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Vienna Players #6: Nicole Jaey (sound:frame)

Unter dem Titel “Vienna Players” stellen wir euch in den kommenden Wochen insgesamt dreißig Acts aus Wien vor, die den Sound der Stadt besonders prägen. Heute im Portrait: Nicole Jaey, die es in gerade mal drei aktiven Jahren als DJ und Produzentin bereits in die Line-Ups von Popfest und Donauinselfest sowie in Charts und Dauer-Rotation von FM4 geschafft hat. Ein paar Worte über ihr Schaffen, die Wiener Clubszene und einen exklusiven Mix in den folgenden Zeilen!

Was hat dich ursprünglich in die Musik-/Clubszene verschlagen?
Also Musik beschäftigt mich natürlich schon seit meiner Kindheit. In Clubs gehe ich aus Liebe zum Bass seit bald 15 Jahren. Ganz besonders hat mich dann noch der visuelle Aspekt gepackt, so dass ich 2011 einen VJ Workshop bei den Veranstaltern des Soundframefestivals gemacht habe. Gleich anschließend hab ich beim Festival mitgeholfen und das war dann wohl auch der erste Kontakt mit Szeneleuten. Ich war schwer inspiriert und motiviert, hab bei zwei weiteren Festivals mitgearbeitet, und dann Ende des Jahres angefangen selbst zu produzieren.

Was macht gerade Wien zum idealen Mittelpunkt für deine musikalischen Aktivitäten?
Wien ist so vielfältig. Alle Genres haben Platz und in jedem Bereich gibt es großartige, inspirierende Musiker. Die Szene hat eine Größe bei der man einerseits das Gefühl hat man kennt eh jeden. Andererseits passiert so viel in so kurzer Zeit, dass man immer wieder neue Leute und neue Musik kennenlernt. Man hat musikalisch alle Freiheiten und findet auf jeden Fall seinen Platz. Wien bietet so viele Möglichkeiten und ist auch gerade im Begriff international recht viel Beachtung zu bekommen. Und trotz Erfolgsgeschichten bleibt diese Wiener Gemütlichkeit mehr erhalten als anderswo, wo das “harte Business” ausgeprägter gelebt wird.

Ein Freund aus Übersee kommt zu Besuch nach Wien und hat den festen Vorsatz, eine unvergessliche Nacht zu erleben. Welches Abendprogramm stellst du für ihn zusammen?
nicolejaey_300x300_02Wir starten mal ganz gemütlich um 21:00 im Leopold bei einem Spritzer und diesem herrlichen schwarzen Linsencurry. Man braucht ja eine Unterlage und wir holen uns gleich mal einen Stempel für die Party. Immerhin spielen heute Louis Futon, Ganz & Salute bei Beat Science. Aber vorher gibt’s noch einiges zu erleben. Da ist nämlich um 23:00 das Konzert von Konea Ra im Heuer am Karlsplatz. Während wir hindüsen fällt mir ein, hier hätten wir ja auch essen können. Notiz an mich: “Morgen mittags Burgerorgie im Heuer”. Dort angekommen treffen wir gleich eine Menge bekannte Gesichter. Luma Launisch macht Visuals. Es ist schön. Am Fußweg zum Celeste verarbeiten wir die Eindrücke bei frischer Luft und guter Laune, denn obwohl heute kein Donnerstag ist, gibt’s dort heute ausnahmsweise Party vom Salon 2000. Wir kommen grad richtig zu Eoae. Sam Irl wird gleich weitermachen. Mein Freund ist überfordert mit den vielen neuen Namen, unterhält sich aber prächtig. Das Celeste ist halt ein Ort an dem man bleibt, wir müssen aber leider los. Louis Futon spielt schon im Leopold. Dort tanzen wir die nächsten Stunden bis zum absoluten Zusammenbruch. Gott sei dank bringen uns 3 Flaschen Wasser und eine Käsekrainer wieder auf die Beine. Irgendwie wollen wir nämlich noch nicht nach Hause und was wäre ein Wienbesuch ohne das Kennenlernen der Pratersauna. Dort erleben wir den Sonnenaufgang am Pool. Ende.

Du kommst unerwartet zu 100 Euro. Wo in der Stadt wirst du sie wahrscheinlich ausgeben und wofür?
Schuhe, Schokolade, Glamour, Erwachsenenspielzeug auf der U3 Strecke Gasometer (Klangfarbe) ­ Neubaugasse (Mariahilferstrasse).

Du hast die Chance, für einen ganzen Abend ein Line-Up ganz nach deinem Geschmack zusammenzustellen, einzige Voraussetzung: Es darf nur aus Wiener DJs bestehen. Wie sieht dein Line-Up aus?
Ich würde eine “die 100 leiwandsten DJs” Party machen. Und die wär nicht billig.

Sohn, Motsa, Cid Rim, Curley Sue, Hanna x Dizzy, Heap, Joja, Olinclusive, Eoae, Wandl, Dorian Concept, The New Tower Generation, Etepetete, Trishes, Phekt, Patrick Pulsinger, Sam Irl, Kristian Davidek, Roman Rauch, caTekk, Ken Hayakawa, Makossa, Beware, Functionist, Austrian Apparel, Ogris Debris, Harry Jen, Prcls, Soundframe Allstars, Sweater, Stof & Paul, Dusty Crates, A++, Salute (ich find der geht noch durch als Wiener, wenn auch aktuell in Großbritannien daheim), Franjazzco, Jay Smoo, Abby Lee Tee, Flo Alike, 7 Citizens, Phil Madeiski, tbc…

Was ist das Schönste an Wiens Clubszene?
Dass man bei Bedarf bis zu Mittag des Folgetages durchfeiern kann.

Was ist das Nervigste an Wiens Clubszene?
Dass Shows extrem spät beginnen. Wenn man mal nur der Musik wegen unterwegs ist, spielt der Act der Begierde zu einer Zeit, zu der man manchmal schon gerne schläft.

Wo verbringst du deine Zeit, wenn du nicht gerade auflegst?
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Vor der Musikkarriere ist auch schon einiges passiert. Ich bin Elektrotechnikerin (HTL), hab mich vor 5 Jahren mit einem Zeichenbüro selbstständig gemacht. Das ist aktuell mein Hauptberuf, oder Brotjob wie man so gern sagt. Ich mach den Job auch wirklich gern, sofern es mir möglich ist die Waage zu halten und noch genug Zeit für Musik, Entspannung, soziale Kontakte und das restliche Leben zu haben. Außerdem hab ich ein paar Jahre damit verbracht ein Haus zu bauen. Dort wird jetzt gelebt und gearbeitet und es bietet mir so tolle Möglichkeiten wie ein 25m2 Studio mit Tageslicht, wo man immer laut sein kann. Da Musik ja gerade jobmäßige Formen annimmt, kann ich sie wohl nicht mehr zu den Hobbies zählen. Somit verbringen ich meine Freizeit eher mit normale Leute Tätigkeiten wie Schlafen (das Beste!), gut essen, Wäsche waschen, sonnen im Garten, meine chicks treffen,..

Lass uns zum Schluss noch folgendes von dir wissen:

  • Erster Gig – wann und wo? 2012 ­ Le Meridien, Gustav Mahler DVD Präsentation
  • Digital only
  • Größe deiner Musiksammlung? Musik die ich höre : 3000+ Musik die ich Auflege: 300+
  • BpM-Range: Von – bis? 80 – 160

Nicole Jaey’s nächster großer Live-Gig findet am 27. Juni auf der Eutopia Bühne am Donauinselfest (dem größten Gratis Open Air nicht nur von Wien, sondern ganz Mitteleuropa) statt. Bis dahin kann man sich neben dem folgenden Exklusiv-Mix zum Beispiel mit dem Jaeyn Album, das sie Ende letzten Jahres gemeinsam mit Harry Jen veröffentlicht hat, oder ihrem kürzlich veröffentlichten Remix für Konea Ra trösten.

 

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