikerin, die ersten fünf Jahre davon am Schauspielhaus Wien, wo ich die Gelegenheit hatte mit tollen Leuten zu arbeiten und mich eine Regisseurin (Felicias Brucker) besonders gefördert hat. Für sie hab ich Musik für verschiedene Produktionen arrangiert was dazu geführt hat, dass ich Anfang dieses Jahres meinen ersten Einsatz als Musikerin/Sounddesign hatte. (“hamlet ist tot. keine schwerkraft” von Ewald Palmetshofer, Regie: Katharina Schwarz, am Landestheater Linz).

Mia Rabe (Viennoise)Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Wien, Frühjahr 2009, Dachskantine
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? begonnen mit Vinyl – DJing ist für mich auch ganz klar damit verknüpft. Aus finanziellen Gründen hab ich eine Zeit lang mit Traktor Scratch gespielt, bin jetzt aber seit nem Jahr wieder zurück beim Vinyl, gegebenenfalls durch USB-Stick ergänzt, und damit extrem glücklich. Prinzipiell bin ich der Ansicht: Choose your weapon – use it wisely! Mein Herz geht allerdings beim analogen Equipment so richtig auf.
  • Größe deiner Musiksammlung? Aufgrund der digitalen Phase, leider nur 3Laufmeter Vinyl (die Sammlung wächst momentan allerdings wieder fleißig), unzählige GB und einige CDs und Kassetten
  • BpM-Range: Von – bis? Total uneingeschränkt, der Großteil wird allerdings so bei 110-130 BpM liegen

Mia Rabe wird noch am Erscheinungstag dieses Beitrags bei der Eröffnung der Viennoise-Austellung Electropia im Wiener Mo.ë sein – die Ausstellung ist in Folge täglich bis 31. Mai ab 19:00 Uhr geöffnet. Für dazwischen oder danach hier noch ein Mix, den Mia Rabe exklusiv für Play.fm aufgenommen hat!

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