Zanshin (Affine Records) - Photo by Katarina Balgavy

Vienna Players #25: Zanshin (Affine Records)

Zwei Monate, eine Stadt, dreißig ihrer bedeutendsten DJs – soweit die Idee hinter unserer Reihe Vienna Players. Und wer sie schon länger verfolgt, wird sich bereits die längste Zeit fragen, wann Affine Records endlich ins Spiel kommt – derzeit wohl das Aushängeschild schlechthin in Sachen elektronischer Musik mit einem ausgewählten Artist-Roster, das sich vor weltweiten Booking-Anfragen kaum noch retten kann. Wir freuen uns, dass Zanshin als Gesandter der Affine-Familie (und obendrein bekannt als eine Hälfte des dynamischen Duos Ogris Debris) die Zeit gefunden hat, unser Frage-/Antwort-Spiel rund um die Wiener Szene mitzuspielen und einen exklusiven Mix für uns aufzunehmen.

Was hat euch ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Tanzen, Auflegen, Produzieren, in genau dieser Reihenfolge…

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien, Wien, nur du allein, kannst die Stadt meiner Träume sein… Scherz beiseite, ich bin hier geboren, meine Freunde und das Label sind hier und ich steh einfach irgendwie auf Wien…

Zanshin (Affine Records) - Photo by Andreas WaldschützEin Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
Wir starten im Zweitbester (mein Stammlokal) und dann lassen wir uns treiben wohin auch immer… Ich liebe es auch am Abend am Teich vor der Karlskirche zu sitzen…
Die vielen Clubs wurden ja schon alle mehrmals genannt, ich hab da nicht wirklich eine Präferenz, würde mir eher das Programm ansehen. Aber vielleicht tatsächlich davor noch einen Film im Filmcasino oder Gartenbaukino.. ich mag schöne alte Kinos!

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Ich würde meinen Freund aus Übersee aufwecken und ihm sagen, dass es jetzt dann weitergeht…

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Genau das soll ich glaub ich irgendwann im Herbst im Fluc tun… lassen wir uns überraschen… (Tut mir leid ich bin nicht so gut im Namedropping, und vor allem frage ich mich was genau jetzt einen Wiener DJ definiert… und ich kenne so viele, wenn ich jetzt einige wenige nenne, dann fühlen sich die anderen alle vernachlässigt… das ist doch auch nicht schön, aber einen muss ich jetzt nennen weil ich mich genau mit ihm über diese Frage unterhalten habe und er meinte er hat mich auch in seiner Liste, and his name is Moogle).

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass sie mittlerweile einigermassen gewachsen und ernst zu nehmen ist.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Zu viel Hype, der die Meinung der Menschen bestimmt, eher starkes Herdenverhalten, zu wenig experimentierfreudiges Publikum.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
Zanshin (Affine Records)Lieben, leben und leben lassen, musik hören und denken, dazwischen an Knöpfen drehen und Knöpfe drücken, Ideen spinnen, den Vögeln zuhören…

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? Erster Gig: Kindergarten Katzenmusicalaufführung… (möglicherweise traumatisch)
    Erster Gig mit Band: Wahrscheinlich Kulturzentrum
    Erster elektronischer Gig: Irgendwo bei einer Pool Party mit der Roland MC303
    Erster ernst zu nehmender Gig: Arge Nonntal/Salzburg weil dort studiert
  • Vinyl, Digital oder ganz was anderes? ich nehme alles.
  • Größe deiner Musiksammlung? Ja, ich würde schon hoffen, dass meine Sammlung eine gewisse musikalische Größe besitzt…
  • BpM-Range: Von – bis? JA das ist jetz DIE Frage für den DJ… also gut… eigentlich seh ich da keine Beschränkung, aber wenn die Leute tanzen wollen im Club wahrscheinlich zwischen 100 und 150.. aber das ist ja alles relativ…

Wie gewohnt gibt es auch an dieser Stelle nach schönen Worten noch schönere Musik – Zanshin exklusiv im Mix für Play.fm und das ganze eineinhalb Stunden. Wer noch mehr davon hören möchte, hat unter anderem am 3. Juli beim alljährlichen Prater Unser Festival, bei dem Affine Records außerdem die Label-Kollegen Cid Rim und The Clonious ins Rennen schickt, am 27. Juni solo bei den Weekend Sounds im MQ, sowie am 24. Juni im Heuer am Karlsplatz und am 1. August im Vestibül im Rahmen des Impulstanz Festivals – letztere beide jeweils im Doppelpack mit einem weiteren bemerkenswerten lokalen Act, dem von Philpot Records bekannten The Reboot Joy Confession.

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