pocketful of g:ld

Vienna Players #15: pocketful of g:ld (BLVZE)

Zwei Monate, eine Stadt, dreißig ihrer spannendsten DJs – das ist die Idee hinter unserer aktuellen Serie Vienna Players. Heute freuen wir uns in diesem Rahmen pocketful of g:ld vorstellen zu dürfen, der die Stadt Veranstalter von BLVZE und als Booker der Eigenveranstaltung Geil&Bogen im Werk mit forward-thinking Sounds zwischen Hip Hop, Grime, Juke und allen denkbaren und noch nicht mal denkbaren Spielarten von Bass Music bereichert. Seine Gedanken zum Leben, Veranstalten und Ausgehen in Wien teilt er uns im folgenden Interview mit – seine aktuelle Definition von Bass Music gibt es im anschließenden Exklusiv-Mix zu hören.

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Da mein familiärer Hintergrund stark durch Popularmusik geprägt war und meine eigene Musiksammlung damals aus Sachen wie Lauryn Hill bis hin zu Slipknot bestanden hat – man kann es Geschmacksverwirrung nennen, ist es wohl auch – habe ich mich anfangs relativ unbeholfen an die Wiener Clubszene herangetastet.
Da ist vor ca. 8 Jahren das Fluc mit seinen damals zahlreichen Electro-Events etwas Neues für mich gewesen. Electro ist aber langfristig gesehen kein sehr zufriedenstellendes Genre gewesen, da es für mich nur betrunken erträglich gewesen ist. Durch Events an Orten wie dem Planetarium, Market, Das Werk, Elektro Gönner oder Pratersauna bin ich dann eine Zeit lang bei House und Techno Musik hängen geblieben. Der Plattenladen Das Market und mein Veranstalter-Kollege Jan haben mich in diesem Genre wohl am stärksten geprägt.
Das Cafe Leopold hat mich später dem Hip Hop und der Bass Musik näher gebracht. Im neuen Werk bin ich zur Zeit selbst Booker für die hauseigene Veranstaltung und hole alles was sich so zwischen UK Bass/Garage, Grime und Juke bewegt nach Wien. Mein Hörverhalten ist aber mehr oder weniger wieder zur Popularmusik zurückgekehrt, wenn auch in anderen Ausformungen.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
pocketful of g:ldSo abgedroschen der Spruch klingt: Wien ist ein Dorf. Die meisten Veranstalter und DJs kennen sich und arbeiten meistens mit- statt gegeneinander. Wir pflegen oft einen freundschaftlichen Kontakt. Auf jedem Event finde ich jemanden mit dem ich über Musik, Events und sonstige Belanglosikeiten reden kann. Die fehlende Anonymität, die in einem echten Dorf oft als erdrückend empfunden wird, ist hier für meine Tätigkeiten eher befruchtend.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Balkan Grill Ottakringer Straße zwecks Unterlage – Celeste Garten – Das Werk eventuell pendelnd in die Grelle Forelle – Zwischendurch Bier und (die beste Analogkäse-) Pizzaschnitte bei Station Spittelau – Celeste Abstürzen – Bäckerei Gül nebenan auf Börek und Ayran.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Platten kaufen im Substance, Das Market und Moses Records, Essen gehen in der China Bar, Trinken gehen am Donau-Kanal aus der Dose natürlich, Ausgehen wahlweise in einen Club meines Vertrauens, auf ein Wiener Musik-Festival wie dem Popfest, Sound:frame oder dem Waves-Festival, oder einfach nur ins Kino. Problem: Die 100 Euro wären wahrscheinlich schon nach dem Plattenkaufen weg.

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
11:00-12:00 Mr M. b2b Noel D (Black Label)
12:00-01:00 Antonia b2b Amblio (Canyoudigit & Prasselbande)
01:00-02:00 Laho (The one and only)
02:00-03:00 Slick b2b Ich (Bebop Rodeo & Eigenlob stinkt nicht immer)
03:00-04:00 Kidkut b2b Stanley Stiffla (Canyoudigit & Fear Le Funk)
04:00-05:00 Franjazzco b2b Waxter Dancel (Disko404 & Deep Dreams)
05:00-06:00 Macello Basstrojani b2b Tip Top Tobsen (Paradiso)

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Der schönste Türsteher Wiens steht vor dem Celeste, ergraute Haare mit einem Hauch von George Clooney, DJ Name Shit Vicious, check him out.

pocketful of g:ldWas ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Plombierungen & Nachbarn.

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Das Werk (alter Standort an der Neulerchenfelder Straße), ich glaube vor 4 Jahren
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? Vinyl & Digital
  • Größe deiner Musiksammlung? Zwei Expedit Regale voll mit Platten, ca. 100 CDs, 100 GB auf der Festplatte
  • BpM-Range: Von – bis? BPM Range? Was ist das?

Nachdem pocketful of g:ld in der Reihe Geil&Bogen zuletzt außergewöhnliche Acts wie Ikonika, Addison Groove und Mickey Pearce ins Werk geholt hat, geht die Party bereits diese Woche am Mittwoch, dem 3. Juni, weiter – diesmal mit Tokyo Hands vom Donky Pitch Label sowie dem Teklife-Youngster DJ Taye aus Chicago.

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